Kopfläuse sind ein weitverbreitetes Problem, besonders in Kitas und Schulen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Produkten auf dem Markt, die bei der Bekämpfung von Kopfläusen helfen können. Die Stiftung Warentest hat zwölf häufig verkaufte Mittel gegen Kopflausbefall getestet, um herauszufinden, welche Produkte am wirksamsten und sichersten sind.
Im Folgenden werden die Ergebnisse dieses Tests detailliert dargestellt, um Ihnen bei der Auswahl des richtigen Produkts zu helfen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Produkte variieren können, und es ist ratsam, die Gebrauchsanweisung sorgfältig zu lesen und die Empfehlungen der Experten zu berücksichtigen.
Kopfläuse verbreiten sich vor allem in Kitas und Schulen schnell, weil Kinder beim Spielen oder Kuscheln die Köpfe zusammenstecken. Einfangen kann sie sich so potenziell jeder. Denn Kopfläuse sind keine Frage der persönlichen Sauberkeit. Selbst das tägliche Haarewaschen schützt nicht vor ihnen.
Nach acht bis zehn Tagen unbemerkten Daseins schlüpfen winzige Larven, die wiederum nach acht weiteren Tagen geschlechtsreif sind und weiteren Nachwuchs produzieren. Bis zu zehn Mal am Tag trinken sie das Blut des Menschen und geben dabei ihren Speichel in die Miniwunde auf der Kopfhaut, an den Schläfen, hinter den Ohren oder im Nacken. Das wiederum sorgt für den Juckreiz auf der Haut, der erst auf die Spinnentierchen aufmerksam werden lässt. Durch das ständige Kratzen bilden sich schnell eitrige und verkrustete Bläschen.
Gründliches Duschen und Haare bürsten bringt leider gar nichts. Nur mit einem zugelassenen Läusemittel und Läusekamm bewaffnet und etwas Ausdauer wird man die unangenehmen Spinnentiere aber los. Bei Kindern unter zwölf Jahren übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten dafür, wenn der Kinderarzt es verordnet. Da nicht nur die Läuse von der Kopfhaut entfernt werden müssen, sondern auch alle Larven und Eier zuverlässig abgetötet und entfernt werden müssen, ist eine Wiederholungsbehandlung nach einigen Tagen notwendig.
Die Experten von der Stiftung Warentest sichteten Studien zur Wirksamkeit der Präparate und Daten bezüglich möglicher Risiken und gaben auf deren Grundlage entsprechende Bewertungen ab.
Das Siegertreppchen und das Gesamtergebnis „geeignet“ teilen sich Dimet 20 (Pädia), EtoPril (Dr. Wolff) und Jacutin Pedicul Fluid (Almirall Hermal). Die Produkte enthalten allesamt Dimeticon. Das Silikonöl verfolgt ein physikalisches Wirkprinzip: Der Entschäumer verschließt das Atemsystem der Läuse und Nissen und verhindert ein „Ausschwitzen“ von Wasser - die Tiere ersticken, die Verbreitung wird gestoppt.
Warentest zufolge belegen „aussagekräftige Studien“ die Wirksamkeit der Produkte, die zudem gut verträglich sind. Einziger Wermutstropfen: EtoPril muss mindestens acht Stunden einwirken. Für Dimet 20 beträgt die Einwirkzeit nur 20 Minuten, Jacutin Pedicul Fluid kommt mit zehn Minuten aus.
„Auch geeignet“ sind Goldgeist forte (Auszug aus Pyrethrum, Eduard Gerlach), InfectoPedicul (Permethrin, Infectopharm) und Mosquito Med (Mineralöl, Wepa). Die Insektengifte erzielen die zweitbeste Note. Zwar wirkten sie grundsätzlich gut und seien genauso gut geeignet wie die drei besten Öle - jedoch würden die Kopfkrabbler zunehmend resistent gegen Permethrin und Pyrethrum-Auszug.
Die Wirksamkeit des Mineralöls in Mosquito Med wurde bislang erst in einer Studie belegt, die sei jedoch „gut gemacht“.
Die vier Präparate Licener (Neem-Extrakt, Hennig), Linicin (Dimeticon/Vitamin E/Mandel-/Aprikosenkernöl, Meda), Nyda und Nyda Plus (Dimeticon/Triglyzeride/Jojobawachs, Pohl Boskamp) erhalten von Warentest die Bewertung „mit Einschränkung geeignet“.
Das Urteil geht auf eine schwächer belegte Wirksamkeit zurück. Dabei hatte Hennig im Oktober vergangenen Jahres eine Studie zur oviziden Wirkung des Neem-Extraktes in Licener vorgelegt und das Produkt mit Dimeticon verglichen.
Schlusslichter und nur „wenig geeignet“ sind laut Warentest Jacutin Pedicul Spray (Allethrin/Piperonylbutoxid, Almirall Hermal) und Sos Läuse-Shampoo (Kokosöl, Windstar Medical). Für beide Produkte seien Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht ausreichend in klinischen Studien am Menschen belegt.
Die Experten bemängeln bei Jacutin Pedicul Spray die Bildung von feinen Tröpfchen, die beim Sprühen entstehen und bei Einatmung die Atemwege reizen können und das Risiko für Nebenwirkungen wie beispielsweise Nervenschäden erhöhen kann.
Fünf der sechs besten Läusemittel im Test können für Kinder zulasten der Kasse verordnet werden. Ausnahme ist Jacutin Pedicul Fluid. Generell gilt es, die Gebrauchsanweisung genau zu beachten und das Produkt entsprechend der Vorgaben anzuwenden.
Unabhängig vom verwendeten Läusemittel gilt, die Mittel großzügig aufzutragen und die Gebrauchsanleitung inklusive Einwirkzeiten genau zu beachten. Hier unterscheiden sich die Präparate teils deutlich. Ebenso wichtig: In der Regel sollte die Behandlung im Abstand von etwa acht bis zehn Tagen wiederholt werden.
Unverzichtbar ist dabei das Auskämmen mit einem Nissenkamm mit weniger als 0,2 Millimeter Zinkenabstand. Das sollte bei allen Haushaltsmitgliedern gemacht werden, um festzustellen, wer betroffen ist, und gegebenenfalls mit einem Läusemittel zu behandeln. Bettzeug, Handtücher und Mützen zu waschen ist sinnvoll; größere Putzaktionen und das Einfrieren von Kuscheltieren sind in der Regel nicht nötig.
Mit mangelnder Hygiene hat ein Läusebefall nichts zu tun. Informieren Sie alle engen Kontaktpersonen - also Familie, enge Spielkameraden und die Einrichtung - und behandeln Sie alle Betroffenen möglichst gleichzeitig, um Reinfektionen zu vermeiden.
Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder am Tag nach der ersten wirksamen Behandlung wieder in Kita/Schule - die zweite Anwendung muss nicht abgewartet werden. Oft genügt eine Elternbestätigung; teils wird ein Attest verlangt.
Um Ihnen einen schnellen Überblick zu verschaffen, sind hier die Ergebnisse des Läusemittel-Tests in einer Tabelle zusammengefasst:
| Produkt | Wirkstoff | Bewertung | Einwirkzeit |
|---|---|---|---|
| Dimet 20 (Pädia) | Dimeticon | Geeignet | 20 Minuten |
| EtoPril (Dr. Wolff) | Dimeticon | Geeignet | 8 Stunden |
| Jacutin Pedicul Fluid (Almirall Hermal) | Dimeticon | Geeignet | 10 Minuten |
| Goldgeist forte (Eduard Gerlach) | Pyrethrum-Auszug | Auch geeignet | - |
| InfectoPedicul (Infectopharm) | Permethrin | Auch geeignet | - |
| Mosquito Med (Wepa) | Mineralöl | Auch geeignet | - |
| Licener (Hennig) | Neem-Extrakt | Mit Einschränkung geeignet | - |
| Linicin (Meda) | Dimeticon/Öle | Mit Einschränkung geeignet | - |
| Nyda (Pohl Boskamp) | Dimeticon/Triglyzeride/Jojobawachs | Mit Einschränkung geeignet | - |
| Nyda Plus (Pohl Boskamp) | Dimeticon/Triglyzeride/Jojobawachs | Mit Einschränkung geeignet | - |
| Jacutin Pedicul Spray (Almirall Hermal) | Allethrin/Piperonylbutoxid | Wenig geeignet | - |
| Sos Läuse-Shampoo (Windstar Medical) | Kokosöl | Wenig geeignet | - |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl des richtigen Läusemittels von verschiedenen Faktoren abhängt, einschließlich der individuellen Verträglichkeit, der Einwirkzeit und der möglichen Resistenz der Läuse gegen bestimmte Wirkstoffe. Daher ist es ratsam, sich von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen, um das am besten geeignete Produkt für Ihre spezifische Situation auszuwählen.
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