Langhaardackel: Haltung, Pflege und Charakter

Der Long-haired Dachshund ist auch unter verschiedenen anderen Namen bekannt, darunter Langhaardackel, Teckel und Dackel. Der sympathische und agile Langhaardackel stammt aus Deutschland und erfreut sich heute über treue Anhänger in der ganzen Welt. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) klassifiziert den Langhaardackel in der Gruppe 4, was die Kategorie der Dachshunde umfasst.

Ein Langhaardackel in klassischer Fellfarbe.

Der Long-haired Dachshund gehört zur Gruppe der Dachshunde, welche durch ihre charakteristische, längliche Körperform und kurzen Beine auffallen. Historisch wurden Dachshunde als Jagdhunde für die Arbeit unter der Erde gezüchtet, speziell zur Jagd auf Dachse.

Geschichte und Ursprung

Der Ursprungsort der Dachshunde liegt in Deutschland, wo sie bereits im Mittelalter als Jagdhunde gezüchtet wurden. Nachdem sich zuerst der Kurzhaardackel etabliert hatte, entstand im 17. Jahrhundert sein langhaariger Kollege. Denn Johann Georg II., Kurfürst von Sachsen, wünschte sich einen Dackel mit längerem Fell. Deshalb wurden Kurzhaardackel mit deutschen und englischen Spaniels gekreuzt.

Im 19. Jahrhundert aber begeisterte sich der Züchter Joseph Rangger in Bayern für die langhaarigen Jäger und widmete sich ihrer Zucht. In der Folge wurden die Langhaardackel zeitweise sogar beliebter als die kurzhaarigen Exemplare und hielten ihre Vorreiterstellung bis in die 1970er-Jahre. Im späten 19. Jahrhundert wurden für Dackel erstmals Rassemerkmale festgelegt und 1888 entstand der “Deutsche Teckelclub“.

Eine der ersten prominenten Dackelliebhaberinnen war die englische Königin Victoria, deren deutscher Ehemann Prinz Albert ihr einige Hunde aus seiner Heimat mitgebracht hatte. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten Dackel wieder einen wahren Boom, der bis zu den 1970er-Jahren andauerte.

Dackel im Rasseporträt: Alle Infos rund um den Kulthund | zooplus Magazin

Eigenschaften und Charakter

Long-haired Dachshunds sind bekannt für ihre hohe Intelligenz. Langhaardackel sind allgemein freundlich und verspielt. Sie zeigen oft eine starke Bindung zu ihrer Familie und können Fremden gegenüber zunächst misstrauisch sein. Diese Hunde sind energiegeladen und lieben es, beschäftigt zu sein. Sie genießen lange Spaziergänge, Spiele und geistige Herausforderungen.

Der Langhaardackel gilt als der ruhigste, freundlichste und gehorsamste aller Dackel. Aber auch Langhaardackel haben eine starke Persönlichkeit und sind besonders mutige Hunde. Menschen gegenüber sind sie sehr anhänglich und treu, behalten aber auch bei bester Erziehung immer ihren eigenen Kopf. Denn sie haben sich daran gewöhnt, in Eigenverantwortung zu arbeiten. Deshalb verfügen Langhaardackel über ein angemessen starkes Selbstbewusstsein.

Die überaus intelligenten Tiere sind sehr gelehrig und können sich mit allen anderen Hausbewohnern gut anfreunden, allerdings müssen sie an Kleintiere und Katzen schon im Welpenalter gewöhnt werden. Anderenfalls könnte sich der Jagdinstinkt des Dackels durchsetzen. Der Langhaardackel braucht viel Auslauf und abwechslungsreiche Beschäftigungen sowohl für den Körper als auch für den Geist.

Wenn er nichts zu tun hat und sich unterfordert fühlt, bekommt er Lust, Mobiliar zu zerlegen oder den Garten umzugraben. Bei richtiger Haltung ist der Langhaardackel jedoch ein angenehmer Hausgenosse, der einen perfekten Familienhund und Begleiter abgibt. Neben seinen jagdlichen Fähigkeiten verfügt er auch über gute Eigenschaften als Wachhund.

Langhaardackel sind ausgezeichnete Familienhunde.

Haltung und Pflege

Diese Rasse zeigt eine gute Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensbedingungen. Sie kommen sowohl in Wohnungen als auch in Häusern gut zurecht, solange sie genügend Bewegung und geistige Anregung erhalten. Langhaardackel erfordern konsequentes und geduldiges Training.

