Die Rolle der Perücke im Film: Von Hans Albers bis Hildegard Knef

Die Welt des Films ist eine Welt der Illusionen, in der Kostüme und Maskerade eine zentrale Rolle spielen. Besonders die Perücke ist ein wichtiges Requisit, um Charaktere zu verwandeln und historische Epochen authentisch darzustellen. Dieser Artikel beleuchtet die Verwendung von Perücken im Film, von bekannten deutschen Schauspielern wie Hans Albers bis hin zu internationalen Filmproduktionen.

„Die Deutschen Filmmuseen beschäftigen sich mit Mode. Berlin hat das Nachthemd von Marlene Dietrich, Potsdam die Perücke von Hans Albers und Düsseldorf die Schuhe von Kinski“, urteilte einst Werner Nekes.

Hans Albers

Die Verwandlung des Tim Fischer in Hildegard Knef

Tim Fischer singt Hildegard Knef - Die Welt ging unter am Zürichsee @ Gloria Köln 16.11.2025

Für die Hamburg Premiere seines Chanson-Programms verwandelt sich Tim Fischer auch optisch in diesen Weltstar mit der rauchigen Stimme: "Das Knef-Make-up, das zeichnet sich eigentlich aus durch Wimpern natürlich, dafür steht die Knef, die hatte teilweise doppellagige, und wenn dann die Perücke drauf ist, dann wirken die Augen ganz natürlich.

Schöne Haare habe die Knef gehabt - "und jetzt hab ich sie auch", ergänzt Fischer und setzt sich eine schulterlange Perücke auf, dunkelblond, ein bisschen Seventies-Style.

Auf der Bühne des St. Pauli Theaters steht der Künstler im blauen Paillettenkleid, einen hauchdünnen Schleier um die Schultern.

Man spürt, auf der Bühne verleiht er seiner Hilde viel von sich selbst - er imitiert nicht, er verbeugt sich vor der Knef, leiht sich nur subtil ein paar der typischen Knef-Gesten: eine weggeworfene Hand, das resolute Nicken des Kopfes, das offene Lächeln.

Der Künstler bewundert die Direktheit von Hildegard Knef, ihre Schnoddrigkeit, ihre Ehrlichkeit.

"Sie hat ja auch unglaublich polarisiert, die einen haben gesagt, die kann ja nicht singen, die hat keine Stimme, und andere haben sie vergöttert", beschreibt Fischer die Ambivalenz der Künstlerin.

Tim Fischer singt es kraftvoll, er hebt die Arme in die Luft: eine Hymne an das Leben, an das "Trotzdem", für das die Knef stand.

Hildegard Knef wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Chansonnier Tim Fischer verneigt sich im Hamburger St. St.

Tim Fischer als Hildegard Knef

Die Ambivalenz des historischen Kostümfilms

Dem historischen Kostümfilm ist eine faszinierende Ambivalenz eigen.

Einerseits setzen zahllose Historienfilme auf den historisch verbürgten Mantel oder das zeit- und milieutypische Kleid, wenn der Anspruch erhoben werden soll, eine vergangene Epoche adäquat darzustellen.

Der Ehrgeiz nicht weniger Kostümdesigner zielt auf die Detailgenauigkeit der verwendeten Stoffe und Muster, die Werbekampagnen ungezählter Kostümfilme heben auf die Authentizität von Kleidung und Dekor ab.

Doch der historische Kostümfilm besitzt auch eine Kehrseite, die nicht auf historische Recherche und gestalterische Akribie verweist, sondern von aktuellen Modeströmungen, den Erfordernissen des Filmschauspiels und der Freiheit des künstlerischen Ausdrucks erzählt.

Kostümfilme sind nicht gefeit gegen die Bedürfnisse der Gegenwart und die Notwendigkeiten der Filmproduktion.

Warum auch: Für den artistischen Kampf des Abenteurers ist der Umhang, der getreu einer historischen Vorlage geschneidert wurde, ungeeignet.

Und für das zeitgenössische Publikum ist das period drama eben auch insofern interessant, als es die eigenen zeitgenössischen Vorstellungen von Mode, Schönheit und Geschmack stimulieren kann.

Beispiele aus der Filmgeschichte

Einige bemerkenswerte Beispiele für den Einsatz von Kostümen und Maskerade in historischen Filmen sind:

  • Das Privatleben Heinrichs VIII. (1933): Charles Laughton spielt Heinrich VIII. als Kraftmeier, Scheusal und betrogenen Gatten. Die Sorge seiner zum Tode verurteilten Frau Anne Boleyn um ihre Frisur und das fröhliche Pfeifen des Henkers beim Schleifen seines Schwertes sind bezeichnend für den abgründigen Humor des Films.
  • Madame Dubarry (1919): Ernst Lubitsch katapultiert sich mit diesem Film an die Spitze der deutschen Filmregisseure. Pola Negri und Emil Jannings brillieren in einem Spektakel mit gepuderten Perücken und wallenden Rokoko-Gewändern.
  • Victoria the Great (1937): Anna Neagle und Adolf Wohlbrück (Anton Walbrook) überzeugen in diesem Film über Königin Victoria und Prinz Albert. Der Film kam genau 100 Jahre nach ihrer Thronbesteigung ins Kino.
  • Stolz und Vorurteil (1940): Die sorgfältig gestaltete MGM-Verfilmung von Jane Austens Roman präsentiert sich als Screwball Comedy über Sitten, Moral und Bildung. Die Abendkleider wurden von Adrian entworfen.

Gerüchte und Realität

Es gibt viele Gerüchte darüber, welche Prominenten Toupets oder Perücken tragen. Bei Hans Albers und Sean Connery ist es bekannt, aber auch Peter Alexander, Lex Barker und viele andere wurden verdächtigt. Oftmals wird jedoch auch mit Streuhaar oder Schminke nachgeholfen, um das Haar voller wirken zu lassen.

Tatsächlich wird bei Schauspielern oft nachgeholfen, auch wenn sie eigentlich volles Haar haben, damit das Haar noch kräftiger wirkt.

So wie Schauspieler meist auch vorher geschminkt werden. Es ist daher gut möglich, dass einige der genannten Schauspieler trotz voller Haare noch zusätzlich Haarteile trugen.

Heutzutage wird da alternativ auch mit Streuhaar nachgeholfen.

Til SChweiger z. B. hat ja auch an sich noch recht volles Haar, außer dass man bei Licht oder wenn er die Haare gegelt hat, die Kopfhaut durchschimmert.

In Filmen allerdings sieht man sie nicht. Da wird mit Sicherheit auch nachgeholfen.

Letztendlich bleibt die Verwendung von Perücken und anderen Hilfsmitteln in Filmen ein faszinierendes Thema, das sowohl die Kunst der Verwandlung als auch die Illusionen der Filmwelt widerspiegelt. Ob es sich um historische Genauigkeit oder moderne Schönheitsideale handelt, die Perücke bleibt ein wichtiges Werkzeug für Schauspieler und Kostümdesigner.

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