Diffuser Haarausfall: Ursachen und Behandlung

Diffuser Haarausfall, auch bekannt als Alopecia diffusa oder Effluvium diffusum, ist ein Zustand, bei dem es zu einem gleichmäßigen Verlust von Haaren über die gesamte Kopfhaut kommt. Im Gegensatz zum erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) oder kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) entstehen hierbei keine kahlen Stellen, sondern das Haarbild erscheint insgesamt lichter und dünner. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von diffusem Haarausfall.

Beispielbild: Diffuser Haarausfall (Effluvium)

Was ist diffuser Haarausfall?

Unter diffusem Haarausfall (Alopecia diffusa) versteht man einen Haarverlust, der nicht auf einzelne Kopfhautzonen beschränkt ist. Vielmehr betrifft er die gesamte Haarwuchszone: „diffus“ stammt vom lateinischen diffusum = ausgegossen, verstreut. Der medizinische Fachbegriff für die Erscheinung lautet Alopecia diffusa.

Diffuser Haarausfall wird als verstärkt bezeichnet, wenn pro Tag über 50 Haare verloren werden. Bei Frauen tritt diffuser Haarausfall häufiger auf als bei Männern.

Ursachen von diffusem Haarausfall

Es gibt eine große Bandbreite an Ursachen, die diffusen Haarausfall verursachen können. Mögliche Gründe sind:

  • Hormonelle Umstellung: Nach der Menopause, Absetzen der Pille, Schwangerschaft oder auch durch eine Störung der Schilddrüsenhormone. Schwankende Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone kommen häufig vor: In der Pubertät, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Einnahme oder Absetzen der Pille oder einer Hormonspirale oder nach der Menopause. Aber auch andere hormonelle Störungen können Haarverlust verursachen. Häufig ist eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse Auslöser.
  • Mangel an Nährstoffen: Z.B. Vitamine, Zink, Eisenmangel oder eine einseitige Ernährung. Auch wenn man Mangelerscheinungen nicht in einem Industriestaat vermuten würde, kommen sie bei uns nicht selten vor und können ein Haarverlust bedingen. Gefährdete Personen sind deshalb besonders Schwangere, Sportler, Vegetarier und Veganer und Menschen mit bestimmten Magen- oder Darmerkrankungen. Am häufigsten kommt ein Eisenmangel vor. Aber auch zu wenig Zink, Selen, Aminosäuren oder Proteine können Haarausfall begünstigen.
  • Infektionen: Etwa 2-4 Monate nach einer Infektion, z.B. Grippe oder Corona-Infektion.
  • Saisonaler Wechsel: Häufig im Frühling und im Herbst verstärkt.
  • Hauterkrankungen der Kopfhaut: Z.B. Schuppenflechte, atopische Dermatitis (Neurodermitis), Pilzinfektionen.
  • Schwere Allgemeinerkrankung / chronische Erkrankungen: Z.B. Tumorerkrankungen, Lungenentzündung.
  • Haarausfall durch Medikamente: Z.B. durch eine Chemotherapie.
  • Stress und psychische Belastung: Die Zusammenhänge von Stress und Haarausfall sind nicht ganz klar. Vermutet wird aber, dass durch Stress vermehrt entzündungsfördernde Substanzen freigesetzt werden.
  • Zug oder Druck: Z.B. durch Tragen eines straffen Zopfes.
  • Medikamenteneinnahme: Haarverlust ist eine Nebenwirkung von zahlreichen Medikamenten, auch wenn der genaue Wirkmechanismus meistens nicht bekannt ist. Eine übermäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, damit verbundene Unverträglichkeiten oder insbesondere solche, die den DHT-Spiegel beeinflussen, können ebenfalls mit Haarausfall (z. B. Creatin) in Verbindung gebracht werden.
  • Erkrankungen der Kopfhaut: Erkrankungen der Kopfhaut wie eine Schuppenflechte oder ein Pilzbefall können zu Haarausfall führen. Aber auch klassische Erkrankungen, mit starkem Fieber o.ä. können zu diffusem Haarausfall führen.
  • Chemotherapeutika und Bestrahlung: Chemotherapeutika und Bestrahlung sind die wohl bekanntesten Auslöser eines diffusen Haarausfalls. Dazu gehören die Haarwurzelzellen - sie werden bereits in der Wachstumsphase gehemmt und daher fallen die Haare zeitnah nach der Exposition aus.
  • Vergiftungen: Vergiftungen mit Schwermetallen können als Zellgift für akuten Haarausfall sorgen. Je nach Dosis und Wirkdauer kann sich die Intensität unterscheiden.
  • Autoimmunerkrankungen: Auch Autoimmunerkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen können, treten bei Frauen häufiger auf.

