Diffuser Haarausfall: Ursachen, Symptome und Therapien

Diffuser Haarausfall, medizinisch als "alopecia diffusa" bezeichnet, beschreibt einen Haarverlust, der gleichmäßig über die gesamte Kopfhaut verteilt auftritt. Beim diffusen Haarausfall dünnen die Haare auf dem ganzen Kopf gleichmäßig verteilt aus. Viele verschiedene Ursachen können dahinterstecken, zum Beispiel Erkrankungen an der Schilddrüse, hormonelle Umstellungen, Nährstoffmangel oder Stress. Dies unterscheidet ihn klar von anderen Formen wie dem erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) oder dem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), bei denen der Verlust lokal begrenzt auftritt.

Haarausfall wird als verstärkt bezeichnet, wenn pro Tag über 50 Haare verloren werden. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Häufig gibt es einen Auslöser dafür. Es gibt eine große Breite an Ursachen, die Haarausfall verursachen können, auch andere Grunderkrankungen. Kahle Stellen treten beim diffusen Haarausfall nicht auf. Die Haare werden über den Kopf gleichmäßig dünner. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Diffuser Haarausfall ist an sich keine Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom für eine tiefergehende Störung des Körpers. Es gibt immer ein auslösendes Ereignis, das für die Störung in den einzelnen Phasen des Haarzyklus verantwortlich ist, wie z.B. eine Chemotherapie.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Was sind die Ursachen von diffusem Haarausfall?

Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.

Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.

Hormonelle Umstellung

Hormone sind eine der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall bei der Frau. Der weibliche Körper macht durch die Einnahme von empfängnisverhütenden Mitteln, eine Schwangerschaft und die Wechseljahre viele Phasen durch, die den Hormonhaushalt stark beeinflussen. Fast die Hälfte aller Frauen klagt beispielsweise über diffusen Haarausfall nach der Schwangerschaft, weil der Östrogenspiegel sinkt und Haarverlust begünstigt wird. Auch das Absetzen der Pille und das Einsetzen der Wechseljahre führt zu einem Hormonumschwung und kann die Ursache für diffusen Haarausfall sein.

In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen. Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.

Nährstoffmangel

Eine gesunde Ernährung ist die Basis für gesundes Haar. Kommt es aufgrund einer Mangelernährung, etwa durch eine Essstörung, eine Diät oder ein alternatives Ernährungskonzept, wie Veganismus, zu einer Unterversorgung bestimmter Nährstoffe, kann dies zu diffusem Haarausfall führen. Speziell Eisenmangel wurde als Ursache für Haarausfall von der Wissenschaft ausgemacht. Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. die reaktiven ANACAPS von Ducray unterstützen die Nährstoffversorgung der Haare bei temporärem Haarausfall.

Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Stress

Emotionaler Stress, etwa der Verlust eines geliebten Menschen, kann diffusen Haarausfall verursachen. Doch auch Schwierigkeiten auf der Arbeit oder Probleme im Umgang mit der Familie und Freunden können zu einem erhöhten Stresslevel führen, welches den Ausfall von Haaren bedingt.

Akute Stress-Situationen. Dazu zählen schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.

Weitere Ursachen

  • Physikalischer Stress: Gerade diffuser Haarausfall bei Frauen ist nicht selten durch mechanische Reize an der Kopfhaut bedingt. Heißes Föhnen, chemische Reize durch Tönungen und Färbungen, heiße Glätteisen und Dauerwelle sowie Flechtfrisuren und zu enge Zöpfe stressen die Haare und die Kopfhaut und können zu Haarverlust führen.
  • Pflegefehler: Falsche Pflegeprodukte, wie unverträgliche Shampoos oder Spülungen, führen ebenfalls zu diffusem Haarausfall bei Mann und Frau. Nutzen Sie am besten milde Shampoos ohne unnötige Zusatzstoffe.
  • Medikamente und Krankheiten: Ist der Körper aufgrund einer Erkrankung angeschlagen, kann sich das auch auf den Haarzyklus auswirken und für Haarausfall sorgen. Eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Erkrankungen der Kopfhaut wie Pilze, Ekzeme und Schuppenflechten bedingen nicht selten Haarverlust. Darüber hinaus haben viele Medikamente Haarausfall als Nebenwirkung im Beipackzettel stehen.
  • Jahreszeit: Einige Dermatologen konnten in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen diffusem Haarausfall und der Jahreszeit erkennen. Manche Frauen verlieren demnach im Herbst oder im Frühjahr mehr Haare, als im Rest des Jahres.

Medikamente, die Haarausfall auslösen können:

  • Antibiotika
  • Heparin ("Blutverdünner")
  • ACE-Hemmer und Betablocker (u. a. gegen hohen Blutdruck)
  • Lipidsenker (Arzneimittel, die die Blutfette senken)
  • Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge wie der Wirkstoff Acitretin)
  • Schilddrüsenmedikamente (sog. Thyreostatika)
  • Schmerzmittel (Analgetika)

Symptome von diffusem Haarausfall

Das Hauptmerkmal des diffusen Haarausfalls ist eine generelle Ausdünnung der Haare über den gesamten Kopf. Oft tritt dieses Symptom erst zwei bis vier Monate nach dem auslösenden Ereignis auf, wie etwa einer Erkrankung oder hormonellen Veränderung. Der Haarverlust wird meist beim Kämmen oder Haarewaschen besonders deutlich. Mit fortschreitendem Haarausfall beginnt die Kopfhaut immer mehr durchzuschimmern.

Es kommt zu einem Verlust von über 50-100 Haaren pro Tag. Das Haar-Bild erscheint insgesamt lichter und dünner, eventuell ist die Kopfhaut dadurch sichtbarer. Kahle Stellen sind nicht vorhanden.

Wie wird diffuser Haarausfall diagnostiziert?

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Betroffene können sich an eine hausärztliche Praxis oder direkt an eine*n Dermatologin*Dermatologen wenden. Um die Ursache des Haarausfalls zu identifizieren, erfolgt zunächst eine gründliche Anamnese. Der*die Arzt*Ärztin wird nach der Dauer und dem Ausmaß des Haarausfalls, möglichen Begleitbeschwerden sowie nach der Einnahme von Medikamenten oder kürzlichen Veränderungen im Lebensstil fragen.

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:zuletzt akut krank war und Fieber hatteeine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leberregelmäßig Medikamente einnimmtseine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät machtemotionalem Stress ausgesetzt ist oder warmit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hatvor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Weitere wichtige Informationen für die Diagnose umfassen:

  • akute oder vergangene Erkrankungen oder Infektionen, insbesondere Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen
  • Vorkommen von Haarausfall in der Familie (z.B. erblich bedingter Haarausfall)
  • Veränderungen der Ernährung oder Diäten
  • Bei Frauen: Verhütungsmethoden oder Eintritt der Wechseljahre

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Therapie von diffusem Haarausfall

Die Therapie des diffusen Haarausfalls richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Liegt der Haarausfall beispielsweise an einer Erkrankung oder an einem Medikament, bessert sich der Haarzustand meist innerhalb von sechs Monaten nach der Behandlung oder dem Absetzen des entsprechenden Präparats.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.

Bei diagnostizierten Mangelzuständen (z. B. Eisenmangel oder Zinkmangel) kann eine gezielte Supplementierung den Haarausfall positiv beeinflussen. Ein allgemeiner Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ohne ärztliche Absprache wird jedoch nicht empfohlen.

Können Mittel gegen Haarausfall oder eine Haartransplantation helfen?Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Eine relativ neue Behandlungsmethode ist die PRP-Therapie (Platelet-rich Plasma). Hierbei wird Eigenblut aufbereitet und als konzentriertes Plasma mit Blutplättchen in die Kopfhaut injiziert. Dadurch sollen die Haarwurzeln stimuliert werden. Die Therapie kommt aber vorwiegend beim androgenetischen und kreisrundem Haarausfall zum Einsatz.

Was hilft gegen diffusen Haarausfall?

Gegen diffusen Haarausfall werden unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:

  • Finasterid (5-alpha-Reduktase-Hemmer)
  • Minoxidil (Antihypertensivum)
  • Zink (Spurenelement)

Wie lässt sich diffuser Haarausfall behandeln?

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.

Diffusem Haarausfall vorbeugen: Tipps für gesundes Haar

Verschiedene Maßnahmen können dazu beitragen, diffusem Haarausfall vorzubeugen und das Wachstum der Haare begünstigen. Dazu zählen folgende Tipps:

  • gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung liefert wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen, Zink und Biotin, die für gesundes Haarwachstum unerlässlich sind. Lebensmittel wie mageres Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und grünes Gemüse sollten regelmäßig verzehrt werden. Vitamin C kann helfen, die Eisenaufnahme zu verbessern, was einem Eisenmangel vorbeugen kann. Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel kann eine Blutuntersuchung Klarheit schaffen.
  • Stress reduzieren: Stress kann Haarausfall begünstigen, da Stresshormone den Haarzyklus stören. Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder regelmäßige Bewegung helfen dabei, den Stresspegel zu senken und die Gesundheit der Haare zu fördern.
  • richtige Haarpflege: Verwenden Sie milde Shampoos ohne aggressive Inhaltsstoffe und vermeiden Sie übermäßige Hitzeeinwirkung durch Föhnen oder Glätten.

Dauer von diffusem Haarausfall

Der Verlauf des diffusen Haarausfalls hängt maßgeblich von der zugrundeliegenden Ursache ab. Bis die Haare wieder komplett nachgewachsen sind, kann es auch Monate bis zu einem Jahr dauern. Nach Beseitigung der Ursache kann es drei bis sechs Monate dauern, bis das Haarwachstum wieder normal ist. Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach. In vielen Fällen wachsen die Haare nach erfolgreicher Behandlung der Ursache innerhalb von sechs Monaten wieder nach.

tags: #diffuser #haarausfall #ursachen #dauer

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen