Rasenmäher, Schaufel und Fahrräder reihen sich brav darin ein, doch das Gartenhäuschen kann noch mehr, als nur praktisch sein. Ungewöhnlich soll es sein und dabei gut zum schwedenroten Holzhaus passen. Mit Sonne, Sturm, Hagel und dem bayerischen Winter muss es ebenfalls fertigwerden.
Ein Dach neu zu decken oder zu sanieren, erfordert eine sorgfältige Planung und handwerkliches Geschick. Die richtige Auswahl der Dachziegel oder Dachbleche, das korrekte Vorgehen und wichtige Sicherheitsaspekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Beim Dachdecken sind präzise Planung und die richtigen Werkzeuge entscheidend, um ein langlebiges und sicheres Ergebnis zu erzielen.
Wichtig: Das Dachdecken sollten Sie ausschließlich dann selbst in die Hand nehmen, wenn Sie Erfahrung im Dachhandwerk haben.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Gartenhausdach fachmännisch decken können. Wir betrachten verschiedene Materialien und geben detaillierte Anleitungen für die Umsetzung.
HORNBACH Meisterschmiede - Bitumenschindeln verlegen
Materialien für die Dacheindeckung
Die Wahl des passenden Materials für die Dacheindeckung wird von mehreren Faktoren bestimmt. Dazu zählen die Dachneigung, die regionalen Witterungsverhältnisse sowie die gewünschte Optik.
Hier sind einige gängige Optionen:
- Dachpappe: Eine preiswerte Variante, besonders für flache Dächer. Sie wird in Bahnen verlegt und vernagelt.
- Bitumenschindeln: Beliebt wegen ihrer Robustheit und einfachen Verarbeitung. Sie sind in verschiedenen Formen und Farben erhältlich.
- EPDM-Folie: Bietet eine langlebige und zuverlässige Abdichtung, besonders für Pult- und Flachdächer.
- Trapezblech: Überzeugt durch seine Robustheit, seine überdurchschnittlich lange Lebensdauer und die einfache, schnelle und damit kostengünstige Montage.
- Dachpfannen: Eine traditionelle und besonders hochwertige Art das Gartenhaus einzudecken.
- Dachplatten: Diese bestehen aus Bitumen, Fasermaterial und Kunstharz.
- Metalldächer: Eignen sich für Flachdächer und Dächer mit Gefälle gleichermaßen.
- Wellplatten: Aus Blech, Acrylglas oder Polycarbonat sind schnell installiert und weit verbreitet.
Verschiedene Dachformen für Gartenhäuser
Schritt-für-Schritt-Anleitungen
1. Dachdecken mit Bitumenschindeln
Gerade für kleinere Dächer wie bei einem Geräteschuppen, einem Gartenhaus oder einer Gaube und teilweise auch für Erker und Windfänge bieten sich Bitumenschindeln zum Decken des Daches an. Da die Schindeln zudem eine sowohl preiswerte als auch leicht umsetzbare Dachbedeckung ermöglichen, werden sie auch gerne von Heimwerkern genutzt.
Bitumenschindeln bestehen in der Regel aus einem Glasvlies und einer beidseitigen Beschichtung aus Bitumen sowie einem oder mehreren Granulaten, die der Abstumpfung und Optik dienen. Bitumen selbst ist eine teerartige Masse, die natürlich vorkommt oder aus Erdöl gewonnen wird. Bitumenschindeln enthalten keinen Teer.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Bitumenschindeln verlegen:
- Vorbereitung: Stellen Sie sicher, dass das Dach sauber und trocken ist. Entfernen Sie alte Dacheindeckungen und bereiten Sie den Untergrund vor.
- Vordeckbahn befestigen: Nageln Sie eine Vordeckbahn parallel zum Dachfirst auf die Fläche. Achten Sie auf eine Überlappung von 5 cm und lassen Sie die Bahn 10 cm über den Giebel hinausragen.
- Bitumenschindeln zuschneiden: Schneiden Sie die Schindeln passgenau zu. Entfernen Sie die Schindelzungen bei der Anfangsreihe.
- Erste Reihe verlegen: Verlegen Sie die erste Reihe entlang der Traufe. Weitere Reihen entsprechend der Anleitung zuschneiden. Verwenden Sie Reststücke für die zweite Dachhälfte.
- Schindeln annageln: Verlegen Sie die Schindeln horizontal überlappend. Verwenden Sie Kreide, um Hilfslinien einzuzeichnen. Schlagen Sie die Nägel senkrecht zur Dachfläche ein, sodass der Nagelkopf bündig aufliegt.
- Dachfirst abdecken: Schneiden Sie die Dachschindeln zu und biegen Sie sie über den First. Decken Sie den First mit zwei Schichten ein.
- Anschlussbleche montieren: Bringen Sie Anschlussbleche zwischen Bitumenschindeln und Wand an. Ziehen Sie die Vordeckbahn 10 cm an der Wand hoch und kleben Sie die Anschlussbleche seitlich an.
Bitumenschindeln auf einem Gartenhausdach
2. Dachdecken mit Dachpappe
Dachpappe ist mit Bitumen getränkte Pappe. Das Bitumen wird auf das Trägermaterial aufgebracht und oftmals noch mit einer Schicht aus Kies oder Sand bewältzt. Dadurch erhöht sich die UV-Beständigkeit und die Haltbarkeit. Sie wird bei größeren Dächern meist als Zwischenschicht eingezogen. Bei kleineren, wie den von uns erwähnten Schuppen, Gartenhäusern und Garagen, kann sie aber auch als alleinige Dachabdeckung verwendet werden.
So verlegen Sie Dachpappe richtig:
- Vorbereitung: Reinigen Sie das Dach gründlich und entfernen Sie alle vorstehenden Teile, alte Nägel und Schrauben. Die Fläche muss trocken und sauber sein.
- Dachpappe zuschneiden: Messen Sie die Dachfläche aus und schneiden Sie die Dachpappe entsprechend zu. Achten Sie auf den Verschnitt und die notwendigen Überlappungen.
- Erste Bahn vernageln: Schneiden Sie die erste Bahn zu und rechnen Sie einen zehnzentimetrigen Überstand an der Dachkante ein. Rollen Sie die Bahn aus und befestigen Sie sie mit Dachpappnägeln an der Holzunterkonstruktion.
- Weitere Bahnen verlegen: Die zweite Bahn wird dann mit einer Überlappung von etwa zehn Zentimetern verlegt. So verfahren Sie weiter, bis das ganze Dach bedeckt ist. Nun nageln Sie an allen Stellen, wo die Überlappungen sind, noch einmal weitere Nägel ein.
- Überlappungen schützen: Haben Sie alle Bahnen verlegt, bietet es sich an, die Dachpappnägel, Nahtstellen und die Kanten noch zusätzlich zu schützen.
3. Dachdecken mit EPDM-Folie
Die in Bahnen gelieferte EPDM Folie besteht aus einem gummiartigen, elastischen Werkstoff und dichtet das Dach jahrzehntelang zuverlässig ab.
Hier ist eine Anleitung, wie Sie Ihr Gartenhausdach mit EPDM-Folie decken:
- Vorbereitung: Bevor Sie mit der EPDM Dachfolie Ihr Gartenhausdach decken können, müssen Sie das Dach gründlich reinigen. Achten Sie darauf, dass der Untergrund absolut trocken ist und spitze Gegenstände wie Steine oder Nägel beseitigt werden, da diese die Plane beschädigen können.
- EPDM-Folie auslegen: Sobald das Dach gesäubert ist, können Sie die EPDM Dachfolie auf dem Gartenhausdach ausbreiten. Da die EPDM Folie dabei gedehnt wird, sollte man diese nach dem Auslegen gut 30 Minuten lang liegen lassen, sodass sie in ihre ursprüngliche Form zurückkehren kann.
- Flächenkleber auftragen: Um den Flächenkleber effektiv aufzutragen, rollen Sie die EPDM Folie bis zur Mitte auf. Danach tragen Sie den Kleber mithilfe einer Farbrolle dünn auf das saubere Gartenhausdach auf. Lassen Sie am Rand einen Abstand von 5 bis 10 Zentimetern, da dort nachher der Blendenkleber verwendet wird.
- Folie verkleben: Zum Verkleben der Plane, rollen Sie diese von der Mitte her wieder aus.
- Blenden verkleben: Auf das Verkleben der Folienfläche folgen nun die Blenden. Dazu schlagen Sie die Folien an den Seiten zurück. Tragen Sie sowohl auf die Folie, als auch auf die Holzblenden den Kontaktkleber auf.
- Blendenecken verkleben: Das Verkleben der Blendenecken gestaltet sich etwas kniffliger. Dazu müssen Sie die EPDM Folie an den Ecken zu einem Dreieck falten. Die sich ergebende Ecke kleben Sie an eine Seite der Blenden und drücken sie fest an.
Ein Gartenhausdach mit EPDM-Folie
4. Dachdecken mit Trapezblech
Nach eingehender Recherche entscheiden wir uns für Trapezblech. Die trapezförmig gekanteten Profilbleche aus Aluminium sehen modern aus, haben ein geringes Transport- und Eigengewicht und sind dank Beschichtung vor Witterung und Korrosion geschützt.
- Konterlatten anbringen: Mit den Konterlatten neben den Ortgangbrettern beginnen. Weitere Konterlatten anbringen.
- Richtlatte zur Prüfung: Mit Richtlatte stetig prüfen, ob sie alle in einer Fläche liegen.
- Lattenlage überprüfen: Oft ist das Dach nicht gerade. Deshalb reicht es nicht, gleich starke Latten nebeneinander anzuschrauben. Idealerweise überprüfen Sie mit einer langen Richtlatte bei jeder Latte, die Sie neu auflegen, ob sie mit den äußeren Latten auf einer Höhe liegt.
- Höhenunterschiede ausgleichen: Diese Höhenunterschiede lassen sich mit dem Elektrohobel oder durch Unterlegen von Holzklötzen ausgleichen.
- Latten gleichmäßig verteilen: Nicht die senkrechten, sondern die waagerechten Latten tragen die Trapezbleche. Fragen Sie sich deshalb: Wo liegen die Bleche? Wo brauche ich unbedingt Schrauben? Diese sind zum Beispiel dort nötig, wo zwei Bleche sich überlappen. Dort muss eine Latte verlaufen. Das Ortgangblech wird im äußersten Trapez des äußersten Blechs eingehängt. Probieren Sie sich aus und verteilen die Bleche unterschiedlich.
- Schraubenposition anzeichnen: Legen Sie das erste Blech mit Abstand zum Ortgangbrett auf, sodass seine Unterkante fast mittig über der Höhe der Regenrinne endet. Anschließend die Positionen der Schrauben auf Höhe der Lattung auf dem Blech anzeichnen.
- Löcher vorbohren: Danach die Löcher vorbohren. Um Kratzer zu vermeiden, lassen Sie die Folie dabei auf dem Trapezblech.
- Folie abziehen: Sind alle Löcher vorgebohrt, ziehen Sie die Folie von der ersten Platte ab.
- Schrauben gleichmäßig verteilen: Damit das Dach noch wertiger aussieht, verteilen Sie die Dach- und Fassadenbauschrauben gleichmäßig auf den Blechen. Zur Orientierung zeichnen Sie die Positionen auf den Blechen an, solange sie noch in Folie stecken. Mindestens fünf Schrauben sollten es pro Platte schon sein.
- Trapezblech anschrauben: Das Blech mit speziellen Dach- und Fassadenbauschrauben aus Edelstahl an den Latten befestigen.
- Dichtband aufkleben: An der letzten Falz des Blechs Dichtband aufkleben. Dies ist immer dort nötig, wo eine Platte die andere seitlich überlappt.
- Zweite Reihe anschrauben: Das nächste Blech anschrauben. Die Bleche der zweiten Reihe genau gemäß der Markierung am Ortgangbrett anlegen und festschrauben.
- Anschlussprofil festnageln: Nageln Sie danach das zwei Meter lange Anschlussprofil an die Latten. Das Firstblech wird später darauf liegen.
- Zweites Anschlussprofil: Legen Sie ein weiteres Anschlussprofil an, sodass es am Ortgangbrett anstößt, und markieren Sie den Abstand.
- Profil zuschneiden: Danach das Profil entlang der markierten Linie mit der Blechschere zuschneiden.
- Löcher für Nägel vorbohren: Das kurze Stück zwischen das lange Anschlussprofil und das Ortgangbrett setzen und, wenn gewünscht, Löcher vorbohren. Festnageln. Zweites Anschlussprofil auf gegenüberliegende Seite legen, dabei einen Abstand von sieben Zentimetern einhalten. So passt das Firstblech genau darauf.
- Anschlussprofile festnageln: Auch auf dieser Seite ein langes und ein kurzes Anschlussprofil festnageln. Es ist so hoch, dass das darunterliegende Trapezblech genau hineinpasst. Schieben Sie die erste Platte der letzten Reihe behutsam hinein, bis sie hinten anstößt.
- Position für Schrauben anzeichnen: Auch hier zeichnen Sie die Positionen für die Dach- und Fassadenbauschrauben auf den Blechen mit Folie an und bohren die Löcher entsprechend vor.
- Blech montieren: Mit den Spezialschrauben an der Lattung montieren.
Ein Gartenhausdach mit Trapezblech
Sicherheitsvorkehrungen
Beim Dachdecken müssen Sie unbedingt auf Ihre Sicherheit achten. Dazu gehört, ein stabiles Gerüst mit Absturzsicherungen aufzubauen und bei steilen Dächern Dachfanggerüste oder Sicherheitsnetze zu verwenden. Tragen Sie immer passende Schutzausrüstung, wie rutschfeste Schuhe und einen Sicherheitsgurt, wenn Sie in höheren Bereichen arbeiten.
Wartung und Pflege
Um die Lebensdauer Ihres Daches zu maximieren, sollten Sie es regelmäßig warten. Kleine Risse können Sie einfach mit Kaltkleber verschließen. Ungefähr alle drei Jahre sollten Sie Ihrem Dach einen neuen Schutzanstrich gönnen.
Kosten und Zeitpunkt
Die Kosten für eine Dachneueindeckung variieren stark, abhängig von der Größe des Dachs, dem gewählten Material und dem Zustand des Dachstuhls.
Der ideale Zeitraum für eine Dachneueindeckung liegt zwischen Frühjahr und Herbst. In diesen Monaten herrschen meist stabile Wetterbedingungen, die das Arbeiten erleichtern und das Risiko von witterungsbedingten Schäden minimieren.
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#dach #decken #schuppen #anleitung
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