Dunkle Haare am Po bei Frauen: Ursachen und Lösungen

Jeder Mensch ist fast am gesamten Körper behaart. Abgesehen von den Hand- und Fußleisten ist jede Körperstelle behaart. Frauen und Männer weisen jedoch ein unterschiedliches Behaarungsmuster auf. Während bei Männern auf den ersten Blick besonders der Bart auffällt, haben Frauen eine eher flaumartige, unauffällige Behaarung im Gesicht. Außerdem fehlt ihnen die kräftige Behaarung an Brust, Bauch und Rücken.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Haarwuchs bei Frauen ganz natürlich ist! Die individuelle Farbe der Haare kann - je nach Typ - unterschiedlich sein. Frauen mit vermehrtem Haarwuchs stellen jedoch eine Veränderung ihres Behaarungsmusters fest. Möglicherweise wachsen Haare an Körperstellen, wo vorher nur wenige wuchsen, oder die Haare sind plötzlich viel fester.

Es gibt zwei Arten von Haaren:

  • Vellushaar: Ein kurzes, dünnes und helles Haar, das einen Großteil der Körperbehaarung ausmacht.
  • Terminalhaar: Kennzeichnend für diesen Haartyp ist seine dunkle Farbe (Pigmentierung).

Frauen mit vermehrtem Haarwachstum beklagen sich über dunkle, oft als ‚borstig’ beschriebene Haare. Die Haare vom Vellus-Typ wandeln sich also im sog. Terminalhaar um.

Viele Frauen empfinden Haare am Po als unangenehm. Tendenziell ist der Haarwuchs bei Frauen am Po eher weniger stark ausgeprägt als bei Männern. Dennoch gibt es viele Frauen, die mit Haaren am After zu kämpfen haben.

Wenn eine Frau unter einer übermäßigen Behaarung leidet, kann dies durch die vermehrte Produktion männlicher Hormone (sog. ‚Androgene’ wie z. B. ‚Testosteron’) bedingt sein. Diese kommen - wie oft irrtümlich angenommen - nicht nur bei Männern vor. Auch Frauen haben einen gewisse Androgenmenge im Körper. In vielen Fällen ist eine eindeutige Ursache jedoch nicht festzumachen.

Abzugrenzen vom Hirsutismus ist die ‚Virilisierung’, die zusätzlich zur vermehrten Behaarung eine Vermännlichung der Stimme umfasst. Weiterhin können sich die Körperproportionen zum männlichen Typus hin entwickeln.

Ursachen für vermehrten Haarwuchs bei Frauen

In nur 10 % der Fälle von vermehrtem Haarwuchs sind Auslöser dafür bekannt. Hier sind einige mögliche Ursachen:

