Dauerhafte Haarentfernung: Ein Vergleich der Methoden für den ganzen Körper

Achseln, Beine und Intim­bereich - das sind die Körper­stellen, an denen die meisten Menschen keine Haare haben möchten. Rund 80 Prozent der Erwachsenen in Deutsch­land gehen gegen den Wild­wuchs vor, Frauen häufiger als Männer. Ältere Menschen über 50 Jahre lassen ihre Körperhaare deutlich öfter stehen als die jüngeren.

Bildquelle: utopia.de

In der Realität wünscht sich allerdings fast jede Frau* und manch ein Mann* glatte Waden und haarfreie Unterarme, von einem Rücken ohne Pelz ganz zu schweigen. Zahlreiche Varianten gibt es, welche die Haarentfernung zuhause ermöglichen: Rasierer, Epilierer, Enthaarungscreme und Waxing zählen dazu.

Beliebte Methoden der temporären Haarentfernung

Frauen und Männer greifen meist zum Nass­rasierer, um Körperhaare zu entfernen. Ein Rasierer kappt das Haar an der Haut­oberfläche. Das ist praktisch, eine Rasur hält aber nicht lange an. Nach ein bis drei Tagen wachsen wieder Stoppeln nach.

Nassrasur vs. Trockenrasur

Für die Nass­rasur gibt es Einwegrasierer, Systemrasierer und Rasierhobel. Dank Wechsel­klingen lassen sich Hobel und Systemrasierer lange nutzen, Einwegrasierer landen dagegen nach wenigen Rasuren im Müll. Für die Trockenrasur ist nur ein Elektrorasierer geeignet. Nass­rasierer schneiden die Haare ganz nah an der Haut­oberfläche ab. Das sorgt für ein glatteres Ergebnis als bei einem Trockenrasierer.

Stumpfe Klingen sind eine häufige Ursache für Verletzungen, Hautrötungen oder juckenden Ausschlag nach dem Rasieren. Deshalb gilt: Klinge wechseln, sobald sie an der Haut zerrt oder nicht mehr gewohnt glatt rasiert. Auch verunreinigte Klingen können Schnitt­wunden verursachen.

Um die Haut auf die Rasur einzustellen, bietet es sich an, zunächst einmal in Wuchs­richtung zu rasieren und erst dann dagegen - vor allem im Intim­bereich. Systemrasierer für Damen passen sich mit ihren abge­rundeten Rasierköpfen aber besonders gut an Körperkonturen an.

Epilierer

Beim Wort Epilierer verziehen viele Menschen das Gesicht. Wie eine rotierende Pinzette reißt das Gerät die Haare direkt an der Wurzel heraus. Nichts für zarte Seelen. Menschen mit sehr schmerz­empfindlicher Haut sollten eher nicht zum Epilierer greifen. Jedoch kann sich die Haut bei regel­mäßiger Anwendung an das Epilieren gewöhnen. Was hilft: Die Haut mit einer Hand anspannen und den Epilierer senkrecht aufsetzen. Er kann die Haare optimal fassen, wenn sie etwa 2 bis 5 Milli­meter lang sind. Neben Epilierern, die trocken zum Einsatz kommen, bieten einige Anbieter wasser­feste Geräte an. Die lassen sich mit Rasierschaum in der Dusche nutzen. Epilierer sind im Vergleich zu Nass­rasierern teurer.

Waxing und Sugaring

Da mit Wachs auch die Haarwurzeln entfernt werden, ist die Behand­lung nicht voll­kommen schmerz­frei. Mit Wachs reißen Mutige Haare an der Wurzel heraus. Der Lohn: bis zu einen Monat Haarfreiheit. Zur Wahl stehen Warm- und Kalt­wachs. Bei der ersten Art trägt man erwärmtes, flüssiges Wachs auf. Aber Vorsicht: Nur leicht erwärmen, sonst drohen Verbrennungen. Das erstarrte Wachs lässt sich entweder als Stück abziehen oder mit einem Stoff­streifen. Kalt­wachs­streifen funk­tionieren ähnlich, werden aber nur mit den Händen erwärmt.

Beliebt ist auch die orienta­lische Paste aus Zucker, Zitronensaft und Wasser, im Eng­lischen als Sugaring bezeichnet. Im Arabischen heißt sie Halawa, was über­setzt auch Süßig­keit bedeutet. Man mischt die Zutaten, erwärmt sie, knetet sie weich. Die Zuckermasse kommt warm und gegen die Haar­wuchs­richtung auf die zu enthaarende Stelle und wird abge­zogen.

