Sonneneinstrahlung, Regen, Wind und Schnee setzen Flachdächer das ganze Jahr über hohen Belastungen aus. Damit Ihr Carport oder Schuppen lange hält und kein Wasser eindringt, ist eine gute Abdichtung unerlässlich. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Anleitung zur Abdichtung von Carport- und Schuppendächern, einschließlich Materialauswahl, Vorbereitung und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Ein Carportdach muss abgedichtet werden, um es dauerhaft vor Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen zu schützen. Ohne Abdichtung kann Regen, Schnee oder Tauwasser in die Konstruktion eindringen und dort auf Dauer Schäden verursachen. Im Gegensatz zu anderen Dachformen sind Flachdächer anfälliger für Feuchtigkeits- und Witterungsschäden. Grund dafür ist die geringe Neigung, die Tau- und Regenwasser nur langsam abfließen lässt. Ist das Flachdach nicht ausreichend abgedichtet, dringt die Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion ein.
Schon kleinste Lücken können zu Schimmel, Fäulnis oder Rissen im Mauerwerk führen. Wenn das Dach und angrenzende Bauteile bereits durchfeuchtet sind, reicht eine Abdichtung allein nicht mehr aus. In diesem Fall müssen zunächst die Folgeschäden aufwendig saniert werden. Unter Umständen ist sogar eine komplette Erneuerung des Daches notwendig. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie Ihr Flachdach regelmäßig inspizieren und Lecks zeitnah ausbessern. Dichten Sie das Flachdach neu ab - beispielsweise bei einem Neubau oder nach einer Sanierung - gilt es, von vornherein die richtigen Materialien zu wählen.
Bleibt ein Carportdach ungeschützt, kann schon nach wenigen Jahren Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringen. Zunächst verursachen undichte Stellen im Carportdach optische Veränderungen, bevor daraus erhebliche Schäden entstehen.
Diese Schäden können durch undichte Stellen entstehen:
Die DIN 18531 definiert Mindeststandards für die Abdichtung von Flachdächern. Wichtig sind vor allem zwei Teile:
Eventuell müssen Sie Ihr Flachdach dämmen, bevor Sie es abdichten können. Bei Wohngebäuden und bei Garagen, die in das Wohngebäude integriert oder beheizt sind, ist eine Dämmung Pflicht.
Die Entscheidung hängt davon ab, welchen Belastungen Ihr Dach ausgesetzt ist. Hier sind einige gängige Optionen:
Um Häuser oder Schuppen richtig abdichten zu können, gibt es unter anderem Dachpappe. Dachpappe besteht vor allem aus Pappe und Bitumen. Damit die Dachpappe vor Abrieb und UV-Strahlung geschützt ist, wird bei der Herstellung grobkörniges Material hinzugefügt. Für die Abdichtung Ihres Daches haben Sie die Wahl zwischen zwei Dachpappen-Arten: Dachdichtungsbahnen und Bitumen-Schweißbahnen. Mit Bitumenrollen dichten Sie das Dach wasserdicht ab. Für Flachdächer ist dieses Material ideal.
Die wichtigsten Eigenschaften der Bitumen-Dachpappe sind:
Flüssigkunststoff ist die ideale Wahl, wenn es um das Abdichten von schwierigen Stellen oder um die Sanierung von Flachdächern geht. Das Material haftet auf den verschiedensten Untergründen - von Holz über Beton und Metall bis zu alten Abdichtungen wie Bitumen. Für Heimwerker empfehlen sich 1-Komponenten-Flüssigkunststoffe: Sie sind ohne Anmischen sofort gebrauchsfertig und bilden innerhalb kürzester Zeit eine regensichere Dachhaut. Einige Produkte enthalten bereits Fasern zur Armierung, so sparen Sie sich das Einarbeiten einer Vliesfolie. Der Auftrag erfolgt meist in mehreren Schichten.
EPDM ist in Form von vorgefertigten Planen oder Bahnen erhältlich. Planen bieten den Vorteil, dass kaum Nähte ausgeführt werden müssen, was das Risiko von undichten Stellen reduziert. Die Folien können sowohl lose verlegt als auch vollflächig verklebt werden. Bei einer fachgerechten Verlegung hält die Abdichtung mit EPDM sehr lange.
EPDM Dichtungsbahnen bestehen aus Ethylen-Propylen-Dien-(Monomer)-Kautschuk. Der dauerhaft elastische, synthetische Kautschuk hat eine Lebenserwartung von mehr als 50 Jahren, deutlich länger als Bitumenbahnen. Aus diesem Grund werden heute die meisten Flachdächer mit EPDM Dachfolien abgedichtet. EPDM ist temperaturbeständig, UV-beständig und sehr dehnbar - ein ideales Material für den Einsatz im Freien.
EPDM-Folie gilt als besonders umweltfreundlich, da sie lange hält und vollständig recycelbar ist.
