Milben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die in fast allen Haushalten vorkommen, obwohl sie mit bloßem Auge kaum zu sehen sind. Sie können eine Vielzahl von Beschwerden verursachen, insbesondere bei Allergikern. Eine Möglichkeit, Milben zu bekämpfen, ist die Verwendung von Anti-Milben-Shampoos. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Anti-Milben-Shampoos, ihre Anwendung beim Menschen und ihre Wirksamkeit.
Milben sind eine Unterklasse der Spinnentiere. Es existieren mehrere tausend verschiedene Milbenarten, wobei nur wenige davon Krankheiten beim Menschen auslösen können. Die meisten sind nur einen Bruchteil eines Millimeters groß, einige, wie beispielsweise Zecken, können jedoch eine Größe bis zu mehreren Zentimetern aufweisen.
Haarbalgmilben sind länglich aussehende Milben der Gattung Demodex, die parasitär leben. Zwei dieser Arten, nämlich Demodex folliculorum und Demodex brevis, benutzen Menschen als ihre Wirte. Sie werden bis zu 0,4 Millimeter lang und leben im Bereich von Haarbälgen, wo sie sich vom Talg ernähren, der von den Talgdrüsen produziert wird.
Während Neugeborene noch frei von Haarbalgmilben sind, befällt mindestens eine der beiden Milbenarten nahezu jeden Menschen im Laufe seines Lebens und nistet sich dauerhaft ein, ohne dass dies zu gesundheitlichen Problemen führen muss. Normalerweise verläuft ein Befall mit Haarbalgmilben auch langfristig ohne Symptome oder Krankheitswert. Unter bestimmten Umständen kann allerdings die Balance dieser parasitären Beziehung aus dem Gleichgewicht geraten und zu einer Hauterkrankung führen.
Die Pathogenität der beim Menschen in den Talgdrüsenfollikeln seborrhoischer Areale saprophytär lebenden Milben Demodex folliculorum und Demodex brevis ist umstritten. Im Gesicht sind sie besonders nasal, paranasal und am Kinn, aber auch im Nacken und in der oberen Brustregion nachzuweisen. Die Besiedlung der Follikel mit Demodex-Milben variiert mit dem Lebensalter.
Im Laufe des Lebens nimmt die Milbenbesiedlung ständig zu, um im hohen Alter bei fast allen Menschen, allerdings in niedriger Besiedlungsdichte, vorzukommen. Demodex-Milben können ein eigenständiges Krankheitsbild auslösen, die Demodex-Follikulitis (Demodikose, Demodikidose). Das klinische Bild ist meist nicht sehr auffällig und besteht in einer rauhen Hautoberfläche durch Ansammlung von Schuppen im Infundibulum der Talgdrüsenfollikel.
Follikulär gebundene Papeln und Pusteln sind in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden. Das klinische Bild erinnert am ehesten an eine Rosacea papalopustulosa, die Asymmetrie und Begrenzung auf eine Gesichtshälfte sprechen aber gegen diese Diagnose. Die richtige Diagnose beruht gewöhnlich auf dem Nachweis von zahlreichen Milben und der Besserung nach adäquater Behandlung.
Demodex-Milben können eine entzündliche Follikulitis im Wimpernbereich (Blepharoconjunctivitis acarica) auslösen. Viele dieser Patienten haben eine seborrhoische Dermatitis mit Augenbeteiligung, andere haben eine mit Rosazea assoziierte Blepharitis. Objektiv finden sich Rötung der Lidränder, Schuppung, Pigmentierung der Zilienaustrittsstellen, eine Schuppenmanschette an der Zilienbasis und konjunktivale Injektion.
Der schnellste Weg zum Milbennachweis besteht in der Biopsie der Hautoberfläche mit Hilfe von rasch härtenden Polymeren wie Zyanoakrylat (Follikelbiopsie, skin surface biopsy). Eine andere Methode, um Demodex-Milben nachzuweisen, besteht darin, daß man Follikelfilamente mit Komedonenquetschern oder Pinzetten ausdrückt oder Pusteln und Papulopusteln eröffnet. Bei der Demodex-Blepharitis gelingt der Milbennachweis mit der Spaltlampe.
Nur ausnahmsweise ist eine Hautbiopsie mit histopathologischer Aufarbeitung indiziert, um die Diagnose einer Demodex-Follikulitis zu sichern.
Anti-Milben-Shampoos enthalten Inhaltsstoffe, die Milben abtöten oder ihre Vermehrung verhindern. Viele dieser Shampoos enthalten ätherische Öle, die juckreizlindernd und beruhigend auf die Haut wirken. Die Wirkungsweise kann schematisch recht einfach erklärt werden. Viele Mittel legen sich wie eine dünne Ölschicht auf die Haut des Tieres. Wenn Parasiten nun Blut saugen wollen, verkleben deren Saugorgane, sodass sie innerhalb kürzester Zeit verhungern. Zecken, Milben und andere parasitäre Lebewesen fallen dann von der Tierhaut herab. Die Larven und Eier sterben, aufgrund der unzureichenden Nahrungsversorgung, ebenso ab.
Durch dieses Wirkprinzip lassen sich die Shampoos auch Vorbeugend anwenden.
Allgemein gilt, daß Demodex-Milben nur dann bekämpft werden sollten, wenn ein deutlicher Zusammenhang von Infestation und Krankheit besteht. Zur topischen Behandlung ist eine Vielzahl antiparasitärer Substanzen verfügbar, einschließlich Benzoylbenzoat, Lindan (Hexachlorzyklohexan), Pyrethrin, Malathion, Allethrin, Crotamiton und Metronidazol. Die meisten davon sind für die Behandlung der Skabies zugelassen und können in der gleichen Weise angewandt werden.