Obwohl sie klein sind, haben Long-haired Dachshunds einen vergleichsweise hohen Bewegungsbedarf. Tägliche Spaziergänge und Spielzeiten sind wichtig, um übermäßiges Bellen und andere Verhaltensprobleme zu verhindern. Aufgrund ihres langen Rückens und kurzen Beinen sind sie anfällig für Bandscheibenvorfälle und sollten deshalb keinen ungehemmten Zugang zu Treppen und hohen Möbeln haben.

Pflege des Fells: Das lange, seidige Fell des Langhaardackels benötigt regelmäßige Pflege, um Verfilzungen und Knoten zu verhindern. Es wird empfohlen, das Fell mindestens zweimal pro Woche zu bürsten und gelegentlich zu baden. Der Langhaardackel mit seinem schönen Fell ist etwas pflegeintensiver als seine kurzhaarigen Freunde. Sein Fell sollte ein- bis zweimal pro Woche gebürstet werden, um es vor dem Verfilzen zu schützen.

Dabei lassen sich kleine Knötchen vorsichtig herausschneiden. Darum bürste hinter den Ohren und in den Achseln besonders gründlich. Um Augen- und Ohrenentzündungen vorzubeugen, sollten diese regelmäßig mit einem weichen Tuch gesäubert werden.

Alle Dackelarten, also Langhaardackel, Rauhaardackel und Kurzhaardackel, sind pflegeleicht. Regelmäßiges Kämmen und Bürsten reicht völlig aus. Es sei denn, der Dackel ist seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Buddeln, nachgegangen. Nach einem Waldspaziergang solltest du den Dackel grundsätzlich nach Zecken absuchen, da er aufgrund der geringen Größe leicht mit ihnen in Kontakt kommt.

Weitere Pflegetipps:

  • Kontrolliere regelmäßig die Ohren und reinige sie bei Bedarf.
  • Kürze die Krallen, wenn sie zu lang sind.
  • Achte auf eine gute Zahnhygiene.

Ernährung

Langhaardackel sind in ihrer Ernährung nicht anspruchsvoll und haben keine empfindlichen Mägen. Sie brauchen allerdings hochwertiges Futter, das sie mit allen Nährstoffen versorgt und nicht dick macht. Die meisten Tiere sind mit zwei Mahlzeiten pro Tag optimal versorgt. Ob sie Frischfleisch, Nass- oder Trockenfutter bekommen, spielt keine Rolle.

Ein Dackel sollte aber nicht überfüttert werden, damit er immer fit und gesund bleibt. Übergewicht kann sich sowohl auf sein Herz-Kreislaufsystem als auch auf die Wirbelsäule negativ auswirken. Manche Dackel leiden an einer Glucose Unverträglichkeit.

Gesundheit und Lebenserwartung

Der Long-haired Dachshund hat eine relativ hohe Lebenserwartung und kann bei guter Pflege und Gesundheit zwischen 12 und 16 Jahren alt werden. Langhaardackel haben eine hohe Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren, tatsächlich sind viele von ihnen schon stolze 17 Jahre alt geworden.

Aufgrund der kurzen Beine und des lang gezogenen Körperbaus neigt diese Rasse zu einer Sonderform des Bandscheibenvorfalls, der sogenannten Dackellähme. Die Züchtung der Kleinhunde mit ihren kurzen, gekrümmten Läufen hat zu einer geringeren Leistungsfähigkeit ihrer Bandscheibenknorpel geführt. Außerdem treten bei Dackeln gelegentlich Rheuma, Epilepsie und Erkrankungen der Herzklappen auf.

Wer einen gesunden Langhaardackel kaufen möchte, sollte darauf achten, dass die Proportionen nicht übertrieben erscheinen. Zu kurze Beine und ein zu langer Rücken oder eine insgesamt zu geringe Körpergröße (Verzwergung) deuten auf Qualzucht mit entsprechenden Folgen hin. So sollte beim Kauf eines Welpen oder eines erwachsenen Dackels immer auf einen seriösen Züchter geachtet werden.

Schließlich neigen Dackel gelegentlich zu Übergewicht, aber nur dann, wenn sie nicht genügend Bewegung bekommen oder falsch ernährt werden. Mit unterschiedlichen Wetterbedingungen kommen die kleinen Naturburschen gut zurecht. Langhaardackel vertragen sowohl Kälte als auch Wärme bis zu einem gewissen Grad, nur bei starker Hitze brauchen sie schnell eine Abkühlung.

