Farbabzug für Haare: Vorher und Nachher – Alles, was Sie wissen müssen

Sicher kennen Sie das: Sie haben sich eine wundervolle Haarfarbe ausgesucht und mit viel Zeit und Mühe die Coloration aufgebracht. Doch das Ergebnis wirkt dann später gar nicht so, wie Sie es sich vorgestellt haben.

Vielleicht erscheint Ihnen das gewählte Rot doch ein wenig zu grell oder das coole Schwarz lässt Ihren Teint fade wirken. Ist die Farbe erstmal auf dem Kopf, lässt Sie sich leider nicht einfach herauswaschen.

In vielen Fällen können Sie den Farbton aber schnell regulieren. Ob und wie sehr sich die Haarfarbe verändern lässt, hängt von der Art der Färbung und vom Haartyp ab.

Was ist ein Farbabzug?

Ein Farbabzug ist ein chemischer Vorgang, bei dem eingelagerte Farbpigmente aus Ihren Haaren entfernt werden können. Das heißt, wenn Sie Ihre Haare gefärbt oder getönt haben und der Ton nicht so geworden ist, wie Sie ihn gerne hätten, können Sie Ihrer Ausgangshaarfarbe mit diesem Prozess wieder etwas näherkommen. Dabei gilt: Je kürzer die Färbung zurückliegt, desto besser lässt sie sich auch wieder entfernen.

Was ein Farbabzug kann:

  • Pigmente von Intensivtönungen und Colorationen aus den Haaren entfernen
  • Schwarz oder braun gefärbte Haare wieder heller bekommen
  • Fleckige Ergebnisse durch die Farbkorrektur ausgleichen
  • Rückstände von Directions entfernen, die Sie selbst mit Reinigungsshampoo nicht wegbekommen
  • Hartnäckige Farben wie Elumen abschwächen
  • Die natürlichen Pigmente Ihrer Haare etwas aufhellen (z. B. bei einem herausgewachsenen Ansatz)

Was ein Farbabzug nicht kann:

  • Eine Blondierung rückgängig machen
  • Bei blondierten Haaren ist ein Farbabzug nicht möglich, da hier keine Pigmente in den Haarfasern eingelagert, sondern entzogen wurden.
  • Sie können damit also nur dunklere, gleichwertige oder knallige Farben aus Ihren Haaren entfernen, aber keine, die heller sind.

Methoden zum Entfernen unerwünschter Haarfarbe

Wie Sie erfahren haben, kann es manchmal schwierig sein, eine alte Haarfarbe schnell wieder zu entfernen. Hier sind einige Methoden, die Ihnen helfen können, Ihr Ziel zu erreichen:

1. Professionelle Haarfarben-Entferner

Wer die alte Haarfarbe rausziehen will, benötigt einen professionellen Haarfarben-Entferner, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Gute Produkte wirken effektiv und schonend.

Ein guter Haarfarben-Entferner entzieht die Farbe schonend, ohne das Haar anzugreifen oder die natürlichen Pigmente mit aufzulösen. Der Haarfarben-Entferner sollte zudem intensiv Feuchtigkeit spenden und kleinere Schäden reparieren.

Außerdem darf es keine allergischen Reaktionen auf Ihrer Haut auslösen. Prüfen Sie deshalb vor der Anwendung auf einer kleinen Stelle, ob Sie das Produkt vertragen.

2. Hausmittel zum Haarfarbe Rausziehen

Neben professionellen Produkten können Sie auch verschiedene Hausmittel zum Haarfarbe rausziehen anwenden.

  • Da eine Tönung bei jeder Haarwäsche etwas schwächer wird, können Sie Ihr Haar beispielsweise mehrmals hintereinander mit Shampoo behandeln und immer wieder ausspülen. Die Tönung wird nicht sofort verschwinden, jedoch sichtbar an Intensität verlieren.
  • Wenden Sie eine Packung mit Honig an (funktioniert, wenn die Haare erst frisch gefärbt wurden). Verdünnen Sie dafür den Honig mit etwas warmem Wasser und arbeiten Sie die Mischung in Ihr Haar ein.
  • Mischen Sie Natron zu gleichen Teilen mit Ihrem Shampoo und waschen Sie das Haar damit.
  • Ziehen Sie die alte Haarfarbe mit Kokosöl heraus. Massieren Sie das Öl vor dem Schlafengehen in das Haar und bedecken Sie den Kopf mit einem Handtuch.

