Unerwünschte Haare an Achseln, Beinen oder im Bikinibereich sind ein weitverbreitetes Problem. Es gibt zahlreiche Methoden, um diese loszuwerden, darunter Nass- und Trockenrasierer, Epilierer, IPL-Geräte und Waxing. Viele dieser Methoden sind jedoch zeitaufwendig, können Hautirritationen verursachen oder schmerzhaft sein. Hier kommen Enthaarungscremes ins Spiel, die eine chemische Reaktion nutzen, um die Haare zu entfernen, ohne dass eine scharfe Klinge die Haut berührt.
Enthaarungscremes lösen die Haare chemisch von der Haut. Die meisten enthalten alkalische Chemikalien wie Salze der Thioglykolsäure und Thiomilchsäure sowie Natriumhydroxid. Diese sind zwar wirksam, können aber einen unangenehmen Geruch verbreiten.
Enthaarungscremes entfernen die Haare, indem sie in einem chemischen Prozess den sichtbaren Teil der Haare auflösen. Verantwortlich dafür sind Kalium- und Ammoniumsalze, die die Keratine (Proteine, die die Haare stärken) aufbrechen und so die innere Haarstruktur zerstören. Dadurch lösen sich die Härchen nach wenigen Minuten von der Wurzel und lassen sich einfach wegwischen. Die basische Substanz zerstört das Keratin, welches als Hauptbestandteil des Haares für dessen Stabilität sorgt. Der außerhalb der Haut gelegene Teil löst sich unter dem Einfluss der Enthaarungscreme auf, das Haar fällt ab.
Die Hauptwirkstoffe von Enthaarungscremes sind Thioglykolsäure und Natriumhydroxid, auch bekannt als Natronlauge oder Ätznatron. Zunächst sorgt das Natriumhydroxid dafür, dass der natürliche Säureschutzmantel der Haut durchbrochen wird. Anschließend dringt die Thioglykolsäure in die Keratinstruktur der Haare ein. Diese Halterungen werden von der Thioglykolsäure gelöst, die Struktur des Haares zerfällt. Das aufgeweichte Haar kann jetzt einfach mit dem Spatel weggeschabt werden.
Bei der Reaktion der Thioglykolsäure wird ein unangenehmer schwefeliger Geruch frei. Der unangenehme Geruch der Thiolglykolsäure wird in den Enthaarungscremes von künstlichen Duftstoffen überdeckt.
Vorteil: Bei der Enthaarungscreme-Anwendung werden die Haare nicht ruckartig ausgerissen wie etwa beim Wachsen oder gerade abgeschnitten wie beim Rasieren, sondern direkt unter der Hautoberfläche sanft abgelöst. In der Regel sind erst nach einigen Tagen wieder erste, weiche Härchen auf der Haut sichtbar.
Im Gegensatz zum Rasieren sind Verletzungen und Entzündungen durch die Enthaarungscremes ausgeschlossen. Die Haut fühlt sich nach der Behandlung weich an und die Wirkung hält länger an, da das einzelne Haar nahe an der Wurzel gelöst wird. Zudem gibt es nur wenige Bereiche, in denen die Mittel nicht verwendet werden dürfen.
Enthaarungscremes für den Körper sind nicht für alle Regionen geeignet. Die Haut an Beinen, Achselhöhlen, Armen, Bauch, Rücken und der Brust können Sie in der Regel mit ein- und demselben Produkt behandeln. Auch der Bikinibereich gehört dazu, wobei hier ausdrücklich nicht der Intimbereich gemeint ist. Dieser braucht eine spezielle, sensitive Enthaarungscreme mit geringerer Wirkstoffdosierung. Das liegt daran, dass sich im Intimbereich empfindliche Schleimhäute befinden.
Sensitive Enthaarungscremes entfernen auch Gesichtshaare. Enthaarungscremes für das Gesicht sind ebenfalls besonders gekennzeichnet. Unter anderem zur präoperativen Behandlung eignen sich Haarentfernungscremes, die mit dem Wirkstoff Keratolyticum arbeiten. Dieser Wirkstoff entfernt die Haare sogar bis zu 1 mm unter der Hautoberfläche und ist damit insbesondere in der Nähe von Gelenken, Leisten- und Achseln sowie beim Vorhandensein von Falten von Vorteil. Ist die Creme so konzipiert, dass sie einen höheren pH-Wert von 12,5 bietet, hat sie zusätzlich noch einen keimreduzierenden Effekt.
Die männliche Körperbehaarung ist dicker und dichter als die weibliche. Die Wurzeln sind stärker und tiefer. Daher sollten auch Männer auf Enthaarungscremes zurückgreifen, die für den Intimbereich gedacht sind.
Vor der Anwendung sollte die Haut gründlich gereinigt werden. Tragen Sie die Enthaarungscreme auf die zuvor gründlich gereinigte Haut dünn auf. Es lohnt sich, die Haut etwa 24 Stunden vor der Enthaarung zu peelen, um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen und eingewachsenen Haaren vorzubeugen. Damit die Enthaarungscreme optimal wirkt, ist es zudem wichtig, dass sich keine fetthaltigen Cremes oder Körperöle auf der zu behandelnden Haut befinden. Duschen Sie sich am besten vorher mit einem milden Duschgel oder -schaum ab. Verzichten Sie danach zunächst auf das Eincremen. Creme mit dem beigefügten Spatel auf die Haut auftragen. Lassen Sie die Enthaarungscreme entsprechend der Angabe auf der Packungsbeilage einwirken - nicht länger!
Um festzustellen, ob Sie empfindlich auf einen der Inhaltsstoffe reagieren, verwenden Sie die Creme zur Probe an einer möglichst unempfindlichen Stelle beispielsweise am Arm. Eine Allergie äußert sich durch Hautbrennen, Jucken und Rötungen. Tragen Sie ein wenig Creme auf die Armbeuge auf. Lassen Sie die Enthaarungscreme einige Minuten einwirken. Spülen Sie das Mittel im Anschluss gründlich ab. Warten Sie etwa 24 Stunden lang. Begutachten Sie dann die behandelte Stelle.
Nicht alle sensitiven Enthaarungscremes sind auch für den Intimbereich geeignet. Eine Eignung muss explizit auf der Packungsbeilage benannt sein.
Verwenden Sie keine Produkte aus dubiosen Quellen. Mittel, die außerhalb der EU hergestellt werden, enthalten oft eine höhere Dosis an Wirkstoffen oder haben einen noch höheren pH-Wert.
Damit auch wirklich alle Cremereste verschwinden: anschließend mit lauwarmem, klarem Wasser nachspülen.
Verzichten Sie nach der Anwendung im Gesicht jedoch mindestens einen halben Tag lang auf Make-up oder parfümierte Kosmetik, um Hautirritationen zu verhindern.
Nach einer Enthaarung unter den Armen sollten Sie, wenn möglich, ausschließlich Deodorants ohne Alkohol verwenden, um die Haut nicht zusätzlich zu strapazieren.
Bei Bedarf können Sie einen Tag nach der Enthaarung ein leichtes Luffaschwamm-Peeling anwenden, das befreit den Wachstumskanal der Haare von abgestorbenen Hautschüppchen und Talg.
Um die Haut nach der Enthaarungscreme-Anwendung zu beruhigen, empfiehlt es sich, anschließend eine milde Body Lotion aufzutragen.
Verwenden Sie Enthaarungscreme nur auf gesunder Haut.
Manche Personen reagieren allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe von Enthaarungscremes. Lesen Sie im Vorfeld den Beipackzettel ausführlich durch. Halten Sie die Empfehlungen zu Applikationsorten und Dauer der Anwendung unbedingt ein. Sonst drohen unangenehme Nebenwirkungen. Wenn Sie die Enthaarungscreme zu lange auf der Haut lassen, greift sie das Keratin der Haut an. Es entstehen Irritationen. Bei korrekter Anwendung und unempfindlicher Haut sind die meisten Produkte gut verträglich.
Vor allem bei sensiblen Hauttypen kann es leicht zu Irritationen kommen. Unbedingt an die angegebene Einwirkzeit halten, um Hautreizungen und allergische Reaktionen zu vermeiden. Kommen die Chemikalien mit Schleimhäuten in Kontakt, kann das sehr schmerzhaft sein.
Die alkalischen Produkte reizen die Haut, daher fügen viele Hersteller pflegende Stoffe wie Aprikosenöl, Vitamin E und Bisabolol hinzu. Diese Stoffe sollen die Schäden mildern, welche durch den hohen ph-Wert und die Thioglykolsäure entstehen. Die Haut ist trotzdem nach dem Enthaaren nicht besser gepflegt als vorher, sondern zumindest leicht geschädigt.
Falls während oder nach der Anwendung Reizungen auftreten, sollten Sie die Creme sofort gründlich mit Wasser abspülen und die betroffene Hautstelle schonend trocknen. Vermeiden Sie es, reizende Pflegeprodukte wie alkoholhaltige Cremes oder Peelings zu verwenden.
Wenn Sie unsicher sind, ob Enthaarungscremes für Ihre Haut geeignet sind, oder wenn Sie bekannte Allergien gegen chemische Inhaltsstoffe haben, können Sie sich an einen Facharzt wenden.