  1. Idiopathischer Hirsutismus: In 90 % der Fälle von Hirsutismus spricht man von einer ‚idiopathischen’ Form, was bedeutet, dass die Ursache nicht bekannt ist. Die Blutwerte des männlichen Hormons Testosteron sind bei dieser Form kaum oder nur leicht erhöht. Als weiterer möglicher Grund wird u. a. die Herkunft der Betroffenen erwogen. Frauen, die aus dem Mittelmeerraum stammen, haben oft eine dunklere und vermehrte Behaarung. Bei diesen Frauen tritt der starke Haarwuchs jedoch nicht - wie bei vielen Krankheitsbildern - plötzlich neu auf. Aufmerksam sollten Frauen daher werden, wenn eine Veränderung des Behaarungsmusters bemerkt wird.
  2. Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom): 70-90 % der Frauen, die nicht an idiopathischem Hirsutismus leiden, haben vermehrten Haarwuchs aufgrund eines PCO-Syndroms. Die genauen Prozesse, die zu dieser Krankheit führen, sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Vermutet wird allerdings, dass aufgrund einer hormonellen Fehlbalance der Eisprung in der Zyklusmitte ausbleibt. In Folge dessen entstehen vermehrt männliche Geschlechtshormone. Diese sind die Ursache für das männliche Behaarungsmuster. Zudem können sie Haarausfall, fettige Haut mit Akne und eine Stimmveränderung bedingen. Auffällig sind zudem die Eierstöcke, die mit vielen Zysten (‚polyzystisch’) besetzt sein können. Bedingt durch die unregelmäßigen bzw. ausbleibenden Eisprünge ist die Fruchtbarkeit herabgesetzt. Daher werden PCO-Patientinnen häufig aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches bei ihrem Arzt vorstellig. Beim PCO wird zudem eine herabgesetzte Empfindlichkeit gegenüber dem Hormon ‚Insulin’ angenommen. Dieses wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und ist für die Regulation des Blutzuckerwertes zuständig.
  3. Adrenogenitales Syndrom: Hierbei handelt es sich um eine genetisch bedingte Störung der Hormonproduktion (sog. ‚Hormonsynthese’) in der Niere, genauer der Nebennierenrinde. Dieser seltenen Erkrankung (Häufigkeit 1 von 10.000) liegt der Defekt eines bestimmten Enzyms zugrunde. Enzyme sind in aller Regel Eiweiße, die den Stoffwechsel des Körpers steuern und beschleunigen. Besagtes Enzym, die sog. ‚21-Hydroxylase’, wirkt bei der Herstellung des Hormons ‚Cortisol’ mit. Bei einem Mangel an Hydroxylase wird folglich weniger Cortisol produziert. Dadurch kann es, wie auch beim PCO, zu einer äußerlichen Vermännlichung kommen. Vermehrter Haarwuchs ist eines der Symptome. Die weiblichen inneren Geschlechtsorgane, zu denen Gebärmutter und Eierstock zählen, sind zwar regelgerecht angelegt, auffällig ist jedoch in einigen Fällen die vergrößerte Klitoris. Bei jungen Mädchen besteht die Möglichkeit, dass die erste Periode komplett ausbleibt. Man spricht dann von einer ‚primären Amenorrhoe’. Begleitend ist oft ein Ausbleiben des Brustwachstums.
  4. Cushing-Syndrom: Als Cushing-Syndrom bezeichnet man einen Überschuss des Hormons Cortisol (‚Hypercortisolismus’). Welches - wie bereits im vorherigen Abschnitt erklärt - in der Nebennierenrinde produziert wird. Auslöser für die Produktion ist das Hormon ‚ACTH’, das in der Hypophyse hergestellt wird. Die Hauptursache (75 % der Fälle) für einen Hypercortisolismus ist ein Tumor der Hypophyse. Der Tumor produziert ACTH. Dadurch steigt Cortisol in der Nebennierenrinde an. Ein Tumor kann sich auch in der Nebennierenrinde selbst manifestieren (15 % der Cushing-Fälle). Das Ergebnis, nämlich eine erhöhte Cortisolproduktion, ist das gleiche wie beim Hypophysentumor. Als wichtigste Symptome bei Frauen sind vermehrtes Haarwachstum, Zyklusstörungen und eine allgemeine Vermännlichung zu nennen. Eine umfassendere Darstellung des Cushing-Syndroms, natürlich auch zu weiteren Symptomen, Diagnostik und Therapie, finden Sie im Artikel: Cushing-Syndrom - Zu viel Cortison? Sollte der Hypercortisolismus durch einen ACTH-produzierenden Tumor der Hypophyse bedingt sein, wird er als ‚Morbus Cushing’ bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine medikamentös ausgelöste Form des Cushing-Syndroms. In diesem Falle ist die Ursache eine Langzeitbehandlung mit Cortison. Die tägliche Dosis, die zu dem typischen Cushing-Erscheinungsbild führt, unterscheidet sich innerhalb der verschiedenen Präparate.

Hormonelle Veränderungen während der Pubertät oder der Schwangerschaft bewirken meist, dass die Haare am Körper schnell und dicht wachsen. Die häufigste Form des Hirsutismus ist der sogenannte Damenbart und betrifft meist Frauen aus südlichen Regionen. Die Schambehaarung selbst kann sich oft vom Bauchnabel über die Mittellinie bis zu den Oberschenkel ziehen.

Es gibt auch andere Faktoren, die die Haarstruktur beeinflussen können:

  • Mechanische Einflüsse (starker Zug)
  • Thermische Einflüsse (heißes Föhnen, Dauerwelle, UV-Licht)
  • Innere Erkrankungen oder gastrointestinale Störungen
  • Medikamente, die sich negativ auf die Haarstruktur auswirken

Mit zunehmendem Alter werden primär bei der Frau die Haare dünner und feiner, was an einer Verschiebung des Gleichgewichtes zwischen weiblichen und männlichen Hormonen liegt. Der immer stärker werdende Einfluss der männlichen Hormone (insbesondere in und nach den Wechseljahren) führt zu einer zunehmenden „Miniaturisierung“ der einzelnen Haarwurzeln und damit zu einem dünneren und feineren Nachwachsen der Haare.

Dauerhafte Haarentfernung an der Brust

Diagnose

Bei einem Anamnesegespräch kann der Arzt die genaueren Umstände zur Symptomatik erfragen. Anhand dieser Informationen kann der Arzt schon einige Krankheiten ausschließen oder sie als mögliche Ursache identifizieren. Weiter einschränken kann er die Krankheiten durch die zusätzliche körperliche Untersuchung.

Für die PCO-Diagnose werden die sogenannten ‚Rotterdam-Kriterien’ verwendet. Wichtig: Aufgrund des Namens könnte man denken, dass zur Diagnose zwingend Zysten in den Eierstöcken nachgewiesen werden müssen. Es reichen aber auch die zwei anderen Rotterdam-Kriterien aus; daher kann auch ohne zystische Eierstöcke die Diagnose ‚PCO’ gestellt werden. Im Blut kann zudem eine Testosteronerhöhung nachgewiesen werden (die Auslöser des vermehrten Haarwachstums ist). Gleichzeitig können auch die weiblichen Sexualhormone (‚Östrogene’) erhöht sein.

Zum Nachweis des Enzymdefekts können Hormonvorstufen von Cortisol im Blut bestimmt werden. Zur Erinnerung: bei einem Defekt dieses Enzyms kann kein funktionsfähiges Cortisol produziert werden. Daher fallen vermehrt dessen Vorstufen an. Das Cortisol selbst ist erniedrigt. ACTH hingegen ist zum Ausgleich erhöht; dadurch versucht der Körper, Cortisol wieder zu erhöhen.

Die Diagnostik des Hypercortisolismus wird stufenweise durchgeführt. Zunächst wird der Cortisolspiegel überprüft. Hierfür bieten sich eine Messung im 24-Stunden-Sammelurin oder eine mitternächtliche Messung des Cortisols im Blut an. Das Hormon unterliegt einer sog. ‚zirkadianen’ Rhythmik. Darunter versteht man eine unterschiedlich hohe Cortisolkonzentration je nach Uhrzeit - normalerweise ist die Konzentration um 24.00 Uhr am niedrigsten. Ist ein Hypercortisolismus festgestellt worden, stellt sich die Frage, ob ein Tumor der Hypophyse oder Nebenniere vorliegt. Dazu führt man weitere Hormontests durch.

Diese Hormonstörung macht mich kaputt: Das PCO Syndrom hat jede 10. | reporter

Behandlungsmöglichkeiten

Genauso vielfältig wie die Ursachen für vermehrten Haarwuchs bei Frauen sind, gestalten sich auch die Therapiemöglichkeiten.

Es gibt zwei Arten der Therapie: symptomatische und ursächliche Therapie. Sollte der Dermatologe die Haare (z. B. mittels Lasertherapie) entfernen, handelt es sich dabei um eine symptomatische Therapie. Die Ursache, wegen der es zu vermehrtem Haarwachstum kommt, ist bei dieser Methode noch nicht behoben. Die Haare werden immer wieder neu wachsen. Empfehlenswert ist es daher, beim Arzt Ursachenforschung zu betreiben.

Hier ist zunächst das mechanische oder physikalische Entfernen der Haare zu nennen. In Frage kommt dafür etwa die Rasur oder das Wachsen der unerwünschten Haare. Bei der Rasur besteht jedoch die Gefahr, dass sich Stoppeln bilden. Viele Patientinnen wenden diese Methode daher eher an Stellen an, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind (z. B. Oberschenkelinnenseiten). Zur symptomatischen Therapie kann auch ein Bleichen der Haare in Erwägung gezogen werden. Eine langfristige Entfernung der Haare kann mittels Dauerepilation oder Laserbehandlung angestrebt werden. Der Wirkstoff ‚Eflornithin’ kann als Creme aufgetragen werden und bewirkt eine Verlangsamung des Haarwachstums. Experten hierfür sind die Hautärzte.

Als weitere medikamentöse Therapie kommen Kontrazeptiva (‚Pille’) in Betracht. Optimaler Weise werden Präparate eingenommen, die einen sogenannten ‚antiandrogenen’ Effekt haben.

Hier sind einige spezifische Behandlungsansätze:

  1. Idiopathischer Hirsutismus: Als Goldstandard gilt bei nicht vorhandenem Kinderwunsch eine Therapie mittels oraler Kontrazeptiva (‚Pille’). Um den überschüssigen Androgenen entgegenzuwirken, kann wie beim idiopathischen Haarwuchs eine Pille mit antiandrogener Wirkung verordnet werden. Dahingegen wäre eine solche bei bestehendem Kinderwunsch aufgrund der verhütenden Wirkung nicht sinnvoll. Ein Medikament, das den Eisprung auslöst, ist ‚Clomifen’.
  2. Adrenogenitales Syndrom: Da die Ursache für die übermäßig produzierten Androgene ein Mangel an Cortisol ist, muss zur Therapie lebenslänglich genau dieses Hormon eingenommen werden. Bedingt durch den Hydroxylase-Mangel verliert der Körper die Fähigkeit einer ausreichenden Cortisolproduktion. Die Cortisoleinnahme (z. B. in Form von ‚Hydrocortison’) sollte nach einem festen Einnahmeschema erfolgen.
  3. Cushing-Syndrom: Ist das Cushing-Syndrom auf einen Hypophysentumor mit ACTH-Produktion zurückzuführen (‚Morbus Cushing’), so ist die Entfernung des Tumors die Therapie der Wahl. Mittels eines operativen Zugangs durch die Nase wird der Tumor entfernt. Anschließend sollte das Haarwachstum zurückgehen. Bezüglich des Haarwachstums, das durch langfristige Cortisoneinnahme verursacht wird, muss mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden. Auf den ersten Blick scheint das Absetzen des Cortisons die einfachste Lösung zu sein. Aber: das Cortison wird nicht ohne Grund eingenommen! Besteht aufgrund der Krankheit, wegen der es eingenommen wird, weiterhin die Notwendigkeit zur Cortisontherapie?

Dauerhafte Haarentfernung

Frauen empfinden starken Haarwuchs oft als unangenehm - genauso unangenehm wie die ständige Haarentfernung in den ungewöhnlich stark bewachsenen Zonen. Damenbart, Brusthaare und auch alle anderen Erscheinungsformen bei Frauen lassen sich aber problemlos mithilfe der dauerhaften Haarentfernung beseitigen.

Gerade kleine Areale lassen sich effektiv mit apparativer Kosmetik von Haaren befreien - dauerhaft. Abhilfe kann die dauerhafte Haarentfernung mit GentleMax Pro schaffen. Mondernste Laser sind auch für besonders empfindliche Körperstellen geeignet.

Dauerhafte Haarentfernung Damenbart

Weitere Tipps

  • Tragen Sie locker sitzende Kleidung. Sehr eng sitzende Unterwäsche kann durch die Reibung die Wahrscheinlichkeit für ein Furunkel vergrößern. Außerdem kann dadurch ein warmes, feuchtes Milieu entstehen, das ein Bakterienwachstum begünstigt.
  • Sie können sich bei anderen Menschen mit dem Bakterium Staphylokokkus aureus anstecken. Daher sollten Sie die Handtücher von Personen, die ein Furunkel haben, nicht mitbenutzen.
  • Stärken Sie außerdem ihr Immunsystem. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht, keine längeren Stress-Phasen und regelmäßige Bewegung.

Für die Diagnose der Grunderkrankung ist es ratsam, zunächst den Hausarzt oder Gynäkologen aufzusuchen. Diese können bei Verdacht auf eine komplizierte hormonelle (‚endokrinologische’) Erkrankung gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Facharzt für Endokrinologie ausstellen. Ein Endokrinologe ist auf jene Erkrankungen spezialisiert, die mit dem hormonellen System zusammenhängen.

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