Unangenehme, eitrige Bläschen auf der Kopfhaut, im Bartbereich oder an den Armen können auf eine Follikulitis hindeuten. Die Follikulitis, auch als Haarbalgentzündung bekannt, ist eine weltweit verbreitete Hauterkrankung, von der grundsätzlich jeder Mensch betroffen sein kann. Dabei entzünden sich einzelne oder mehrere Haarwurzeln. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Der Begriff Follikulitis kommt vom lateinischen Wort „folliculus“, das so viel wie „Bläschen“ bedeutet.
Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Entzündungen am Haaransatz im Nackenbereich.
Follikulitis decalvans
Ein Haarfollikel bildet die Hülle für die Haarwurzel und besteht aus Haut und Bindegewebe. In den Follikel mündet eine Talgdrüse.
Im Verlauf einer Follikulitis bilden sich stecknadelkopfgroße, meist mit Eiter gefüllte Bläschen auf der Haut, die von einem Haar durchbohrt sind. Sie entwickeln sich unter anderem auf der Kopfhaut oder im Gesicht. Bei Männern entsteht die Haarfollikelentzündung möglicherweise an den Barthaaren. In Erscheinung tritt Follikulitis besonders häufig auf der behaarten Kopfhaut, im Gesicht und am Rumpf. Neben dem typischen Erscheinungsbild mit kleinen, eitrigen Bläschen lassen sich gegebenenfalls Begleitsymptome feststellen:
Achtung: Versuchen Sie nicht, die Pusteln eigenhändig zu entfernen oder auszudrücken. Die Bakterien können sich so weiter verbreiten. Außerdem besteht das Risiko, eine Blutvergiftung zu bekommen, wenn die Erreger in die Blutbahn gelangen.
Mediziner unterscheiden zwischen oberflächlichen und tiefen Haarbalgentzündungen. Bei einer oberflächlichen Follikulitis ist die Entzündung auf den Haarfollikelausgang begrenzt. Liegt die Entzündung tiefer und betrifft sie das ganze Haarfollikel, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es zur Bildung von Furunkeln kommt. Dabei breitet sich die Eiterhöhle vom Haarfollikel auf das umliegende Gewebe aus.
Aus einer einzelnen Haarfollikelentzündung kann sich ein Furunkel oder Karbunkel bilden, welche größer und deutlich schmerzhafter sind als eine einzelne Follikulitis. Die Ausbreitung geschieht durch verstopfte Follikelausgänge. Im Falle eines Furunkels oder Karbunkels können Narben zurückbleiben.
Meistens verläuft eine Follikulitis harmlos und heilt von alleine wieder ab. In seltenen, schweren Fällen besteht jedoch die Gefahr einer Blutvergiftung. Experten sprechen bei einer Blutvergiftung von Sepsis: Wenn sich die Eiterhöhle spontan öffnet, können Bakterien oder andere Erreger in den Blutkreislauf gelangen. Wichtig: Wenn gleichzeitig eine Follikulitis und Fieber bestehen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass sich eine Follikulitis entwickelt. Dazu gehören:
Die häufigste Ursache für eine Follikulitis ist der Erreger Staphylococcus aureus. Das Bakterium kann über Hautkontakt oder die Berührung von kontaminierten Gegenständen übertragen werden. Es gibt aber auch nicht-infektiöse Formen der Follikulitis, zum Beispiel als Nebenwirkung von Medikamenten.
Verursacht wird die Entzündung durch unterschiedliche Keime. Am häufigsten steckt das Bakterium Staphylococcus aureus dahinter. Dieser Erreger ist weit verbreitet und kann neben einer Follikulitis noch andere Krankheiten herbeiführen. Die Bakterien werden bei direktem Kontakt oder beim Berühren von kontaminierten Gegenständen übertragen. Gut zu wissen: Bei einem starken Immunsystem und einer intakten Hautbarriere ist das Risiko recht niedrig, eine Follikulitis zu entwickeln. Trotzdem sollten Sie gewissenhaft auf entsprechende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen achten.
Auch andere Erreger können eine Follikulitis verursachen:
Medikamente lösen möglicherweise ebenfalls eine Haarbalgentzündung aus. Dazu gehören etwa bromhaltige Präparate und Tyrosinkinase-Inhibitoren, die für die Krebsbehandlung eingesetzt werden.
Außerdem gibt es einige Sonderformen der Follikulitis:
Grundsätzlich kann sich eine Follikulitis bei jedem ausbilden. Einige Personengruppen sind jedoch eher gefährdet, eine Haarfollikelentzündung zu entwickeln.
Jeder 2. Diabetiker hat im Laufe der Erkrankung Probleme mit Hautinfektionen durch Bakterien oder Pilze. Zum einen ist die Barrierefunktion der Haut bei Diabetikern eingeschränkt. Zum anderen leiden sie unter einer verzögerten Wundheilung. Zu den Hauterkrankungen, von denen Diabetiker besonders häufig betroffen sind, zählt auch die Follikulitis. Tritt bei ihnen eine Haarbalgentzündung auf, sollten sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Unter Umständen passt der Mediziner die laufende Therapie an, um der Follikulitis entgegenzuwirken. Es kann bei Diabetikern mit Hautveränderungen zudem sinnvoll sein, dass Internist (oder Endokrinologe) und Hautarzt Absprache halten, um die Symptome bestmöglich therapieren zu können.
Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Follikulitis zu entwickeln. Das liegt daran, dass ein geschwächtes Immunsystem Bakterien, Pilze und andere Erreger schlechter abwehren kann. Das ist insbesondere der Fall bei Patienten mit Vorerkrankungen, die ein schwaches Immunsystem zur Folge haben (zum Beispiel bei einer HIV-Erkrankung), aber auch bei Personen, die Immunsuppressiva einnehmen.
Zu den Hauterkrankungen, die eine Follikulitis begünstigen, gehören unter anderem Akne, Neurodermitis und die Schuppenflechte. Bei diesen Krankheitsbildern kommt es zu trockener und rissiger Haut.
Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis)
Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis) löst Symptome wie Juckreiz, rote Flecken, Plaques und sogar Haarausfall aus. Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, zählt zu den häufigsten chronischen Entzündungskrankheiten in Deutschland. Schätzungen zufolge sind rund zwei Prozent der Bevölkerung betroffen, also etwa über 1,5 Millionen Menschen. Bei etwa 50 bis 80 Prozent der Patientinnen und Patienten betrifft die Psoriasis auch die Kopfhaut (Psoriasis capitis, übersetzt: Kopfhautpsoriasis). Die Schuppen sind am Kopf besonders sichtbar, das belastet Betroffene psychisch oft schwer.
Eine Follikulitis verläuft oft harmlos und die Symptome gehen von alleine zurück. Es ist trotzdem grundsätzlich sinnvoll, eine Follikulitis von einem Arzt abklären zu lassen. So vermeiden Sie die Ausbreitung der Infektion auf andere Körperregionen und können möglichen Komplikationen wie der Furunkel- oder Karbunkelbildung vorbeugen.
In jedem Fall sollten Sie einen Mediziner aufsuchen, wenn Sie an Diabetes leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben und an einer Follikulitis erkrankt sind. Tritt eine Follikulitis besonders oft oder anhaltend auftritt, empfiehlt sich ebenfalls ein Arzttermin. Dann muss Sie der Mediziner auf eventuell bestehende Grunderkrankungen untersuchen.
Wichtig: Bestehen Follikulitis und Fieber gemeinsam, sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Es besteht die Gefahr, dass sich eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickelt hat.
Um sich Klarheit über die Beschwerden zu verschaffen, können Sie zu Ihrem Hausarzt oder Hautarzt (Dermatologen) gehen. Bei der Diagnose von Follikulitis wird der Arzt zunächst die betroffenen Stellen genau betrachten. Meistens kann er schon anhand des Erscheinungsbildes erkennen, ob es sich um eine Follikulitis handelt.
