Deutsche Soldatenfrisuren: Ein Überblick über Vorschriften, Trends und kulturelle Einflüsse

Die Frisurvorschriften für Soldaten in Deutschland haben sich im Laufe der Zeit erheblich verändert. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Bestimmungen der Bundeswehr, beliebte Haarschnitte wie den Taper Fade, Undercut und Crew Cut, sowie die historischen und kulturellen Einflüsse, die diese Trends geprägt haben. Von militärischer Disziplin bis hin zu modernen Modeerscheinungen - die Frisuren deutscher Soldaten spiegeln ein breites Spektrum an Einflüssen wider.

Aktuelle Vorschriften der Bundeswehr zum äußeren Erscheinungsbild

Seit 2014 hat die Bundeswehr ihre Vorschriften zum äußeren Erscheinungsbild für Soldatinnen und Soldaten erneuert. Diese Vorschriften sind in der zentralen Dienstvorschrift A-2630/1 "Das äußere Erscheinungsbild für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr" festgelegt, die am 1. Februar in Kraft trat. Die Vorschrift behandelt neben Frisuren auch das Tragen von Bärten, Tattoos, Piercings und Schmuck.

Haare

Die Haare von Soldaten müssen kurz geschnitten sein, wobei Ohren und Augen nicht bedeckt sein dürfen. Die Haartracht von Soldatinnen darf die Augen nicht bedecken. Haare, die bei aufrechter Körper- und Kopfhaltung die Schulter berühren würden, sind am Hinterkopf komplett gezopft auf dem Rücken oder gesteckt zu tragen. Besonders auffällige Schnitte wie ein Irokese oder ein Sidecut sind nicht gestattet. Die Haare dürfen den Uniform- und Hemdkragen in aufrechter Haltung nicht berühren, nicht bis über die Ohren reichen oder die Augen bedecken. Ist dies der Fall, müssen die Haare am Hinterkopf zusammen gebunden oder hochgesteckt werden. In Bezug auf Haarfarben sind Tönungen und Färbungen zwar zugelassen, allerdings nur wenn sie sich im natürlichen Farbspektrum bewegen und keine starken Kontraste entstehen.

Bärte

Bärte sind bei der Bundeswehr grundsätzlich zugelassen, müssen aber gestutzt und gepflegt sein. Ein Vollbart ist dementsprechend zu kürzen. Will sich der Soldat einen Bart wachsen lassen, muss er dies während seines Urlaubs tun.

Weitere Bestimmungen

  • Tattoos: Tattoos sind bei der Bundeswehr teilweise erlaubt. Tattoos, die beim Tragen der Uniform sichtbar sind (insbesondere im gesamten Kopfbereich, Halsbereich, an den Unterarmen und Händen), müssen abgedeckt werden.
  • Piercings: Auch bei Piercings gibt es kein grundsätzliches Verbot der Bundeswehr. Was sichtbar ist, muss abgenommen werden. Also alle Piercings, die sich im Gesicht befinden wie Septum, Bites oder auch Piercings an Augenbraue und Ohren müssen abgelegt werden. Tunnel im Ohrläppchen sind nur dann zulässig, wenn sie durch eine hautfarbene Abdeckung bis zu einem Durchmesser von 15mm (1-Cent-Münze) vollständig abgedeckt werden.
  • Schmuck: Auch die Anzahl der getragenen Schmuckstücke spielt eine Rolle.
  • Accessoires: Erlaubt sind grundsätzlich Manschettenknöpfe und Krawattennadeln. Bei (Sonnen-)Brillen gilt das gleiche wie beim Schmuck - wenn, dann bitte dezent und ohne auffällige Farbe. Das Tragen einer Sonnenbrille können Vorgesetzte räumlich und zeitlich befristen, wenn es nicht der Einheitlichkeit des Anzuges entspricht. Die Gläser der Brille dürfen nicht verspiegelt sein. Accessoires wie Taschen und Regenschirme sind, je nach Anzug, ebenfalls erlaubt, wenn sie schlicht gehalten sind. Untersagt ist allerdings das Tragen von Hüft- und Gürteltaschen.
  • Make-up: Dezent ja, auffallend nein. Zwar ist das Tragen von pflegender und abdeckender Kosmetik, also beispielsweise mattierende Cremes oder Abdeckstifte, gestattet, bei dekorativer Kosmetik dagegen wird eine natürliche Erscheinung vorausgesetzt. Grelle und auffällige Farben sind verboten.
  • Nägel: Die Nägel von Soldaten und Soldatinnen müssen kurz sein, das heißt der Nagel darf die Fingerkuppe nicht überragen. So möchte die Bundeswehr eine Einschränkung beim Bedienen der Ausrüstung verhindern. Farben, auch vermeintlich dezente, sowie Verzierungen wie Strass, Glitzer usw. sind nicht gestattet.

