Ellenbogen weiße Schuppen: Ursachen und Behandlung

Weiße Schuppen an den Ellenbogen können ein Zeichen verschiedener Hauterkrankungen sein. Eine der häufigsten Ursachen ist die Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte. In diesem Artikel werden die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von weißen Schuppen an den Ellenbogen, insbesondere im Zusammenhang mit Psoriasis und Psoriasis-Arthritis, erläutert.

Psoriasis an den Ellenbogen

Was ist Psoriasis?

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische, den ganzen Körper betreffende (systemische) Entzündungserkrankung, die neben der Haut auch beispielsweise die Knochen und Gelenke (Psoriasis-Arthritis) und die Blutgefäße betrifft. Schätzungen zufolge sind etwa zwei von hundert Menschen in Deutschland von Psoriasis betroffen. Schuppenflechte ist nicht ansteckend.

Die häufigste Form der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ist durch rote, schuppende Stellen besonders am behaarten Kopf, den Ellenbogen, an den Knien, am unteren Rücken oder anderswo am Körper gekennzeichnet. Die Rötung ist Ausdruck der ausgeprägten Entzündung der Haut, die mitunter sehr starke Schuppung einer gestörten, zu schnellen Erneuerung der Oberhaut.

Schuppenflechteherde können aber auch im Gesicht, im Genitalbereich, in der Gesäßfalte unter den Achseln und sogar an Handflächen und Fußsohlen auftreten. Viele Betroffene berichten, dass die Herde jucken oder schmerzen. Seltene Varianten sind die Formen mit Bildung kleiner Eiterbläschen (pustulöse Psoriasis) oder eine Rötung der gesamten Haut des Körpers (Erythrodermie).

Ursachen, Auslöser und Risikofaktoren

Es sind zahlreiche Gene bekannt, die bei der Entstehung der Schuppenflechte-Krankheit eine Rolle spielen. Jedoch ist keines davon ausreichend, um an Schuppenflechte zu erkranken, sondern es kommen noch andere, auslösende Faktoren dazu. Eine genetische Komponente der Psoriasis-Krankheit liegt besonders dann vor, wenn sie familiär gehäuft vorkommt.

Als Auslöser (Trigger) des ersten Auftretens oder von Schüben sind verschiedene Faktoren bekannt. Aus Sicht der Betroffenen ist oft Stress der wichtigste Triggerfaktor, insbesondere im beruflichen oder schulischen Umfeld. Infektionen sind ebenfalls bekannte Triggerfaktoren, besonders die eitrige Mandelentzündung (Tonsillitis) und die Zahnfleischentzündung (Parodontitis). Selten können Medikamente zum Beispiel gegen Bluthochdruck zu einem Krankheitsschub führen. Aber auch viele andere Auslöser sind bekannt, dazu gehören unter anderem Impfungen.

Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung und für eine hohe Krankheitsaktivität der Schuppenflechte ist Übergewicht. Bei einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 verdoppelt sich das Risiko eines Menschen, an Psoriasis zu erkranken. Da bei Übergewichtigen auch Bluthochdruck und Diabetes sowie viele andere Gesundheitsprobleme häufiger auftreten, kommt es insgesamt zu einer negativen Beeinflussung der Psoriasis-Krankheit.

Als weiterer wichtiger Risikofaktor gilt das Tabakrauchen. Durch die entzündungsfördernde Wirkung des Rauchens verstärkt sich auch die Schuppenflechte. Bei Rauchern besteht fast immer eine Zahnfleischentzündung, die wiederum ebenfalls ein Triggerfaktor für die Psoriasis ist.

Auch für die Psoriasis-Arthritis sind Übergewicht und Rauchen bekannte Risikofaktoren.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose in der Regel nach einer gründlichen Untersuchung der Haut. Nur selten sind Maßnahmen wie eine Gewebeprobe nötig. Zur Untersuchung gehört auch die Frage nach Risiko- und Triggerfaktoren, Begleiterkrankungen sowie nach familiärem Vorkommen der Psoriasis. Es wird der klinische Typ bestimmt, die Krankheitsschwere und -aktivität. Ebenso wird nach einer Beeinträchtigung von gesundheits-bezogener Lebensqualität und Wohlbefinden gefragt.

Psoriasis Arthritis - Gelenkbeteiligung bei Schuppenflechte | Dr. Glehr

Therapie

Weil eine Heilung nicht möglich ist, zielen Therapien immer auf eine Linderung und das Abheilen der Symptome, eine Verkürzung der akuten Krankheitsphase und eine Vermeidung neuer Schübe. Hierfür stehen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, die von Pflegeprodukten bis zu Medikamenten reichen.

In leichten Fällen kommt eine rein äußerliche Behandlung infrage. Die meisten äußerlich wirkenden Medikamente werden in Form von Cremes, Salben und Milch (Lotio) aufgetragen.

Bei einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte kommen überlicherweise innerliche Medikamente etwa als Tablette oder Spritze zum Einsatz. Die früher oft übliche Bestrahlung mit ultraviolettem Licht wird heute weniger häufig angewendet.