Der Langhaardackel als Familienhund

Langhaardackel sind ausgezeichnete Familienhunde. Ihr verspieltes und freundliches Wesen macht sie zu wunderbaren Begleitern für Kinder, vorausgesetzt, diese lernen, respektvoll und vorsichtig mit dem Hund umzugehen. Diese Rasse eignet sich gut für Einzelpersonen, die einen treuen und liebevollen Begleiter suchen. Dank ihrer Intelligenz und ihrem charismatischen Wesen können Langhaardackel auch für Hundeanfänger geeignet sein.

Langhaardackel können gut mit anderen Haustieren auskommen, vor allem, wenn sie von klein auf gut sozialisiert werden. Aufgrund ihres starken Jagdtriebs sollte bei kleineren Tieren jedoch Vorsicht walten, besonders bei Nagetieren oder kleinen Vögeln.

Aktivitäten und Training

Alle Langhaardackel lieben Spaziergänge, sind trotz ihrer kurzen Beine sehr ausdauernd und brauchen mindestens zweimal täglich frische Luft. Auch das Graben und Schnüffeln ist den Jagdhunden in die Wiege gelegt. Darüber hinaus hat aber jeder Dackel seine individuellen Bewegungsvorlieben, manche sind sehr temperamentvoll und stets für sportliche Herausforderungen offen.

Sportarten wie Agility, bei denen der Langhaardackel über Hindernisse springen oder Slalom laufen muss, sind für ihn nicht das Richtige. Denn diese Bewegungsabläufe schaden seinem Rücken. Stattdessen können sich Dackel beim Apportieren oder bei Zerrspielen beweisen. Auch Ballspiele machen ihnen großen Spaß.

Der Langhaardackel benötigt viel Bewegung.

Vor- und Nachteile

Der Langhaardackel ist ein liebenswerter und gelehriger Hund, der schnell begreift und ein enges Verhältnis zu seinen Menschen entwickelt. Aber auch er hat einen Dickkopf und kann gelegentlich seinem starken Jagdinstinkt nicht widerstehen. Dackel brauchen mehr Auslauf, als ihre geringe Größe vermuten lässt. Außerdem möchten sie fast ständig Gesellschaft haben, für das Alleinsein sind sie nicht geschaffen.

Sie können zwar einige Stunden ruhig auf ihrem Plätzchen schlafen, müssen aber immer sicher sein, dass sie ihre Lieben in der Nähe haben. Schließlich eignen sich Langhaardackel zwar wegen ihres geringen Platzbedürfnisses gut für die Wohnungshaltung, ihr häufiges Bellen kann aber sowohl ihre Halter als auch die Nachbarschaft zermürben.

Passt der Langhaardackel zu mir?

Der Langhaardackel ist ein geborener Jagdhund, der auch einen guten Begleit-, Familien- und Wachhund abgibt. Allerdings sind seine Eigenwilligkeit und sein Bewegungsdrang nicht zu unterschätzen. Am liebsten möchte er zur Jagd gehen oder wenigstens alle seine angeborenen Fähigkeiten bei täglichen Spielen unter Beweis stellen.

Er ist keinesfalls ein Schoßhund, der nur auf dem Sofa liegen möchte. Ein Langhaardackel braucht sehr viel Aufmerksamkeit und mag es, seine Menschen ständig zu begleiten. Mit entsprechender Sozialisation kann er zum perfekten Familienhund werden.

Auch als Gefährte für Senioren eignet sich ein Langhaardackel wegen seines gemäßigten Temperaments noch besser als ein kurzhaariger Vertreter seiner Rasse.

Größenvarianten des Dackels

Die FCI erkennt mehrere Varianten der Hunderasse mit dem Namen Dackel, Teckel oder Dachshund an. Zunächst wird zwischen drei Haartypen unterschieden: Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar. Außerdem werden Dackel anhand ihrer Größe in die drei Kategorien Dachshund (Teckel), Zwerg-Dachshund (Zwergteckel) und Kaninchen-Dachshund (Kaninchenteckel) unterteilt. Da alle drei Größen in allen drei Fellvarianten auftreten können, gibt es insgesamt neun Dackelarten.

Dackel werden nicht anhand ihrer Widerristhöhe, sondern nach ihrem Brustumfang in Größenkategorien eingeteilt. Ein Langhaardackel mit weniger als 30 cm Brustumfang wird als Langhaar-Kaninchenteckel bezeichnet. Zwerglanghaardackel haben einen Brustumfang zwischen 30 und 35 cm und Standard-Langhaarteckel von mehr als 35 cm.

GrößenkategorieBrustumfang
Langhaar-KaninchenteckelWeniger als 30 cm
Zwerglanghaardackel30 - 35 cm
Standard-LanghaarteckelMehr als 35 cm

tags: #dackel #mit #langen #haaren #haltung #und

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen