Die Augenbrauen sind ein markantes Merkmal des menschlichen Gesichts, deren Ursprung und Funktion seit langem Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und kultureller Interpretationen sind.
Eine paläoanthropologische Studie in Nature Ecology & Evolution zeigt, dass die Evolution von Augenwulst und Braue die veränderte Kommunikation zwischen den Vorfahren des Menschen widerspiegelt. Frühe Hominine vermittelten mit ihren gewaltigen Knochenwülsten über den Augen angsteinflößende Blicke und großes Durchsetzungsvermögen. Der moderne Mensch mit seiner eher flachen Stirn und den hochbeweglichen Haarstreifen kommuniziert eher Stimmungen und Details. Die meisten Menschen nutzen ihre Brauen ausgiebig für ihre Mimik.
Evolution des Menschen
Wissenschaftler haben überprüft, wie plausibel diese Erklärungen sind. Dafür erstellten sie ein virtuelles Modell des 125.000 bis 300.000 Jahre alten sogenannten Kabwe-Schädels. Am Computer variierten die Forscher die Größe der Überaugenwülste und beobachteten, wie sich diese Veränderungen auswirkten. Dabei stellten sie fest: Die Struktur schien keinen räumlichen Vorteil zu schaffen und war deutlich größer als nötig gewesen wäre, um den Übergang zwischen Gesicht und Schädel zu stabilisieren. Auch eine Schutzfunktion beim Kauen schien die knöcherne Verdickung nicht zu erfüllen. Godinho und seine Kollegen glauben, dass der Struktur statt einer physikalischen womöglich eine soziale Bedeutung zukam: als visuelles Signal für Dominanz oder Aggression.
Die dicken Wülste verschwanden, die Stirn wurde flacher, die Augenbrauen beweglicher. Der Treiber hinter dieser Entwicklung war wahrscheinlich wiederum ein sozialer, wie die Wissenschaftler vermuten: Bewegliche Augenbrauen erlaubten den Menschen, komplexe Emotionen auszudrücken und aus fremden Gesichtern abzulesen. Durch winzige Bewegungen drücken wir Erstaunen oder Anerkennung aus und verraten unbewusst, ob wir gerade ehrlich sind oder unser Gegenüber täuschen.
Untersuchungen zufolge ist der Augenkontakt zwischen Menschen und den Vierbeinern entscheidend für die soziale Interaktion. Speziell die Fähigkeit der Hunde, die innere Augenbraue zu heben, finden Menschen dabei gut: Schon 2013 zeigte eine Studie, dass Hunde in Tierheimen, die die Augenbraue öfter heben, schneller wieder ein Zuhause finden. Eine neue Studie kommt jetzt zu dem Schluss, dass der Hund diese Fähigkeit erst im Verlauf seiner Domestizierung entwickelt hat. Vermutlich, weil der Hundeblick bei uns Menschen einfach wirkt.
Die Forscher hatten für ihre Studie unter anderem die Gesichtsmuskulatur von vier Wölfen mit der von sechs Hunden verglichen. Der Muskel etwa, der die innere Augenbraue hebt, war bei den Hunden standardmäßig vorhanden, bei den Wölfen fanden sich dort lediglich spärliche Muskelfasern und Bindegewebe. Das Anheben der inneren Augenbraue lasse die Augen des Hundes größer erscheinen, schreiben die Wissenschaftler. Das Gesicht des Tieres wirke dadurch kindlicher. Außerdem ähnele der Blick dem eines traurigen Menschen - das könnte beim Herrchen einen Betreuungsreflex auslösen.
Hund mit Augenbrauen
Die Forscher nehmen an, dass der Selektionsdruck während der Domestizierung die Gesichtsmuskulatur der Hunde verändert hat: Vermutlich hätten Menschen - bewusst oder unbewusst - Hunde bevorzugt, welche die Brauenbewegung beherrschten und sich um diese mehr gekümmert. Nach und nach habe sich das Merkmal dann manifestiert.
Die „Bleached Brows“ sind bei internationalen Promis und auf den Laufstegen gerade wegen ihres „edgy“ Looks heiß begehrt. Der Beauty-Trend könnte außerdem Ausdruck eines kollektiven Gefühlszustandes sein.
Der Beauty-Trend ist in der Punkszene der 1980er-Jahre begründet, als sich Jugendliche mit abrasierten Augenbrauen aus den Zwängen einengender Schönheitsideale befreiten. Make-up-Künstlerin Arzu Kücük setzt man vor allem in der High Fashion gerne auf den Kunstgriff. „Gebleichte Augenbrauen sorgen sofort für einen edgy Look, der irgendwie alienhaft wirkt“, sagt sie. Die gebleichten Augenbrauen fügen sich hier in den dystopischen Beauty-Look der Models aus reduziertem Make-up, aschgrauen Haaren und punkigen Vokuhila ein.
Kendall Jenner mit "Bleached Brows"
Die Generation Z möchte damit aber weniger schockieren, als vielmehr ihre Kreativität ausdrücken. Letztendlich macht man das Gesicht mit den gebleichten Augenbrauen laut Arzu Kücük zu einer Art Leinwand, auf der man sich ausleben kann.
Wie er beispielsweise seine Lippen schürzt, ist einzigartig. Connerys offener Mund jedoch ist ein Kraftwerk, da sind Muskeln im Spiel, von deren Existenz der Großteil seiner Kollegen keine Ahnung hat. Aber was wären sie ohne die Brauen, die über ihnen liegen? Sie sind sein temperamentvollstes Instrument. Er beherrscht es virtuos, nicht nur glattrasiert als Bond, sondern erst recht im Verbund mit seinen großartigen Schnauz - oder Vollbärten.
Er hebt oder senkt seine Augenbrauen in Richtungen, die dem Kino bis dahin nicht zu Gebot standen. Sein Bond-Nachfolger Roger Moore konnte sie nur spöttisch kräuseln, aber Connery formt sie zu einem machtvollen Bogen, oder, am schönsten, zu einem Dreieck. In ihnen stecken Wachsamkeit, Genugtuung, Skepsis, Erstaunen, Nachsicht, Neugierde, Aufmerksamkeit, die Freude am Fabulieren oder Weisheit. Mit ihnen drückt er nicht nur Stimmungen aus, sondern eine Weltsicht.
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