Bei einem Arzttermin stellt der Mediziner außerdem einige Fragen zum Auftreten der Follikulitis, wie etwa:
Durch diese Informationen kann der Arzt Ihre Beschwerden genauer einordnen und erste Schlüsse für die Behandlung ziehen.
Um die Art des Erregers genau bestimmen zu können, entnimmt der Arzt möglicherweise einen Abstrich aus dem entzündeten Gewebe. Handelt es sich um Bakterien, untersucht er anhand der Probe, welches Antibiotikum für die Behandlung infrage kommt. Der Grund: Verschiedene Arten von Bakterien werden mit unterschiedlichen Wirkstoffen bekämpft.
Die Überprüfung durch einen Arzt verhindert auch, dass Follikulitis mit einer anderen Krankheit verwechselt wird. Es gibt nämlich einige Hauterkrankungen, die auf den Laien ähnlich wirken, aber eigene Krankheiten darstellen. Dazu gehören etwa:
Welche Behandlung der Arzt einleitet, hängt von der Art des Erregers und der Schwere der Symptome ab.
Mit Abstand die häufigste Ursache für eine Follikulitis ist das Bakterium Staphylococcus aureus. Meistens verläuft eine solche Entzündung harmlos und verschwindet von alleine wieder. In manchen Fällen verschreibt der Arzt desinfizierende Salben oder Gels, die die Bakterien abtöten. Bei einer Follikulitis durch eine Pilzinfektion werden ebenfalls Salben angewendet. Sogenannte topische Antimykotika sind Cremes, die die Pilze direkt auf der Haut bekämpfen, indem sie die Zellwände der Erreger angreifen.
Bei besonders schweren Fällen mit Komplikationen wird der Arzt gegebenenfalls systemische Antibiotika einsetzen. Diese nimmt der Patient als Tabletten für 7-10 Tage ein.
Sind Furunkel oder Karbunkel entstanden, leitet der Arzt gegebenenfalls eine Öffnung, Ausräumung und anschließende Desinfektion des betroffenen Gewebes ein.
Besteht eine Grunderkrankung, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Neurodermitis, passt der Mediziner unter Umständen die Therapie der Grunderkrankung an.
In seltenen Fällen müssen Betroffene stationär aufgenommen werden, damit ein Antibiotikum intravenös verabreicht werden kann. Intravenöse Gabe bedeutet, dass das flüssige Antibiotikum über einen Zugang direkt ins Blut gegeben wird. Das kann nötig sein, wenn es sich zum Beispiel um ein Gesichtsfurunkel handelt, die Person zusätzlich Fieber hat oder durch ein schwaches Immunsystem vorbelastet ist.
Einige Hausmittel können den Heilungsprozess bei einer Follikulitis unterstützen. In manchen Fällen haben sich etwa als wirksam erwiesen:
Bitte beachten Sie dabei: Die Wirkung von Hausmitteln ist eine sehr individuelle Angelegenheit - nicht jeder Körper reagiert gleich auf die Anwendungen. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Maßnahmen für Sie infrage kommen.
Grundsätzlich hilft es bei einer Follikulitis, einige Tage abzuwarten und die betroffenen Regionen möglichst in Ruhe zu lassen und nicht unnötig zu reizen. Ein vorsichtiges Kühlen der entzündeten Stellen kann schmerzstillend wirken.
Ist die Follikulitis in einem rasierten Bereich (zum Beispiel am Bart oder am Unterschenkel) entstanden, sollten Sie die Rasur aussetzen, bis die Haarbalgentzündung abgeheilt ist. Als freiverkäufliche Arzneimittel eignen sich Zugsalben oder desinfizierende, jodhaltige Salben.