Beliebte Haarschnitte für Soldaten

Neben den militärischen Vorschriften spielen auch aktuelle Trends eine Rolle bei der Wahl der Frisur. Hier sind einige der beliebtesten Haarschnitte:

Taper Fade

Der Taper Fade ist ein Haarschnitt, der sich durch sanfte Übergänge und einen gekonnten Haarverlauf auszeichnet. Er hat seine Wurzeln in der Welt des klassischen Barberings und war ursprünglich ein beliebter Schnitt für Afro-Haare, kultiviert von Barbieren in den USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten Soldaten mit kurzen Seiten und längerem Deckhaar zurück, was den Taper Fade populär machte. Heute ist der Look ein zeitloser Klassiker.

Beim Taper-Haarschnitt nimmt die Haarlänge von oben nach unten allmählich ab. Dabei sind die Übergänge zwischen längeren und kürzeren Haaren natürlich und ohne harte Kanten. Seiten und Hinterkopf werden kürzer, je näher sie Richtung Hals kommen. Der Fade Haarschnitt ist die kontrastreichere Frisur von beiden. Die Haare werden von oben nach unten deutlich gekürzt. Die kürzeste Haarlänge ist oft auf „0“ bis zur Haut abrasiert.

Es gibt verschiedene Varianten des Taper Fade:

  • Low Taper Fade: Die Übergänge sind weniger markant und beginnen eher am Haaransatz.
  • Mid Taper Fade: Der Übergang beginnt auf Höhe der Mitte des Kopfes.
  • High Taper Fade: Die Übergänge sind höher am Kopf, was zu einem auffälligeren Kontrast führt.
  • Taper Fade mit Locken: Betont die natürliche Textur der Locken.
  • Taper Fade Mullet: Ein moderner Twist des klassischen Mullets mit einem sanften Übergang der Haarlängen.

Undercut

Der Undercut ist ein trendiger, moderner Haarschnitt, der einen innovativen Eingriff an der Ober- und Unterseite der Haare kombiniert. Dieser wurde ursprünglich von britischen Soldaten während des Ersten Weltkriegs getragen und nach einiger Zeit wurde ihre Bequemlichkeit und Funktionalität auch von deutschen Soldaten geschätzt. Die Länge der Frisur war nicht störend und ermöglichte einen ablenkungsfreien Kampf, der vor allem im vorderen Bereich sehr vorteilhaft wurde.

Das Hauptmerkmal des Undercuts sind die langen Oberkopfhaare, während die Seiten und der Hinterkopf kurz geschnitten sind. Dieser abrupte Übergang sorgt für einen auffälligen Look. Die Vielfalt von Undercut lässt Ihnen die Möglichkeit, mit dem Look zu experimentieren.

Crew Cut

Der Crew Cut ist der ultimative Haarschnitt für alle, die eine pflegeleichte Frisur suchen. Die markante Männerfrisur hat ihren Ursprung beim Militär - sie ist unkompliziert, braucht kaum Styling und sorgt für einen coolen Look. Unabhängig von der Haarfülle kann den Crew Cut jeder tragen. Denn auf wenige Millimeter gekürzt, wirkt die eventuell schüttere Haarpracht kompakter.

