Haarausfall in der Stillzeit: Ursachen und Eisenmangel

Der Haarausfall nach der Schwangerschaft kann viele Frauen verunsichern. Die gute Nachricht ist jedoch: Der Haarverlust geht vorüber. Es gibt jedoch zusätzliche Ursachen, die den Haarverlust verstärken und die Haarqualität verringern können. Dazu gehören Stress, Schlafmangel und eine unausgewogene Ernährung.

Viele Frauen haben während der Schwangerschaft eine nie gekannte Haarpracht: dicht und glänzend. Grund dafür ist der erhöhte Östrogenspiegel. Die Östrogene halten die Haarfollikel während der Schwangerschaft in der Wachstumsphase. Alles ist auf Erhalt angelegt, weniger Haare fallen aus.

Hormonelle Veränderungen und Haarausfall

Eine Schwangerschaft beeinflusst den Hormonhaushalt der Frau während und nach der Schwangerschaft in signifikanter Weise, daher sind Haarveränderungen in der Schwangerschaft häufig. Nach der Geburt fällt der Östrogenspiegel jedoch zügig ab. Gleich nach der Geburt sinken die Östrogenwerte aber schnell ab und viele Haarfollikel wechseln zeitgleich in die Ruhephase. Damit beginnt der Haarausfall nach der Schwangerschaft, das sogenannte postpartale Effluvium.

Der Haarausfall nach der Geburt lässt sich leider nicht verhindern. Weder Tinkturen, Haarwasser noch spezielle Shampoos halten den Haarverlust auf - es gibt jedoch Mittel und Wege, damit umzugehen: Behandeln Sie Ihr Haar behutsam! Benutzen Sie milde Shampoos und gute Kämme und Bürsten, die das Haar sanft entwirren und die Hornschicht nicht aufrauen. Verzichten Sie auf chemische Färbemittel, heiße Föhnluft, Glätteisen oder Lockenstäbe, die die Haarstruktur schädigen können.

Nicht das Stillen lässt die Haarpracht dünner werden - dafür ist allein der Östrogenspiegel verantwortlich, der nach der Geburt abfällt. Bei stillenden Müttern verläuft die Hormonumstellung aber manchmal langsamer. Dadurch setzt der Haarausfall später ein als bei nicht stillenden Frauen - bei manchen sogar erst nach dem Abstillen.

Eisenmangel als Ursache für Haarausfall

Neben hormonellen Schwankungen können auch andere Faktoren den Haarausfall nach der Geburt verschlimmern. Mangelerscheinungen, die während der Schwangerschaft auftreten und nach der Geburt fortbestehen können, insbesondere Eisenmangel, haben einen unbestreitbaren Einfluss auf die Schönheit und Stärke der Haare. Es wird brüchiger, stumpfer und neigt dazu, dünner zu werden.

Der erhöhte Eisenbedarf in der Schwangerschaft hört mit der Geburt nicht auf. Die Mutter braucht Eisen für ihre Wundheilung, die Bildung von neuem Blut, um die Verluste aus der Geburt auszugleichen, und - ganz wichtig - für die Milchbildung. Das Baby wiederum deckt seinen eigenen Eisenbedarf über die Muttermilch. Um optimal versorgt zu sein, benötigt die Mama 16 mg Eisen pro Tag. Waren die Blutverluste durch die Geburt hoch, könnte der Bedarf höher sein.

Ein Eisenmangel kann mit „äußerlichen“ und „innerlichen“ Symptomen einhergehen. Neben Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, einem stetigen Kältegefühl können auch Haarausfall, trockene Haut oder eingerissene Mundwinkel vorkommen. Häufig zu beobachten sind auch Konzentrationsprobleme, die aufgrund des Eisendefizits auftreten. Mütter mit Eisenmangel sind meist müde und blass, manchmal kurzatmig. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Infektionen und Kindbettfieber und zeigen sich erschöpft und niedergeschlagen. Ein Eisenmangel gilt auch als eine mögliche Ursache der „Wochenbett-Depression“.

Viele Ärzt:innen und Hebammen empfehlen, den Eisenspiegel auch in der Stillzeit im Blick zu behalten und einem Eisenmangel proaktiv vorzubeugen, um den erhöhten Bedarf zu decken und den Mangel gar nicht erst auftreten zu lassen.

