Die Französische Bulldogge erfreut sich großer Beliebtheit als Familienhund und Begleiter. Ihr charmantes Wesen und ihr unverwechselbares Aussehen mit den großen, runden Augen und den Fledermausohren haben sie zu einem Liebling vieler Hundefreunde gemacht. Doch in den letzten Jahren hat sich ein neuer Trend entwickelt: die Französische Bulldogge mit langen Haaren, auch bekannt als "Fluffy Frenchie".
Französische Bulldogge
„Fluffy Frenchies“, also Französische Bulldoggen mit langen Haaren. Sie sehen super süß und niedlich aus und jeder will sie haben. Französische Bulldoggen mit langen Haaren werden zum gefährlichen Trend. Doch es ist ein gefährlicher Trend, denn dass die Hunde tatsächlich langes Fell haben, kommt nur sehr selten vor. Dass die Tiere außerdem unter zusätzlichen gesundheitlichen Problemen leiden können, ist den Züchtern offenbar egal. Sie machen mit den Hunden ihr großes Geschäft und der Käufer muss für sein neues Haustier tief in die Tasche greifen.
Eines gleich vorweg: Französische Bulldoggen mit langen Haaren gibt es tatsächlich auch von Natur aus. Aber diese flauschigen Hunde sind eine echte Rarität. Denn ihre langen Haare sind das Ergebnis einer Gen-Modifikation, sprich eines Genfehlers.
„Vermutlich hat es diese Gen-Modifikation schon immer gegeben, ist durch Langhaarvorfahren entstanden. Heutzutage ist es jedoch möglich, durch die Genanalyse gezielt Hunde zu paaren, die beide diesen Gendefekt aufweisen“, erklärt Hundetrainer Sebastian Marx im Interview mit RTL. So können die Züchter sichergehen, dass der Welpe auf jeden Fall lange Haare bekommt.
Die Nachfrage nach flauschigen Frenchies ist stark gestiegen, auch wenn dieser Trend laut Hundetrainer Sebastian Marx noch recht jung ist.
Das Geschäft mit den flauschigen Hunden boomt. Ein fataler Trend mit Folgen, denn Bulldoggen haben generell oft gesundheitliche Probleme, Französische Bulldoggen gelten oft als Qualzucht. „Sie leiden unter Brachyzephalie, also Kurzköpfigkeit, und kriegen in der Regel nur schlecht Luft. Zudem treten oft Probleme mit den Augen (Hervorquellen), Veränderungen der Wirbelsäule sowie Fehlstellungen des Kiefers und der Zähne auf“, so Marx.
Wenn die Züchter zudem noch eine einzigartige Fellstruktur erzeugen wollen, kann dies durchaus zu weiteren Gesundheitsproblemen führen. Die anatomischen Veränderungen und Malformationen des knöchernen Schädels könnten auch eine Ursache für die Verengungen des Gehörgangs sein.
Zudem weist die Rasse häufig nasopharyngeale Turbinate (Nasenmuscheln) auf (die Nasenmuscheln sind mit Nasenschleimhaut überzogene Knochenlamellen, die von der seitlichen Nasenwand in die Nasenhaupthöhle ragen). Vor allem caudale anormale Turbinate können über die Hälfte der untersuchten French Bulldogs (65,5 %) betreffen.
Die Tiere sind in vielen Lebensbereichen in ihrem natürlichen Verhalten stark eingeschränkt, sodass von einer verminderten Lebensqualität auszugehen ist. Ein Abnabeln der Welpen während der Geburt, das Zerbeißen von Flöhen, oder auch die Nahrungsaufnahme können durch Regurgitieren und Erstickungsanfälle behindert sein.
Die Lebenserwartung von brachycephalen Rassen, wie dem French Bulldog, ist deutlich reduziert im Vergleich zu Rassen mit z.B. Ein physiologisches und artgerechtes Leben ist nicht mehr möglich, da betroffene Tiere lebenslang der Angst ausgesetzt sind, zu ersticken. Dies zeigt sich in den vielfältigen Kompensationsmechanismen, die sich solche Hunde zugelegt haben, um zu überleben.
Flaches Hinlegen auf kühle Flächen, um den ganzen Körper zu kühlen und das Überstrecken des Halses beim Schlafen sind nur zwei dieser Symptome.
In einer Studie von Packer et al. (2015) waren bis zu 70 % der French Bulldogs von BOAS betroffen und sie zählten zu den meist betroffenen Rassen überhaupt.
Französische Bulldogge mit Atemproblemen
Deshalb hat Hundetrainer Sebastian Marx folgenden Tipp für Interessenten: „Ich rate Menschen, sich mit den Problemen und den gesundheitlichen Folgen auseinanderzusetzen. Sollte der Wunsch nach einer Französische Bulldogge eindeutig sein, verweise ich auf die Möglichkeit, einen Hund dieser Rasse aus dem Tierheim zu adoptieren. So wird zwielichtigen Hundezüchtern, die nur an Profit denken, das Handwerk gelegt.“
Die Französische Bulldogge zählt zu den Hunderassen, die häufig von Qualzucht betroffen sind. Übermäßige Zucht auf ein besonders kurzes Gesicht kann zu erheblichen Atemproblemen führen, ebenso wie enge Nasenlöcher oder zu kurze Rücken. Wer sich für einen Frenchie entscheidet, sollte deshalb großen Wert auf eine verantwortungsvolle Zucht legen.
Achte auf Züchter, die Gesundheit vor Optik stellen und ihre Tiere auf erblich bedingte Krankheiten testen lassen. Laut Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes ist Qualzucht in Deutschland verboten. Was genau bedeutet Qualzucht für die Tiere und welche Rassen sind besonders betroffen?
