Eigenbluttherapie (PRP) bei Haarausfall: Erfahrungen, Wirkung und Kosten

Die Eigenbluttherapie (PRP) gegen Haarausfall erfreut sich wachsender Beliebtheit, da immer mehr Patienten von ihrer Wirksamkeit überzeugt sind. Bei dieser Methode wird das körpereigene Blut genutzt, um das Haarwachstum auf natürliche Weise anzuregen. Im Folgenden werden die Grundlagen, die Durchführung, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Erfahrungen mit der PRP-Therapie detailliert erläutert.

Was ist Haarausfall und welche Formen gibt es?

Rund fünf Millionen Haare befinden sich am ganzen Körper, davon 90.000 bis 150.000 auf dem Kopf. Im Normalfall verliert man bis zu 100 Haare pro Tag. Sind es mehr, spricht man von gesteigertem Haarausfall. Führt dieser zu kahlen Stellen, handelt es sich um eine Alopezie. Die häufigste Form ist die androgenetische Alopezie, die sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Die Ausprägung und der Leidensdruck der Betroffenen sind dabei sehr unterschiedlich.

PRP Behandlung - Patientenvideo Pascal Krautmacher zur Eigenbluttherapie bei Haarausfall

Zu Beginn jeder Behandlung steht ein ausführliches Gespräch, in dem Patienten über die verschiedenen Formen der Alopezie, Therapieoptionen und mögliche Nebenwirkungen informiert werden. Oft wird Patienten mitgeteilt, dass es keine effektive Therapie gegen Alopezie gibt. Unabhängig von einer Therapie besteht immer die Möglichkeit, kahle Stellen mit Perücken und Haarteilen zu überdecken oder in anderer Form zu kaschieren. Der Kontakt zu anderen Betroffenen kann helfen, Selbstbewusstsein und das Selbstbild zu stärken.

Wie funktioniert die Eigenbluttherapie (PRP)?

Plättchenreiches Plasma (PRP) ist eine Behandlungsmethode, die bei Haarausfall immer häufiger eingesetzt wird. Bei dieser Therapie wird das Blut des Patienten entnommen, um daraus eine Lösung mit einem hohen Anteil an Blutplättchen zu gewinnen. Dieses wird mit besonderer Sorgfalt zur Behandlung und Biostimulation der adressierten Behandlungszonen Ihres Körpers herangezogen. Es handelt sich somit bei der Eigenblutbehandlung zu 100% um Ihre körpereigenen Substanzen.

Die Eigenbluttherapie wird normalerweise viermal im Abstand von 4 Wochen durchgeführt und wird zu einem späteren Zeitpunkt ggf. wiederholt. Im Anschluss wird das aufbereitete Blutplasma mit sehr dünnen Kanülen unter die Kopfhaut gespritzt.

Die Bestandteile des Blutes und ihre Bedeutung

Unser Blut besteht aus zellulären Bestandteilen (Hämatokrit) und Plasma. Im speziell aufbereiteten Eigenblut beim Vampir Lifting findet man verschiedenste Bestandteile der Blutplättchen (Thrombozyten) u.a. eine Vielzahl an Wachstumsfaktoren. Der Aktivierung von Bindegewebszellen (Fibroblasten) folgt eine gesteigerte Produktion von Elastin und Kollagen. Dieses hochangereicherte Plasmakonzentrat dient der Regeneration der adressierten Areale und wird durch spezielle Techniken eingebracht.

Zur Gewinnung der Blutplättchen und Wachstumsfaktoren wird oft das ACP System von Arthrex verwendet. Dieses System ist zur Anwendung am Patientin zugelassen und hat in klinischen Studien zeigen können, daß mit dieser Technik im Vergleich zu Mitbewerbern die höchsten Blutplättchen Konzentrationen erreicht werden können.

PRP vs. I-PRF: Was ist der Unterschied?

Bei der Behandlung von Haarausfall stellen sowohl I-PRF (Injectable Platelet Rich Fibrin) als auch PRP (Platelet Rich Plasma) vielversprechende Optionen dar. Beide Verfahren nutzen körpereigene Blutplättchen und deren Wachstumsfaktoren, um das Haarwachstum anzuregen. Der Unterschied: "Durch einen anderen Herstellungsprozess sind körpereigene Stammzellen enthalten und die Konzentration an entnommenen Blutplättchen kann bis zu zehnmal höher sein als beim PRP. Zusätzlich werden die Wachstumsfaktoren über einen längeren Zeitraum entlassen", so Castaneda. Die Behandlung gilt als effektiver und wird bisher nur von wenigen Paxen angeboten.

Wann ist eine Eigenbluttherapie sinnvoll?

Wenn die Haare langsam weniger oder dünner werden, ist diese Methode möglicherweise gut geeignet. Warum die Haare ausfallen - also ob die Gene, Stress oder Coronainfektion schuld sind, sei dabei egal. Die Plasmabehandlung der Kopfhaut eignet sich grundsätzlich für jedes Alter und jeden Hauttyp. Die Behandlung ist insbesondere für Menschen empfehlenswert die ihr Hautbild auf natürlichem Wege und ohne operativen Eingriff verbessern möchten. Da keine synthetischen Wirkstoffe eingesetzt werden besteht auch bei sensibler Haut keine Gefahr von Unverträglichkeiten. Einziger Hinderungsgrund können bestehende Krankheiten Durchblutungs- oder Blutgerinnungsstörungen sein.

Voraussetzung ist jedoch, dass noch Haar vorhanden ist, da die im Plasma enthaltenen Wachstumsfaktoren die Zellerneuerung an der Haarwurzel stimulieren. Ob eine Eigenbluttherapie im individuellen Fall infrage kommt, muss der behandelnde Facharzt entscheiden.

Wie läuft eine Eigenbluttherapie ab?

Um an das Plasma zu kommen, wird zunächst eine kleine Menge Blut (etwa 20 ml) aus der Vene gezapft, zentrifugiert und anschließend speziell aufbereitet. Zurück bleibt ein goldgelbes Serum, in dem sich die für den Behandlungserfolg ausschlaggebenden Thrombozyten und damit die Wachstumshormone befinden. Die Flüssigkeit injiziert der Arzt mit einer feinen Nadel in die Kopfhaut.

Anschließend bearbeitet der Beauty-Experte meine Kopfhaut noch mit einem kleinen Nadelstempel (Mesopen). Dadurch entstehen unzählige mikroskopisch-kleine Einstiche in die Kopfhaut. Auf der Kopfhaut ist das etwas anders. Die Einstichstellen nach der Behandlung sieht man nur bei genauem Hinsehen. Man ist also sofort wieder gesellschaftsfähig.

Wie oft sollte man eine Eigenbluttherapie machen?

Darüber wie häufig die Behandlung durchgeführt werden sollte, um den Haarausfall dauerhaft zu stoppen und das Wachstum zu stimulieren, streiten sich Expert*innen. Jorge Castaneda empfiehlt etwa drei Behandlungen im Abstand von je einem Monat. Um den Erfolg zu erhalten, sollte man die Behandlung einmal im Jahr wiederholen.

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von PRP

Die Wirksamkeit von PRP bei Haarausfall ist ein Thema, das von vielen Studien untersucht wurde. In einer Studie, die im Journal of Cutaneous and Aesthetic Surgery veröffentlicht wurde, erhielten 20 Patienten mit androgenetischer Alopezie sechs Sitzungen von PRP im Abstand von zwei Wochen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung das Wachstum der Haare signifikant verbesserte, und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Die Patienten berichteten auch von einer Verbesserung der Haardicke und -dichte.

Eine weitere Studie, die im Journal of Cosmetic Dermatology veröffentlicht wurde, untersuchte die Wirkung von PRP bei Frauen mit diffusen Haarausfall. Die Ergebnisse zeigten, dass die Behandlung das Haarwachstum stimulieren und die Haardichte erhöhen kann.

Eine italienische Studie in Padua testete die herkömmliche Blutplasmatherapie (PRP-Therapie) an 1033 Patienten mit androgenetischem diffusen Haarausfall und bestätigte eine Zunahme der Haardichte bei 80 % der Probanden. In 93 % der Fälle kam es zu einer Zunahme der Haardicke. 335 Patienten mit kreisrundem Haarausfall nach zuvor erfolgloser anderweitiger Therapie wurden ebenfalls getestet.

Obwohl PRP vielversprechend erscheint, gibt es auch einige Einschränkungen zu beachten. Zum Beispiel kann PRP nicht bei allen Arten von Haarausfall eingesetzt werden, und die Ergebnisse können von Person zu Person variieren.

Erfahrungsberichte und Ergebnisse

Viele Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit der PRP-Therapie. So teilte ein Redakteur, der die Behandlung selbst getestet hat, seine Erfahrungen: Etwa 1 ½ Monate nach der ersten Behandlung, also 14 Tage nach der zweiten Sitzung, stellte er fest: Es funktioniert! Entlang des Haaransatzes wachsen lauter Babyhaare. Und die Geheimratsecken? Scheinen tatsächlich kleiner zu werden.

Ein anderes Fazit nach rund 2 Jahren und 4 PRPs aus: Der Haarausfall wird verlangsamt und die gesunden Haarwurzeln werden revitalisiert. Das das PRP aber nicht in den Testosteron-Stoffwechsel eingreift und die Bildung des DHT verringert, ändert sich am Grundproblem ja nichts.

Risiken und Nebenwirkungen

"Ernste Risiken gibt es bei der PRF- oder PRP-Therapie nicht, da es sich um körpereigene Substanzen handelt", sagt Dr. Castaneda, fügt aber noch hinzu: "Grundsätzlich muss aber über die möglichen Nebenwirkungen einer Behandlung mit Injektionen aufgeklärt werden. Dazu zählen Hämatome, Infektionen oder Irritationen der Hautnerven. Und bei akuten Entzündungen der Kopfhaut, Infektionserkrankungen sowie bei Störungen der Blutgerinnung sollte man von einer Behandlung absehen."

Nebenwirkungen können dennoch in Form von Rötungen und leichten Schwellungen auftreten, die in der Regel nur bis zum nächsten Tag anhalten.

Kosten einer Eigenblutbehandlung

Die Preise für eine PRP Haarwurzelbehandlung können abhängig von unterschiedlichen Faktoren variieren. Auch die Dauer des Behandlungszyklus variiert, aus diesem Grund ist der Gesamtpreis bis zu einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie variabel. Da es sich bei der PRP Methode um einen ästhetischen Eingriff handelt, gilt dieser als Privatleistung und wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Schwere Vorerkrankungen können hier natürlich eine Ausnahme darstellen.

Bei Docboom kostet eine Sitzung 259 Euro. Eine PRP Behandlung gegen den Haarausfall kostet zwischen 500 EUR und 1.000 EUR pro Sitzung.

Weitere unterstützende Maßnahmen gegen Haarausfall

Zusätzlich zur PRP-Therapie können auch andere Maßnahmen helfen, das Haarwachstum zu fördern:

  • Kopfhautpeelings: Einmal pro Woche ein Kopfhautpeeling anwenden, um die Durchblutung anzuregen und Ablagerungen zu entfernen.
  • Kopfhautpflege: Pflegeprodukte für die Kopfhaut in die Beauty-Routine integrieren, z.B. Kopfhautseren mit Wachstumsboostern wie Peptiden und Koffein.
  • Minoxidil: Das Medikament erweitert die Blutgefäße in der Kopfhaut, was zu einer gesteigerten Versorgung der Haarfollikel mit Nährstoffen führt.

Kontraindikationen

Bei Patienten mit Krankheiten, die das Blut betreffen oder durch Blut übertragen werden, sollte die PRP Methode grundsätzlich jedoch nicht angewandt werden. So sind beispielsweise bei Hepatitis und HIV Kontraindikationen gegeben. Ebenso wie bei chronischen Hauterkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, Krebs und Leberkrankheiten.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Aspekt Details
Methode Entnahme und Aufbereitung von Eigenblut zur Injektion in die Kopfhaut
Wirkung Anregung des Haarwachstums durch Wachstumsfaktoren und Thrombozyten
I-PRF Weiterentwicklung von PRP mit höherer Konzentration an Blutplättchen und Stammzellen
Anwendungsbereich Androgenetische Alopezie, diffuser Haarausfall, kreisrunder Haarausfall
Nebenwirkungen Geringe Risiken, meist nur Rötungen und Schwellungen
Kosten Variabel, je nach Anbieter und Anzahl der Sitzungen (500 - 1000 EUR pro Sitzung)
Ergebnisse Verbesserung der Haardichte und -dicke, Verlangsamung des Haarausfalls

tags: #Eigenbluttherapie #Haare #Erfahrungen

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