Insgesamt wird aber nur in etwa 70 Prozent der Fälle eine Ursache für den diffusen Haarverlust gefunden.

Weitere mögliche Ursachen: Ungeeignete Pflegeprodukte, wie etwa unverträgliche Shampoos oder Spülungen, können diffusen Haarausfall bei Frauen und Männern begünstigen.

Die individuelle Ursache sollte daher am besten mit dem behandelnden Arzt ausfindig gemacht werden. Ansprechpartner bei Haarausfall und anderen Erkrankungen der Haare ist der Dermatologe.

Symptome von diffusem Haarausfall

Es kommt zu einem Verlust von über 50-100 Haaren pro Tag. Das Haar-Bild erscheint insgesamt lichter und dünner, eventuell ist die Kopfhaut dadurch sichtbarer. Kahle Stellen sind nicht vorhanden.

Betroffene bemerken den Haarausfall häufig durch vermehrte Haare im Kamm oder der Bürste nach der Haarpflege oder auch durch eine Anhäufung von Haaren im Waschbecken oder der Dusche.

Der diffuse Haarausfall führt sowohl bei Männern als auch bei Frauen meist dazu, dass das gesamte Kopfhaar ausgedünnt erscheint. Manchmal können aber auch lokal einzelne Stellen betroffen sein wie Scheitel, Oberkopf oder Geheimratsecken.

Diagnose

Wenn Sie bei sich selbst oder einem Familienmitglied einen diffusen Haarausfall feststellen, können die ersten Untersuchungen vom Hausarzt vorgenommen werden. Es wird eine genaue Anamnese erhoben, die auch eine Familienanamnese umfasst. Der Arzt wird nach besonderen Vorkommnissen in der letzten Zeit fragen, ob Sie neue Medikamente eingenommen haben (auch frei verkäufliche), ob sie einen Infekt hatten, sich anders ernähren oder weitere Veränderungen an Ihrem Körper aufgefallen sind.

Durch eine körperliche Untersuchung können Auffälligkeiten an Haut oder Haaren festgestellt werden. Blutwerte und eine Urinprobe können die Funktion der Schilddrüse prüfen sowie den Spiegel der Geschlechtshormone oder bestimmte Nährstoff- und Vitaminmangelzustände aufspüren.

Zu den spezielleren Untersuchungen gehört ein Zupftest, bei dem der Arzt eine Strähne von etwa zehn Haaren in die Hand nimmt und mit konstanter Kraft zieht. Lassen sich dabei mehr als drei bis vier Haare ausziehen, deutet das auf einen relevanten Haarverlust hin.

Ein Dermatologe kann auch ein Trichogramm veranlassen, bei dem etwa 50 bis 100 Haare ausgezupft und unter dem Mikroskop beurteilt werden. Im Trichoscan wird eine kleine Stelle der Kopfhaut rasiert und anschließend die Struktur der nachwachsenden Haare beurteilt.

Manchmal kommt eine Biopsie der Kopfhaut infrage. Dabei wird ein kleines Stück Kopfhaut samt Haarfollikeln entnommen und mikroskopisch untersucht. Neben Veränderungen der Haarwurzeln können sich dort auch Hinweise auf Entzündungen, Narben oder Hautkrankheiten finden.

Komplikationen

An sich ist der diffuse Haarausfall für die Patient*innen nicht gefährlich und kann seinen gesundheitlichen Zustand nicht verschlechtern. Jedoch ist nicht außen vor zu lassen, dass diese Krankheit zu einer großen psychischen Belastung werden kann, insbesondere bei betroffenen Frauen.

Was hilft WIRKLICH gegen Haarausfall?

Therapie und Behandlung

Ist die Ursache festgestellt, sollte diese behandelt werden. Des Weiteren sind äußere Faktoren (wie Stress, psychische Belastung, Zug oder Druck) möglichst zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung kann ebenso unterstützend wirken!

Der Wirkstoff Minoxidil kann als Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Dieser Wirkstoff führt zu einer Stimulation des Haarfollikelwachstums.

Die Therapie des diffusen Haarausfalls richtet sich dabei nach der verursachenden Erkrankung. Hormonelle Störungen bedürfen einer ausführlichen Diagnostik. Je nach Ursache des hormonellen Ungleichgewichtes kommen dann zum Beispiel bestimmte Medikamente als Therapie in Frage.

Auch bei einem Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen sollte eine gründliche Diagnostik erfolgen. Die fehlenden Stoffe können dann zum Beispiel in Tablettenform eingenommen werden.

Bei Vorliegen von psychischen Erkrankungen, die sich in Form von Haarausfall präsentieren, sollte eine Überweisung zu einem Psychologen oder Psychiater erfolgen. Hier kann den Betroffenen mit vielfältigen Therapiekonzepten geholfen werden, die beispielsweise Gesprächstherapie oder eine medikamentöse Therapie beinhalten.

Tritt der Haarausfall als Neben- oder Wechselwirkung einer Medikamenteneinnahme auf, dann sollte die aktuelle Medikamenteneinnahme noch einmal überprüft und, wenn möglich, angepasst werden.

Ist der diffuse Haarausfall sehr stark fortgeschritten oder gestaltet sich die Behandlung der Ursache als sehr schwierig, dann kann auch eine Haartransplantation in Betracht gezogen werden. Hier kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die das äußere Erscheinungsbild der Betroffenen verändern und so den bestehenden Leidendruck mindern können.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten:

  • Haarpigmentierung (Scalp Micro Pigmentation): Ganz natürlich wirkende Farbpigmente werden so in die Kopfhaut eingebracht, dass sich eine merkliche optische Verdichtung ergibt.
  • Haarwurzelbehandlung: Ihre Kopfhaut wird mit plättchenreichem Blutplasma versorgt, das Wachstumsfaktoren und gehaltreiche Stammzellen aktivieren kann.
  • Mesohair-Therapie: Über sehr feine Nadeln werden ausgesuchte Wirkstoffe in Ihre Kopfhaut gegeben. So können die Blutzirkulation und die Gewebeversorgung oft verbessert werden.
  • Eigenhaartransplantation: Eignet sich zwar kaum dafür, die gesamte Kopfhaut mit Haaren aufzufüllen, kann aber in bestimmten Bereichen hilfreich sein.

Wirkstoffe gegen diffusen Haarausfall:

  • Finasterid (5-alpha-Reduktase-Hemmer)
  • Minoxidil (Antihypertensivum)
  • Zink (Spurenelement)

Wenn die Ursache des diffusen Haarausfalls behoben wurde, setzt nach einiger Zeit das Haarwachstum wieder ein. Als unterstützende Maßnahme, um das Haar wieder gesund und voll werden zu lassen, können bio-regenerative Methoden dienen.

Zu den wichtigsten bio-regenerativen Methoden gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, das reich an Zytokinen, Mikronährstoffen und Wachstumsfaktoren ist. Daneben enthält es viele Blutplättchen, die wertvolle Proteine für das Zellwachstum und die Zellregeneration enthalten. Das aufbereitete Blut wird dem Patienten in die Kopfhaut injiziert. Dort stimuliert es die Haarwurzel, sodass diese wieder aktiviert wird und das Wachstum neuer Haare beginnen kann. Auch die Neubildung von Gefäßen in der Kopfhaut wird gefördert.

Eine weitere Möglichkeit, die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern und das Haarwachstum zu stimulieren, ist die Low-Level-Laser-Therapie.

Ergänzend kann eine Stammzellen-Therapie wirken. Dabei wird dem Patienten Unterhautfettgewebe entnommen und aufbereitet, um es dann in die Kopfhaut zu spritzen.

Eine Methode aus der Alternativmedizin ist die Meso-Therapie. Je nach Indikation werden verschiedene Medikamente, Vitamine, Spurenelemente, homöopathische Mittel oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert, um dort die Selbstheilungskräfte anzuregen.

Vorbeugung von diffusem Haarausfall

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können Sie dem diffusen und durch Mangelerscheinungen hervorgerufenen Haarausfall in einem gewissen Umfang vorbeugen.

Meditation, Yoga und regelmäßiger Sport sind für die Ausgeglichenheit und Stressreduktion förderlich und tragen somit auch dazu bei, dem stressbedingten Haarausfall vorzubeugen.

Bei der Haarpflege ist es wichtig, das Haar nicht zu häufig und zu grob zu kämmen und zu bürsten, besonders im nassen Zustand. Auch eine übermäßige Belastung durch Hitze (z. B. durch Fön oder Glätteisen) sollte vermieden werden, da hier durch Haarstrukturschäden verursacht werden können. Ebenso kann ein zu straffer Pferdeschwanz zu Haarausfall führen.

Zusammenfassung

Diffuser Haarausfall ist ein komplexes Problem, das viele Ursachen haben kann. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Dermatologen, um die beste Vorgehensweise für Ihre individuelle Situation zu finden.

Fakten über diffusen Haarausfall:

  • Haarausfall wird als verstärkt bezeichnet, wenn pro Tag über 50 Haare verloren werden.
  • Es gibt eine große Breite an Ursachen, die Haarausfall verursachen können, auch andere Grunderkrankungen.
  • Kahle Stellen treten beim diffusen Haarausfall nicht auf.
  • Die Haare werden über den Kopf gleichmäßig dünner.
  • Bis die Haare wieder komplett nachgewachsen sind, kann es auch Monate bis zu einem Jahr dauern.

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