Der Crew Cut zeichnet sich durch kürzere Seitenpartien und längeres Deckhaar aus, wobei das Deckhaar meist kurz, aber länger als die Seitenpartien ist. Mit längerem Deckhaar, das je nach Haarstruktur kleine Mengen Stylingprodukt verträgt, und etwas kürzeren Seiten ist der Crew Cut absolut businesstauglich.

Die coolere Variante des Crew Cuts ist der High and Tight. Auch hier gilt: *Short back & sides. *Während das Deckhaar zwischen 1 und 3 Zentimeter lang ist, werden die Seiten mit einer Länge von 0 bis 0,5 Millimeter radikaler gekürzt. Die Kopfhaut schimmert durch, was diesen Style härter wirken lässt.

Historische und kulturelle Einflüsse

Frisuren waren schon immer ein Ausdruck von Zugehörigkeit, sozialer Schicht und politischer Richtung. Im Dritten Reich trugen beinahe alle deutschen Männer den Scheitel auf der rechten Seite, wie Adolf Hitler. In den 60er und 70er Jahren galt langes, ungeordnetes Haar als Symbol des Protestes gegen die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen.

Auch die deutsche Ästhetik und Disziplin beeinflussten andere Kulturen. Im Iran wurde der HJ-Schnitt in Friseur-Salons übernommen und als Modell-i Almani bezeichnet. Die Übernahme des Hitlerjugend-Schnitts im Iran und der weitreichende Einfluss türkischer Friseure bei der Definition deutscher Frisuren spiegelt bis heute ein komplexes Zusammenspiel kultureller Einflüsse wider.

Pflege und Styling

Die Pflege und das Styling der Haare sind entscheidend, um den gewünschten Look zu erzielen. Regelmäßiges Waschen und Pflegen der Haare sind wichtig, um das Haar gesund zu halten. Zudem sollten die richtigen Stylingprodukte verwendet werden, um den gewünschten Look zu erhalten. Im Sommer sollte aufgrund der kurzen Seiten- und Hinterkopfpartie darauf geachtet werden, dass die Haut vor Sonnenbrand geschützt ist.

Zum Stylen des Taper Fades eignen sich Haarwachs oder Haargel am besten. Ob es Gel oder Wachs, das hängt von der Haarstruktur und persönlicher Vorliebe ab. Man braucht von beidem nur eine kleine Menge. Gel oder Wachs gibt man in die Handflächen, (man wärmt das Wachs so auf und macht es geschmeidig) verreibt es und arbeitet es ins Haar ein. Bei Locken haben sich sogenannte Lockenbändiger Produkte bewährt. Alle Produkte sollten eher sparsam verwendet werden, um das Haar nicht klebrig oder schwer aussehen zu lassen.

Ein rausgewachsener Kurzhaarschnitt ist nie eine gute Idee. Deshalb sollte man regelmäßig zum Nachschneiden gehen. So bleibt der Look in Form und sieht stets gepflegt aus. Der Taper Fade Haarschnitt braucht wegen den abgestuften Längen ein präzises Nachtrimmen. Wie oft man zum Nachschneiden geht, hängt davon ab, wie schnell das Haar wächst. Das sind im Schnitt alle zwei bis vier Wochen.

Die Zeit auf dem Friseur- oder Barberstuhl variiert je nach Haarstruktur, Länge und Können des Profis. Im Durchschnitt kann der Schnitt 30 Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Frisur Beschreibung Geeignet für Pflege
Taper Fade Sanfte Übergänge, gekonnter Haarverlauf Ovale und runde Gesichter Regelmäßiges Nachschneiden, Styling mit Wachs oder Gel
Undercut Lange Oberkopfhaare, kurze Seiten und Hinterkopf Runde, ovale oder eckige Gesichter Tägliche Pflege und Styling
Crew Cut Kürzere Seitenpartien, längeres Deckhaar Viele Gesichtsformen, pflegeleicht Regelmäßiges Nachschneiden, Styling mit Pomade oder Wachs

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