Metronidazol kann auch, wie bei der Trichomoniasis, wirkungsvoll zur systemischen Behandlung eingesetzt werden. Eine Prophylaxe der Demodex-Infestation gibt es nicht, da Demodex-Milben zur normalen Standortflora gehören.
Teebaumöl ist ein ätherisches Öl, das aus den Blättern des Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen wird. Es wird verschiedenen Kosmetik- und Pflegeprodukten zugesetzt. Die Verwendung von Teebaumöl auf der Haut kann eine heilende Wirkung haben: Es ist ein Antioxidans, wirkt antiinflammatorisch, antibakteriell, antiviral und fungizid und kann zur Behandlung von Haut-, Oral-, Atemwegs- und Vaginalinfektionen sowie als Desinfektionsmittel oder Antiseptikum genutzt werden.
Terpine-4-ol (T4O) wird im Kampf gegen Bakterien, Pilze und Demodex-Milben als wichtigster Bestandteil des Teebaumöls betrachtet. T4O wirkt auch antiinflammatorisch. Auch darum hat die International Organisation of Standardization festgelegt, dass Teebaumöl mindestens 30 Prozent T4O enthalten muss.
Obwohl sich seine Verwendung positiv auf die Haut auswirken kann, sind Hautirritationen bei den Anwendern häufiger. Studien haben gezeigt, dass nur wenige Personen auf stark verdünntes Teebaumöl reagieren, wie Produkte mit 5 oder 10 % Teebaumöl (<0,5 % hat eine negative Reaktion). Die Anwendung von 25 % Teebaumöl oder höher führt häufiger zu Hautirritationen bei den Anwendern.
Nebenwirkungen bei der Verwendung von Teebaumöl treten hauptsächlich bei höheren Konzentrationen auf und sind möglicherweise der Oxidation des Teebaumöls durch den Kontakt mit Luft und/oder Licht zuzuschreiben. Rutherford et al. berichtete Hautirritationen bei 41 der 2.320 Patienten, die sich einem Patch-Test mit oxidiertem 10-prozentigem Teebaumöl unterzogen (1,8 Prozent der Teilnehmer). Die Reizungen scheinen bei einer geschwächten Hautbarriere schneller aufzutreten.
Es gibt verschiedene Anti-Milben-Shampoos auf dem Markt, die sich in ihren Inhaltsstoffen und Anwendungsgebieten unterscheiden. Einige Beispiele sind:
Neben der Verwendung von Anti-Milben-Shampoos gibt es weitere Maßnahmen, die helfen können, die Milbenpopulation zu reduzieren:
Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen ist es ratsam, die Raumtemperatur im Schlafzimmer unter 20 Grad zu halten und die Luftfeuchtigkeit unter 55 Prozent zu regulieren.
Rosazea ist eine Hauterkrankung im Gesicht mit verschiedenen Merkmalen, unter ihnen Errötung, bleibende Rötungen, Couperose, Pickel und Papeln. Sehr wahrscheinlich spielt auch die Anwesenheit von Demodex-Milben auf der Haut eine Rolle beim Entstehen oder Verschlimmern von Rosazea. Studienergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit von Demodex-Milben und Rosazea hin: Demodex-Milben kommen bei Menschen mit Rosazea in größeren Mengen vor als bei Menschen ohne Rosazea.
Rosazea kann in bestimmten Fällen effektiv mit Metronidazol und Azelainsäure, die auf die Haut aufgetragen werden, sowie mit oral verabreichtem Metronidazol und Tetracyclin behandelt werden. Eine vollständige Genesung ist jedoch nicht möglich. Da die Gefahr einer Antibiotikaresistenz besteht, muss mit der Verwendung zurückhaltend umgegangen werden.
| Produktname | Hauptwirkstoffe | Anwendungsgebiet | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|---|
| Bogacare Anti-Parasiten Shampoo | Margosa, Mönchspfeffer, Zitronen-Eukalyptusöl | Hunde | Pflegende Provitamine B5 und Vitamin E |
| Christiane Hinsch Neem Hunde-Shampoo | Neem | Hunde | Keine synthetischen Duftmittel |
| Canina Petvital Verminex Shampoo | Akarizide Mittel | Hunde | Tötet lebende Milben, Larven und Eier |
Es besteht oft die Annahme, dass mangelnde Hauthygiene die Ursache für Rosacea ist. Dadurch verwenden Betroffene jedoch häufig zu viele chemische Reinigungsmittel und Hautpflegeprodukte, was die Symptome eher verschlimmert und verfestigt. Rosacea wird als Zivilisationskrankheit betrachtet, die mit unserem modernen Lebensstil zusammenhängt. Es wird empfohlen, alle bekannten Maßnahmen zur Förderung unserer allgemeinen körperlichen Gesundheit auch bei Rosacea anzuwenden, obwohl eine spezifische Vorbeugung nicht möglich ist.
Unsere Haut spiegelt bekanntlich unsere Seele wider und hat eine Signalfunktion. Ein erster Schritt zur „eigenen Vorsorge“ besteht darin, Vitalstoffmängel auszugleichen und Antivitalstoffe zu eliminieren, falls vorhanden. Zudem benötigen wir die Vielfalt der Bakterien auf unserer Haut. Ebenso kann die Ernährung ein wichtiger Aspekt sein. Auch wenn es keine spezielle Diät zur Vorbeugung eines übermäßigen Befalls mit Haarbalgmilben gibt, kann die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren möglicherweise das Wachstum der Milben beeinflussen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder Dermatologen, um eine genaue Diagnose und geeignete Behandlung zu erhalten.
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