Dauerwelle für kurze Haare: Der ultimative Leitfaden für Frauen

Locken klingen verlockend? Träumst du von kleinen Kringeln oder sommerlichen Beach-Waves, obwohl du eher glattes Haar hast? Mit der guten alten Dauerwelle lassen sich fast aus jedem Haar lockige Volumen-Mähnen zaubern. Man braucht nur das richtige Know-how - und einen kompetenten Friseur.

Was ist eine Dauerwelle?

“Eine Dauerwelle ist eine Verstärkung der eigenen Welle”, erklärt Friseur Lorenzo vom Salon Pauli in München. “Dabei wird mit chemischen Mitteln eine neue Struktur ins Haar gebracht und das Volumen gleichzeitig verstärkt.” Der Profi spricht dabei vom sogenannten Öffnen von Brücken im Haar: “Mit einer chemischen Dauerwellenflüssigkeit wird die Strukturen des Haares geöffnet und in eine neue Form gebracht. Ist die Form durch Wickler erreicht, werden die neuen Locken mit einem chemischen Mittel dauerhaft fixiert und stabilisiert.” Je nach Wunsch kann man dabei unterschiedlich große Locken wählen: Für die typischen Kringel-Locken im 80er-Jahre-Stil sind kleine Wickler am besten geeignet.

Für wen ist eine Dauerwelle geeignet?

  • “Generell sollte das Haar auf jeden Fall gesund sein”, erklärt Lorenzo.
  • “Ansonsten ist eine Dauerwelle sowohl für Naturhaar als auch für gefärbtes Haar geeignet - es sollten lediglich zwei Wochen zwischen Färbung und Lockenlegen liegen.”

Vorsicht ist allerdings bei stark blondiertem Haar geboten, da es durch den Farbentzugsprozess schon stark beansprucht ist.

Von der Haarstruktur her kann man eine Dauerwelle sowohl bei glattem als auch gewelltem Haar machen - sogar krauses und stark gelocktes Haar kann profitieren, da das Ergebnis hinterher geordneter aussieht.

Ab welcher Länge ist eine Dauerwelle möglich?

Bezüglich der Länge gilt: “Ab zehn Zentimetern Länge kann man gut mit den Wicklern arbeiten”, sagt Lorenzo. “Bei zu langem Haar sind allerdings nur noch softe Wellen möglich, da die Haare sonst zu schwer sind und sich die Locken aushängen.” Auch bei Männern ist der Dauerwellen-Trend total angesagt und somit auch bei kurzen Haaren möglich. Oft locken Männer nur ihren Oberkopf und haben die Seiten kurz rasiert. Auch bei Männern sollten die Haare am Oberkopf für eine Dauerwelle mindestens zehn Zentimeter lang sein.

Welche Arten der Dauerwelle gibt es?

“Je nach Haartyp wird mit alkalischer oder saurer Dauerwellenflüssigkeit gearbeitet”, so der Experte. “Dabei ist eine saure Welle stärker, sie kann auch bei dickem und störrischem Haar angewendet werden und verwandelt die Haare innerhalb von 15 Minuten in eine Lockenpracht.” Für feines, strapaziertes und vorbehandeltes bzw. gefärbtes Haar ist da eher die kalte Welle geeignet. Dazu Lorenzo: “Die kalte Welle ist schonender für das Haar und braucht daher auch längere Einwirkzeit und Wärme für die Enticklung, die bei modernen Entwicklerlotionen von alleine entsteht.”

Die folgende Tabelle fasst die Unterschiede zwischen alkalischer und saurer Dauerwelle zusammen:

Merkmal Alkalische Dauerwelle Saure Dauerwelle
Haartyp Kräftiges, schwer wellbares Haar Feines, strapaziertes Haar
pH-Wert ca. 8-9 ca. 6-7
Stärke Stärker Schonender, weniger stark
Einwirkzeit Kürzer Länger

DAUERWELLE FÜR MÄNNER | DER GRÖßTE WICKLER 🤯

Wie genau funktioniert eine Dauerwelle? Unser Test

Zunächst werden die Haare gründlich gewaschen und geschnitten. In diesem Fall kommen auch die blondierten Spitzen ab, da diese sehr trocken sind und sonst von der Welle zu stark strapaziert würden. Dann wickelt Lorenzo die Haare auf kleine Wickler ­­­- für den 80er-Jahre-Frisuren-Look. Das Gesicht wird mit Watte abgeschirmt und geschützt. Jetzt kommt die Dauerwellenflüssigkeit zum Einsatz. Sie wird gleichmäßig auf den eingewickelten Strähnen verteilt. Die Dauerwellenflüssigkeit muss etwa 20 Minuten wirken und wird dann abgespült. Im Anschluss werden die neuen Locken fixiert. Nach dem Abwickeln werden die Locken noch einmal gewaschen. Pflege-Produkte sind bei Dauerwellen sehr wichtig: Daher arbeitet Lorenzo eine feuchtigkeitsspendende Lockencreme ein. Für das Styling kommt ein Diffusor zum Einsatz.

Dauerwelle: Vorher-Nachher

Unsere Kollegin Darja im Vorher-Nachher-Vergleich. Sie hat sich für eine Dauerwelle mit kleinen Locken entschieden.

Wie lange hält so eine Dauerwelle?

“Eine gut gemachte Dauerwelle hält etwa drei bis fünf Monate”, erklärt Stylist Lorenzo. “Dann muss man theoretisch das Haar erneut wellen, damit der Look gepflegt bleibt.” Und wenn man keine neue Welle möchte? “Dann ist das wie beim Haarefärben: Die Dauerwelle wächst mit einem glatteren Ansatz heraus.” Allerdings gibt es Rettung für Frauen mit komplett glatten Haaren: “Hatte die Kundin zuvor sehr glattes Haar, kann man die Welle mit einer Glättung rückgängig machen.”

Dauerwelle richtig pflegen: Wie pflege ich meine Haare?

  • “Ganz wichtig: Die Haare ein paar Tage in Ruhe lassen - das heißt, man sollte sie auch mindestens drei Tage nicht waschen.”
  • Ansonsten gilt: Natürlichkeit! “Das Praktische an Dauerwellen ist, dass man sie ganz easy stylen kann. Sie sehen wunderbar an der Luft getrocknet oder mit dem Diffusor geföhnt aus.”

Auch beim Waschen muss man nach der ersten Woche nicht mehr viel beachten: “Wichtig ist nur, dass dem Haar viel Feuchtigkeit zugeführt wird - also immer einen Conditioner benutzen.” Lorenzos Tipps: Am besten passen feuchtigkeitsspendende Leave-in-Produkte zu frisch gewelltem Haar. Und: Sitzt das Haar einen Tag einmal nicht so gut, kann man auch mit einem Lockenstab bei vereinzelten Strähnen nachhelfen.

Wie viel kostet eine Dauerwelle und wo kann man sie machen lassen?

Je nach Haarlänge kostet eine Dauerwelle für Frauen zwischen 60 und 80 Euro. Unsere Testerin Darja war im Salon Pauli in München. Eine Dauerwelle selber zu machen, ist aber deutlich günstiger.

Dauerwelle selbst machen: Das gilt es zu beachten

Möchtest du dir eine Dauerwelle selbst machen, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Lege zuerst deinen Haartyp fest, um ein optimales Ergebnis zu erreichen und das Haar aber gleichzeitig nicht zu sehr zu schädigen.

  • Feines oder strapaziertes Haar: nimmt Chemikalien stärker auf und benötigt daher eine eher mildere Lotion.
  • Dickes oder gesundes Haar: benötigt eine stärkere Dauerwellen-Lotion, um das Ergebnis lang anhaltend zu machen.
  • Stark blondiertes oder geschädigtes Haar: Hier ist eine Dauerwelle vermutlich nicht die beste Wahl, da das Haar leicht brechen kann.

Anschließend geht es um die Auswahl des richtigen Produkts. Hier wird unterschieden zwischen einer alkalischen Dauerwelle und einer Säurewelle.

  • Alkalische Dauerwellen (pH-Wert ca. 8-9): für kräftiges, schwer wellbares Haar.
  • Säurewellen (pH-Wert ca. 6-7): schonender, aber weniger stark - für feines oder strapaziertes Haar.

Es gibt aber auch noch die selbstneutralisierende Dauerwelle, die sich besonders bei Anfänger:innen gut eignen kann, da sie sich automatisch neutralisiert. Bist du dir noch unsicher, ob du dir eine Dauerwelle zu Hause zutraust, probiere es mit einer eher temporären Wellenmethode oder gehe zu deinem Friseur.

Dauerwelle selbst machen: So bekommst du Locken ins Haar

Natürlich kannst du deine Locken auch selbst machen. Wenn du erst einmal testen möchtest, ob dir Locken stehen, kannst du sie auch mit Tools oder besonderen Tricks ins Haar zaubern. Und dauerhafte Locken? Auch eine Dauerwelle selbst zu machen, geht theoretisch - dafür gibt es passende Sets in der Drogerie.

Mittlerweile gibt es auch praktische Sets in der Drogerie, die dabei helfen, eine Dauerwelle selbst zu machen (z.B. “Dauerwelle Sensitiv” von Keraloxk). Sie enthalten Lockenwickler, Wellenlotion, Fixierlotion, Schutzhandschuhe und einen Conditioner. Dann musst du dich für eine Lockenart entscheiden. Große Wickler zaubern Wellen, während kleine Spiralwickler für Korkenzieherlocken sorgen. Merke: je größer der Wickler, desto größer die Welle - und umgekehrt!

Wie beim Friseur auch kannst du dich zwischen zwei Arten der Dauerwelle entscheiden.

  • die saure Welle (für starkes, unbehandeltes Haar)
  • die alkalische oder kalte Welle (für feines, empfindliches, vorbehandeltes Haar)

So machst du deine Dauerwelle Schritt für Schritt selbst:

  1. Wasche und kämme deine Haare. Nass geht das mit einem Tangle Teezer besonders gut.
  2. Wie beim Färben der Haare sollte man die Kleidung gut schützen und auf einen Umhang oder alte Kleidung setzen. Verteile auf deiner Haut eine Creme (z.B. Vaseline), um sie vor der Chemie zu schützen.
  3. Drehe dann die Lockenwickler ins Haar. Wichtig: Dafür brauchst du Geduld, schließlich werden deine Haare dauerhaft in die gelegte Form gebracht. Ein Wickler sitzt nicht gut: auf jeden Fall noch einmal von vorn beginnen! Beginne um das Gesicht herum und arbeite dich an den Hinterkopf vor - am besten, du fragst eine Freundin, ob sie dir helfen kann. Achte auch darauf, dass die Spitzen komplett eingewickelt sind. Fixiere die Lockenwickler mit einem Gummiband.
  4. Trage nun die Lockenlotion bzw. Dauerwellenflüssigkeit auf und bedecke alle Haare großzügig. Lasse die Lotion entsprechend der Packungsbeilage einwirken. Achtung: Viel hilft nicht viel. Halte dich unbedingt an die angegebene Zeitspanne, um dein Haar nicht kaputt zu machen.
  5. Spüle die Dauerwellenlotion gründlich aus.
  6. Trage anschließend die Fixierlotion auf. Achtung, hier verwendest du nur etwa zwei Drittel der Flasche.
  7. Nach der Einwirkzeit der Fixierlotion kannst du die Lockenwickler entfernen.
  8. Massiere dann den Rest der Fixierlotion in die Haare ein und spüle sie direkt aus.
  9. Gib deinen Haaren sofort wieder Feuchtigkeit zurück und pflege sie mit einem Conditioner.
  10. Wasche deine Haare die nächsten Tage nicht, um die Haare vor dem Austrocknen zu bewahren und die neue Struktur zu erhalten.

Achtung: Kommen deine Augen oder Schleimhäute mit der chemischen Dauerwellenflüssigkeit in Kontakt, spüle sie sofort gründlich aus und gehe gegebenenfalls zum Arzt. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen: Friseur:innen erlernen die Dauerwelle in langen Ausbildungen - und sind immer noch die erste Wahl, insbesondere, wenn es um so knifflige Angelegenheiten wie eine Dauerwelle geht!

Styling-Tipps für die Dauerwelle

Auch eine Dauerwelle kann man vielseitig stylen. Von offen über halb hochgebunden oder Seitenscheitel bis hin zu Flecht- und Hochsteckfrisuren: Die Möglichkeiten sind vielseitig. Eine Dauerwelle verleiht dem Haar Volumen und Struktur, was nicht nur die richtige Pflege benötigt, sondern auch ein paar Styling-Tipps.

  • Achte darauf, dass du deine Haare mit einer Dauerwelle nach dem Waschen nicht trocken rubbelst, sondern sanft ausdrückst, am besten mit einem Mikrofasertuch. Du kannst sie dann lufttrocknen lassen oder einen Föhn mit Diffusor-Aufsatz verwenden.
  • Verwende auch gern eine Lockencreme oder einen Schaumfestiger, um die Locken zu definieren. Nutze anschließend einen groben Kamm oder deine Finger, um durch das Haar zu gehen, aber vermeide eine Bürste.

Für beispielsweise natürliche Beach Waves kannst du ein Salzspray verwenden und es sanft in die Haare einkneten. So wird der Look ganz natürlich. Für elegante, größere Locken kannst du einen Lockenstab auf niedriger Hitze hernehmen und anschließend leicht mit Haarspray fixieren.

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