Kopfläuse und ihre Eier: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich im Haar einnisten und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren. Ihre Bisse können jucken, und manche Menschen ekeln sich vor den Tierchen. Davon abgesehen sind sie aber harmlos. Sie übertragen auch keine Krankheiten.

Ihre Eier kleben nahe der Kopfhaut an den Haaransätzen. Die neue Lausgeneration schlüpft etwa innerhalb einer Woche.

Kopfläuse vermehren und verbreiten sich schnell. Als ungebetene Gäste sind sie oft in Kitas, Kindergärten und Schulen zu finden. Kopfläuse machen sich nicht unbedingt sofort bemerkbar.

Kopfläuse und Nissen auf der Kopfhaut.

Ursachen und Übertragung von Kopfläusen

Kopfläuse finden sich vor allem bei Kindern. Sie werden fast immer durch direkten Haarkontakt übertragen, wenn Kinder miteinander spielen oder kuscheln.

Manche Menschen glauben, Kopfläuse seien eine Folge von schlechter Hygiene. Für die Läuse spielt es aber keine Rolle, ob die Haare sauber oder schmutzig sind, da sie sich von Blut ernähren. Kopfläuse kann sich also jede oder jeder einfangen.

Mädchen stecken sich etwas häufiger an als Jungen. Vermutlich liegt das daran, dass Mädchen häufiger und länger „die Köpfe zusammenstecken“ als Jungen. Kopfläuse sind weit verbreitet, vor allem unter Kindern zwischen 3 und 12 Jahren. Fachleute schätzen, dass etwa 1 bis 3 % der Kinder betroffen sind. Genaue Zahlen gibt es für Deutschland allerdings nicht.

In Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen kommt es immer wieder zu Ausbrüchen.

Erkennung von Kopfläusen und Nissen

Um zu kontrollieren, ob das eigene Kind oder man selbst Kopfläuse hat, eignet sich ein spezieller Läusekamm mit besonders engen Zinken. Ein Arztbesuch ist dazu nicht nötig. Läusekämme sind in Apotheken, Drogerien oder Sanitätshäusern erhältlich.

Am besten macht man die Haare zuerst nass und kämmt dann vom Haaransatz aus in Richtung Haarspitzen Strähne für Strähne mindestens zweimal sorgfältig durch. Bei langem, lockigem oder besonders dichtem Haar hilft es, vorher eine Haarspülung aufzutragen, damit der Kamm besser durch die Haare gleitet. Am besten streicht man den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier aus - so lassen sich Kopfläuse gut erkennen.

Eine ausgewachsene Kopflaus ist 2 bis 3 Millimeter groß. Ihr Körper ist flach, flügellos und hat eine graubraune Farbe. Kopfläuse können im Gegensatz zu Flöhen nicht springen. Mit ihren sechs Beinen können sich Kopfläuse aber sehr gut an menschlichen Haaren festhalten und an ihnen entlanglaufen. Da sie sehr klein sind, ist es schwer, sie in einem Büschel Haare zu finden. Noch nicht ausgewachsene Läuse entdeckt man leichter mit einer Lupe.

Ihre Eier (Nissen) legen Kopfläuse meist im Schläfen- und Nackenbereich oder hinter den Ohren ab. Sie kleben fest an den Haaransätzen, meist mit einem Abstand von höchstens einem Zentimeter zur Kopfhaut.

Manchmal werden andere Teilchen im Haar wie Schuppen oder Hautschorf mit Nissen verwechselt.

Nissen oder Schuppen?

Es gibt ein paar wesentliche Merkmale, in denen sich Schuppen und Nissen unterscheiden:

  • Schuppen sind in der Regel heller als Nissen und fast weiß, außerdem sind sie platter und meistens auch größer als Läuseeier.
  • Nissen lassen sich außerdem nicht mit einer normalen Bürste auskämmen und kleben häufig an den Schläfen und am Hinterkopf.
  • Schuppen hingegen sind überall am Haaransatz zu finden und „rieseln“ auch ganz von allein aus den Haaren, sodass sie dann zum Beispiel auf den Schultern sichtbar sind.

