Chemo-Perücke oder Tuch: Unterschiede, Vorteile und Nachteile

Der Haarverlust ist meist eine Folge der Chemotherapie, da die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) neben den Krebszellen auch andere sich schnell teilende Zellen im Körper angreifen. Dazu gehören auch die Haarwurzelzellen.

Anders als bei einer Chemotherapie fallen die Haare bei einer Strahlentherapie nur an den Körperregionen aus, die direkt bestrahlt werden. Falls die Strahlen auch den Kopf treffen, werden die Haarwurzeln auch bei einer hohen Dosis weniger belastet als bei einer Chemotherapie. Es kann, muss aber in diesem Fall nicht zu einem Haarverlust kommen. Auch hier spielt die individuelle Veranlagung eine Rolle. Falls die Haare ausfallen, dauert es jedoch länger als bei einer Chemotherapie, bis sie wieder nachwachsen.

Der Moment, in dem man die ersten Haarbüschel in den Händen hält, ist für viele Frauen ein Schock. Es ist normal und verständlich, in dieser Situation Trauer, Wut oder Scham zu empfinden. Helfen kann das aktive Abrasieren der Haare, sobald diese anfangen, sichtbar auszufallen. Viele Betroffene berichten, dass dieser Schritt ihnen ein Gefühl von Kontrolle zurückgegeben habe.

Haarausfall durch eine Krebstherapie ist mehr als ein kosmetisches Problem, denn er macht die Erkrankung nach außen sichtbar. Viele Frauen fühlen sich dadurch in ihrer Weiblichkeit und Attraktivität eingeschränkt. Auch der Internationale Tag der Gynäkologischen Onkologie soll auf diese Themen aufmerksam machen. Jedes Jahr am 20. September werden gynäkologische Krebserkrankungen weltweit in den Fokus gerückt. Dabei wird besonders die Relevanz der Früherkennung betont, aber auch Nebenwirkungen der Therapien und deren Auswirkungen auf den Alltag - darunter auch Haarausfall.

Was tun bei Haarverlust?

Was tun bei Haarverlust? Perücke, Mütze, Tuch oder Mut zur Glatze? Wenn Perücke - muss es eine Echthaarperücke sein oder gibt es auch schöne Kunsthaarperücken? Wer die Wahl hat, hat die Qual der Wahl. Der Haarverlust zählt zu den schmerzhaftesten Erfahrungen während einer Krebstherapie. Sätze wie „Das sind doch nur Haare“ oder „die wachsen doch wieder“, trösten die meisten nur wenig, wenn der Haarausfall beginnt.

Der Umgang mit der Alopezie, wie der Haarverlust medizinisch heißt, ist individuell sehr unterschiedlich. Es gibt keinen richtigen und keinen falschen Weg. Jeder Plan, der den Haarverlust für Sie erträglicher macht, ist für Sie persönlich richtig. Das kann zum Beispiel eine Perücke für die nächsten Monate sein. Für andere Frauen muss dies nicht gelten und sie kommen zum Beispiel mit einer Mütze, einem Tuch oder ganz ohne Kopfbedeckung gut zurecht.

Erkundigen Sie sich vor dem Beginn einer Therapie , ob Sie mit einem Haarverlust rechnen müssen. Manche Krebstherapien verursachen einen vollständigen Haarverlust. Dazu gehören vor allem Chemotherapien mit bestimmten Zytostatika oder die noch relativ neuen Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Bei anderen Krebsbehandlungen wie Antihormontherapien fallen die Haare - wenn überhaupt - nur teilweise aus.

Wenn Sie mit einem Haarverlust rechnen müssen, empfehlen Friseurinnen, Friseure und Zweithaarexpertinnen und -experten eine Beratung über verschiedene Möglichkeiten von Kopfbedeckungen, solange Ihre bisherige Frisur noch intakt ist. Wenn Sie sich für eine Perücke entscheiden, klären Sie im nächsten Schritt, wie wichtig es Ihnen ist, Ihren Typ nicht zu verändern. Die gewählte Lösung muss für die kommenden Monate tragfähig sein und Sie müssen sich mit ihr wohlfühlen. Vielleicht möchten Sie aber auch etwas Neues ausprobieren? Auch dafür gibt es Lösungen. Sie können zum Beispiel verschiedene “Fun-Perücken” ausprobieren. Je nach Lust und Laune können Sie Ihren Typ verändern und sich auch in einer schlimmen Zeit öfters neu erfinden. Möchte sie sich dagegen so wenig wie möglich optisch verändern, können Sie gezielt eine Perücke suchen, die Ihrer bisherigen Frisur möglichst ähnlich ist.

Perücken gibt es in vielen Farben, mit oder ohne Strähnchen sowie als Echthaar- oder Kunsthaarperücke. Haarersatz aus Kunsthaar hatte einst den Ruf, einem „Fiffy“ zu ähneln - einer Perücke also, die auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist. Doch das ist lange her. Heute unterscheiden sie sich kaum von Echthaarperücken. Perücken bestehen aus hochwertigen Materialien, mit denen Sie im Alltag nahezu alles unternehmen können, zum Beispiel:

  • schwimmen - solange ihr Kopf über Wasser ist
  • Sport treiben
  • im Sommer Cabrio fahren
  • oder im Winter Skilaufen.

Kunsthaarperücken sind wesentlich pflegeleichter und formbeständiger als Echthaarperücken. Diese müssen Sie - wie eigenes Haar - täglich frisieren. Außerdem haben sie mehr Gewicht. Der große Vorteil der Echthaarperücke ist jedoch die optische Natürlichkeit. Die Haare bewegen sich zum Beispiel genauso wie natürliches Haar. Außerdem lassen sich Echthaarperücken individuell stylen oder sogar färben.

Für das Tragegefühl und die Optik ist letztlich die hochwertige Verarbeitung einer Perücke wesentlich. Der Haarersatz muss luftdurchlässig und atmungsaktiv sein - und sollte dabei nicht mehr wiegen als ein Briefkuvert. Eine Perücke ist am Oberkopf speziell geknüpft: Durch das Trägermaterial - ein weiches, dünnes, strapazierfähiges Baumwollfilament - kann leicht die Kopfhaut durchschimmern. Das wirkt sehr natürlich. Im Stirnbereich sollte ein Monofilament für den guten Sitz integriert sein. Außerdem sorgt ein dünnes Band - der sogenannte Filmansatz - für einen sicheren Halt. Das Band saugt sich fest an den Kopf an. Auch der seitliche Teil der Perücke ist besonders gearbeitet. Es gibt spezielle Felder, sogenannte Tampeln, die auf Seide genäht sind. Sie sorgen dafür, dass die Perücke an den Schläfen optimal passt.

Ein Echthaarband ist ein Baumwollband mit Echthaar. Es bietet die Möglichkeit, Echthaar mit Mütze, Tuch oder Turban zu kombinieren. Das Band wird um den Kopf gelegt und mit einem Klettverschluss am Hinterkopf geschlossen.

Woher stammt das Haar für Echthaar-Perücken?

In Deutschland werden in der Regel europäisches Echthaar und „indisches Tempelhaar“ verarbeitet. Europäisches Echthaar stammt meist von Haarspenden, beispielsweise von Frauen, die von einer Langhaar- auf eine Kurzhaarfrisur umsteigen und die abgeschnittenen Haare spenden. Es gibt aber auch Ankaufstellen für Haare.

Indisches Tempelhaar kommt aus Hindu-Tempeln in Indien.

Wie finde ich die passende Perücke?

Eine gute Anlaufstelle für das Suchen und Finden einer passenden Perücke ist ein Zweithaarstudio. In den meisten Städten gibt es Geschäfte, die auf Haarersatz und Perücken spezialisiert sind. Dort arbeiten Fachleute, die mit dem Problem des Haarverlustes - auch durch eine Chemotherapie - gut vertraut sind. Sie bringen viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl mit. Dort sind Sie in guten Händen und können sich ausführlich beraten lassen.