Enthaarungscremes

Cremes zur Haar­entfernung rücken Haaren schmerz­frei zu Leibe. Bei Frauen sind sie nach Rasierern und Epilierern recht beliebt. Männer benutzen sie dagegen kaum.

Die Creme wird auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen. Dann lässt man sie einwirken. Bestimmte Inhalts­stoffe - meist Thioglykolsäure - schwächen in dieser Zeit das Keratin, also die Horn­substanz im Haar. Dadurch löst es sich auf. Was übrig bleibt, lässt sich mit dem mitgelieferten Spachtel entfernen. Menschen, die zu Allergien und sensibler Haut neigen, sollten vorsichtig sein. Am besten die Creme an einer kleinen Stelle testen.

Dauerhafte Haarentfernungsmethoden

Bei der dauerhaften Haarentfernung werden Haare anders als beim Rasieren nicht nur abgeschnitten, sondern langfristig entfernt. Bei der dauerhaften Haarentfernung mit Laser oder mit Intense Pulsed Light (IPL) werden die zuvor rasierten Haare mit hochfrequentem Licht bestrahlt. Die Energie zerstört die Haarbalgwurzel, sodass das Haar nicht mehr nachwächst. Es sind mehrere Behandlungen notwendig, um alle Haare zu entfernen.

Bildquelle: haarfreiheit.de

Wer lange Ruhe haben will, kann über eine dauer­hafte Haar­entfernung mit Laser oder Blitz­lampe (IPL, Intense Pulsed Light) nach­denken - im Studio oder beim Dermatologen. Inzwischen gibt es auch Heimgeräte auf dem Markt.

Laser-Haarentfernung

Der Laser beim Experten arbeitet mit Licht in einer speziellen Wellenlänge, das über das Melanin des Haares zur Haarwurzel gelangt und sie stark angreift. Dadurch kann sie für lange Zeit keine neuen Haare produzieren.

Die Licht­impulse gelangen bei der Behand­lung über das Melanin, die Farbe des Haares, direkt in die Haarwurzel. Dadurch wird sie zerstört. Sind die Haare nicht abrasiert, nimmt die Wurzel das Licht nicht auf.

Nicht für jeden geeignet: Die ideale Kombination für eine Behand­lung sind eine helle Haut und dunkle Haare.

Risiken kennen: Risikofrei ist die Methode nicht. Licht­impulse von Heimgeräten sind zwar geringer als die von professionellen Apparaten im Studio oder beim Dermatologen, doch bei unvor­sichtiger oder unsachgemäßer Nutzung drohen Verbrennungen und Haut­verfärbungen. Zudem fehlt bei der Selbst­enthaarung eine fach­ärzt­liche Diagnostik.

IPL-Haarentfernung

Blitz­lampen arbeiten mit kurzen, intensiven Licht­impulsen. Nach einigen Sitzungen beim Profi wachsen die Haare bis zu sechs Monate nicht mehr nach. Heimgeräte müssen für lang­fristigen Erfolg zu Beginn in kürzeren Abständen verwendet werden. Für beide gilt: Mit der Zeit wachsen weniger Haare nach. Zu viel sollte aber niemand erwarten: Erreich­bar ist eine Verringerung des Haar­wuchses, aber nicht das generelle Ausbleiben neuer Haare.

IPL-Heimgeräte gelten als weniger effektiv. Dauerhafte Haarentfernung sollte man von einem Facharzt durchführen zu lassen. In einem Interview empfiehlt der Dermatologe Dr. Gerd Gauglitz ebenfalls, dauerhafte Laser- und IPL-Haarentfernungen von einem Arzt durchführen zu lassen. So könne man Nebenwirkungen besser vermeiden.

Das IPL-Verfahren wurde in den vergangenen Jahren als Weiterentwicklung der Laser-Epilation gefeiert. Weniger Risiken, höhere Effektivität - so wird die Haarentfernungsmethode gern beworben. Der Eindruck einer harmloseren Variante entsteht auch dadurch, dass es seit einiger Zeit Heimgeräte mit IPL-Technologie gibt. Im Vergleich zur Behandlung bei dem*der Kosmetiker*in oder Dermatolog*in sind die IPL-Geräte günstiger.

Doch einen Haken haben die IPL-Geräte für zuhause: Wird die Behandlung mit den Heimgeräten abgesetzt, kehren die lästigen Stoppeln nach einigen Monaten bei vielen Anwender*innen zurück. Am effektivsten funktionieren IPL-Geräte zur dauerhaften Haarentfernung übrigens, wenn ihr helle Haut und sehr dunkle Haare habt.

