Haarausfall als Nebenwirkung von Copaxone und anderen MS-Medikamenten: Ursachen und Behandlung

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. In den vergangenen Jahren sind viele neue Wirkstoffe zur Behandlung von MS auf den Markt gekommen. Allerdings können diese Medikamente auch Nebenwirkungen verursachen, darunter Haarausfall.

Ursachen von Haarausfall bei MS-Patienten

Haarausfall bei MS-Patienten kann verschiedene Ursachen haben:

  • Medikamente: Einige MS-Medikamente, wie Interferone (z.B. Avonex®, Rebif®, Betaferon®, Extavia®), Dimethylfumarat (Tecfidera®), Teriflunomid (Aubagio®) und Fingolimod (Gilenya®), können Haarausfall als Nebenwirkung verursachen.
  • Cortison-Anwendung: Cortison-Anwendungen können ebenfalls zu Haarausfall führen. Ein Hautarzt stellte fest, dass durch die Medis das Milieu auf der Kopfhaut verändert wurde und dadurch fettige Schuppen entstanden waren, obwohl die Haare selbst nicht fettig aussahen.
  • Saisonbedingter Haarausfall: Haarausfall kann auch saisonbedingt sein.
  • Erbliche Veranlagung: In einigen Fällen kann Haarausfall erblich bedingt sein.
  • Schilddrüsenerkrankungen und Eisenmangel: Auch diese Faktoren können Haarausfall verursachen.

Medikamente und ihr Einfluss auf Haarausfall

Einige der häufigsten MS-Medikamente und ihre potenziellen Auswirkungen auf Haarausfall werden im Folgenden erläutert:

Copaxone® (Glatirameracetat)

Obwohl Copaxone® im Allgemeinen als gut verträglich gilt, gibt es Berichte von Patienten, die während der Behandlung Haarausfall erlebt haben. Einige Betroffene berichten, dass der Cop-Service angibt, dass der Haarausfall nicht am Medikament liegt.

Interferone (Avonex®, Rebif®, Betaferon®, Extavia®)

Interferone sind bekannt dafür, grippeähnliche Symptome und andere Nebenwirkungen zu verursachen. Einige MS-Patienten leiden durch die Interferon-Therapie häufig unter Depressionen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz und Haarausfall, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, Leberfunktionsstörungen und Blutbildveränderungen. Viele Patienten bekommen die Nebenwirkungen vor allem zu Therapiebeginn deutlich zu spüren.

Tysabri® (Natalizumab)

Natalizumab ist ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung der schubförmigen MS. Im Regelfall wird Tysabri® recht gut vertragen. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählt auch Haarausfall.

Lemtrada® (Alemtuzumab)

Lemtrada ist ein stark in das Immunsystem eingreifendes Medikament, welches eben auch entsprechende Nebenwirkungen haben kann. Zu den genannten Störungen können Ausschlag und Haarausfall gehören.

Fingolimod (Gilenya®)

Fingolimod war das erste orale MS-Medikament. Aber auch Depressionen, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, verschwommenes Sehen, Makulaödeme, Bluthochdruck, Husten und Atemnot, Durchfall, Ekzeme, Juckreiz und Haarausfall sind mögliche Nebenwirkungen.

Dimethylfumarat (Tecfidera®)

Die Liste der Nebenwirkungen ist ebenfalls recht lang: Häufig treten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen, Hitzegefühl und Brennen, Juckreiz, Ausschlag und Erythem sowie eine Reduktion der Lymphozyten und Leukozyten auf.

Teriflunomid (Aubagio®)

Auch bei Teriflunomid treten zahlreiche unerwünschte Wirkungen auf wie Harn- und Atemwegsinfekte, Parästhesien und Nervenschmerzen, Angst, reversibler Haarausfall, Akne und Exantheme sowie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Behandlung von Haarausfall

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall bei MS-Patienten zu behandeln:

  • Medikamentenwechsel: In Absprache mit dem Arzt kann ein Wechsel des Medikaments in Erwägung gezogen werden, wenn der Haarausfall stark ausgeprägt ist.
  • Shampoos und Haarwasser: Spezielle Shampoos und Haarwasser aus der Apotheke können helfen, die Kopfhaut zu pflegen und den Haarausfall zu reduzieren.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Kieselerde und Vitamin H (Biotin) können die Haargesundheit unterstützen.
  • Haarschnitt: Ein guter Haarschnitt kann den Haarausfall kaschieren.

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Weitere Überlegungen

Es ist wichtig, den Arzt über etwaige Behandlungen anderer Erkrankungen mit Substanzen, die das Immunsystem beeinflussen, zu informieren. Auch sollte man bei neuen, neurologischen Symptomen unterscheiden, ob ein Schub besteht oder sich eine PML entwickelt, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen MS-Medikamente und ihre potenziellen Nebenwirkungen in Bezug auf Haarausfall zusammenfasst:

Medikament Mögliche Nebenwirkungen (Haarausfall)
Copaxone® Haarausfall (selten)
Interferone Häufig
Tysabri® Möglich
Lemtrada® Möglich
Fingolimod Möglich
Dimethylfumarat Nicht spezifisch erwähnt, aber Magen-Darm-Beschwerden und Hautprobleme können indirekt zu Haarausfall beitragen
Teriflunomid Reversibler Haarausfall

Es ist ratsam, bei Haarausfall einen Arzt oder Hautarzt zu konsultieren, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen.

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