Mythos entlarvt: Graue Haare ausreißen – Was wirklich passiert

Irgendwann ist es so weit: Wir entdecken die ersten grauen Haare. Der erste Impuls? Oftmals, diese sofort loswerden zu wollen. Doch hält sich hartnäckig der Mythos: Für jedes herausgerissene graue Haar wachsen sieben neue nach. Aber stimmt das wirklich?

Die Ursachen grauer Haare

In der Regel ergrauen unsere Haare zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, wobei auch ein früherer Beginn möglich ist. Wann unsere Haare ergrauen und die Produktion von Melanin sinkt, ist genetisch bedingt. Allerdings können auch Stress, Krankheiten oder eine unausgewogene Ernährung zu vorzeitigem Ergrauen führen.

Sogenannte Melanozyten sind dafür verantwortlich, dass das Haar seine Farbe erhält, denn sie produzieren die Farbpigmente, das Melanin. Nimmt diese Produktion ab, nehmen den Platz der Pigmente Luftbläschen ein. Diese lassen das Haar wiederum grau oder weiß aussehen.

Der Mythos vom Ausreißen grauer Haare

Bekommt man aber mehr graue Haare, sofern man einzelne auszupft? Die klare Antwort lautet: Nein! Aus einem Haarfollikel können nicht auf einmal zwei (oder sieben) Haare wachsen. Aus einem Follikel kann immer nur ein Haar wachsen, daran ändert auch das Zupfen nichts. Der Mythos, dass nach dem Herauszupfen eines grauen Haares mehr davon nachwachsen, ist also widerlegt.

Das gezupfte graue Haar kommt nicht nur wieder - es bleibt übrigens auch grau. Denn sobald die Produktion des Farbstoffs Melanin in der Haarwurzel einmal eingestellt ist, kann man diese nicht mehr reaktivieren.

Warum Ausreißen keine gute Idee ist

Wer erste graue Haare entdeckt, möchte sie am liebsten ausreißen. Doch diesem Drang sollte man widerstehen, um sprossenartige Haarsträhnen oder Haarstoppeln zu vermeiden. Es wächst einfach wieder nach - und zwar genauso grau, wie Sie es ausgezupft haben. Mit einer Pinzette kannst du ein graues Haar zwar entfernen, an der Melaninproduktion wird das jedoch nichts ändern. Ein graues Haar wächst immer auch grau nach.

Wer hin und wieder einzelne Haare auszupft, schadet sich damit auch nicht unweigerlich. Es besteht jedoch das Risiko, dass sich die Stelle mit dem ausgezupften Haar entzündet - wenn beispielsweise Schmutz in die Pore gelangt. Im schlimmsten Fall beschädigen Sie das Haarfollikel nachhaltig und das Haar kommt nicht wieder.

Laut Expert:innen können wir durch das Ausreißen einen großen Schaden anrichten. Wenn die Haare bereits grau oder weiß sind, bedeutet das, dass die Pigmentzellen im Follikel bereits abgestorben sind. Das heißt im Umkehrschluss: Zupfen wir das weiße Haar aus, wächst kein farbiges wieder nach. Sogenannte “Serienzupfer”, die grauen Haaren immer wieder den Garaus machen, müssen sogar mit schlimmeren Konsequenzen rechnen: Das sofortige Ausreißen kann auf Dauer zu einem “Zupftrauma” führen und Infektionen, Narbenbildung oder kahle Stellen verursachen. Letztendlich führt das zu Haarausfall und dünnem Haar.

Darum ist Vorsicht geboten! Bitte zupfe graue Haare niemals heraus.

Naturgrau: So gelingt der Übergang

Alternativen zum Ausreißen

Wenn du dich mit deinen grauen Haaren noch nicht so recht anfreunden kannst, kannst du deine Haare zuhause färben - ganz ohne Frisörbesuch. Vereinzelte graue Haare können wunderbar mit Strähnchen kaschiert werden. Wichtig: Unbedingt regelmäßig nachfärben, ein grauer Ansatz sieht schnell nachlässig aus.

Wenn es uns trotzdem zu sehr in den Fingern juckt und wir den Anblick einer besonders auffälligen grauen Strähne einfach nicht ertragen können, raten Expert:innen, dass wir die einzelnen Haare am Ansatz abschneiden, statt zu zupfen. Achten Sie dann jedoch darauf, dass Sie keine umliegenden Haare erwischen.

Du kannst natürlich auch der Natur ihren Lauf lassen - denn es gibt auch tolle Frisuren für graue Haare, die Silberschöpfe perfekt in Szene setzen.

Umgang mit grauen Haaren

Unsere Empfehlung ist aber sowieso: Setzen Sie auf Natürlichkeit! Wie wunderschön graues Haar aussieht, zeigen auch immer mehr Hollywood-Stars. Sogar jüngere Frauen lassen sich bewusst graue Haare färben.

Ein einfacher Trick, um gröberes Haar in den Griff zu bekommen, ist die Verwendung eines Shampoos für trockenes Haar, das in der Regel Arganöl oder Kokosnussöl enthält. Diese Inhaltsstoffe enthalten Fettsäuren, die trockenes, grobes Haar wieder auffüllen und es geschmeidig und gesund aussehen lassen.

Denn letztendlich geht es darum, sich in seiner Haut wohlzufühlen und die eigene Schönheit zu feiern, egal ob mit grauen oder farbigen Haaren.

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