Rote Farbtöne verleihen dem Haar eine gewisse Faszination, aber Rot besteht aus empfindlichen Pigmenten, die bei Kontakt mit Wasser oder Sonne schnell verloren gehen. Daher ist Rot die perfekte Farbe, um Colorschutz-Shampoos zu testen. Rund zwölf Millionen Bürger im Land färben sich die Haare. Die häufigsten Gründe sind laut Umfragen: graues Haar abdecken, Abwechslung, mehr Selbstbewusstsein und bessere Laune.
Die Basis einer guten Haarpflege ist immer ein Shampoo, weshalb wir uns auf die Suche nach dem besten Shampoo für coloriertes Haar gemacht haben. Im Test traten 15 Farbschutz-Shampoos gegeneinander an - vom günstigen Drogerieprodukt von dm für 1,35 Euro bis zum 28 Euro teuren Brilliant Colour Beauty Shampoo von Judith Williams.
Sie versprechen nicht nur Farbglanz, sondern Farbschutz bis hin zu lang anhaltender Farbintensität. Doch Pustekuchen! Kein Shampoo erhält die Farbe von coloriertem Haar sechs Wochen lang zufriedenstellend. Versprechen wie „bis zu 12 Wochen Farbschutz“, wie sie Marktführer Henkel für Gliss Kur und Syoss macht, schießen weit übers Ziel hinaus. Sie schaffen nicht einmal die Hälfte der Zeit.
Wir wählten ein Profi-Rot vom Friseur und färbten damit Naturhaarsträhnen. Experten beurteilten den Zustand der gefärbten Strähnen nach dem neunten und zwölften Waschen und Bestrahlen mit UV-Licht - im Vergleich zu frisch kolorierten Strähnen. Sieben Shampoos werben mit Farbschutz durch UV-Filter.
Um das zu prüfen, spannten wir kolorierte, mit den Testprodukten gewaschene Haarsträhnen in ein Belichtungsgerät mit Xenonlampe. So simulierten wir, dass sie sechs Wochen der durchschnittlichen Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa ausgesetzt werden. Während der Prüfung steckte jede Strähne in einem Rahmen, sodass nur der mittlere Bereich bestrahlt wurde.
So sieht das Belichtungsgerät aus, das wir im Test verwendet haben.
Die meisten scheitern an der Farbschutz-Prüfung, andere halten den versprochenen UV-Schutz nicht ein. Sechs der mangelhaften Produkte waschen die Farbe schnell aus: dm, Guhl, Lavera, L‘Oréal, Pantene und Gliss Kur. Ernüchternd: Sie schützen nicht besser als ein Repair-Shampoo für geschädigtes Haar, das keinen Farbschutz verspricht, und sogar schlechter als ein mildes Kindershampoo.
Mit den vier anderen Mangelhaften - von Judith Williams, Rossmann, Schauma und Syoss - verblasst die Haarfarbe bei der Bestrahlung mit UV-Licht deutlich (siehe Foto UVA-/UVB-Filter), so wie übrigens bei allen Produkten im Test.
Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt den Farbverlust. Das erste Foto zeigt eine frisch gefärbte Strähne. Auf dem zweiten Foto ist ihr Zustand nach sechs Wochen zu sehen: Sie wurde regelmäßig gewaschen, der mittlere Teil UV-Licht ausgesetzt.
Testurteil: Ausreichend. Es handelt sich also um eines der besseren Shampoos.Nur fünf Shampoos versagen nicht komplett im Farbschutz und machen keine UV-Versprechen. Sie testeten wir umfassend: Nivea, Garnier, Udo Walz, Rausch und Paul Mitchell.
Die Filter in den Testprodukten sind meist wasserlöslich und werden unseres Wissens nach in geringer Konzentration eingesetzt. „Sie machen dort keinen Sinn“, sagt Kerstin Etzenbach-Effers, Chemikerin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Weil Haarshampoos wieder ausgespült werden.“ Um die Haaroberfläche vor Sonne zu schützen, dürfte das nicht reichen.
Bei Rausch und Paul Mitchell wiesen wir zwei Duftstoffe nach, die in seltenen Fällen Allergien auslösen können, aber nicht angegeben waren: Limonen bei beiden, Linalool zusätzlich bei Rausch. Beide hätten wegen ihrer Gehalte in der Inhaltsstoffliste genannt werden müssen.
Colorschutz-Shampoos braucht keiner zwingend. Auch wenn einige gut pflegen, wie der Test bei den ausreichenden Produkten zeigt. „Nehmen Sie ein schonendes Produkt, damit die Schuppenschicht des Haars nicht zu stark aufgeraut wird“, rät Antonio Weinitschke, Art Director des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. Wichtig sei ein Conditioner. „Er schließt das Haar wieder, schützt die Farbe und sorgt für Glanz.“
Zudem geht bei der Reizüberflutung an Angeboten in Drogeriemärkten schnell der Überblick verloren. Oftmals greift man aus Zeitgründen unüberlegt zu irgendeinem beliebigen Shampoo, welches nicht unbedingt auf die eigenen Haarbedürfnisse angepasst ist. Wer sich hingegen bei der Shampoo-Auswahl mehr Zeit nimmt und ein auf die eigene Haarstruktur angepasstes Shampoo kauft, tut seinem Haar etwas Gutes.
Die Auswahl an Shampoos auf dem Markt ist vielfältig und reicht von teuren Spezialshampoos bis hin zu preisgünstigeren Drogerieprodukten. Zu den teureren Marken gehören Olaplex und Kerastase Paris. Neben diesen Produkten gibt es auch günstigere Marken aus der Drogerie, welche ebenfalls empfehlenswert sind. Zu ihnen gehören Nivea, Schauma, Pantene Pro-V, Guhl, Plantur, Sante, Garnier, Dove, Fanola, Schwarzkopf, Alpecin, Sebamed und Lavera.
Kerasilk Farbschützendes Shampoo ist nicht nur vegan, sulfatfrei und mineralölfrei, sondern auch silikonfrei, wodurch es zu keinen Ablagerungen im Haar kommt. Durch Shampoos ohne Silikone trocknen die Haare nicht so schnell aus, was bei ohnehin strapazierten colorierten Haaren garantiert ein Vorteil ist. Es enthält Himbeersamen-Öl, womit coloriertes Haar besonders gut gepflegt wird und neue Leuchtkraft verliehen wird.
Tabelle: Empfehlenswerte Shampoos ohne Silikone
| Marke | Produkt | Besondere Eigenschaften |
|---|---|---|
| Kerasilk | Farbschützendes Shampoo | Vegan, sulfatfrei, mineralölfrei, silikonfrei, Himbeersamen-Öl |
| Wella | Invigo Color Brilliance Protect Shampoo | Für feines Haar, versorgt mit Feuchtigkeit und Nährstoffen |
| Maria Nila | Luminous Colour Shampoo | Vegan, paraben- und sulfatfrei, Granatapfel-Extrakt |
| Alterna | Caviar Infinite Color Hold Shampoo | Für trockenes, coloriertes Haar, regeneriert Feuchtigkeit |
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