Bitumen, auch Teerpappe genannt, ist der absolute Klassiker in Sachen Dichtungsmaterial. Es besteht aus vier Schichten: Bitumendeckmasse, Trägereinlage, Bitumendeckmasse und mineralischer Bestreuung.
Bitumen bringt also die besten Eigenschaften als Abdichtungsmaterial mit und ist damit erste Wahl bei Hobbyhandwerkern und Profis:
Egal, für welchen Dichtstoff Sie sich entscheiden: Bevor Sie das Material aufbringen können, sind einige Vorarbeiten notwendig. Schaffen Sie zunächst einen sicheren Zugang zur Dachfläche und räumen Sie alle Gegenstände rund um das Flachdach weg. Nimm dir, nachdem du festes Schuhwerk angezogen hast, einen Besen zur Hand und begib dich auf das Dach. Kehren Sie die Dachfläche gründlich ab. Entfernen Sie dabei scharfkantige Steinchen und herausstehende Teile.
Je nach Material und Untergrund ist ein Voranstrich bzw. eine Grundierung erforderlich. Schauen Sie sich das Dach genau an, möglicherweise ist es auch notwendig, das Carportdach zu erneuern. Wenn eine Abdichtung genügt, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend. Zunächst sollten Sie das passende Abdichtungsmaterial auswählen. Es muss zur Dachkonstruktion und den örtlichen Gegebenheiten passen. Prüfen Sie außerdem die Dachneigung, da sie Einfluss darauf hat, wie gut das Wasser abfließen kann und welche Anforderungen an die Abdichtung gestellt werden.
Ein besonders wichtiger Schritt ist die Kontrolle auf mögliche Schwachstellen. Untersuchen Sie das Dach sorgfältig auf undichte Stellen, wie Schraublöcher, Übergänge zu anderen Bauteilen oder beschädigte Bereiche. Nur wenn solche Problemzonen im Vorfeld erkannt und berücksichtigt werden, kann die Abdichtung langfristig wirksam sein.
Anschlüsse an benachbarte Bauteile und Kanten sowie Durchlässe wie Schornsteine, Regenrohre oder Blitzableiter stellen potenzielle Schwachstellen in der Abdichtung des Flachdachs dar. Sie müssen besonders gut vor eindringendem Wasser geschützt werden. Einige Hersteller bieten dafür spezielle Formteile an.
Das Prinzip ist denkbar einfach. Die Folie wird zunächst auf dem Dach ausgelegt, dann in Form geschnitten und abschließend verklebt. Besonders wichtig: die Außentemperatur muss für das Verlegen höher als 10° Celsius sein. Das Dach Ihrer Gartenhütte muss frei von alter Dachpappe, Nägeln oder sonstigen spitzen Gegenständen sein. Da die Dachfolie verklebt wird sind Schmutz und Fett ebenfalls zu entfernen. Arbeiten Sie hier gewissenhaft und nehmen Sie sich etwas Zeit.
Anschließend lehnen Sie sich ganz entspannt zurück und begutachten Ihr Werk.
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie im Sommer vom Balkon Ihres Hauses auf Ihr Foliendach schauen. Durch die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter kann es sein, dass die Folie beginnt, sich zu runzeln oder Blasen wirft. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, dies ist ein normaler Vorgang, der die Dichtigkeit des Daches nicht beeinflusst. In der Regel ziehen sich die Falten von alleine wieder glatt.
Je nach Vulkanisationsgrad kann sich Ihre EPDM Dachfolie nach dem ersten Regen gräulich verfärben.
Bevor Sie die Dachpappe verlegen, sollten Sie sich Gedanken machen, welche Methode Sie anwenden. Sie haben die Wahl zwischen einer einfachen und einer doppelten Deckung. Ihr Gartenhaus, Ihren Geräteschuppen und andere kleinere Dächer können Sie mit einer einfachen Deckung ausstatten. Die doppelte Deckung sollten Sie bei größeren Dächern anwenden.
Die nächste Frage dreht sich darum, wie Sie Ihre Dachpappe befestigen wollen. Sie können dafür Nägel oder Kleber verwenden. Für Flachdächer bietet sich Kleber an. Dabei haben Sie die Wahl zwischen Kaltkleber und heißem Bitumen. Alternativ gibt es auch selbstklebende Dachpappe. Diese ist in der Anschaffung meist etwas teurer als herkömmliche Dachpappe.
Damit Sie die richtige Menge an Dachpappe zur Verfügung haben, müssen Sie vorab die benötigte Materialmenge berechnen. Rechnen Sie für alle Dachflächen Höhe mal Breite. Die einzelnen Ergebnisse addieren Sie. Planen Sie zudem die Überlappung bei Schräg- und Satteldächern ein. Auch Verschnitt durch Fenster, Gauben und den Schornstein sollten Sie mit einrechnen. Besorgen Sie sich im Vorfeld ausreichend Dachpappe für Ihr Projekt, damit Sie später ungestört arbeiten können und kein Material nachkaufen müssen.
