In vielen Haarpflegemitteln sind chemische Verbindungen enthalten, die eine bestimmte Wirkung von Pflegeprodukten ermöglichen. Was in Shampoos, Spülungen und Stylingprodukten drin steckt, steht drauf. Doch was können die einzelnen Inhaltsstoffe eigentlich?
Kosmetikhersteller verwenden heute unzählige Substanzen, die unserem Haar zu mehr Glanz, Fülle und Gesundheit verhelfen sollen. Und jedes Jahr entdecken und entwickeln Forscher neue Wirkstoffe, die ihren Weg in Tuben und Tiegel finden.
Cetrimoniumchlorid ist ein weißer Feststoff und gehört zur Gruppe der quartären Ammoniumverbindungen. Als quartäre Ammoniumverbindung ist die Substanz gut in Wasser löslich, besitzt aber eine ausgesprochen hohe Affinität zum Keratin, einem Hauptbestandteil unserer Haare. Durch diese hohe Haaraffinität entfaltet Cetrimoniumchlorid seine Wirksamkeit.
Cetrimoniumchlorid ist ein Multitalent und wird bevorzugt als Haarpflegestoff in Schaumfestigern, Conditionern und Shampoos eingesetzt.
Strukturformel von Cetrimoniumchlorid
Cetrimoniumchlorid hat mehrere Funktionen in kosmetischen Mitteln:
Weiterhin zählt Cetrimoniumchlorid zur Klasse der kationischen Tenside. Zusätzlich besitzt Cetrimonium Chloride eine bakterizide (Bakterien abtötende) Wirkung. Es kann also auch als Konservierungsmittel in kosmetischen Produkten eingesetzt werden. Als Inhaltsstoff in Salben für Haut und Schleimhäute bekämpft er bakterielle Erreger für Infektionskrankheiten.
Das kationische Tensid dispergiert Öl und Wasser, weshalb es ein bewährter Inhaltsstoff in der Haarpflege ist. In vielen Haarpflegeprodukten wie Styling-Mousse, Trockenshampoos, Haarmasken und -kuren ist der bewährte Inhaltsstoff aufgrund seiner Affinität zum Haarkeratin enthalten.
Auch nach dem Ausspülen von Haarpflegeprodukten verbleibt der Wirkstoff in den Haaren.
Besonders häufig wird Cetrimoniumchlorid in Produkten zum Entwirren von Haaren, für lockiges Haar oder in Haarspülungen als Konditionierungsmittel eingesetzt. Das Ergebnis: Die antistatischen, kräuselhemmenden und entwirrenden Eigenschaften von Cetrimoniumchlorid sorgen für bessere Kämmbarkeit und Glättung fliegender Haare.
Konservierungsmittel schützen kosmetische Produkte vor dem mikrobiellen Verderb und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Verbraucher. Insbesondere wenn ein kosmetisches Produkt Wasser enthält, sind Konservierungsmittel notwendig, denn in Wasser können sich Mikroorganismen ansiedeln und vermehren.
In bis zu 5 Prozent der Kosmetika ist Cetrimoniumchlorid enthalten.
Cetrimoniumchlorid ist oft in Shampoos enthalten
Quaternäre Ammoniumverbindungen stehen im Verdacht, hautreizend zu sein.
Die Fakten: Quaternäre Ammoniumverbindungen, von denen Cetrimoniumchlorid, Steartrimoniumchlorid und Behentrimoniumchlorid die bekanntesten sind, sind tatsächlich reizend für Haut und Augen, wenn sie in reiner Form oder in hohen Konzentrationen verwendet werden. Die in der europäischen Kosmetikverordnung zugelassenen niedrigen Konzentrationen quaternärer Ammoniumverbindungen sind nicht oder nur geringfügig reizend.
Ein kosmetisches Mittel ist zudem mehr ist als die Summe seiner Bestandteile: Die Kunst der Formulierung besteht darin, (auch potenziell reizende) Bestandteile in der richtigen (und niedrigen) Konzentration einzubringen und sie optimal zu kombinieren, um die bestmögliche Verträglichkeit des Endprodukts zu erzielen. (Es kommt also immer auf die Verträglichkeit des Endprodukts an, und weniger auf die der einzelnen Inhaltsstoffe. Die Verträglichkeit des Endprodukts wird vor dessen Inverkehrbringen des Produkts umfassend bewertet.)
Fazit: In den in kosmetischen Produkten verwendeten bzw. zugelassenen Konzentrationen gelten quaternäre Ammoniumverbindungen nicht als reizend.
Entsprechend der EG-Kosmetik-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009), die für den gesamten EU-Markt gültig ist, versteht man unter Konservierungsstoffen Stoffe, die in kosmetischen Mitteln ausschließlich oder überwiegend die Entwicklung von Mikroorganismen hemmen sollen. Der Anhang V der Verordnung legt fest, welche Substanzen als Konservierungsstoffe in kosmetischen Produkten verwendet werden dürfen. In dieser so genannten Positivliste der Konservierungsstoffe sind auch Höchstkonzentrationen für den Einsatz dieser Stoffe in kosmetischen Mitteln sowie die erlaubten Einsatzbereiche vorgegeben.
Konservierungsstoffe werden vor ihrer Zulassung in Anhang V auf ihre toxikologische Unbedenklichkeit untersucht und umfassenden Prüfungen unterzogen. Die Hersteller müssen die gesundheitliche Unbedenklichkeit in umfangreichen wissenschaftlichen Studien nachweisen. Die Hersteller setzen immer nur die geringstmögliche Konzentration in einem Produkt ein, damit eine optimale Haltbarkeit und die bedenkenlose Anwendung gewährleistet sind.
Achtung: Augenkontakt vermeiden. Sollten Nebenwirkungen auftreten, verwenden Sie das Produkt nicht weiter. Falls die Nebenwirkungen andauern, kontaktieren Sie einen Arzt.
Neben Cetrimoniumchlorid gibt es viele weitere Inhaltsstoffe, die in Haarpflegeprodukten verwendet werden:
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