Nissen im Haar.

Fünf Tipps zur Behandlung von Kopfläusen

Behandlung von Kopfläusen

Wenn man nach dem gründlichen Auskämmen Nissen entdeckt hat, gilt es in Schritt zwei den Kopflausbefall schnell zu behandeln. Viele Läusemittel erfordern zwei Anwendungen mit einem Abstand von mehreren Tagen, um Kopfläuse und Nissen abzutöten. Diese Prozedur ist vor allem bei größeren Familien sehr lästig und langwierig.

Daher sind vor allem Produkte praktisch, die nur einmal angewendet werden müssen. Ein Shampoo mit Neem-Extrakt, wie Licener aus der Apotheke, blockiert bereits bei einmaliger Anwendung die Atemöffnungen von Läusen und Nissen und lässt sie so absterben. Eine zweite Anwendung nach 7 - 9 Tagen ist bei diesem Produkt nicht notwendig, da sich aus den abgetöteten Nissen keine Läuse mehr entwickeln können.

Nach der Behandlung kommt wieder der Läusekamm zum Einsatz, um die abgestorbenen Nissen aus dem nassen Haar auszukämmen.

Es gibt verschiedene Arten von Mitteln zur Behandlung von Kopfläusen:

  • Mittel mit Insektengift (Insektizide)
  • Mittel mit Silikonöl (Dimeticon)
  • Es werden auch Mittel auf pflanzlicher Basis (zum Beispiel mit Kokosöl) angeboten. Deren Wirksamkeit ist, ebenso wie die von Hausmitteln wie Olivenöl oder Mayonnaise, in Studien nicht gut untersucht.

Mittlerweile haben Kopfläuse gegen manche Insektizide Resistenzen entwickelt, weshalb diese Mittel weniger gut wirken als früher. Häufiger werden inzwischen Mittel mit Silikonöl eingesetzt. Sie kommen ohne Insektengift aus und es gibt keine Probleme mit Resistenzen. Diese Mittel bedecken die Kopfläuse mit einer Ölschicht, sodass sie ersticken.

Die meisten Behandlungen müssen nach etwa 7 bis 10 Tagen wiederholt werden. Die meisten Mittel gegen Läuse müssen nicht selbst bezahlt werden, sondern sind für Kinder bis zum 12. Lebensjahr auf Rezept in Apotheken erhältlich. Für das Rezept genügt meist ein Anruf in der Kinderarztpraxis.

Das Auskämmen der Haare mit einem Läusekamm reicht als alleinige Behandlung nicht aus. Es ist aber wichtig, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen. Wenn ein Kind nach einer Kopflaus-Behandlung noch ein paar Nissen hat, sich aber eine Weile keine Läuse mehr entdecken lassen, sind die Parasiten vermutlich weg. Nissen oder Teile davon können aber noch Wochen nach dem Befall an den Haaren kleben. Das Alter der Nissen lässt sich daran abschätzen, wie weit sie von der Kopfhaut entfernt sind. Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat.

Vorbeugende Maßnahmen

Sicher verhindern lassen sich Kopfläuse nicht. Wenn ein Kind Kopfläuse hat, lässt sich jedoch einiges tun, damit sie sich nicht weiterverbreiten. Übertragen werden sie fast immer über Haar-zu-Haar-Kontakt zwischen Kindern.

Da Kopfläuse alle 4 bis 6 Stunden Blut saugen müssen, sind sie fern von der Kopfhaut in der Regel nicht lange überlebensfähig. Fällt eine Laus vom Kopf, ist sie sehr schnell geschwächt und überlebt bei Zimmertemperatur maximal 2 bis 3 Tage. Auch ihre Eier müssen sich nahe der Kopfhaut befinden, da die Jungtiere zum Schlüpfen warme Temperaturen benötigen. Daher ist eine Übertragung über Gegenstände unwahrscheinlich. Völlig ausschließen lässt sich das allerdings nicht - wer auf Nummer sicher gehen will, achtet darauf, dass Kinder zum Beispiel Mützen, Schals oder Bürsten nicht gemeinsam benutzen.

Weitere vorbeugende Maßnahmen sind:

  • Kämme, Bürsten, Haarspangen und Haargummis mit heißem Wasser und Seife gründlich reinigen und ein paar Tage nicht benutzen
  • benutzte Bettwäsche, Schlafanzüge, Kleidung und Handtücher bei 60 Grad waschen oder in den Trockner geben
  • Kleidung und Gegenstände wie Kuscheltiere, die nicht bei 60 Grad waschbar sind, drei Tage in einer Plastiktüte verschließen
  • Haustiere müssen nicht behandelt werden: Kopfläuse befallen keine Tiere, sondern nur Menschen.

Eine Behandlung ist nur erforderlich, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier gefunden werden. Dann ist schnelles Handeln wichtig, um zu vermeiden, dass sie sich weiter ausbreiten.

Wichtige Informationen für Eltern und Betreuer

Das Vorurteil, Läuse hätten mit mangelnder Sauberkeit zu tun, ist immer noch verbreitet - und kann für Eltern und Kinder belastend sein. Tatsächlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen persönlicher Hygiene und Kopfläusen.

Da sich Kopfläuse sehr schnell verbreiten, sind Erziehungsberechtigte gesetzlich dazu verpflichtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Schulen über einen Kopflaus-Befall zu unterrichten. Das kann unangenehm sein, ist aber kein Grund, sich zu schämen. Kopfläuse treten in Kitas und Schulen immer wieder auf. Außerdem ist es wichtig, auch Familienangehörige sowie Freundinnen und Freunde zu informieren, die mit dem Kind in Kontakt waren.

Der Gesetzgeber schreibt außerdem vor, dass Kinder mit Kopfläusen zu Hause bleiben müssen, bis sie von den Läusen befreit sind. Wenn ein Kind mit einem nachweislich wirksamen Mittel behandelt wurde, darf es am nächsten Tag wieder in die Kita oder zur Schule gehen. Zur Frage, welche Mittel das sind und für welche Präparate die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt, kann man sich in der Kinderarztpraxis oder in der Apotheke beraten lassen. Vielen Einrichtungen reicht die Erklärung der Eltern, dass die Kinder behandelt wurden.

Was tun, wenn die Läuse immer wieder kommen?

Es gibt verschiedene Ursachen, warum eine Behandlung fehlschlagen kann. Einige haben wir nachfolgend für Sie aufgelistet. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Läuse immer wieder kommen und ihr Arzt oder Kinderarzt Ihnen nicht weiterhelfen kann, wenden Sie sich an das örtliche Gesundheitsamt. Häufig sitzen dort die Fachleute für die Läuse. Außerdem kann das Gesundheitsamt bei Bedarf in der Gemeinschaftseinrichtung tätig werden, die Kinder dort untersuchen, das Personal und die Eltern aufklären usw.

Zu beachten ist, dass das Verbleiben von Nissen/Eiern ganz normal ist, und dass nach der erstmaligen Behandlung noch Larven nachschlüpfen können. Wenn Sie z.B. ein Handtuch nach dem Aufbringen des Mittels um den Kopf binden, kann der Wirkstoff dadurch aufgesogen werden und verbleibt nicht lange genug im Haar. Evtl. haben sie zu wenig aufgetragen, oder nicht lange genug einwirken lassen. Gehen Sie streng nach Vorschrift der Hersteller vor.

Es ist allerdings berichtet worden, dass auch bei vorschriftsmäßiger Anwendung nicht immer die gewünschte Wirkung erzielt wird. Dies kann an Unempfindlichkeit (Resistenz) der Läuse gegen den Wirkstoff liegen.

Wird das Mittel nach einer Haarwäsche angewendet, kann es durch zu nasses Haar zu stark verdünnt werden und deswegen nicht mehr ausreichend wirken.

Es gibt durchaus nachvollziehbare Zweifel, ob der Behandlungszyklus mit einer Wiederholungsbehandlung nach 8-10 Tagen zum Lebenszyklus der Läuse passt. Deswegen kann es gelegentlich passieren, dass nach der zweiten Behandlung noch ein Ei ausschlüpft. 3 Nachkontrollen im Wochenabstand mit der "Auskämmen mit Pflegespülung" Methode sind unerläßlich, um solche Behandlungsdurchbrecher zu erkennen.

Außerdem besteht die Möglichkeit der Wiederansteckung. Dies wird insbesondere begünstigt, wenn Sie den Kopflausbefall geheim gehalten haben. Denn die Ansteckungsquelle läuft vielleicht noch unentdeckt herum. Auch ein Aushang oder Schreiben an die anderen Eltern reicht nicht immer aus, denn viele Eltern wissen nicht, wonach sie suchen müssen. Informieren Sie die Eltern, zeigen Sie Anschauungsmaterial herum, verleihen Sie ihren Bug Buster Kamm. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sie sich über einen längeren Zeitraum immer wieder anstecken und die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung unternimmt trotz ihrer Mitteilung nichts, rufen Sie selbst beim Gesundheitsamt an und bitten Sie um Unterstützung. Um das Kreisen der Läuse zu durchbrechen, können Sie zusammen mit der Einrichtung einen Bug Busting Day organisieren oder an unserer Kampagne teilnehmen.

Aus den Erfolgsquoten internationaler Studien zur Kopflausbehandlung kann man abschätzen, dass jede dritte bis vierte Behandlung fehlschlägt. Sie müssen also nicht in Panik geraten, wenn die Läuse nicht auf Anhieb verschwinden, Sie sind nicht allein mit diesem Problem. Manchmal ist es mit einer dritten Behandlung mit dem gleichen Mittel getan, manchmal müssen Sie noch auf einen anderen Wirkstoff oder ein anderes Wirkprinzip ausweichen. Auf jeden Fall sollten Sie die Situation durch sorgfältige Auskämm-Diagnosen im Auge behalten.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass eine Möglichkeit für das Fortbestehen eines Kopflausbefalls ist, dass es sich gar nicht um Kopflausbefall handelt, sondern eine Fehldiagnose gestellt wurde. Insbesondere, wenn Sie sich auf indirekte Diagnosen wie das Suchen von Eiern/Nissen oder das Vorhandensein von Juckreiz verlassen, behandeln Sie vielleicht etwas, das nicht oder nicht mehr da ist. Es gibt Schuppen, die wie kleine Röhrchen auf die Haare aufgefädelt sind (Peripilar keratin casts) und Nissen sehr ähnlich sehen, weshalb sie auch Pseudo-Nissen genannt werden. Es kommt zu Verwechslungen mit eingetrocknetem Haarspray oder Gelresten sowie gewöhnlichen Schuppen.

Häufig gestellte Fragen zu Kopfläusen

  • Müssen alle Eier/Nissen entfernt werden? Nein. Weder das Infektionsschutzgesetz noch das Robert Koch-Institut verlangt die Entfernung von Eiern/Nissen. Tatsächlich sind die verbleibenden Eihüllen nur unansehnlich, bedeuten aber keine Gefahr.
  • Werden Kopfläuse über Haustiere übertragen? Nein. Kopfläuse sind äußerst wirtspezifisch und können das Blut der Haustiere nicht verdauen.
  • Spielen Hygiene, Bildung, Einkommen oder Wohnverhältnisse eine Rolle? Zu diesen Frage gibt es zahlreiche Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen. Sicher ist, die Hygiene spielt keine Rolle: Häufiges Haarewaschen gibt besonders saubere Kopfläuse.
  • Gibt es einen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen? Ja, verschiedene Studien zeigen: Mädchen sind häufiger betroffen.
  • Wie häufig kommen Kopfläuse in Deutschland vor? Es gibt leider keine Untersuchungen zur Häufigkeit von Kopfläusen in Deutschland. Bei einer Befragung von Grundschulkindern in Düsseldorf wurde immerhin festgestellt, dass 85% der Kinder in der Vergangenheit mindestens einmal von Kopfläusen befallen waren. Man kann also davon ausgehen, dass so gut wie jeder mal dran ist.

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