Haare entfernen mit IPL LASER 💥 Tutorial Haarentfernung Laser für zuhause

Elektro-Epilation

Laser und IPL haben die Elektro-Epilation zwar etwas in den Hintergrund gedrängt, dennoch ist sie eine bewährte Methode der dauerhaften Haarentfernung.

So geht das Verfahren: Entlang des Haars wird eine feine Sonde in die Haarwurzel eingeführt. Ein genau dosierter Stromstoß zerstört sie dann. Das Haar lässt sich anschließend mit einer Pinzette entfernen. Da jedes Haar einzeln behandelt wird, ist dieses Verfahren enorm zeitaufwändig und nur für sehr kleine Hautbereiche und Körperstellen geeignet.

Vor- und Nachteile der dauerhaften Haarentfernung

Wäge Vor- und Nachteile gut ab. Je nachdem, wie oft und mit welchen Mittel du dich rasierst, sparst du eine Menge Müll mit der dauerhaften Haarentfernung ein. Dementsprechend verringern sich auf Dauer auch die Kosten: Du musst kein Geld mehr für Rasierklingen oder Behandlungen in Waxingstudio ausgeben.

Die dauerhafte Haarentfernung ist pro Behandlung relativ teuer. Da du mehrere Behandlungen benötigst, kostet der Weg zur haarlosen Haut schnell mehrere hundert Euro. Bei Dermatologen sind die Preise oft höher. Dafür können sie eine sicherere Behandlung bieten. Bei unsachgemäßer Behandlung können Verbrennungen, Narben und Pigmentverschiebungen auftreten.

Im Gegensatz zum Rasieren wirkten die dauerhaften Methoden nicht sofort. Das ZDF beschreibt, dass mit dem Laser im Schnitt nur 80 Prozent der Haare dauerhaft entfernt werden.

Vorteil und Nachteil zugleich: Die Methode ist dauerhaft. Heute entspricht Körperbehaarung zwar nicht dem verbreiteten Schönheitsideal - doch das muss nicht immer so bleiben. Deshalb solltest du dich nur für eine dauerhafte Haarentfernung entscheiden, wenn du dir sicher bist, dass du dir haarlose Haut wünschst.

Tipps für die Hautpflege nach der Haarentfernung

Jede Form des Haar­entfernens stresst die Haut. Sie braucht danach eine beruhigende Pflege, etwa durch milde, feuchtig­keits­spendende Lotionen. Von besonders fett­reichen Cremes ist dagegen abzu­raten - sie können die bakterielle Besiedlung der Haut verschlechtern. Denn beim Rasieren kommt es zu kleinsten Verletzungen auf der Haut, in denen sich Bakterien ansiedeln können.

Haare wachsen ein, wenn sie nicht mehr an die Haut­oberfläche gelangen können. Das passiert, wenn abge­storbene Hautschüpp­chen und Talg den Wachs­tums­kanal blockieren. Auch eng anliegende Kleidung kann dafür sorgen. Vorbeugen lässt sich mit einem Hautpee­ling, um eine Verstopfung der Poren zu verhindern. Aber Vorsicht: Nicht direkt peelen, bevor Sie Haare entfernen - lieber ein bis zwei Tage vorher. Nach einer Epilation treten einge­wachsene Haare seltener auf.

Wenn das alles nichts bringt und es trotzdem zu einge­wachsenen Haaren kommt, hilft es, die betroffene Stelle zu desinfizieren, um eine Entzündung zu vermeiden. Vor allem ist aber Geduld wichtig: Nicht mit scharfen Gegen­ständen versuchen, das einge­wachsene Härchen heraus­zupulen oder mit den Fingern daran zu kratzen, sonst kann sich die Stelle entzünden.

Vorteil des Rasierens unter den Achseln: Es hilft prinzipiell den Schweiß­geruch zu verringern. Denn Schweiß kann schneller abfließen und Bakterien, die den Geruch verursachen, können sich nicht in den Haaren einnisten.

Wer in die Sonne geht, sollte grund­sätzlich auf einen angemessenen Schutz vor UV-Strahlung achten, etwa Sonnencreme benutzen. Während der Behand­lungs­zeit mit Laser oder Blitz­lampen ist allerdings intensives Sonnenlicht zu meiden.

Bei dem Eindruck, dass die Haare nach der Rasur dicker und dunkler nach­wachsen, handelt es sich übrigens um eine optische Täuschung: Da die Haare direkt an der Haut an ihrer dicksten Stelle im Quer­schnitt abge­kappt werden, wirken sie beim Nach­wachsen dicker.

tags: #dauerhafte #haarentfernung #ganzkörper #methoden #vergleich

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen