Haarausfall beim Deutschen Schäferhund: Ursachen und Lösungen

Haarausfall bei Hunden ist ein häufiges Thema, das viele Hundebesitzer besorgt. Ein gewisses Maß an Haarverlust ist normal, insbesondere während des saisonalen Fellwechsels. Wenn der Haarausfall jedoch plötzlich auftritt, sich verstärkt oder kahle Stellen entstehen, kann dies auf Probleme hindeuten. Wenn ein Hund vermehrt Haare verliert, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Deutscher Schäferhund

Häufige Ursachen für Haarausfall

Hier ist eine Zusammenfassung von Erkrankungen, die Fellverlust beim Hund auslösen.

  1. Saisonaler Fellwechsel: Der saisonale Fellwechsel ist eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall. Besonders im Frühjahr und Herbst verlieren Hunde vermehrt Haare, um sich an die wechselnden Temperaturen anzupassen. Dies ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Zweimal im Jahr ist Fellwechsel angesagt. Der Hund verliert sein Winterfell im Frühling und legt sich ein dünneres und oft auch glatteres Sommerfell zu. Im Herbst geht es dann retour: Der Hund verliert das Sommerfell, der Winterpelz kommt. Der Fellwechsel zieht sich über einige Wochen. Ihr Hund verliert zwar Fell in dieser Zeit, aber das ist völlig normal.

    Übrigens: Manche Hunde verlieren ihr Fell im Fellwechsel nicht mehr so stark, weil in der Wohnung konstante Temperaturen herrschen. Wieder andere weisen andere Haarzyklen auf und müssen geschoren werden.

  2. Allergien: Hunde können allergisch auf verschiedene Umweltfaktoren wie Pollen, Hausstaubmilben oder Futtermittel reagieren.

    Bei Veränderungen an Fell oder Haut muss auch an Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien gedacht werden.

  3. Parasitenbefall: Flöhe, Milben und Zecken können Haarausfall verursachen, indem sie die Haut reizen. Die Canine Demodikose ist eine durch exzessive Vermehrung der Haarbalgmilbe Demodex canis ausgelöste parasitäre Hauterkrankung. Sie äußert sich durch Schädigungen im Haarwurzelbereich, Haarausfall und schuppigen Hautausschlag oder eitrige Sekundärinfektionen.

    Da Vierbeiner oft allergisch auf den Speichel von Flöhen reagieren, kann es auch bei einem Flohbefall zu Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall kommen.

  4. Hormonelle Erkrankungen: Erkrankungen wie Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) oder das Cushing-Syndrom (Überproduktion von Cortisol) können zu Haarausfall führen.

    Durch Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) entsteht erst trockenes, stumpfes Fell. Der Hund verliert Fell am Hals oder an anderen Hautfalten, wo viel Reibung herrscht. Häufig bilden sich dann symmetrische haarlose Bereiche am Rumpf.

    Beim Cushing-Syndrom (Hyperadrenocortizismus, Hypercortisolismus) kommt es ebenfalls erst zu stumpfem Fell und Schuppen. Dann folgt Haarausfall am ganzen Rumpf, bei manchen Hunden wird das Fell nur dünner ohne kahle Stellen zu bilden.

    Hormonbedingter Haarausfall tritt häufig bei weiblichen Tieren auf, oft nach einem Wurf. Nach Kastrationen kann es vor allem bei Rüden zu einer Veränderung des Fells kommen.

  5. Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung kann zu Nährstoffmängeln führen, die sich negativ auf die Haut- und Fellgesundheit auswirken. Auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen ist möglich, jedoch bei der Ernährung durch handelsübliches Alleinfutter für Hunde unwahrscheinlich, da die Hersteller den Nährstoffbedarf in der Regel vollständig abdecken.

    Ein hochwertiges Hundefutter, das alle Vitamine, Mineralien und essentiellen Fettsäuren in ausreichender Menge enthält, ist die beste Voraussetzung für gesunde Haut und schönes Fell.

  6. Infektionen: Bakterielle Infektionen oder Pilzbefall (z. B. Dermatophytose) können die Haut schädigen und zu lokalisiertem Haarausfall führen. Dermatophytosen sind bei Hund und Katze weit verbreitet. Der häufigste Erreger ist der Dermatophyt Microsporum canis. Die Infektion erfolgt über bestimmte Pilzteile , die sich an Haaren oder Schuppen infizierter Tiere befinden.

    Typisch für Hautpilz beim Hund: Kreisförmige haarlose Stellen, teilweise mit Schuppen und häufig ohne Juckreiz.

  7. Stress: Stress kann auch bei Hunden zu Haarausfall führen.

    Die häufigste Ursache (neben dem wetterbedingten Fellwechsel) für das Verlieren von Fell oder Haaren bei Hunden ist Stress. Wenn ein Hund unter Stress steht, kann es zu vereinzeltem Verlust von Haaren, aber auch von ganzen Haarsträngen kommen.

