Ernährung gegen Schuppen: Was wirklich hilft

In diesem Artikel befassen wir uns mit der Rolle der Ernährung bei der Schuppenflechte (Psoriasis) und bei Kopfschuppen. Es gibt Lebensmittel, die Psoriasisschübe fördern können, und andere, die einen positiven Einfluss auf die Hauterkrankung haben können. Eine bewusste Ernährungsweise trägt nicht nur zum allgemeinen Wohlbefinden bei, sie kann auch bestimmte Aspekte von Hauterkrankungen wie z. B. beeinflussen. Ich freue mich darauf, einige nützliche Tipps für eine optimale Ernährung zu teilen, in der Hoffnung, dass sie Ihnen bei der erfolgreichen Bewältigung Ihrer Psoriasis und Kopfschuppen helfen können.

Die Beziehung zwischen Psoriasis, Kopfschuppen und Ihrer Ernährung

Psoriasis ist eine chronische autoimmune Hauterkrankung, bei der der Körper irrtümlicherweise sein eigenes Gewebe angreift. Dies führt zu einer Überproduktion von Hautzellen, die sich als schuppige, rote Flecken auf der Haut manifestiert. Obwohl Psoriasis nicht direkt durch die Ernährung verursacht wird, besteht eine wichtige Verbindung zwischen der Ernährung und den Symptomen. Bestimmte Lebensmittel können im Körper eine Entzündungsreaktion auslösen, die die Symptome verschärfen kann.

Mit lästigen Kopfschuppen muss sich fast jeder mal herumärgern - und leider schlägt Anti-Schuppen-Shampoo nicht immer an. Zu Schuppen kann es aus den unterschiedlichsten Gründen kommen. Bei der gewöhnlichen Schuppenbildung auf der Kopfhaut handelt es sich um ein weit verbreitetes Problem, das durch die falsche Haarpflege, trockene Haut (begünstigt durch kalte und/oder trockene Luft) sowie Hormonschwankungen entsteht.

Wie beeinflussen Lebensmittel die Entzündung?

Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Lebensmittel, insbesondere hochverarbeitete, den Entzündungsmechanismus des Körpers aktivieren können.

Ein wichtiger Grund dafür scheint zu sein, dass dadurch weniger Arachidonsäure, eine Omega-6-Fettsäure, aufgenommen wird. Diese ist in tierischen Fetten enthalten und kann Entzündungen im Körper fördern. Wird weniger Arachidonsäure mit der Nahrung aufgenommen, werden weniger sogenannte Eicosanoide produziert. Das sind spezielle Stoffe, die an der Entzündungsregulation beteiligt sind.

Lebensmittel, die bei Psoriasis vermieden werden sollten

  • Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum belastet die Leber und kann zu langfristiger Entzündung führen. Regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum fördert die Entwicklung von Psoriasis und kann Schübe auslösen.
  • Milchprodukte: Einige Milchprodukte sind fettreich und können Entzündungen fördern. Milch enthält auch Casein, ein Protein, das bei manchen Menschen Schwierigkeiten bei der Verdauung verursachen kann.
  • Raffinierte Kohlenhydrate: Stark verarbeitete Kohlenhydrate wie Weißbrot, weißer Reis, Pasta und Süßwaren können den Blutzuckerspiegel erhöhen und zu Entzündungen führen.
  • Gesättigte und Transfette: Diese Fette, die in rotem Fleisch, Käse, frittierten Lebensmitteln und vielen verarbeiteten Snacks vorkommen, können die Entzündung im Körper fördern.
  • Zucker: Zusätzlicher Zucker in Limonaden, Fruchtsäften, Süßigkeiten und Backwaren kann zu Entzündungen und einem Anstieg von entzündungsfördernden Proteinen führen.
  • Gluten: Gluten, das in Weizen und einigen Getreidesorten vorkommt, kann eine autoimmune Reaktion auslösen. Es gibt eine größere Häufigkeit von Glutenunverträglichkeit bei Psoriasis-Patienten.

Empfohlene Lebensmittel bei Psoriasis und Kopfschuppen

Um die Entzündung zu reduzieren, sollten Sie sich auf eine ausgewogene Ernährung konzentrieren. Empfohlene Lebensmittel sind:

  • Fettreiche Fische: Sorten wie Lachs, Makrele oder Hering liefern entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA), die helfen können, Psoriasis-bedingte Hautentzündungen zu lindern und die Schuppenbildung zu reduzieren. Kaltwasserfische wie Lachs, Hering oder Makrele sind wegen ihres Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D zu empfehlen.
  • Pflanzliche Öle: Öle aus Oliven, Leinsamen oder Hanf enthalten gesunde ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, die oxidativen Stress verringern und entzündliche Prozesse im Körper positiv beeinflussen. Pflanzliche Öle sollte dein Hauptfettlieferant sein. Geeignet sind Oliven-, Raps-, Walnuss- und Leinöl. Sie enthalten einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und bieten Schutz vor oxidativen Schäden. Viele einfach ungesättigte Fettsäuren sind auch in Avocados, Nüssen und Oliven enthalten.
  • Vollkornprodukte: Naturreis, Dinkelpasta und Vollkornbrot versorgen den Darm mit Ballaststoffen, fördern eine gesunde Darmflora und können dadurch das Immunsystem stabilisieren - ein wichtiger Faktor bei Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis. Bei Brot, Nudeln oder Reis solltest du Vollkornprodukten den Vorzug geben.
  • Frisches Obst und Gemüse: Reich an Betacarotin, Vitamin C und Antioxidantien, unterstützen z. B. Karotten, Brokkoli oder Beeren den Zellschutz und können entzündliche Hautprozesse abschwächen. Als Richtlinie gelten 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, wobei eine Portion etwa einer Handvoll entspricht.
  • Nüsse und Saaten: Walnüsse, Chiasamen und Leinsamen liefern wertvolle Omega‑3-Fettsäuren und Ballaststoffe - sie wirken entzündungshemmend und stärken die Hautbarriere.
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen und Kichererbsen sind reich an pflanzlichem Eiweiß und sättigenden Ballaststoffen. Sie helfen, den Blutzucker stabil zu halten und wirken sich günstig auf Entzündungsprozesse aus.
  • Mageres Fleisch: Geflügel oder mageres Rindfleisch bieten hochwertiges Eiweiß für den Zellaufbau. In Maßen genossen, können sie Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein - im Idealfall ersetzt durch Fisch. Nach aktueller Studienlage kann ein Einschränken des Fleischkonsums die Schuppenflechte bessern. Denn vor allem in Schweinefleisch, Kalbfleisch, Eigelb und fettreichen Milchprodukten stecken die entzündungsfördernde Arachidonsäure oder ihre Verwandten.
  • Basenbildende Kräuter: Kräuter wie Brennnessel, Thymian oder Schachtelhalm liefern Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die beim Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts helfen und entzündliche Prozesse regulieren können.
  • Ausreichend trinken: Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees pro Tag unterstützen die Hautfeuchtigkeit, helfen beim Entgiften und fördern eine gesunde Stoffwechsellage - wichtig bei Psoriasis. Mit 1,5 Litern pro Tag sorgst du für ausreichend Flüssigkeit. Am besten Wasser trinken.

Vitamine und Mineralien für eine gesunde Kopfhaut

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Nährstoffen und Vitaminen führt nicht nur zu allgemeinem Wohlbefinden, sondern auch zu einer gesunden Kopfhaut. Vitamine und Mineralien spielen eine wichtige Rolle für eine gesunde Kopfhaut und gesundes Haar:

  • Vitamin C: Spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau von Aminosäuren, den Grundbausteinen der Haarproteine. Es ist unter anderem bei der körpereigenen Herstellung von Kollagen, eines wichtigen Bindegewebsproteins der Haut, beteiligt. Vitamin C ist zudem ein guter Radikalfänger, hat eine antioxidative Wirkung und hilft Hautstress zu vermeiden.
  • Biotin: Ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex. Es ist mit dafür verantwortlich, dass bestimmte Enzyme im Stoffwechsel funktionieren. Biotin wird auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt. Es ist unerlässlich für die Bildung der Hornsubstanz Keratin und trägt somit wesentlich zum gesunden Wachstum von Haaren, Haut und Fingernägeln bei. Trockenes, stumpfes und gespaltenes Haar kann auf einen Mangel an Biotin zurückzuführen sein.
  • Folsäure: Ein Vitamin des B-Komplexes. Sie ist an der Zellreifung, -differenzierung und -teilung, insbesondere der roten und weißen Blutkörperchen beteiligt.
  • Mineralstoffe: Zink, Eisen und Kupfer sind wichtig für das gesunde Wachstum der Haare. Eisen beispielsweise ist wichtig für eine gute Durchblutung der Kopfhaut und damit für das Haarwachstum. Es ist Bestandteil vieler Enzyme und wesentlich für die Bildung von Hämoglobin, den Sauerstofftransport und die Verwertung von Energie. Auch der Mineralstoff Zink ist an sehr vielen (ca. 160) Enzymen und Hormonen beteiligt und damit auch für die Haut- und Haargesundheit von Bedeutung. Es fördert den Haarwuchs. Das Spurenelement Kupfer fördert u. a. die Bildung von Pigmenten und von roten Blutkörperchen und unterstützt damit auch den Transport des lebenswichtigen Sauerstoffs im Körper.

