In der ästhetischen Medizin und Dermatologie haben sich Laserbehandlungen als effektive und vielseitige Methode etabliert. Ob Haare, Falten oder Flecken - Laser kommen immer häufiger zum Einsatz. Mit ihrer gezielten Wirkung sind Laser nicht nur präzise, sondern auch effektiv. Sie bieten eine schonende und oft weniger invasive Alternative zu chirurgischen Methoden. Allerdings bestehen bei falscher Anwendung oder unzureichender Nachsorge einige Risiken.
Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten der Laserbehandlungen, für wen sie sich eignen, welche Risiken zu beachten sind und welche Kosten auf Sie zukommen können.
„Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“, kurz Laser, bedeutet übersetzt „Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung“. Der Laser erzeugt stark gebündeltes Licht in einer bestimmten Wellenlänge, das gezielt auf das Hautgewebe angewendet wird. Die Energie des Lasers wird in Wärme umgewandelt und erzeugt je nach Anwendungsbereich verschiedene Effekte. Dazu zählen die Zerstörung von Haarfollikeln, das Entfernen von Hautschichten oder das Zerkleinern von Pigmenten. Da Lasern sehr präzise ist, ermöglicht es, nur bestimmte Bereiche damit zu behandeln, ohne umliegendes Gewebe zu beeinträchtigen. Deshalb ist das Verfahren eine bevorzugte Methode für eine Vielzahl von Hautproblemen.
Laserbehandlungen bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten:
Um unerwünschten Haarwuchs dauerhaft oder zumindest lange anhaltend zu vermindern, werden Laser oder intensiv gepulste Lichtquellen (IPL-Geräte = Intense Pulsed Light, auch als "Blitzlampen" bezeichnet) verwendet. Bei diesen Verfahren werden die für das Haarwachstum verantwortlichen Strukturen im Haarfollikel durch starkes Erhitzen in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört.
Dauerhafte Haarentfernung: Das Laserlicht wird auf die Haarfollikel gerichtet. Die Wärme des Lasers zerstört die Haarwurzel, sodass das Nachwachsen der Haare dauerhaft reduziert wird. Der Laser zielt direkt auf das Pigment Melanin im Haar. Besonders geeignet ist es für Menschen mit dunklen Haaren und heller Haut. Die dafür am meistverwendeten Lasertypen sind Diodenlaser.
Behandlung von eingewachsenen Haaren: Wird die Haarwurzel durch eine Laserbehandlung zerstört, kann das Problem gemindert werden, da eingewachsene Haare häufig zu Hautreizungen und Entzündungen führen.
Faltenreduktion: Der Laser entfernt gezielt die oberste Hautschicht und regt die Kollagenproduktion in den tieferen Schichten an. Es führt zur Hautstraffung und einer sichtbaren Reduktion von Falten und feinen Linien. Zum Einsatz kommen hier Lasertypen wie der CO₂-Laser beziehungsweise „Fraxel-Laser“.
Akne- oder Operationsnarben sowie unebene Hautstellen können mit der Lasertherapie behandelt werden. Der Laser glättet das Hautbild und verringert die Sichtbarkeit von Narben.
Pigmentflecken und Altersflecken: Das Laserlicht kann Pigmentansammlungen, die durch Sonnenschäden oder den natürlichen Alterungsprozess entstanden sind, aufhellen oder entfernen. Hierfür wird hauptsächlich der Pikosekundenlaser verwendet.
Melasma: In einigen Fällen können bei der Behandlung von Melasma auch Lasertherapien eingesetzt werden. Diese Erkrankung ist eine Form der Hyperpigmentierung, die durch dunkle, fleckige Hautveränderungen, hauptsächlich im Gesicht, gekennzeichnet ist. Sie wird oft durch hormonelle Veränderungen wie zum Beispiel bei einer Schwangerschaft oder durch hormonelle Verhütung ausgelöst.
Tattooentfernung: Lasertherapien können Tattoos verblassen oder auch vollständig entfernen. Dabei zielt der Laser auf die Farbpigmente des Tattoos und zerlegt sie in kleine Partikel, die dann vom Körper abgebaut werden. Der Erfolg variiert je nach Hauttyp. Meist werden für die Behandlung Nanosekundenlaser verwendet.
Warzen, Muttermale und gutartige Hautwucherungen: Bestimmte Arten von Lasern können Warzen oder andere gutartige Hautveränderungen entfernen und das betroffene Gewebe gezielt abtragen.
Aktinische Keratose: Laser können die durch Sonnenschäden verursachten Hautveränderungen gezielt entfernen. Die Aktinische Keratose ist eine Hautveränderung und gilt als Vorstufe von Hautkrebs. Dabei verdampft der Laser die oberste Hautschicht, in der sich die geschädigten Zellen befinden. Das umliegende Gewebe bleibt unbeschädigt. Das Hautkrebsrisiko wird durch die Entfernung erheblich reduziert.
