Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BG Germany GmbH, besser bekannt unter dem Namen Busch Glatz Germany, wurde am 1. Juli eröffnet. Die BG Germany GmbH ist Herausgeber von Branchentiteln wie "Meedia" und "Blickpunkt Film".
Die Busch Glatz Germany GmbH war offenbar schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Am 1. Juli wurde das Insolvenzverfahren für die ehemalige Busch Glatz Germany GmbH (inzwischen BG Germany) in Eigenverwaltung eröffnet.
Zum 9. Juni gab Timo Busch auch den Geschäftsführer-Posten ab. Alleiniger Geschäftsführer ist seither der Anfang 2022 ebenfalls in die Geschäftsführung berufene Torsten Glatz, der somit unter Aufsicht des zum Sachwalter bestellten Rechtsanwalts Daniel Zumhasch weiter über die Insolvenzmasse verfügen darf. Gläubiger können ihre Forderungen nun bis zum 22. Juli beim Sachwalter anmelden, die Gläubigerversammlung ist für den 28.
In den letzten Wochen gab es dann insbesondere bei "Meedia" mehrere personelle Abgänge, darunter Chefredakteur Stefan Winterbauer, auch sein bisheriger Stellvertreter steht nach DWDL-Infos vor dem Abschied. Die Redaktion haben zudem Claudia Bayer und Tobias Singer verlassen. Timo Busch wiederum erklärte kürzlich gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", dass er dem nun insolventen Firmenkonstrukt im 4.
Die Probleme beim Magazin, bei dem die Eigentumsverhältnisse seit Jahren kompliziert sind, begannen spätestens 2014. Gruner + Jahr hatte damals sein Fachmagazin-Portfolio und damit auch Blickpunkt Film abgestoßen. Käufer war der Unternehmer Timo Busch.
Die Gewerkschaft Verdi schrieb in einem Blog-Beitrag zwei Jahre nach der Übernahme: "Mitarbeiter, die unter anderem für Blickpunkt Film Beiträge schreiben, müssen ihre Honorare einklagen. Auch bei den fest angestellten Redakteuren sollen die Gehaltszahlungen nicht regelmäßig erfolgen." Im Jahr darauf musste der Neuverleger einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung stellen.
„Auf zu neuen Ufern“: So euphorisch beschrieb Chefredakteur und Herausgeber Ulrich Höcherl im Frühjahr 2024 die personellen Veränderungen bei "Blickpunkt Film". „Sie haben es jetzt mit einem neuen, aber gewohnt kompetenten, ambitionierten und nicht weniger investigativen Team zu tun, falls Sie geschätzte ältere Kollegen bei uns nicht mehr erreichen sollten“, schrieb er damals.
Denn fast die gesamte alte Mannschaft ging von Bord, um ein neues Projekt aufzuziehen: "The Spot media & film". Das Unternehmen dahinter, die Opus Mediengruppe, will "Blickpunkt Film" nun aus der laufenden Insolvenz holen. Unter dem neuen Opus-Dach sollen die beiden Angebote in den nächsten Monaten „zu einem zukunftsorientierten, integrierten Fachmedium für die Film-, Kino- und Entertainmentbranche zusammengeführt“ werden.
Dieses solle „weiterhin aktuelle Branchennews, Hintergrundberichte, Trends und vielfältige Marktanalysen liefern“. The Spot media & film hat drei Print-Titel im Portfolio: "Spot Plus", das einmal pro Quartal erscheint sowie "Spot Tops" und "Spot Book" zu besonderen Anlässen. Von "Blickpunkt Film" erscheint jede Woche ein Print-Heft.
Die Organisation und Transformation werde in der Geschäftsführung durch Florian Ritter in Zusammenarbeit mit den Herausgebern in der Chefredaktion Barbara Schuster und Thomas Schultze geleitet. Unklar ist zurzeit noch, wer von "Blickpunkt Film" mitzieht und wer nicht. In der Mitteilung ist lediglich die Rede davon, dass man sich unter anderem „erfahrene und kompetente Mitarbeiter“ sichere.
Übergeordnetes Ziel sei es, „durch Synergien die Stärken beider Marken zu vereinen, bessere Skalierungseffekte zu schaffen und darauf aufbauend das moderne, digitale Leitmedium für Entscheidungsträger:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Film- und Medienindustrie weiterzuentwickeln“.
Der Kölner Verleger Timo Busch will gemeinsam mit Katarzyna Mol-Wolf die Marke Emotion fortführen. Er hat mit seiner Busch Group die Rechte an Emotion im Rahmen eines Asset Deals erworben und plant dafür, zum 1.
„Was Katarzyna Mol-Wolf und ihr Team über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut haben, beeindruckt mich sehr. Emotion und die vielfältigen Line Extensions sind ausgesprochen hochwertige Produkte, denen man die Leidenschaft ansieht, mit der sie gemacht werden. Auch der Rückhalt der Leser:innen ist etwas ganz Besonderes. Die Marke hat in ihrer Zielgruppe eine hohe Strahlkraft und sicher enormes Potential. Ich freue mich sehr, mit Katarzyna Mol-Wolf und ihren Mitarbeiterinnen Emotion für die Zukunft aufzustellen.
„Ich bin sehr stolz auf unser gesamtes Team und zutiefst dankbar für die enorme Unterstützung und die Solidarität unserer Leser:innen, Kunden und Partner. Gemeinsam haben wir es geschafft, in dieser äußerst schwierigen Zeit den Geschäftsbetrieb in Print & Online erfolgreich fortzuführen. Dafür, dass ich nicht allen Erwartungen gerecht werden konnte, bitte ich um Entschuldigung. Besonders dankbar bin ich, dass es uns auch in diesem Krisenjahr gelungen ist, auf unserem Emotion Award herausragende Frauen für ihr unternehmerisches und soziales Engagement zu ehren.
Pikant ist: Verleger Timo Busch hat mit seinem Branchenmagazin Meedia zuletzt selbst eine Insolvenz hingelegt. Die Emotion Verlag GmbH - Herausgeberin des Frauenmagazins emotion und der Plattform emotion.de - hatte im vergangenen Sommer beim zuständigen Amtsgericht Hamburg Insolvenz angemeldet.
Der Geschäftsbetrieb bleibe vorerst bestehen, hieß es bei dem Hamburger Medienhaus. Zum einen arbeite die Redaktion weiter an der kommenden Print-Ausgabe, zum anderen werde auch das Online-Portal weiter gepflegt. Einmal am Tag: Exklusive Storys, Personalien, Debatten & Jobs in unserem kressexpress.
Busch Glatz war ein Konglomerat aus Marketing- und Medienunternehmen, das der Verleger Timo Busch und der Drucker Torsten Glatz durch zahlreiche Übernahmen gebildet haben. Nukleus waren der 1980 von Ulrich Scheele gegründete Entertainment Media Verlag in München, den Timo Busch 2014 von Gruner + Jahr übernommen hatte, sowie die 1999 von Torsten Glatz gegründete impress media in Mönchengladbach.
2019 kam der 2008 von Dirk Manthey für MEEDIA gegründete Verlag in Hamburg dazu, 2020 die 1992 von Maria-Theresia von Seidlein und Georg von Langsdorff gegründete S&L Medien Gruppe mit Büros in München und Berlin. 2021 folgten der 1973 von Bodo Harenberg gegründete Harenberg Verlag in Dortmund und die 2002 von Martin Molgedey gegründete MMmedia in Hamburg.
Zusätzlich wurden diverse einzelne Assets erworben und integriert sowie zentrale Einheiten für die Entwicklung (Köln) und die Verwaltung (Mönchengladbach) aufgebaut. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01. Januar 2023 sollten sämtliche Aktivitäten unter dem Dach einer gemeinsamen Holding zusammengeführt werden.
Durch die Insolvenz der MG Medien Gruppe von Torsten Glatz geriet jedoch der gesamte Verbund in Schieflage. Infolgedessen mussten für fast alle Gesellschaften bei den zuständigen Gerichten Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt werden.
Timo Busch hat für den Harenberg Verlag, den er vor zwei Jahren übernommen hat, Insolvenz angemeldet. Aktuell wird ein Käufer gesucht. In dem traditionsreichen Dortmunder Verlag erscheinen unter anderem der buchreport sowie die DER SPIEGEL -Bestsellerlisten.
Jetzt, kurz nach dem 50. Geburtstag des Verlages, muss auch hier der Insolvenzverwalter ran. „Harenberg ist direkt und indirekt von der Schieflage der gesamten Busch Glatz Gruppe betroffen. Für mehrere andere Gesellschaften der Unternehmensgruppe wurden bereits Insolvenzverfahren beantragt bzw. eröffnet“, erklärt Timo Busch in eigener Sache.
Hört man sich in der Branche um, soll es auch noch andere Gründe geben. Auf meine Fragen, die vermutlich etwas mehr Licht in die Sache bringen würden, weil die Spatzen es längst von den Dächern pfeiffen, will Timo Busch mit mir nicht sprechen. Stattdessen droht er mit dem Anwalt. Und bei der Süddeutschen Zeitung beschwert er sich noch VOR der Berichterstattung über mich.
Zum Insolvenzverwalter wird ernannt Rechtsanwalt Dr. Die Gläubiger werden aufgefordert, dem Insolvenzverwalter unverzüglich mitzuteilen, welche Sicherungsrechte sie an beweglichen Sachen oder an Rechten der Schuldnerin in Anspruch nehmen.
Der Gegenstand, an dem das Sicherungsrecht beansprucht wird, die Art und der Entstehungsgrund des Sicherungsrechts sowie die gesicherte Forderung sind zu bezeichnen. Wer diese Mitteilungen schuldhaft unterlässt oder verzögert, haftet für den daraus entstehenden Schaden (§ 28 Abs.
Eine Gläubigerversammlung wird vorerst nicht einberufen. - zur Zwischenrechnungslegung gegenüber der Gläubigerversammlung (§ 66 Abs. Soweit zu besonders bedeutsamen Rechtshandlungen (§ 160 InsO) des Insolvenzverwalters bis zum Stichtag kein Widerspruch eines stimmberechtigten Gläubigers bei Gericht eingeht, so gilt die Zustimmung als erteilt (§ 160 Abs.
Die Tabelle mit den Forderungen und die Anmeldungsunterlagen sowie der Bericht des Insolvenzverwalters werden spätestens ab dem 08.12.2023 zur Einsicht der Beteiligten auf der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Mönchengladbach, Nebenstelle, Hohenzollernstr. 155, 41061 Mönchengladbach, Zimmer Nr.
Ein schriftlicher Widerspruch, mit dem ein Beteiligter eine Forderung bestreitet, muss spätestens am Prüfungsstichtag bei Gericht eingehen. Im Widerspruch ist anzugeben, ob die Forderung nach ihrem Grund, ihrem Betrag oder ihrem Rang bestritten wird.
Der Insolvenzverwalter wird beauftragt, die nach § 30 Abs. 2 InsO zu bewirkenden Zustellungen an die Schuldner der Schuldnerin (Drittschuldner) sowie an die Gläubiger durchzuführen (§ 8 Abs.
Gegen diesen Beschluss steht der Schuldnerin/dem Schuldner das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde gem. § 34 Abs. 2 InsO zu. Die sofortige Beschwerde ist bei dem Amtsgericht Mönchengladbach, Hohenzollernstr. 157, 41061 Mönchengladbach schriftlich in deutscher Sprache oder zur Niederschrift der Geschäftsstelle einzulegen.
Die sofortige Beschwerde muss innerhalb von zwei Wochen bei dem Amtsgericht Mönchengladbach eingegangen sein. Dies gilt auch dann, wenn die Beschwerde zur Niederschrift der Geschäftsstelle eines anderen Amtsgerichtes abgegeben wurde. Die Frist beginnt mit der Verkündung der Entscheidung oder, wenn diese nicht verkündet wird, mit deren Zustellung.
Zum Nachweis der Zustellung genügt auch die öffentliche Bekanntmachung. Diese gilt als bewirkt, sobald nach dem Tag der unter www.insolvenzbekanntmachungen.de erfolgten Veröffentlichung zwei weitere Tage verstrichen sind. Maßgeblich für den Beginn der Beschwerdefrist ist der frühere Zeitpunkt.
Die sofortige Beschwerde muss die Bezeichnung des angefochtenen Beschlusses sowie die Erklärung enthalten, dass sofortige Beschwerde gegen diesen Beschluss eingelegt wird. Die Einlegung ist auch durch Übertragung eines elektronischen Dokuments an die elektronische Poststelle des Gerichts möglich. Das elektronische Dokument muss für die Bearbeitung durch das Gericht geeignet und mit einer qualifizierten elektronischen Signatur der verantwortenden Person versehen sein oder von der verantwortenden Person signiert und auf einem sicheren Übermittlungsweg gemäß § 130a ZPO nach näherer Maßgabe der Verordnung über die technischen Rahmenbedingungen des elektronischen Rechtsverkehrs und über das besondere elektronische Behördenpostfach (BGBl. 2017 I, S. 3803) eingereicht werden.
Auf die Pflicht zur elektronischen Einreichung durch professionelle Einreicher/innen ab dem 01.01.2022 durch das Gesetz zum Ausbau des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten vom 10. Oktober 2013, das Gesetz zur Einführung der elektronischen Akte in der Justiz und zur weiteren Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs vom 5.
Mönchengladbach, 06.10.2023
Die Insolvenz der Busch Glatz Germany GmbH und der damit verbundenen Unternehmen hat weitreichende Folgen für die Medienbranche. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten betroffenen Unternehmen zusammen:
| Unternehmen | Tätigkeit | Status |
|---|---|---|
| BG Germany GmbH (ehem. Busch Glatz Germany) | Verlag von Branchentiteln ("Meedia", "Blickpunkt Film") | Insolvenzverfahren eröffnet |
| Emotion Verlag GmbH | Herausgeberin des Frauenmagazins "emotion" und der Plattform emotion.de | Insolvenz angemeldet (von anderem Unternehmen) |
| Harenberg Verlag | Verlag (u.a. "buchreport", DER SPIEGEL -Bestsellerlisten) | Insolvenz angemeldet, Käufer gesucht |
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