Schuppen sind ein weit verbreitetes und oft lästiges Problem, das viele Menschen betrifft. Die kleinen weißen oder gelben Flöckchen, die auf den Schultern landen oder im Haar kleben bleiben, können nicht nur unansehnlich sein, sondern auch juckende und gereizte Kopfhaut verursachen. Unter Schuppen verstehen Dermatologen eine Ansammlung abgestorbener Hautzellen an der Kopfhaut. Sie entstehen dort, wo die natürliche Erneuerung der Kopfhaut aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Schätzungen zufolge sind rund zwei Prozent der Bevölkerung von Schuppenflechte betroffen, also etwa über 1,5 Millionen Menschen. Bei etwa 50 bis 80 Prozent der Patientinnen und Patienten betrifft die Psoriasis auch die Kopfhaut (Psoriasis capitis, übersetzt: Kopfhautpsoriasis). Im Englischen heißt die Erkrankung Scalp psoriasis - inzwischen wird der Begriff auch hier öfter genutzt.
Schuppen sind vielen Menschen peinlich. Mit einer regelmäßigen Haarwäsche ist es oft nicht getan, um sie loszuwerden. Ein Dermatologe sollte die Kopfhaut gründlich untersuchen und die Ursache der Schuppen abklären.
In diesem Artikel werden wir die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Schuppen auf der Kopfhaut untersuchen, einschließlich der Unterscheidung zwischen trockenen und fettigen Schuppen sowie der Rolle von Hauterkrankungen wie Psoriasis.
Eins vorweg: Jeder Mensch produziert Schuppen oder wie Ärzte sagen: Squama. Die oberste Hautschicht (Epidermis) besteht aus Hautzellen, die in mehreren Schichten angeordnet sind. Die Zellen durchwandern binnen vier Wochen die verschiedenen Hautschichten (von innen nach außen), sterben letztlich ab und werden an der Hautoberfläche abgestoßen. Verläuft dieser Prozess normal, sind die kleinen, abgestoßenen Hautschüppchen mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
Die menschliche Haut erneuert sich alle vier Wochen. Es lösen sich alte, abgestorbene Hornzellen ab. Sie wandern dazu von der Tiefe an die Oberfläche. Läuft dieser Prozess normal ab, nehmen wir das gar nicht wahr. Wenn er jedoch gestört ist und die Haut die Zellen zu schnell abstößt, verklumpen sie.
Erst größere Verbände ab einer Anzahl von etwa fünfhundert Zellen sind als Schuppen sichtbar. Sie bilden sich, wenn die Haut die Flöckchen zu schnell abstößt und diese verklumpen. Oft gehen sie mit einer entzündeten Kopfhaut einher, die den Erneuerungsprozess der Zellen auf unter sieben Tage beschleunigen kann.
Typisches Anzeichen ist eine juckende Kopfhaut. Sie deutet darauf hin, dass die Kopfhaut gereizt ist, zum Beispiel durch ein aggressives Shampoo oder zu häufiges Waschen und Föhnen.
Doch Schuppen sind in manchen Fällen auch ein Hinweis auf eine Erkrankung wie Schuppenflechte oder Neurodermitis.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kopfhaut-Schuppen, die unterschiedliche Ursachen haben:
Typischerweise bilden sich solche Schuppen am Haaransatz im Bereich der Stirn und an den Augenbrauen. Die Schuppen sind größer als die trockenen und fühlen sich oft ölig und klebrig an. Die Kopfhaut ist meist gerötet, weist nässende Stellen auf und juckt.
Etwa 30 Prozent aller Frauen und 20 Prozent aller Männer leiden zumindest zeitweise an einer starken Schuppung. Ungewöhnlich sind Schuppen nicht - jeder Mensch hat sie.
Aus Sicht des Facharztes für Dermatologie gibt es verschiedene Ursachen für Schuppen. Eine trockene Haut kann dazu führen, Heizungsluft, Klimaanlagen oder ein stark entfettendes Shampoo. So genannte fettige Kopfhautschuppen stellt der Hautarzt bei denjenigen fest, die zu fettiger Kopfhaut neigen. Oft bereitet ein Hefepilz (Pityrosporum ovale) zusätzliche Probleme.
Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen für Schuppenbildung aufgeführt:
Hinter Schuppen können sich aber auch andere Hauterkrankungen verbergen. Dermatologen zählen dazu Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder das seborrhoische Ekzem.
Schuppenflechte (Psoriasis capitis):
Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis) löst Symptome wie Juckreiz, rote Flecken, Plaques und sogar Haarausfall aus. Als Hauptursache für Psoriasis gilt eine genetische Veranlagung. Zu Grunde liegt aber eine Autoimmunerkrankung, die zu Entzündungen der Haut führt und die Erneuerung der Hautzellen um das etwa Zehnfache beschleunigt. Der natürliche Abstoßungsprozess der toten und verhornten Zellen funktioniert dadurch nicht mehr. Die Haut verdickt und schuppt sich - typisch sind silbrige Hautschuppen.
Grundproblem bei Kopfhautpsoriasis: Weil sich die Haut durch die Schuppenflechte verdickt, kann das Haar beim Wachsen die Plaques oft nicht mehr durchbrechen und es wird verdrängt. Nur in schweren Fällen kommt es aber zu klassischem Haarausfall.
Schuppen sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, das sich aber meist ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen lässt. In folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie zum Hautarzt (Dermatologen) gehen:
Um der Ursache der Schuppen auf den Grund zu gehen, erhebt der Arzt zuerst im Gespräch Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Dann schaut er sich die Haut Ihres Körpers an. Hautveränderungen an anderen Körperstellen liefern dem Arzt unter Umständen entscheidende Anhaltspunkte.
Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob es sich um trockene oder fettige Kopfschuppen handelt. Gerade bei entzündeter Kopfhaut zeigt ein Erregernachweis, ob ein Pilzbefall, eine bakterielle Infektion oder ein Parasitenbefall vorliegen.
Schuppenflechte ist zwar nicht heilbar, aber generell gut behandelbar. Es gibt bei Psoriasis am Kopf allerdings ein Grundproblem: Die Haare auf der Kopfhaut erschweren den direkten Zugang zur betroffenen Haut und können beim Auftragen von Tinkturen, Schäumen oder Shampoos leiden.
Die Behandlungsschritte des Dermatologen können sehr komplex sein. Wichtig ist aus Sicht des Dermatologen, die Haare richtig zu pflegen und sie zu schützen. Über geeignete Pflegeprodukte berät der Hautarzt Sie individuell. Denn die Wahl des richtigen Schuppenshampoos kann schwierig sein. Manche sind zu aggressiv für Ihre empfindliche Kopfhaut, andere enthalten Stoffe, die Allergien auslösen können.
Im Folgenden werden verschiedene Behandlungsansätze vorgestellt:
Der Facharzt für Dermatologie wird Schuppen in der Regel lokal behandeln. Welches Mittel dafür geeignet ist, entscheidet der Hautarzt individuell. Das hängt sowohl von der Kopfhaut als auch von der Ursache ab. Ist die Kopfhaut zusätzlich entzündet, kommen noch andere Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz.
Zur Weiterbehandlung der Kopfhautpsoriasis werden dann spezielle Schäume und Shampoos verwendet die ebenfalls Salicylsäure oder Harnstoff (Urea) enthalten - oft in Kombination mit Zink oder Schwefel. Sie enthalten meist zudem Bestandteile, die die Feuchtigkeit in der Haut halten.
Die Betroffenen-Community Psoriasis-Netz und Expertin Dr. Dass UV-Licht in bestimmten geringen Dosen und mit bestimmten Teilen des Lichtspektrums grundsätzlich bei Psoriasis helfen kann, ist lange bekannt. Deshalb rät Expertin Dr. Seda Yayla-Bozdağ Betroffenen zu einem Lichtkamm. Die UV-Strahlung aus dem Lichtkamm bremst die viel zu schnelle Zellteilung der Haut und beruhigt die roten Entzündungsherde. In Sachen Lichtspektrum kann zwischen UV-A und UV-B gewählt werden, je nachdem, was für Patientinnen und Patienten besser funktioniert. UV-Licht kann aber das Risiko für Hautkrebs erhöhen, deshalb sollte die Bestrahlungszeit kontrolliert erfolgen.
Hausmittel gegen Schuppen bieten eine sanfte und natürliche Alternative zu herkömmlichen Produkten, besonders bei juckender Kopfhaut. Einige bewährte Hausmittel wie Teebaumöl, Apfelessig und Kokosöl können beruhigend auf die Kopfhaut wirken und besitzen antibakterielle oder entzündungshemmende Eigenschaften.
Ein Tipp wozu ein Gang in die Küche reicht: Massiere - bei einer trockenen Kopfhaut - einmal wöchentlich einen Tropfen Olivenöl in Dein Haar und lasse es auf der Kopfhaut einziehen. Zur richtigen Pflege sollte bei trockener Kopfhaut darauf verzichtet werden, die Haare täglich und mit zu heißem Wasser zu waschen.
Hier sind einige weitere Hausmittel, die bei Schuppen helfen können:
Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:
Waschen Sie die Haare nicht mit zu heißem Wasser und halten Sie beim Trocknen der Haare den Fön nicht zu dicht an die Kopfhaut. Etwa 30 cm Abstand werden von Dermatologen empfohlen. Wählen Sie eine niedrige Temperatur. Meiden Sie äußere Reizungen der Kopfhaut. Wenn Sie Mützen, Helme oder Hüte tragen, raten Fachärzte für Dermatologie, dass diese nicht zu eng anliegen sollten.
Um Schuppenbildung und juckender Kopfhaut vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, dass Sie Shampoo und Pflegemittel stets gründlich ausspülen. Das Wasser zum Haarewaschen sollte nicht zu heiß sein. Verzichten Sie auf häufiges und zu heißes Föhnen, verhindern Sie das Austrocknen der Kopfhaut. Häufige Massagen der Kopfhaut verbessern die Durchblutung und regen die Nährstoffversorgung der Haarfollikel an. Zum Haarewaschen eignen sich am besten Shampoos auf natürlicher Basis. Eine Spülung mit Brennnesseltee nach dem Haarewaschen sorgt für eine saubere Kopfhaut und macht sie widerstandsfähiger gegen Pilze und Bakterien.
Mit der richtigen Pflege können die meisten Beschwerden schnell gelindert werden.
Mit der richtigen Haarpflege können die typischen Beschwerden in der Regel schnell gelindert werden. Ziel dabei ist es, die geschwächte Hautbarriere zu stärken und so den Schutz wieder aufzubauen.
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Kopfhauttypen, ihre Merkmale und Behandlungen zusammenfasst:
| Kopfhauttyp | Merkmale | Behandlung |
|---|---|---|
| Normale Kopfhaut | Fett- und Feuchtigkeitshaushalt sind im Gleichgewicht. Schönes, gesundes Haar. | Keine spezielle Behandlung erforderlich. |
| Fettige Kopfhaut | Verstärkte Talgproduktion, fettiges Haar, ölige Kopfhaut, gelbliche, ölige Schuppen. | Shampoos gegen Schuppen und fettige Kopfhaut mit Salicylsäure, Schwefel oder Zinkpyrithion. |
| Trockene Kopfhaut | Empfindlich, brennt, juckt, spannt, neigt zu Rötungen, weiße, trockene Schuppen. | Milde Shampoos und Conditioner mit Glycerin oder Panthenol, regelmäßige milde Kopfhautpflege. |
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