Zweithaarstudios haben meist viele Perücken verschiedener Hersteller zur Auswahl, die Sie vor Ort anprobieren können. Diesen Test sollten Sie am besten durchführen, wenn Sie noch Haare haben. Sie bekommen eine Art Strumpf über Ihre natürlichen Haare gezogen, damit die Perücke trotz Ihres noch vorhandenen Kopfhaars sitzt und sich die Passform und das Aussehen beurteilen lassen. Fachleute haben meist einen guten Blick dafür, was Ihnen besonders gut steht - und was nicht.

Manche bevorzugen das Internet für die Perückensuche, weil dort mehr Anonymität herrscht. Es gibt viele Anbieter für Perücken aller Art - von Kunsthaar bis Echthaar. Sie können sich verschiedene Modelle bestellen und zu Hause in Ruhe anprobieren. Manchen Menschen kommt das mehr entgegen. Allerdings fehlt dann die direkte professionelle Beratung vor Ort.

Vorsichtig sein sollten Sie bei Anbietern von sehr billigen Perücken, zum Beispiel von Echthaarperücken. Die Qualität und die Lebensdauer dieses Haarersatzes können unzureichend sein. Manchmal ist die Perücke schon nach einer kurzen Tragezeit und wenigen Wäschen „verschlissen“.

Einige allgemeine Tipps zur Perückensuche:

Je nach Ihrem natürlichem Haar: Es gibt eine Vielzahl an Perücken, die Ihrem jetzigen Haar vielleicht sehr nahe kommen und Ihren Typ nicht verändern. Manche möchten aussehen wie zuvor und anderen Menschen in ihrem Umfeld die optische Veränderung nicht erklären müssen. Lassen Sie sich nicht gleich entmutigen, wenn die erste Perücke nicht so aussieht, wie Sie sich dies wünschen oder vorstellen. Probieren Sie mehrere Modelle aus - mit kurzen oder langen Haaren, verschiedenen Haarfarben, mit oder ohne Strähnchen, aus Kunsthaar oder Echthaar. Lassen Sie sich die Unterschiede, Macharten sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der Perücken erklären. Vor allem der Haaransatz spielt eine Rolle, weil man daran die Perücke oft schnell erkennen kann. Es gibt aber Perücken, zum Beispiel mit Filmansatz, die dies gut kaschieren können. Testen Sie auch Perücken, die Ihnen vielleicht nicht auf den ersten Blick gefallen, weil sie Sie optisch verändern. Eine Typveränderung kann manchmal auch passend sein. Allerdings müssen Sie für die Reaktionen aus Ihrem Umfeld gewappnet sein. Wenn Sie ursprüngliches lockiges Haar haben, kann zum Beispiel eine Perücke mit glatten Haaren durchaus eine Alternative sein. Manche Kunsthaarperücken mit lockigem Haar sehen wenig natürlich aus. Je nach Modell sieht man manchmal schnell, dass es sich um eine Perücke handelt. Wenn Sie fündig geworden sind: Lassen Sie sich ausführlich erklären, wie Sie Ihre Perücke richtig pflegen (z.B. richtig waschen, trocken, stylen).

Wie pflege ich meine Perücke?

Es gibt einige Tipps, mit denen Sie Ihre Perücke gut pflegen und so langfristig schön erhalten:

  • Verwenden Sie einen Perückenkopf für Ihre Perücke. Nachts oder wenn Sie die Perücke nicht benötigen ist dies ein guter Aufbewahrungsort.
  • Meist genügt es, Ihre Perücke ein- bis zweimal pro Woche mit einigen Tropfen Pflegeshampoo in ein lauwarmes Wasserbad zu legen und anschließend vorsichtig auszuwaschen. Schwenken Sie Ihre Perücke aber nicht im Wasser, weil sie dabei die Haare verknoten könnten.
  • Kämmen Sie Ihre Perücke nicht im nassen Zustand , sondern tupfen Sie sie nur vorsichtig mit einem Handtuch ab. Erst wenn die Perücke vollständig getrocknet ist, können Sie das Haar mit einem speziellen Kamm kämmen. Dieser ist im Fachhandel erhältlich.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Perücken sind bei einem therapiebedingten Haarausfall über die gesetzliche Krankenkasse oder private Krankenversicherung abrechenbar. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt muss Ihnen dafür ein Rezept ausstellen. Ob sie die gesamten Kosten der Perücke übernimmt oder sich nur an den Kosten beteiligt, hängt von Ihrer Krankenkasse, Ihrem Vertrag und auch von den Kosten der Perücke ab. Erkunden Sie sich daher vorher bei Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung, welchen Betrag sie übernimmt. Perücken kosten - je nach Material und Ausführung - unterschiedlich viel Geld. Die Perücke bei Chemo zahlt die Krankenkasse, zumindest teilweise. Sie beteiligt sich mit einem Zuschuss an den Kosten. Die Voraussetzung ist, dass eine Ärztin oder ein Arzt (Hausarzt, Onkologin) die Perücke verschreibt. Die Abrechnung mit den Krankenkassen übernimmt in der Regel das Zweithaarstudio direkt. Dort geben Sie Ihr Rezept ab. Sie müssen also meist nichts weiter tun. Bei Frauen zahlen die Kassen die Perücke in der Regel ganz oder teilweise, bei Männern dagegen nur in Ausnahmefällen. Lichtes Haar oder eine Glatze gelten bei Männern als gesellschaftlich akzeptiert.

Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie viel eine Perücke für Krebskranke Menschen kostet. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wesentliche Rolle spielt es, ob die Perücke aus Kunsthaar oder Echthaar gefertigt ist. Echthaarperücken sind in der Regel deutlich teurer, sehen aber meist sehr natürlich aus. Auch die Art, wie die Perücke geknüpft ist, oder wie lang die Haare sind, ist für die Kosten wichtig. Die Kosten für Perücken aus Echthaar liegen in der Regel bei 1.000 Euro und mehr.

Tragekomfort und Alltagstipps

Eine Perücke zu tragen, ist für viele Menschen anfangs zumindest gewöhnungsbedürftig. Die Perücke fühlt sich anders an als das eigene Haar. Manche empfinden die Perücke auch zunächst als „Fremdkörper“ und haben Angst, dass es unter dem Haarersatz zu warm wird, sich Schweiß ansammelt oder die Kopfhaut juckt. Wenn die Perücke gut sitzt, geschieht dies jedoch nicht. Viele gewöhnen sich mit der Zeit gewöhnen an ihren neuen Haarersatz und fühlen sich gut beschützt und wohl während der Chemotherapie. Auch kalte Temperaturen kann die Perücke abhalten und viele sehen sehr chic mit ihr aus. Damit eine Perücke nicht rutscht, besitzt sie einige besondere Vorrichtungen. Ein Beispiel sind verstellbare Bänder, mit denen Sie die Perücke fester ziehen können, damit sie straff auf dem Kopf sitzt. Im Stirnbereich der Perücke ist ein Monofilament für den guten Sitz angebracht. Für zusätzlichen Halt sorgt ein Filmansatz. Das ist ein Band, das sich fest an den Kopf ansaugt. Lassen Sie sich unbedingt im Zweithaarstudio beraten, welche Perücke zu Ihnen passt und welche Größe es sein sollte.

Nach dem Ende der Chemotherapie und wenn die Medikamente abgebaut sind, wachsen die Haare wieder nach. Wie lange dies dauert, kann aber individuell verschieden sein. Meist sind die Haare ungefähr drei Monate später wieder so dicht nachgewachsen, dass sie auf die Perücke verzichten können. Die Haare sind dann sehr kurz, aber ein Schnitt beim Friseur oder der Friseurin kann sie in Form bringen.

Mit Perücke sollten Sie eigentlich nicht duschen. Es sollte kein Wasser von oben auf die Perücke geraten. Wenn Sie dafür sorgen, dass kein Wasser an die Perücke herankommt (z.B. mit einer dichten Haube), können Sie jedoch damit duschen. Besonders angenehm ist das Duscherlebnis dann aber vielleicht nicht. Nehmen Sie die Perücke daher besser vor dem Duschen ab. Inzwischen gibt es spezielle Perücken, die sich für den Kontakt und Aktivitäten mit Wasser eignen.

Mit Perücke schlafen sollten Sie nicht, weil die Haare beschädigt werden könnten. Sie können zum Beispiel abbrechen oder sich verknoten. Auf jeden Fall leiden die Qualität der Perücke und auch ihre Lebensdauer. Sie sieht meist schon nach wenigen Wochen nicht mehr schön aus. Das gilt sowohl für Perücken aus Kunsthaar wie aus Echthaar. Nehmen Sie die Perücke vor dem Zubettgehen ab und hängen Sie sie am besten auf einen Perückenkopf. Er hält die Perücke in Form und pflegt sie.

Eine Perücke sollte am besten nicht mit Schwimmbadwasser in Kontakt kommen. Es enthält Chlor, das die Perücke strapazieren kann. Außerdem kann die Perücke vom Kopf rutschen, wenn sie nicht mit speziellen Klebstoffen befestigt ist. Auch das kann unangenehm werden.

Mit Ihrer Perücke in die Sauna zu gehen, ist in der Regel keine so gute Idee. Denn Hitze kann die Haare schädigen und die Perücke verformen. Das gilt besonders für Kunsthaar. Wenn Sie direkt neben dem Saunaofen Platz nehmen, wirkt besonders große Hitze ein.

Sie können mit Ihrer Perücke Sport treiben, zum Beispiel Radfahren, Joggen oder Nordic Walking. Achten Sie darauf, dass Ihre Perücke gut sitzt - dann hält sich auch dem Wind stand. Sie können auch eine Mütze oder Kappe über der Perücke tragen. Auch ein Schweißband oder Stirnband ist eine Möglichkeit, um den Schweiß aufzusaugen und den Bereich zwischen Kopfhaut und Perücke zu schützen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Perücke nach der Chemotherapie auszuwählen?

Der ideale Zeitpunkt, um eine Perücke nach der Chemotherapie auszuwählen, ist tatsächlich schon vor dem eigentlichen Haarverlust. Viele Betroffene sind überrascht, wie schnell der Haarausfall nach Beginn der Behandlung einsetzen kann - manchmal innerhalb weniger Tage. Wer sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzt, hat entscheidende Vorteile: Die eigene Frisur, Haarfarbe und Struktur können noch im Originalzustand dokumentiert werden. Ein weiterer Pluspunkt: Die Anpassung der Perücke erfolgt entspannter, solange die Kopfhaut noch nicht gereizt oder empfindlich ist. In spezialisierten Studios oder bei erfahrenen Experten können verschiedene Modelle ausprobiert werden, ohne Zeitdruck oder Unsicherheit. Wer jetzt schon ein passendes Modell auswählt, erlebt den Übergang nach dem Haarverlust als deutlich weniger belastend - psychisch wie optisch.

Viele Beratungsstellen empfehlen, spätestens mit der ersten Chemotherapie-Sitzung einen Termin zur Perückenberatung zu vereinbaren. Denn beliebte Modelle oder spezielle Sonderanfertigungen haben manchmal Lieferzeiten. Zusammengefasst: Je früher Sie sich mit dem Thema beschäftigen, desto mehr Kontrolle behalten Sie über Ihren Look und Ihr Wohlbefinden. Wer sich zu spät entscheidet, muss oft mit Kompromissen leben - das ist wirklich nicht nötig.

Alternativen zur Perücke: Tücher, Schals, Mützen und Hüte

Alternativen zur Perücke: Tücher, Schals, Mützen und Hüte bieten Schutz, wenn man sich ohne Haare unwohl fühlt. Generell gilt: Sie müssen sich wohlfühlen! Dieses Bedürfnis kann von Tag zu Tag variieren: Manchmal fühlen Sie sich vielleicht mit einer Perücke oder einem Tuch sicherer, während es Ihnen an anderen Tagen nichts ausmacht, „oben ohne“ gesehen zu werden.

Mit dem Haartuch oder auch Chemo-Tuch lässt sich eine erste sehr beliebte Kopfbedeckungsmöglichkeit während der Chemotherapie aufzählen. Großer Vorteil bei diesem modischen Accessoire: Sie lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise binden und ermöglicht somit dem Träger bzw. In den verschiedensten Ausführungen fallen die Haartücher dabei mit allerlei Farben und Muster auf, deren Variationen im Grunde keine Grenzen gesetzt sind.

Sollte die Wahl tatsächlich zu einem Chemo Tuch fallen, sollte der nächste Schritt dahingehen, dass Sie sich mit dem Binden dieser Kopfbedeckung auseinandersetzen. Hierbei lassen sich verschiedene Varianten wählen. Genügend Informationsmaterial existiert dabei definitiv - und das auch für verschiedene Arten des Bindens.

Viele Krebspatientinnen greifen gerne auf Tücher zurück. Sie sind günstiger und pflegeleichter als Perücken. Außerdem sind sie dünner und leichter, was gerade im Sommer oft als angenehmer empfunden wird.

Wenn Sie keine Perücke tragen möchten - oder zumindest nicht jeden Tag - dann bieten Tücher und Tuch-Hut-Kombinationen viele modische Möglichkeiten. Die Größe und Form des Tuches: Schauen Sie sich vorab Bindetechniken an und probieren Sie sie am besten mit einem alten Halstuch schon einmal aus. Ist Ihnen das Binden zu aufwändig? Erkundigen Sie sich nach vorgebundenen Tüchern. Generell gilt: Es werden oft Tücher mit 90 x 90 cm oder 50 x 160 cm angeboten. Rutschige Stoffe wie Seide oder Kunstfaser halten oft schlecht. Rutschige Seidentücher lassen sich statt mit Knoten manchmal besser mit herkömmlichen Haargummis fixieren.

Männer haben das Glück: Strickmützen und Beanies (Baumwoll- oder Fleecemützen in „Bohnenform“) sind gerade in und wirken modisch und modern.

Kältekappen

Kältekappen, auch "scalp cooling" genannt, werden verwendet, um Haarausfall während einer Chemotherapie zu reduzieren. Ihre Wirksamkeit ist noch nicht vollständig erforscht und wurde hauptsächlich bei Frauen mit Brustkrebs untersucht. Die Kosten liegen bei etwa 1.200-2.000 €, und die Krankenkassen übernehmen diese in der Regel nicht.

Weitere Tipps für den Umgang mit Haarverlust

  • Schutz vor Wärmeverlust: Der Kopf- und Halsbereich kann viel Wärme verlieren, weil dort große Blutgefäße verlaufen.
  • Der Haarausfall kann die gesamte Körperbehaarung betreffen, auffällig ist das insbesondere am Kopf und im Gesicht.
  • Wimpern und Augenbrauen fallen weniger oft aus als Kopfhaare, da sich die entsprechenden Zellen langsamer teilen.
  • Krebsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Kliniken vermitteln Kosmetik-Kurse für Frauen nach Chemotherapie.

Insbesondere für Frauen ist es eine Herausforderung, mit dieser starken Veränderung der äußeren Erscheinung umzugehen, nicht zuletzt weil die Erkrankung damit für andere sichtbar wird. Nicht alle Medikamente, die für eine Chemotherapie eingesetzt werden, haben einen Haarausfall zur Folge. Betroffene sollten rechtzeitig überlegen, ob sie Haarersatz, Tücher, Hüte oder Mützen tragen möchten.

Festzuhalten ist somit in jedem Fall, dass den Betroffenen in Sachen Kopfbedeckung bei Weitem nicht die Hände gebunden sind und dass es ein weitreichendes Angebot an verschiedenen Produkten gibt, die potenziell gut zu einem passen dürften. Im Idealfall setzen Sie sich bereits vor einer Chemotherapie damit auseinander, was Ihnen am ehesten gefallen würde.

Neuer Haarwuchs nach der Chemotherapie - was kann ich tun? (Tipps von Ärztin)

Chemotherapien können vorübergehend zu einem teilweisen oder vollständigen Haarverlust führen. Etwa 3 bis 6 Monate nach Ende der zytostatischen Therapie wächst das Haar wieder nach.

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