Frauen leiden immer häufiger an Haarausfall. Doch gerade weil das Problem alltäglich werden kann, sind die Unsicherheiten oft groß. Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, die mit hormonellen Veränderungen und verschiedenen körperlichen Symptomen einhergeht. Eines der Symptome, mit denen Frauen in den Wechseljahren konfrontiert sind, ist Haarausfall.
In diesem Beitrag werden wir uns mit den Ursachen und möglichen Maßnahmen gegen Haarausfall während der Wechseljahre befassen.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.
Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.
Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent. Haare gehen vermehrt in den Ruhezustand über.
Haarausfall tritt auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Bestrahlung auf. Solche Behandlungen schädigen gesundes Gewebe, das schnell wächst und sich erneuern kann - wie die Haare. In der Folge der Therapie verkümmern die wachsenden Haare und fallen ein bis vier Wochen später aus. Das passiert meist sehr rasch und großflächig. In der Regel betrifft es neben dem Kopfhaar auch Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung.
Teilweise brechen die Haare wenige Millimeter über der Kopfhaut ab. Man nennt sie deshalb umgangssprachlich „Ausrufezeichen-Haare“. Vergiftungen, zum Beispiel mit Schwermetallen wie Thallium oder Kadmium, können ebenfalls zu einem raschen Ausfall der Haare führen.
Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.
Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.
Während der Wechseljahre erleben Frauen einen natürlichen Rückgang der Hormonproduktion, insbesondere von Östrogen und Progesteron. Bereits leichte Veränderungen im Hormonspiegel können zu Haarausfall führen. Wenn der Hormonspiegel sinkt, kann dies zu einer Veränderung des Haarzyklus führen, was wiederum zu Haarausfall führen kann. Es ist daher wichtig zu verstehen, dass Haarausfall in der Menopause eine normale Reaktion des Körpers auf hormonelle Veränderungen ist und bei vielen Frauen auftritt.
Während der Wechseljahre kommt es zu einem allmählichen Rückgang des Östrogen- und Progesteronspiegels. Der Abfall dieser Hormone kann zu einer Verkürzung der Wachstumsphase (Anagenphase) des Haares führen, während die Ruhe- und Ausfallphase (Telogenphase) verlängert wird. Dies kann zu einem dünner werdenden Haar und vermehrtem Haarausfall führen.
Neben den hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren können auch andere Faktoren Haarausfall verursachen. Dazu gehören die genetische Veranlagung, Krankheiten, Stress, Mangelernährung oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Deshalb ist es wichtig, mögliche Ursachen durch einen Arzt abklären zu lassen, um die genaue Ursache des Haarausfalls in den Wechseljahren zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zu besprechen.
Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.
Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.
Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter. Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein. Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.
Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:
Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme. Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.
Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.
Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren. In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.
Hier sind einige Tipps und Empfehlungen, die helfen können, Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren und das Haarwachstum zu fördern:
Ein gutes Zusammenspiel der Hormone sorgt ebenso wie eine gute Mineralstoffversorgung für gesundes, kräftiges Haar. Hier sind einige Hausmittel, die unterstützend wirken können:
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.
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