3. Kaschieren und Verdecken

Es gibt auch Möglichkeiten, die unerwünschte Haarfarbe zu kaschieren oder zu verdecken:

  • Radikal: Mit einem neuen, kürzeren Haarschnitt lassen Sie die alte Haarfarbe konsequent hinter sich.
  • Kaschieren: Ist der ungewünschte Farbton nicht zu dunkel, können Sie Ihre Haare einfach selbst darüber färben.
  • Verdecken: Nutzen Sie stylische Accessoires wie Mützen, Hüte oder Tücher, um das Haar damit zu bedecken.

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Arten von Farbabzügen

Man unterscheidet zwischen einem sauren und einem alkalischen Farbabzug.

1. Alkalischer Farbabzug

Ein alkalischer Farbabzug funktioniert durch eine Mischung aus Pulver und Oxydant, also einem Entwickler mit Wasserstoffperoxid. Dadurch wirkt er wie eine leichte Blondierung, der das Haar aufhellt und ihm so eingelagerte Pigmente von Färbungen und Tönungen entzieht.

2. Saurer Farbabzug

Hier wird eine Lösung mit einem sauren pH-Wert angewandt, die nur künstliche Farbpigmente entfernt und keine Auswirkungen auf die natürlichen hat. Sie ist schonender als der alkalische Farbabzug, da hier kein Oxydant verwendet wird. Allerdings können Sie damit keine Schaumtönungen oder Pflanzenhaarfarben entfernen.

DIY Farbabzug mit Efassor

Efassor* ist ein Pulver von L’Oréal Professionnel. Das Produkt gehört eigentlich nur in Friseurhände, wenn Sie jedoch experimentierfreudig mit Ihren Haaren sind und sich in Sachen Haarefärben sehr gut auskennen, können Sie den Farbabzug mit Efassor auch selbst machen. Dafür wird ein Entwickler benötigt, weshalb mit Efassor ein alkalischer Farbabzug möglich ist, der Ihre Haare von Pigmenten tiefenreinigt.

Sie können jedoch statt des Entwicklers auch nur Wasser verwenden, damit werden Sie jedoch nur einen leichten Unterschied zu vorher erzielen können. Allerdings ist diese Methode weitaus schonender zu Ihren Haaren.

Auch hier nochmal die Warnung: Ein Farbabzug kann Ihr Haar stark schädigen. Wenn es bereits stark strapaziert oder stark blondiert ist, sollten Sie die Finger davon lassen und sich lieber an einen Friseur wenden. Alternativ können Sie auch zum Colour B4 Haarfarbenentferner greifen, der in Drogerien frei verkäuflich und somit unbedenklicher ist.

Anwendung von Efassor

Für eine leichte Reinigung und bei helleren Tönen:

  1. Mischen Sie einen Beutel Efassor mit 60 ml heißem Wasser in einer Plastikschüssel miteinander.
  2. Massieren Sie die Lösung wie ein Shampoo in Ihre trockenen Haare ein. Beginnen Sie mit dem Auftragen immer zuerst an den dunkelsten Stellen Ihrer Haare.
  3. Lassen Sie das Ganze je nach Stärke 5 bis 20 Minuten einwirken.
  4. Waschen Sie Ihre Haare mit einem pflegenden Shampoo und verwenden Sie anschließend eine Kur.

Für eine stärkere Reinigung und bei dunkleren Tönen:

  1. Mischen Sie einen Beutel Efassor mit 75 ml Entwickler (je nach Stärke 6% oder 9%) in einer Plastikschüssel miteinander.
  2. Massieren Sie die Creme wie ein Shampoo in Ihre trockenen Haare ein. Beginnen Sie mit dem Auftragen immer zuerst an den dunkelsten Stellen Ihrer Haare.
  3. Lassen Sie das Ganze je nach Stärke 15 bis 60 Minuten einwirken.
  4. Waschen Sie Ihre Haare mit einem pflegenden Shampoo und verwenden Sie anschließend eine Kur.

Verwenden Sie bei langen Haaren zwei Beutel von Efassor. Einer enthält 28 Gramm des Pulvers. Gehen Sie immer auf Nummer sicher und besorgen Sie sich lieber zu viel des Produkts als zu wenig, da das Ergebnis sonst fleckig werden kann, wenn Sie nicht genug haben, um es im ganzen Haar zu verteilen.