Die in den Cremes enthaltenen Wirkstoffe Thioglykolsäure und Natriumhydroxid - auch bekannt als Natronlauge oder Ätznatron - reagieren bei Kontakt mit der Haut und bewirken eine Auflösung der Haare. Zunächst sorgt das Natriumhydroxid dafür, dass der natürliche Säureschutzmantel der Haut durchbrochen wird. Anschließend dringt die Thioglykolsäure in die Proteinstrukturen, das sogenannte Keratin, der Haare ein und greift diese an.
Laut Kosmetikmittelverordnung dürfen Enthaarungscremes jedoch nur bis zu 5 Prozent Thioglykolsäure enthalten, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu dem Schluss kommt, dass durch das Einatmen von Thioglykolsäure kein Risiko auf Reizung der Atemwege besteht.
Einzig Frauen mit sehr empfindlicher Haut oder Neurodermitis rät der Facharzt von der Anwendung entsprechender Produkte ab, da sie die Haut zu stark reizen könnten.
So eignet sich die Anwendung etwa für die Beine oder Arme, je nach Empfindlichkeit der Haut auch für die Achseln.
Die Enthaarungscreme beschädigt die Haarwurzel und das umliegende Hautareal nicht - das heißt allerdings auch, dass Haare schnell wieder nachwachsen. Schon nach zwei bis drei Tagen zeigen sich wieder erste Stoppeln, die Haarentfernung mit Enthaarungscreme hält also nur minimal länger als eine klassische Rasur.
Im Gegensatz zu anderen Enthaarungsmethoden ist die Anwendung von Enthaarungscreme stets schmerzfrei. Rötungen und Pickelchen, die beispielsweise nach einer Rasur entstehen können, gibt es mit Enthaarungscreme nicht. Außerdem handelt es sich dabei um eine vergleichsweise günstige und schnelle Methode (im Gegensatz zum Lasern zum Beispiel). Viele Hersteller bieten zudem unterschiedliche Produkte für verschiedene Hauttypen an.
Dennoch gilt es bei der Anwendung von Enthaarungscreme einige Dinge zu beachten. So kann man etwa nicht jede Enthaarungscreme, die für die Beine oder die Achseln geeignet ist, auch für die Bikinizone oder das Gesicht verwenden. Beim Kauf sollten Sie sich also immer genau durchlesen, für welche Körperstellen die Creme geeignet ist. Ansonsten kann es zu Irritationen kommen. Obendrein sollte man Enthaarungscreme nur auf gesunder, nicht bereits gereizter Haut anwenden.
Einige Produkte können aufgrund der chemischen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe außerdem einen unangenehmen Geruch aufweisen.
Die Haltbarkeit von Enthaarungscreme unterscheidet sich je nach Hersteller und Produkt. In der Regel liegt die Haltbarkeitsdauer bei ungeöffneter Creme zwischen 1 bis 3 Jahren. Diese Information findet man meistens auf der Verpackung oder dem Tubenrand als kleines Symbol mit einem offenen Tiegel, gefolgt von einer Zahl und dem Buchstaben „M“ (z.B. 12M für 12 Monate). Sobald die Creme geöffnet wurde, verkürzt sich die Haltbarkeit meist auf 6 bis 12 Monate. Wichtig ist es, die Creme kühl und trocken zu lagern, um ihre Wirksamkeit und Konsistenz zu erhalten.
Es gibt zahlreiche Alternativen zur Haarentfernung mit Enthaarungscremes. Hier ein kurzer Überblick:
Hier eine Tabelle, die die verschiedenen Methoden vergleicht:
| Methode | Dauer der Glätte | Schmerz | Kosten | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|
| Rasieren | 1-3 Tage | Gering | Gering | Schnell, einfach | Kurze Dauer, Stoppelbildung |
| Enthaarungscreme | 3-7 Tage | Kein | Mittel | Schmerzfrei, einfache Anwendung | Chemische Inhaltsstoffe, Geruch |
| Epilieren | 2-4 Wochen | Mittel bis Stark | Mittel bis Hoch | Längere Dauer | Schmerzhaft, zeitaufwendig |
| Waxing | 3-6 Wochen | Stark | Mittel | Sehr lange Dauer | Schmerzhaft |
| Sugaring | 3-6 Wochen | Mittel | Mittel | Natürliche Inhaltsstoffe | Technik erforderlich |
| IPL/Laser | Langfristig | Gering bis Mittel | Hoch | Dauerhafte Reduktion | Teuer, mehrere Sitzungen |
Die Wahl der richtigen Methode hängt von den individuellen Vorlieben, Schmerzempfindlichkeit und dem Budget ab.
Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, die Haut nach der Haarentfernung gut zu pflegen, um Irritationen zu vermeiden und ein optimales Ergebnis zu erzielen.
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