  8. Genetische Veranlagung: Einige Hunderassen neigen genetisch bedingt zu Haarausfall.
  9. Alopezie X: Alopezie X ist eine Haarfollikelstörung, deren Ursache nach wie vor nicht bekannt ist. Sie wird nach Ausschluss anderer Stoffwechsel-bedingter Ursachen als Diagnose gestellt. Es handelt sich dabei um ein kosmetisches bzw.
  10. Medikamente: Wird erdauerhaft mit Cortison behandelt, einem Medikament, das Entzündungen eindämmt, kann der Hund ebenfalls sein Fell verlieren.

Diagnose

Wenn Ihr Hund verliert Fell außerhalb des Fellwechsels? Suchen Sie bitte einen Tierarzt auf. Dieser wird Ihren Liebling gründlich untersuchen. Neben einer körperlichen Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf die Haut können weitere Checks notwendig werden. Insbesondere eine Blutuntersuchung ist hilfreich, um den diversen Stoffwechselstörungen auf die Spur zu kommen, die ursächlich sein können. Aber auch die mikroskopische Untersuchung von Haaren und Haut ist hilfreich.

Tierarzt untersucht Hund

Behandlung

Die Therapie richtet sich dann nach der Ursache. Während die Schilddrüsenunterfunktion recht einfach zu behandeln ist, können andere Erkrankungen schwieriger einzudämmen sein. Dies gilt insbesondere für z. B. Wenn eine greifbare Erkrankung vorhanden ist, sollten Sie Ihren Hund unbedingt dem Tierarzt vorstellen! Je stärker Haut und Haare geschädigt sind, z. B. durch Juckreiz, desto schwieriger wird es, den Weg zurück zu finden.

Sollte eine bakterielle Infektion der Auslöser des Haarausfalls sein, steht eine regelmäßige Wundhygiene mittels desinfizierender Lösungen und entzündungshemmender Shampoos im Mittelpunkt. Stellt sich daraufhin keine Besserung ein, ist ein Resistenztest ratsam. Das Ergebnis erlaubt eine gezielte Gabe von wirkenden Antibiotika, um Antibiotikaresistenzen zu verhindern.

Vorbeugung

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Haarausfall bei Ihrem Hund vorzubeugen:

  • Bürsten: Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und Hautschüppchen und fördert die Hautdurchblutung.
  • Baden: Möglichst selten baden: Das Hundefell reinigt sich prima selbst. Baden Sie Ihren Hund nur dann mit Shampoo, wenn er wirklich großflächig verschmutzt ist und wählen Sie dafür ein Hundeshampoo, das die Haut des Hundes möglichst wenig austrocknet. Gut ausspülen und abtrocknen ist wichtig, damit sich keine warme Feuchtigkeit unter dichtem Fell hält, die das Wachstum von Bakterien und Pilzen befördert. Wasser und Seife greifen zudem immer den Fett- und Säureschutzmantel der Haut an, was sie anfälliger macht für Infektionen.
  • Fütterung: Optimale Fütterung: Ein hochwertiges Hundefutter, das alle Vitamine, Mineralien und essentiellen Fettsäuren in ausreichender Menge enthält, ist die beste Voraussetzung für gesunde Haut und schönes Fell. Bei bereits bestehenden Problemen können essentielle Fettsäuren (z. B. in Leinöl) und Probiotika (fördern die Darmflora) unterstützend sehr hilfreich sein. Sprechen Sie ggfs.
  • Parasitenprophylaxe: Behandeln Sie Ihren Hund regelmäßig gegen innere und äußere Parasiten. Durch z. B. Milben hervorgerufene Hautveränderungen können sehr unangenehm sein. Würmer oder Einzeller, die im Darm leben, schädigen die Darmschleimhaut und verschlechtern die Futteraufnahme.

    Haarausfall beim Hund aufgrund von Ektoparasitenbefall können Sie vermeiden, indem Sie spezielle Halsbänder oder Spot-Ons als Prophylaxe eingesetzen. Diese sind mit Pyrethroiden versetzt und verhindern neben Flohbissen auch einen Zecken- und Milbenbefall.

  • Fellpflege: Eine regelmäßig durchgeführte Fellpflege kann dem Haarausfall ebenfalls deutlich vorbeugen. Eine regelmäßige Fellpflege mit den richtigen Fellpflegeprodukten sorgt zusätzlich für eine gesunde Hautflora und beugt Haarausfall vor.

Ein achtsamer Umgang mit den individuellen Bedürfnissen deines Hundes, regelmäßige Bewegung und eine liebevolle Begleitung im Alltag können maßgeblich dazu beitragen, die Lebensfreude deines Vierbeiners zu bewahren.

Haarausfall beim Hund | Ursachen & Behandlung

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