Die Bedeutung von Eisen für Mutter und Kind

Eisen wird im roten Blutfarbstoff eingebaut und ermöglicht es, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Wenn Eisen fehlt, wird weniger Blutfarbstoff gebildet, und die Körperzellen leiden dauerhaft unter Sauerstoffmangel. Deshalb sind die Anzeichen für einen Eisenmangel sehr allgemein: Man fühlt sich müde, abgeschlagen, ist schnell erschöpft; manchmal leidet man unter verstärktem Haarausfall.

Eine ausreichende Eisenversorgung ist für die Gehirnentwicklung des Kindes von entscheidender Bedeutung. Ein Säugling deckt seinen Eisenbedarf über die Muttermilch, die Eisen in einer Form enthält, die gut vom Säugling aufgenommen und verwertet werden kann.

Frauen mit Eisenmangel haben häufiger Frühgeburten als Frauen ohne diese Mangelerscheinung. Ihre Babys wachsen während der Schwangerschaft langsamer, kommen häufiger mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht zur Welt, bleiben oft auch in den Folgejahren kleiner und anfälliger als andere Säuglinge und Kleinkinder. Sie leiden häufiger unter einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit, schlechten Immunfunktionen und Lernstörungen.

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Wie man Eisenmangel vorbeugt und behandelt

Grundsätzlich ist eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse immer ratsam. Als eisenreich gelten Hülsenfrüchte, aber auch Haferflocken, Vollkornprodukte oder grünes Blattgemüse. Wichtig zu wissen ist, dass Eisen auf pflanzlichen Lebensmitteln immer im Körper umgewandelt werden muss, damit es aufgenommen und verwertet werden kann.

Anders verhält es sich mit Eisen aus Fleisch. Das liegt bereits in der für den Körper gut verwertbaren 2-wertigen Form vor, dem sogenannten Häm-Eisen. Für die Eisenversorgung ist also der Konsum von rotem Fleisch durchaus von Vorteil.

Egal ob Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln oder Eisen aus tierischen - Eisen mag es gerne sauer. Daher empfiehlt sich die Einnahme mit Vitamin C, z.B. mit einem Glas Orangensaft.

Getränke wie Kaffee oder schwarzer Tee, Phytate, wie sie in Weizen vorkommen, oder Calcium erschweren die Eisenaufnahme. Trinken Sie daher Ihren Kaffee lieber mit einem mindestens 30 minütigen Abstand zur Mahlzeit.

Hier ist eine Tabelle mit den 10 Nahrungsmitteln mit dem höchsten Eisengehalt:

Nahrungsmittel Eisengehalt pro 100g
Schweineleber 22 mg
Hühnerleber 8 mg
Rinderleber 6 mg
Hülsenfrüchte Bis zu 8 mg
Haferflocken 4 mg
Vollkornprodukte 3 mg
Grünes Blattgemüse 2-4 mg
Nüsse 2-3 mg
Samen 4-7 mg
Trockenfrüchte 2-5 mg

Je nach der individuellen Versorgungssituation während der Schwangerschaft, dem entstandenen Blutverlust in der Geburt und den eigenen Essgewohnheiten kann ein Eisendefizit mehr oder weniger ausgeprägt sein und entsprechend auch schneller oder langsamer behoben werden. Immer ratsam ist eine eisenreiche Ernährung mit Haferflocken, Vollkornprodukten und viel frischen Obst und Gemüse.

Vor der Einnahme hochdosierter Arzneimittel (100 mg und mehr) mit Eisen empfiehlt sich Rücksprache mit der Ärzt:in oder der Hebamme zu halten. Anders verhält es sich mit Präparaten, die speziell zur Vorbeugung eines Eisenmangels entwickelt wurden, wie Kräuterblut Floradix mit Eisen. Floradix deckt den erhöhten Bedarf auch während der Stillzeit und ist dabei gut verträglich.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Haarausfall in der Stillzeit extrem (deutlich mehr als 100 Haare pro Tag) erscheint, kann es ratsam sein, mit einem Arzt über andere mögliche Ursachen und Behandlungen zu sprechen. In seltenen Fällen kann sich der Haarverlust auf einzelne Bereiche am Kopf konzentrieren (sogenannter „kreisrunder Haarausfall“) und kahle Stellen verursachen.

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