Die optimale Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen ist Grundlage der Haargesundheit. Mit Hilfe von Ernährungstabellen kann man sich schnell und einfach über die Gehalte an Nährstoffen der verschiedenen Lebensmittel informieren. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören u. a. Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte, Fisch und Geflügel, Nüsse und Hülsenfrüchte. Eine gezielte Ernährungsumstellung trägt dazu bei, die Haarwurzeln zu kräftigen und das Haar zu vitalisieren.

Schuppenflechte behandeln: Psoriasis gezielt mit Ernährung lindern | Die Ernährungs-Docs | NDR

Weitere Tipps für eine gesunde Kopfhaut

  • Vermeide häufiges Haarewaschen: Wenn wir uns zu oft die Haare waschen, trocknen wir die Kopfhaut aus - dasselbe gilt für zu heißes Wasser.
  • Schonende Zubereitung: Dünsten statt braten: Wenn du auf schonende Zubereitung mit wenig Fett und Flüssigkeit achtest, erhältst du wichtige Nährstoffe und auch der Geschmack geht nicht verloren.
  • Achtsam essen und genießen: Nimm dir bewusst Zeit fürs Essen: Genieße deine Mahlzeit, iss langsam und kaue gründlich.
  • Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben: Zu einer gesunden Lebensweise gehört neben der ausgewogenen Ernährung auch ausreichend Bewegung. Gönn dir täglich 30 bis 60 Minuten körperliche Aktivität - baue Bewegung in deinen Alltag ein. Übergewicht kann sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.
  • Vermeiden Sie Stress: In Stresssituationen gerät die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht. Dabei reagiert der ganze Körper auf psychischen Stress oder Nervosität, darunter auch unsere Haut.
  • Schützen Sie Ihre Kopfhaut vor äußeren Einflüssen: Kälte, UV-Strahlung, trockene Heizungsluft, ständige Hitze oder häufiges Färben greifen unsere Haut und Haare an. Stattdessen sollten Sie Ihre Haare regelmäßig an der Luft trocknen lassen und sie diesem Stressfaktor nur ab und an aussetzen. Auch das Tragen von Hüten zum Schutz vor Sonne und Sonnenbrand ist für eine gesunde Kopfhaut unverzichtbar.

Hausmittel gegen Schuppen

Viele suchen nach Lösungen wie was hilft gegen Schuppen auf dem Kopf und entdecken dabei, dass natürliche Öle und Aloe Vera effektive Hausmittel gegen trockene Schuppen sein können.

  • Naturjoghurt: Einfach etwas Naturjoghurt in die Haare einmassieren und 30 Minuten einwirken lassen. Anschließend gründlich mit einem milden Haarwaschmittel auswaschen.
  • Olivenöl: Das ebenfalls 30 Minuten lang direkt auf der Kopfhaut einwirken sollte.
  • Essigspülungen: Mit Obstessig, die gegen den Juckreiz helfen können.
  • Bockshornklee: Gegen Entzündungen helfen indes die Samen des Bockshornklees. Einfach das Samenpulver aufbrühen, abkühlen lassen, dann auf die Kopfhaut auftragen und zehn Minuten lang einwirken lassen.
  • Tinkturen: Die Rosmarin, Melissenöl, Birkenwasser, Arnika und Teebaumöl enthalten.

Wann zum Arzt bei Schuppen?

Wenn du dir nicht sicher bist, wie ernst es mit deinen Schuppen ist und diese - auch bei Eigenbehandlung - einfach nicht weichen wollen, solltest du sicherheitshalber einen Hautarzt aufsuchen. Auch Symptome wie unerträglicher Juckreiz und Brennen der Kopfhaut, Rötungen und Schwellungen sowie nässende oder verkrustete Stellen sollten von einem Fachmann untersucht werden. Gehen deine Kopfschuppen mit Haarausfall einher, ist es ebenfalls besser, sich beraten zu lassen.

Die richtige Haarpflege bei Schuppen

Bei der Wahl des richtigen Shampoos gegen Schuppen ist es wichtig, die Art der Schuppen zu berücksichtigen. Es gibt Shampoos speziell für trockene und fettige Schuppen. Anti-Schuppen-Shampoos sollte man nur einmal täglich und nie länger als einen Monat benutzen, da sie sonst das Gleichgewicht der Kopfhaut stören. Auf exzessives und heißes Föhnen solltest du derweil verzichten, da dies - ähnlich wie Produkte wie Schaumfestiger, Haarspray und Gel - die Kopfhaut nur zusätzlich reizen.

Zusammenfassung

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung tut jedem gut. Wenn du eine Hauterkrankung hast, lohnt es sich häufig, genauer hinzuschauen und den Speiseplan nach den persönlichen Bedürfnissen auszurichten. Finde für dich heraus, ob du auf solche sogenannten Trigger reagierst. Infrage dafür kommen etwa Alkohol, koffeinhaltige Lebensmittel (z.B. Kaffee) oder bestimmte Nahrungsmittel. Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann es dir gelingen, die Schuppenflechte positiv zu beeinflussen.

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