Reinigen Sie die Fläche, bevor Sie die Dachpappe verlegen. Entfernen Sie zudem alle herausstehenden Teile. Dies ist wichtig, damit die Pappe nicht beschädigt wird. Achten Sie darauf, dass der Untergrund trocken ist, bevor Sie die Dachpappe verlegen. Feuchtigkeit kann zu schadhaften Stellen führen. Solche Stellen müssen meist bereits nach kurzer Zeit repariert oder ausgetauscht werden.
Verlegen Sie die Dachpappe überlappend, damit eine ausreichende Abdichtung entsteht.
Meist ist die Dachpappe bereits beim Kauf aufgerollt. Dadurch lässt sie sich einfacher verlegen. Die erste Bahn rollen Sie an der tiefsten Stelle Ihres Daches aus. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Wasser gut von der Dachpappe abtropfen kann. Zudem schützen Sie Wände und die Dachkonstruktion vor Nässe. An der Oberseite befestigen Sie die Bahn mit Dachpappennägeln auf den Holzbrettern. Die zweite Bahn rollen Sie so aus, dass diese die zuvor verlegte Bahn etwa 10 cm überlappt. Die Pappe sollte ebenfalls 10 cm an den Seitenkanten überstehen. Befestigen Sie sie wieder mit Nägeln an der Oberkante. Auch diese Bahn bestreichen Sie mit Dachklebemasse. Verfahre mit den restlichen Dachpappenbahnen ebenso. Hast du das ganze Dach gedeckt, befestigst du die Überlappungen mit zusätzlichen Dachpappennägeln.
Etwas anders verläuft das Anbringen der Dachpappen bei einer doppelten Deckung. Zu Beginn bedecken Sie die gesamte Fläche mit Dachpappe. Auf diese legen Sie eine zweite Schicht. Statt diese zu vernageln, verkleben Sie sie. Normalerweise funktioniert dies mit einem Gasbrenner. Auch Flachdächer lassen sich mit dieser Methode decken. Dabei haben Sie die Möglichkeit, bereits die erste Schicht aufzukleben. Den Untergrund streichen Sie in diesem Fall mit Kaltkleber vor.
Damit Ihre Dachpappe lange hält, müssen Sie sie gelegentlich pflegen. Unterschiedliche Wetterbedingungen können sonst Schäden hinterlassen. Am besten tragen Sie rund alle drei Jahre eine Schutzschicht auf. Löcher können Sie einfach mit kleineren Dachpappenstücken reparieren. Diese schieben Sie entweder unter das Loch oder kleben sie fest. Auf eine spröde oder rissige Dachpappe können Sie einfach eine zweite Schicht legen und befestigen.
Pflege die Dachpappe regelmäßig. So bleibt sie lange ansehnlich und behält ihre abdichtende Funktion.
Alte Dachpappe gehört nicht in die Restmülltonne. Das Material kann je nach Alter Teer oder sogar Asbest enthalten. Lege sie in kleinen Mengen in Plastiksäcke. Diese wiederum kannst du auf einem Wertstoffhof fachgerecht entsorgen. Bei größeren Mengen benötigst du einen Container. Diesen kannst du bei einer Entsorgungsfirma bestellen.
Die Wahl des richtigen Materials hängt von der Art des Carportdachs ab. Hier eine Übersicht:
| Carportdachart | Empfohlene Abdichtung |
|---|---|
| Flachdach | Bitumenbahnen, EPDM-Folie, Flüssigkunststoff |
| Leicht geneigtes Dach | Bitumenbahnen, EPDM-Folie |
| Wellplattendach | Bitumen-Dichtbänder, spezielle Dichtstoffe für Wellplatten |
Auf das Jahr gesehen bieten sich das Frühjahr oder der Sommer an, denn in dieser Zeit herrschen bereits hohe Temperaturen und eine geringe Luftfeuchtigkeit. An regnerischen Tagen oder im Herbst und Winter sollten Sie dagegen auf Abdichtungsarbeiten verzichten, da sich das Material sonst nicht richtig mit dem Untergrund verbindet.
Möchten Sie ein älteres Carportdach nachträglich abdichten, sollten Sie zunächst den Zustand des Untergrundes prüfen und gegebenenfalls beschädigtes Material entfernen. Auch kann es sein, dass alte Abdichtungen Schäden wie Risse, Blasen oder lose Stellen aufweisen, die vollständig entfernt oder ausgebessert werden müssen. Je nach Dachform kommen auch hier wieder unterschiedliche Methoden in Betracht, etwa das Aufbringen einer neuen Lage Bitumenbahnen, das Verkleben einer EPDM-Folie oder das flächige Auftragen von Flüssigkunststoff. Wichtig ist, dass der Untergrund sauber, trocken und tragfähig ist, damit die neue Abdichtung haftet.
Die Kosten hängen von Dachgröße, Material und Arbeitsaufwand ab und bewegen sich zwischen 40 und 150 Euro pro Quadratmeter.
tags: #Carport #Schuppen #abdichten #anleitung
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.