Efassor kostet bei Amazon nur wenige Euro.*

Wichtige Punkte, die Sie beachten sollten

Eine Farbkorrektur greift immer in die Haarstruktur ein, je höher der Wasserstoffperoxid-Anteil ist, desto mehr. Du solltest dir also bewusst sein, dass der Farbabzug deine Haare schädigen kann.

Da die Rotpigmente in den Haaren am hartnäckigsten sind, kann es sein, dass Ihre Haare nach dem Farbabzug orange werden, falls Sie beispielsweise eine braune Coloration entfernen wollen. Auch andere unschöne Farbtöne können entstehen: Hier sollten Sie noch mal mit einer leichten Tönung drübergehen.

Möglicherweise braucht es mehrere Anwendungen, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Lass jedoch immer mindestens eine Woche Zeit dazwischen, um Ihren Haaren eine Pause zu gönnen und sie so lange mit Kuren und Haarölen wieder aufzubauen. Spüren Sie bereits Schädigungen an Ihrem Haar, sollten Sie auf eine weitere Anwendung verzichten.

Ein Farbabzug kann eine sehr stinkige Angelegenheit sein. Wenn Sie also empfindlich auf Gerüche reagieren, sollten Sie gewappnet sein.

Haarpflege nach dem Farbabzug

Gönnen Sie Ihrem Haar nach dem Haarfarbe rausziehen eine aufbauende Haarmaske oder Haarkur.

Wichtig: Haarfarben-Entferner erhöhen den Pflegebedarf der Haare. Nach der Anwendung sind sie sehr strapaziert und fühlen sich spröde an.

Gönnen Sie Ihren Haaren im Anschluss in jedem Fall reichhaltige Spülungen und Kuren, um die Oberfläche zu glätten.

Alternativen zum Farbabzug

Es gibt viele Tricks und Methoden, den Übergang zwischen gefärbten Strähnen und der Naturhaarfarbe zu kaschieren. Wer die Haare dunkel koloriert hat und zurück zur hellen Naturhaarfarbe möchte, lässt sich im ersten Schritt am besten die Haarfarbe rausziehen - am besten beim Friseur. Es gibt aber auch speziell Entfärber für den Hausgebrauch.

Wer von hell zu dunkel möchte, hat Glück, denn dunkle Ansätze sind gerade sehr gefragt und können der Frisur einen modernen Undone-Look verleihen.

Einfach wachsen lassen - das klingt leichter, als es ist. Aber wer zurück zur Naturhaarfarbe möchte, kommt um einen Ansatz nicht herum. Um den Übergang zu kaschieren, können Sie auf Farbsprays oder Trockenshampoos in Ihrer Haarfarbe zurückgreifen. Beides lässt sich bei der nächsten Haarwäsche wieder rauswaschen.

Nach ein paar Zentimetern Ansatz können Sie sich beim Friseur Strähnchen setzen lassen, um harte Farbübergänge zu kaschieren. Idealerweise liegen diese farblich zwischen dem Naturton und der Färbung. Für ein besonders natürliches Ergebnis empfiehlt sich das Färben im Balayage-Stil.

Unkompliziert und natürlich - dafür steht der Undone-Look. Heißt auch: Haben Sie keine Scheu vor dem Übergang und dem Herauswachsen! Denn die Strähnen wirken sehr modern und lässig, z. B. Ein Ansatz fällt bei lockeren Hochsteckfrisuren weniger auf als z. B. bei einem strengen Zopf.

Ob tief im Nacken oder hoch oben auf dem Kopf: Messy Buns sind ideale Übergangsfrisuren. So geht‘s: lockeren Pferdeschwanz binden, Zopf herumwickeln und feststecken.

Bei ganz glatten Haaren fällt ein Ansatz stärker auf, bei sanften Wellen weniger. Lust, das auszuprobieren?

Bei gefärbten Haaren gibt es oft zwei Herausforderungen: ein sichtbarer Ansatz sowie trockene Längen und Spitzen. Letzteren können Sie sich durch einen frischen Haarschnitt entledigen.

Hellere Längen und ein dunkler Ansatz - dieser Farbverlauf ist typisch für Trendstylings wie Ombré-Haare und Balayage-Strähnen.