Couperose und Rosazea: Laserlicht kann helfen, die Blutgefäße zu verschließen und das Hautbild zu verbessern, da sich beide Hauterkrankungen durch erweiterte, sichtbare Äderchen im Gesicht zeigen. IPL oder KTP-Laser werden häufig für diese Behandlung verwendet.
Besenreiser: Bestimmte Lasertherapien reduzieren die kleinen, erweiterten Venen in den Beinen.
Ob eine Laserbehandlung für Sie geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen der Hauttyp, Ihr spezifisches Hautproblem, der allgemeine Gesundheitszustand und Ihre persönlichen Erwartungen.
Hinweis: Sind Sie unsicher bei einem Hautproblem, lassen Sie sich von einem Facharzt vor Ort oder über einen Online-Hautcheck beraten, um die beste Behandlungsmethode bestimmen zu lassen.
Die Behandlungen mit Lasern gelten in der Regel als sicher. Sie sind meist schmerzarm und werden häufig sogar ohne Betäubung durchgeführt. Einige Risiken und Nebenwirkungen sind allerdings möglich:
Auch das Verhalten der Kunden*innen kann zu unerwünschten Nebenwirkungen beitragen, beispielsweise wenn Vorsichtsmaßnahmen oder Pflegehinweise nicht beachtet oder Substanzen eingenommen oder aufgetragen werden, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen. So sollte die Haut vor der Behandlung nicht gebräunt sein.
Pigmentierte Hautveränderungen wie sogenannte Muttermale oder Leberflecken dürfen nicht einfach mit Lasern oder IPL-Geräten oberflächlich verändert oder abgetragen werden. Hier besteht das Risiko, dass eine Hautkrebsdiagnose erschwert oder verhindert wird. Empfohlen wird eine vorherige diagnostische Abklärung durch einen Dermatologen/eine Dermatologin.
Trifft die Strahlung ins Auge, sind Schäden möglich. Auch die Iris enthält Farbmoleküle und kann die Strahlung absorbieren. Zudem erreichen die eingesetzten Wellenlängen des sichtbaren Lichts und des Infrarot A die Netzhaut und können diese schädigen.
Vor einer Enthaarung mit IPL oder einem Einsatz von IPL zu anderen Zwecken ist es wichtig, sicherzustellen, dass kein Hautkrebs vorliegt und dass nicht zu viele Muttermale vorhanden sind. Nur ein gut ausgebildeter Facharzt kann beurteilen, ob ein Entartungsrisiko bei einem Hautmal besteht, ob bereits eine gefährliche Veränderung vorliegt und ob daher eine Bestrahlung ggf. kontraindiziert ist.
Wichtig ist eine fachärztliche Diagnostik und Kontrolle auch, um zu beurteilen, ob die störende Behaarung ggf. krankheitsbedingt sein könnte. Ursachen einer übermäßigen Behaarung können endokrinologische Erkrankungen, wie eine Nebennierenrindenerkrankung, hormonelle Störungen oder ein polyzystisches ovarielles Syndrom (PCOS) sein.
Professionelle Anwender*innen müssen qualifiziert sein. Seit dem 31.12.2022 müssen professionelle Anwender*innen bei der Epilation definierte Anforderungen an die Fachkunde erfüllen. Dies ergibt sich aus der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV).
Wer Laser oder starke optische Strahlenquellen wie IPL-Geräte am Menschen einsetzt, benötigt solide Fach- und Sachkenntnisse, um mögliche Risiken vermeiden zu können. Er oder sie muss die eingesetzten Geräte und die Wirkung optischer Strahlung gut kennen und in der Lage sein, die Behandlung an die individuellen Besonderheiten der Kund*innen oder Patient*innen anzupassen. Er oder sie muss zudem in der Lage sein, Umstände auf Seiten der Kund*innen oder Patien*innen zu erkennen, die die gewünschte Anwendung ausschließen oder nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung zulassen (Kontraindikation). Beispiele für solche Kontraindikationen sind Hautkrebserkrankungen oder Erkrankungen, die die Haut besonders lichtempfindlich machen.
Mit Inkrafttreten der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) wurden zum 31.12.2020 einige Anwendungen, wie z.B. die Tattooentfernung, unter Arztvorbehalt gestellt.
Informieren Sie sich vor der Behandlung über die fachliche Qualifikation des Anwenders sowie über Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Behandlung.
Die Kosten variieren je nach Behandlungsart, Größe des Bereichs und Anzahl der Sitzungen. Hier sind einige Preisbeispiele:
| Behandlung | Kosten pro Sitzung |
|---|---|
| Haarentfernung | 50 - 300 EUR |
| Tattooentfernung | 100 - 400 EUR |
| Entfernung von Pigmentflecken | ab 100 EUR |
Wichtiger Hinweis: Bei ästhetischen Laserbehandlungen handelt es sich um Leistungen, die Sie selbst tragen müssen. Sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen. Bei medizinisch notwendigen Laserbehandlungen, wie beispielsweise der Entfernung von Warzen oder gutartigen Hautveränderungen, können die Kosten nach vorheriger Prüfung in Einzelfällen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
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