Ein starkes Immunsystem beugt Krankheiten vor und lässt eine Follikulitis unter Umständen gar nicht erst ausbrechen. Um das Immunsystem zu stärken, achten Sie beispielsweise auf eine ausgewogene Ernährung. Gehen Sie täglich an die frische Luft und bewegen Sie sich regelmäßig.
Meistens ist eine Follikulitis harmlos und verschwindet nach ein paar Tagen von alleine wieder. Ist das nicht der Fall, kann der Arzt desinfizierende Cremes verordnen oder in seltenen Fällen eine Therapie mit Antibiotika einleiten.
Ein Furunkel ist eine schmerzhafte eitrige Entzündung eines Haarbalgs. Die Entzündung entsteht, wenn Bakterien einen Haarbalg infizieren, das heißt den inneren Teil des Haars, der das Haar in der Haut verankert. Wenn sich mehrere benachbarte Furunkel vereinen und ein größerer Eiterherd entsteht, sprechen Mediziner und Medizinerinnen von einem Karbunkel. Dieses kommt häufig im Nacken vor und reicht tiefer in das Hautgewebe als ein Furunkel.
Furunkel
Ein Furunkel ähnelt einem großen Pickel, liegt aber tiefer in der Haut und ist schmerzhafter. Je größer das Furunkel wird, desto schmerzhafter ist es. Ein Furunkel kann so groß wie ein Kirschkern sein, und bis zur Größe einer Walnuss reichen. Die entzündete Stelle fühlt sich warm an und ist gerötet. Der Eiter kann gelblich unter der Haut erkennbar sein. Bei einem Karbunkel sind zusätzlich Fieber, Mattigkeit und Abgeschlagenheit möglich.
Hervorgerufen werden Furunkel und Karbunkel durch Bakterien. Meist handelt es sich dabei um das Bakterium Staphylococcus aureus. Viele Menschen haben dieses Bakterium vorübergehend, einige sogar dauerhaft auf der Haut oder der Nasenschleimhaut, ohne dass sie gesundheitliche Probleme haben. Das Risiko für Furunkel steigt, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Häufiger kommt es bei Menschen mit einem gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetis mellitus), chronischen Infektionen, oder Krebserkrankungen, zu Furunkeln.
Einige Menschen mit geschwächtem Immunsystem entwickeln immer wieder oder an mehreren Körperstellen gleichzeitig Furunkel. Das wird als Furunkulose bezeichnet.
Furunkel heilen meist innerhalb weniger Wochen von selbst ab. Schon nach einigen Tagen tritt der Eiter aus oder der Körper baut den Eiter ab. Versuchen Sie nicht, einen Furunkel auszudrücken oder aufzukratzen. Das kann dazu führen, dass sich die Bakterien über die Blutgefäße oder die Lymphbahnen weiter im Körper ausbreiten. Die Entzündung von Lymphgefäßen durch Bakterien wird als Lymphangitis bezeichnet. Sie ist an einem roten Streifen zu erkennen, der vom Furunkel wegzieht. Zudem können die Lymphknoten im betroffenen Areal entzündet sein und schmerzen.
Wenn das Furunkel „reif“ ist, entleert es sich meist von selbst und heilt dann mit einer kleinen Narbe ab. Man kann die Reifung mit drei- bis viermal täglichen warmen Umschlägen oder mit einer Zugsalbe beschleunigen. Sind Furunkel groß und sehr schmerzhaft, kehren wieder oder tritt Fieber auf, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen. Auch wenn Furunkel zu einem Karbunkel verschmelzen, sollten sie ärztlich behandelt werden.
Bei der Untersuchung werden Arzt oder Ärztin nach den Beschwerden und dem bisherigen Verlauf fragen. Möglicherweise öffnen sie das Furunkel mit einem kleinen Einschnitt, sodass der Eiter herausfließen kann. Die Wunde desinfizieren sie anschließend. Manchmal legen sie einen Streifen einer Wundgaze ein, über den der Eiter abfließen kann. Schließlich wird die Wunde steril abgedeckt.
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