Mittel zur äußerliche Behandlung

Am häufigsten verordnen Ärzte und Ärztinnen so genannte Kortikoide, die eine sehr gute Wirkung auf die Entzündung, gegen Schuppenbildung und auch gegen das Jucken aufweisen. Von Vitamin D abgeleitete Wirkstoffe wie Calcipotriol, Tacalcitol und Calcitriol wirken ebenfalls entzündungshemmend und gehören zur Standardtherapie. Es gibt auch Kombinationen von einem Kortikoid mit einem Vitamin D-Abkömmling in einem Präparat.

Innerliche Behandlung bei schwerem Verlauf

Bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis oder wenn die äußerliche Anwendung nicht erfolgreich ist, verordnen Hautärzte und -ärtzinnen Medikamente zur Einnahme. Oft werden zunächst die so genannten konventionellen Wirkstoffe verwendet. Dazu zählen vor allem Dimethylfumarat und Methotrexat, sehr viel seltener werden heute Acitretin und Ciclosporin angewendet.

In den letzten Jahren hat sich die Gruppe der so genannten Biologika bei der Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis bewährt. Die Medikamente werden in die Haut gespritzt oder als Infusion gegeben. Sie kommen zum Einsatz, wenn die Behandlung mit den konventionellen Wirkstoffen nicht ausreicht, nicht möglich ist oder nicht vertragen wird. Viele dieser neuen Wirkstoffe sind auch zur Behandlung der Psoriasis-Arthritis zugelassen.

Biologika-Klasse Wirkprinzip
TNFi Hemmstoffe des Botenstoffs Tumor-Nekrose-Faktor alpha
IL-17i Hemmstoffe von Botenstoffen der Interleukin 17-Familie
IL-23i Hemmstoffe von Interleukin 23
IL-12/IL-23 Hemmung der Botenstoffe IL-12 und IL-23

Was ist Psoriasis-Arthritis?

Bei Psoriasis-Arthritis treffen Rheuma und Schuppenflechte zusammen. Hauptmerkmale der chronisch-entzündlichen Erkrankung sind eine Gelenkentzündung sowie Plaques auf der Haut. Darüber hinaus kann es zu Entzündungen der Sehnen und Sehnenansätze (Enthesitis), der Bänder oder der Wirbelsäule sowie zu einer Daktylitis kommen.

Psoriasis-Arthritis an den Fingern

Symptome der Psoriasis-Arthritis

  • Plaques: Auf der Haut kommt es zu sogenannten Plaques, scharf begrenzten geröteten Hautarealen, die mit glänzenden, silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Sie treten häufig an der Kopfhaut, der Steißbeinregion bzw. der Gesäßfalte und den Außenseiten von Ellenbogen und Knien auf.
  • Juckreiz: Die Hautveränderungen der Psoriasis-Arthritis sind häufig mit starkem Juckreiz verbunden.
  • Gelenkentzündung: Die Gelenkentzündung führt zu Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkungen. Betroffen sind bei Psoriasis-Arthritis insbesondere die kleinen Gelenke der Finger und Zehen, aber auch die Handgelenke oder Knie. Zudem kann eine Daktylitis auftreten.
  • Wirbelsäule: Zu den Symptomen bei Psoriasis-Arthritis können Rückenschmerzen gehören, die auf eine Beteiligung der Wirbelsäule oder des Kreuz-Darmbein-Gelenks zurückgehen.
  • Sehnen und Sehnenansätze: Es kann zu einer Entzündung der Sehnen oder Sehnenansätze (Enthesitis) kommen. Die Folge sind Schmerzen, etwa an der Ferse.
  • Nagelveränderungen: Häufige Folge der Psoriasis-Arthritis sind Veränderungen an Fingernägeln oder Fußnägeln.
  • Morgensteifigkeit: Bei Psoriasis-Arthritis kann es zu sogenannter Morgensteifigkeit kommen: eine Einschränkung der Beweglichkeit nach längerer Ruhe, die im Tagesverlauf bzw. nach Bewegung nachlässt.
  • Fatigue: Manchmal geht Psoriasis-Arthritis mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) einher.

Ursachen für Psoriasis-Arthritis

Die genauen Ursachen für Psoriasis-Arthritis sind bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Es gibt eine erbliche Veranlagung für Psoriasis-Arthritis. Darüber hinaus können auslösende Reize, sogenannte Trigger, an der Entstehung beteiligt sein. Sie können das erstmalige Auftreten der Erkrankung oder auch einen neuen Schub begünstigen. Ob jemand auf einen Trigger reagiert, ist sehr unterschiedlich.

Die erbliche Veranlagung wie auch Trigger können dazu beitragen, dass das Immunsystem fehlgeleitet wird und es so zu einer Psoriasis-Arthritis kommt.

Mögliche Trigger für Psoriasis-Arthritis:

  • Stress
  • Alkohol
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Hautverletzungen
  • Hormonelle Umstellungen
  • Bestimmte Medikamente

Psoriasis-Arthritis und Immunsystem

Bei Psoriasis-Arthritis wird das körpereigene Abwehrsystem fehlgeleitet. Immunzellen produzieren verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe. Diese docken an Bindungsstellen von bestimmten Zellen an und lösen ein Signal in diesen Zellen aus, noch mehr Botenstoffe auszuschütten. Die Entzündungen werden weiter vorangetrieben und klingen nicht von allein wieder ab.

Es ist heute möglich, mit bestimmten Therapien in diesen Entzündungsprozess einzugreifen und ihn zu unterbrechen.

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