Dauerhafte Haarentfernung: Risiken und Möglichkeiten im Überblick

In der ästhetischen Medizin und Dermatologie haben sich Laserbehandlungen als effektive und vielseitige Methode etabliert. Ob Haare, Falten oder Flecken - Laser kommen immer häufiger zum Einsatz. Mit ihrer gezielten Wirkung sind Laser nicht nur präzise, sondern auch effektiv. Sie bieten eine schonende und oft weniger invasive Alternative zu chirurgischen Methoden. Allerdings bestehen bei falscher Anwendung oder unzureichender Nachsorge einige Risiken.

Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten der Laserbehandlungen, für wen sie sich eignen, welche Risiken zu beachten sind und welche Kosten auf Sie zukommen können.

Dauerhafte Haarentfernung | Die wichtigsten Fragen erklärt ✓ | 👨‍⚕️ Dr. Köhler in Zürich

Was sind Laserbehandlungen?

„Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“, kurz Laser, bedeutet übersetzt „Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung“. Der Laser erzeugt stark gebündeltes Licht in einer bestimmten Wellenlänge, das gezielt auf das Hautgewebe angewendet wird. Die Energie des Lasers wird in Wärme umgewandelt und erzeugt je nach Anwendungsbereich verschiedene Effekte. Dazu zählen die Zerstörung von Haarfollikeln, das Entfernen von Hautschichten oder das Zerkleinern von Pigmenten. Da Lasern sehr präzise ist, ermöglicht es, nur bestimmte Bereiche damit zu behandeln, ohne umliegendes Gewebe zu beeinträchtigen. Deshalb ist das Verfahren eine bevorzugte Methode für eine Vielzahl von Hautproblemen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Laserbehandlungen bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten:

Haarentfernung

Um unerwünschten Haarwuchs dauerhaft oder zumindest lange anhaltend zu vermindern, werden Laser oder intensiv gepulste Lichtquellen (IPL-Geräte = Intense Pulsed Light, auch als "Blitzlampen" bezeichnet) verwendet. Bei diesen Verfahren werden die für das Haarwachstum verantwortlichen Strukturen im Haarfollikel durch starkes Erhitzen in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört.

Dauerhafte Haarentfernung: Das Laserlicht wird auf die Haarfollikel gerichtet. Die Wärme des Lasers zerstört die Haarwurzel, sodass das Nachwachsen der Haare dauerhaft reduziert wird. Der Laser zielt direkt auf das Pigment Melanin im Haar. Besonders geeignet ist es für Menschen mit dunklen Haaren und heller Haut. Die dafür am meistverwendeten Lasertypen sind Diodenlaser.

Behandlung von eingewachsenen Haaren: Wird die Haarwurzel durch eine Laserbehandlung zerstört, kann das Problem gemindert werden, da eingewachsene Haare häufig zu Hautreizungen und Entzündungen führen.

Hautverjüngung

Faltenreduktion: Der Laser entfernt gezielt die oberste Hautschicht und regt die Kollagenproduktion in den tieferen Schichten an. Es führt zur Hautstraffung und einer sichtbaren Reduktion von Falten und feinen Linien. Zum Einsatz kommen hier Lasertypen wie der CO₂-Laser beziehungsweise „Fraxel-Laser“.

Narbenbehandlung

Akne- oder Operationsnarben sowie unebene Hautstellen können mit der Lasertherapie behandelt werden. Der Laser glättet das Hautbild und verringert die Sichtbarkeit von Narben.

Behandlung von Pigmentstörungen

Pigmentflecken und Altersflecken: Das Laserlicht kann Pigmentansammlungen, die durch Sonnenschäden oder den natürlichen Alterungsprozess entstanden sind, aufhellen oder entfernen. Hierfür wird hauptsächlich der Pikosekundenlaser verwendet.

Melasma: In einigen Fällen können bei der Behandlung von Melasma auch Lasertherapien eingesetzt werden. Diese Erkrankung ist eine Form der Hyperpigmentierung, die durch dunkle, fleckige Hautveränderungen, hauptsächlich im Gesicht, gekennzeichnet ist. Sie wird oft durch hormonelle Veränderungen wie zum Beispiel bei einer Schwangerschaft oder durch hormonelle Verhütung ausgelöst.

Entfernung von Hautveränderungen

Tattooentfernung: Lasertherapien können Tattoos verblassen oder auch vollständig entfernen. Dabei zielt der Laser auf die Farbpigmente des Tattoos und zerlegt sie in kleine Partikel, die dann vom Körper abgebaut werden. Der Erfolg variiert je nach Hauttyp. Meist werden für die Behandlung Nanosekundenlaser verwendet.

Warzen, Muttermale und gutartige Hautwucherungen: Bestimmte Arten von Lasern können Warzen oder andere gutartige Hautveränderungen entfernen und das betroffene Gewebe gezielt abtragen.

Aktinische Keratose: Laser können die durch Sonnenschäden verursachten Hautveränderungen gezielt entfernen. Die Aktinische Keratose ist eine Hautveränderung und gilt als Vorstufe von Hautkrebs. Dabei verdampft der Laser die oberste Hautschicht, in der sich die geschädigten Zellen befinden. Das umliegende Gewebe bleibt unbeschädigt. Das Hautkrebsrisiko wird durch die Entfernung erheblich reduziert.

Behandlung von Gefäßveränderungen

Couperose und Rosazea: Laserlicht kann helfen, die Blutgefäße zu verschließen und das Hautbild zu verbessern, da sich beide Hauterkrankungen durch erweiterte, sichtbare Äderchen im Gesicht zeigen. IPL oder KTP-Laser werden häufig für diese Behandlung verwendet.

Besenreiser: Bestimmte Lasertherapien reduzieren die kleinen, erweiterten Venen in den Beinen.

Für wen eignen sich Laserbehandlungen?

Ob eine Laserbehandlung für Sie geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen der Hauttyp, Ihr spezifisches Hautproblem, der allgemeine Gesundheitszustand und Ihre persönlichen Erwartungen.

  • Hauttyp: Einige Lasertypen sind besonders effektiv bei Menschen mit heller Haut und dunklem Haar oder dunklen Pigmentflecken. Bei einem dunkleren Hauttyp ist Vorsicht geboten, um das Risiko von Pigmentstörungen zu minimieren. Es gibt jedoch spezialisierte Laser, wie Nd:YAG-Laser, die sicher bei dunklerer Haut eingesetzt werden können. Am besten funktioniert die Methode, wenn das Haar viel, die Haut hingegen wenig Melanin enthält - also bei dunklen Haaren und hellen bis mittleren Hauttönen.
  • Hautprobleme: Menschen mit Falten, Narben, Pigmentflecken oder Gefäßveränderungen können besonders von Laser profitieren.
  • Gesundheitliche Voraussetzungen: Aktive Hautinfektionen, Hautkrebs oder schwere chronische Hauterkrankungen sind Kontraindikationen für eine Laserbehandlung. Schwangere und stillende Frauen sollten vorerst auf Laserbehandlungen verzichten, da die Auswirkungen auf das Kind nicht ausreichend erforscht sind.
  • Realistische Erwartungen: Die Ergebnisse können je nach Hauttyp und Behandlungsart variieren. Oft sind mehrere Sitzungen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Hinweis: Sind Sie unsicher bei einem Hautproblem, lassen Sie sich von einem Facharzt vor Ort oder über einen Online-Hautcheck beraten, um die beste Behandlungsmethode bestimmen zu lassen.

Welche Risiken birgt eine Behandlung?

Die Behandlungen mit Lasern gelten in der Regel als sicher. Sie sind meist schmerzarm und werden häufig sogar ohne Betäubung durchgeführt. Einige Risiken und Nebenwirkungen sind allerdings möglich:

  • Rötungen und Schwellungen: Nach der Behandlung ist die Haut oft gereizt und es können leichte Rötungen oder Schwellungen auftreten. In der Regel klingen diese Beschwerden innerhalb weniger Stunden ab.
  • Pigmentveränderungen: Sogenannte Hyperpigmentierungen (dunkle Flecken) oder Hypopigmentierungen (helle Flecken) sind möglich, insbesondere bei Menschen mit dunklerer Haut und bei unsachgemäßer Anwendung.
  • Narbenbildung: Bei unsachgemäßer Anwendung oder schlechter Nachsorge können Narben entstehen.
  • Infektionen: Wenn Sie Ihre Haut richtig und nach Anweisung pflegen, besteht nur ein geringes Risiko für Infektionen.
  • Verbrennungen: Bei falscher Lasereinstellung sind leichte Verbrennungen möglich.

Auch das Verhalten der Kunden*innen kann zu unerwünschten Nebenwirkungen beitragen, beispielsweise wenn Vorsichtsmaßnahmen oder Pflegehinweise nicht beachtet oder Substanzen eingenommen oder aufgetragen werden, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen. So sollte die Haut vor der Behandlung nicht gebräunt sein.

Pigmentierte Hautveränderungen wie sogenannte Muttermale oder Leberflecken dürfen nicht einfach mit Lasern oder IPL-Geräten oberflächlich verändert oder abgetragen werden. Hier besteht das Risiko, dass eine Hautkrebsdiagnose erschwert oder verhindert wird. Empfohlen wird eine vorherige diagnostische Abklärung durch einen Dermatologen/eine Dermatologin.

Trifft die Strahlung ins Auge, sind Schäden möglich. Auch die Iris enthält Farbmoleküle und kann die Strahlung absorbieren. Zudem erreichen die eingesetzten Wellenlängen des sichtbaren Lichts und des Infrarot A die Netzhaut und können diese schädigen.

Hautkrebsrisiko

Vor einer Enthaarung mit IPL oder einem Einsatz von IPL zu anderen Zwecken ist es wichtig, sicherzustellen, dass kein Hautkrebs vorliegt und dass nicht zu viele Muttermale vorhanden sind. Nur ein gut ausgebildeter Facharzt kann beurteilen, ob ein Entartungsrisiko bei einem Hautmal besteht, ob bereits eine gefährliche Veränderung vorliegt und ob daher eine Bestrahlung ggf. kontraindiziert ist.

Wichtig ist eine fachärztliche Diagnostik und Kontrolle auch, um zu beurteilen, ob die störende Behaarung ggf. krankheitsbedingt sein könnte. Ursachen einer übermäßigen Behaarung können endokrinologische Erkrankungen, wie eine Nebennierenrindenerkrankung, hormonelle Störungen oder ein polyzystisches ovarielles Syndrom (PCOS) sein.

Fachkunde und NiSV

Professionelle Anwender*innen müssen qualifiziert sein. Seit dem 31.12.2022 müssen professionelle Anwender*innen bei der Epilation definierte Anforderungen an die Fachkunde erfüllen. Dies ergibt sich aus der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV).

Wer Laser oder starke optische Strahlenquellen wie IPL-Geräte am Menschen einsetzt, benötigt solide Fach- und Sachkenntnisse, um mögliche Risiken vermeiden zu können. Er oder sie muss die eingesetzten Geräte und die Wirkung optischer Strahlung gut kennen und in der Lage sein, die Behandlung an die individuellen Besonderheiten der Kund*innen oder Patient*innen anzupassen. Er oder sie muss zudem in der Lage sein, Umstände auf Seiten der Kund*innen oder Patien*innen zu erkennen, die die gewünschte Anwendung ausschließen oder nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung zulassen (Kontraindikation). Beispiele für solche Kontraindikationen sind Hautkrebserkrankungen oder Erkrankungen, die die Haut besonders lichtempfindlich machen.

Mit Inkrafttreten der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) wurden zum 31.12.2020 einige Anwendungen, wie z.B. die Tattooentfernung, unter Arztvorbehalt gestellt.

Informieren Sie sich vor der Behandlung über die fachliche Qualifikation des Anwenders sowie über Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Behandlung.

Was kostet eine Laserbehandlung?

Die Kosten variieren je nach Behandlungsart, Größe des Bereichs und Anzahl der Sitzungen. Hier sind einige Preisbeispiele:

Behandlung Kosten pro Sitzung
Haarentfernung 50 - 300 EUR
Tattooentfernung 100 - 400 EUR
Entfernung von Pigmentflecken ab 100 EUR

Wichtiger Hinweis: Bei ästhetischen Laserbehandlungen handelt es sich um Leistungen, die Sie selbst tragen müssen. Sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen. Bei medizinisch notwendigen Laserbehandlungen, wie beispielsweise der Entfernung von Warzen oder gutartigen Hautveränderungen, können die Kosten nach vorheriger Prüfung in Einzelfällen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

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