Natürliche Methoden zur Aufhellung der Haare

Wenn die Farbe etwas zu dunkel ausgefallen ist, können Sie versuchen, die Haare mit Kamillentee etwas aufzuhellen. Ca. einen halben Liter Wasser aufkochen, 5 Teebeutel dazugeben, abkühlen lassen. Die Haare mit der Tinktur waschen. Ausspülen ist nicht nötig. Für schönen Glanz und bessere Kämmbarkeit können Sie im Anschluss eine Sprühkur auftragen.

Auch Kokosöl kann einen leicht entfärbenden Effekt haben. Dazu massieren Sie eine wallnussgroße Menge Kokosöl in die Haare.

Wenn Sie die Haare etwas zu dunkel getönt oder gefärbt haben, können Anti-Schuppen-Shampoos helfen. Sie rauen die Haaroberfläche etwas auf, wodurch sich Pigmente auswaschen lassen.

Umgang mit Verfärbungen nach dem Blondieren

Insbesondere das Blondieren der Haare bringt mitunter Verfärbungen mit sich.

1. Was tun bei einem Gelbstich in blondem Haar?

Silbershampoo oder Silber-Haarkuren können ungewollte Farbveränderungen kaschieren. Denn die violetten Farbpigmente gleichen den Gelbton der Haare optisch aus.

2. Was tun bei einem Grünstich in blondem oder dunklem Haar?

Auch bei einem leicht grünlichen Schimmer kann simple Farbtheorie helfen. Die Komplementärfarbe Rot kann grünliche Nuancen neutralisieren. In der Praxis heißt das: Greifen Sie z. B. Wird eine falsche Farbe gewählt oder die Einwirkzeit unterschritten, kann das Blond gelblich aussehen.

Ein Grünstich hingegen entsteht meist, wenn Sie mit frisch blondierte Strähnen in Salz- oder Chlorwasser baden gehen.

Farbtypen und ihre Eigenschaften

Es gibt verschiedene Arten von Haarfärbemitteln, die sich in ihrer Haltbarkeit und den Auswirkungen auf das Haar unterscheiden:

1. Tönung

Farbwäschen kommen ohne aggressive Chemie aus - sie funktionieren physikalisch. Die Farbpigmente legen sich von außen auf das Haar, die Schuppenschicht bleibt geschlossen. Das macht Tönungen zu den schonendsten aller Varianten, um die Haarfarbe in dunklere Töne zu ändern oder aufzufrischen. Allerdings: Heller tönen ist nicht möglich und die Farbe hält nur 10 bis 15 Haarwäschen.

2. Intensivtönung

Der Begriff ist etwas irreführend, denn diese Haarfärbemittel sind der Coloration viel näher als dem Tönen. Hierbei kommen zwei Komponenten zum Einsatz: Farbe und Entwickler (Wasserstoffperoxid). Die Haaroberfläche wird aufgebrochen. Farbpigmente werden eingeschleust und sind somit länger haltbar. Mit den intensiven Tönungen ist auch eine stärkere Farbveränderung möglich.

3. Dauerhafte Coloration bzw. Färbung

Bei permanenten Haarfarben kommen höhere Wasserstoffperoxid-Konzentrationen als bei Intensivtönungen zum Einsatz. Dadurch kann sich die Farbe tief und dauerhaft im Haar einlagern. Dabei wird das Haar aber auch erheblich geschädigt. Diese Technik erlaubt drastische Farbveränderungen, heller als 2 Stufen ist aber auch hier nicht möglich.

4. Blondierung

Wer wesentlich hellere Haare haben möchte, muss blondieren. Hierbei entziehen chemische Bleichmittel dem Haar seine Pigmente. Blondierungen greifen das Haar allerdings stark an.

Tabelle: Vergleich der Haarfärbemethoden

Methode Haltbarkeit Schädigung des Haares Mögliche Farbveränderung
Tönung 10-15 Haarwäschen Gering Dunklere Töne oder Auffrischung
Intensivtönung Länger haltbar Mittel Stärkere Farbveränderung
Dauerhafte Coloration Dauerhaft Hoch Drastische Farbveränderungen (bis zu 2 Stufen heller)
Blondierung Dauerhaft Sehr hoch Wesentliche Aufhellung

Um sich Ihrer Naturhaarfarbe wieder anzunähern, braucht es nicht unbedingt chemische Färbemethoden. Sollen die Haare dunkler werden, dann genügt meist eine schonende Tönung.

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