Um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, ist der Kauf bei seriösen Züchtern mit Fokus auf Gesundheit statt Extremzucht entscheidend.
Kaufe nur einen Welpen von Züchtern, die Bullys ohne die hier genannten Übertreibungen züchtet. Idealerweise werden die Welpen natürlich geworfen.
Glücklicherweise gibt es immer mehr verantwortungsbewusste Züchter. Nimm Interesse eines gesunden Bullys auch längere Wartezeiten auf deinen Welpen in Kauf.
Kaufe nur vor Ort beim Züchter, der seinen Wurf gut per Fotos dokumentiert hat und Wert darauf legt, dass du die Mütter samt Wurf lange vor dem Kauf besuchen kommst.
Meide bitte "Züchter", die mit Merle oder Dilute-Farben vermehren. Bitte kaufe auf keinen Fall per Internet.
Gerade bei Bullys gibt es sehr viele Angebote von - gut getarnten - Hundehändlern, von Hinterhofzuchten oder Puppy-Mills. Abgesehen von dem Leid, was so den Hunden angetan wird, hast du in aller Regel das böse und teure Erwachen nach dem vermeintlich günstigen Kauf in Form von saftigen Tierarztrechnungen.
Für einen Welpen von einem seriösen Züchter solltest du mit Preisen zwischen 1.500 und 3.000 Euro rechnen. Diese Kosten decken in der Regel Gesundheitsuntersuchungen, Impfungen und die ersten Wochen der Sozialisierung ab.
Achte darauf, nicht auf besonders günstige Angebote hereinzufallen, da sie oft mit mangelnder Sorgfalt bei der Zucht einhergehen können.
Eine Französische Bulldogge aus dem Tierheim ist eine weitere Möglichkeit. Hier liegt die Schutzgebühr meist zwischen 200 und 500 Euro.
Die Französische Bulldogge leidet aufgrund ihrer Zuchtmerkmale häufig unter gesundheitlichen Problemen. Besonders verbreitet ist das Brachyzephale Atemnotsyndrom, das durch die stark verkürzte Schnauze verursacht wird. Dieses Syndrom kann fatale Folgen haben: Es führt zu Herzerkrankungen, da das Herz ständig mehr Blut pumpen muss. Zugleich führt die ständige Atemnot zur Unterversorgung anderer Organe mit sauerstoffreichem Blut.
Weitere potenzielle gesundheitliche Probleme sind:
Um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, ist der Kauf bei seriösen Züchtern mit Fokus auf Gesundheit statt Extremzucht entscheidend.
Französische Bulldogge
Die Französische Bulldogge gilt als pflegeleicht, hat aber einige besondere Bedürfnisse. Ihr kurzes Fell muss nur ein- bis zweimal pro Woche gebürstet werden. Während des Fellwechsels etwas häufiger. Auch die Ohren sollten sauber und trocken gehalten, die Zähne regelmäßig geputzt und die Krallen bei Bedarf gekürzt werden. Gelegentliches Baden mit mildem Hundeshampoo reicht aus.
Die Französische Bulldogge kommt mit hohen Temperaturen nur schlecht zurecht, da ihre kurze Schnauze das Hecheln und damit die natürliche Kühlung erschwert. Bereits mäßige Wärme kann zu Überhitzung und einem Hitzschlag beim Hund führen. Spaziergänge mit dem Frenchie sollten im Sommer auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Wichtig sind schattige Ruheplätze, stets frisches Wasser und kühle Unterlagen.
Die Französische Bulldogge hat einen sensiblen Verdauungstrakt. Darum ist ein hochwertiges, gut verträgliches Hundefutter entscheidend. Auch das Gewicht sollte im Blick bleiben: Französische Bulldoggen neigen zu Übergewicht, daher ist eine kontrollierte Fütterung wichtig. Am besten wird die Tagesration auf zwei Mahlzeiten verteilt.
Die Französische Bulldogge ist ein agiler, lebensfroher Hund. Sie liebt es herumzutoben. Sie liebt und braucht ausgedehnte Spaziergänge in der Natur.
Trotz ihres kompakten Körperbaus ist die Französische Bulldogge ein echtes Powerpaket - mit der richtigen Portion Spaß. Moderater Hundesport wie Dogdance, Degility oder Obedience passt perfekt zu ihrem Temperament. Wichtig: Bei allen Aktivitäten steht der Spaß im Vordergrund, nicht die Ausdauer.
Die Französische Bulldogge ist ein liebenswerter und intelligenter Begleiter, der mit seinem charmanten Wesen schnell die Herzen erobert. Die Erziehung sollte idealerweise bereits im Welpenalter beginnen. Hunde dieser Rasse sind klug und lernwillig, benötigen jedoch klare Strukturen und Regeln, um sich sicher und wohlzufühlen.
Diese Rasse reagiert besonders gut auf positive Verstärkung. Lob, Leckerlis und spielerische Belohnungen motivieren die Französische Bulldogge, gewünschtes Verhalten zu zeigen. Strenge Strafen oder harte Erziehungsmethoden sind hingegen kontraproduktiv und können das Vertrauen des Hundes beeinträchtigen.
Eine frühzeitige Sozialisierung ist entscheidend für das Verhalten der Französischen Bulldogge im späteren Leben. Der Kontakt zu anderen Hunden, Menschen und verschiedenen Umgebungen fördert ein ausgeglichenes und freundliches Wesen.
Die Erziehung einer Französischen Bulldogge erfordert Geduld, Konsequenz und Einfühlungsvermögen.
Die Französische Bulldogge ist ein treuer Mitbewohner mit großem Herz - ideal für Singles oder Familien. Sie passt in eine kleine Etagenwohnung mitten in der Großstadt ebenso gut wie in eine Villa mit großem Garten auf dem Land. Wichtig: Treppen und exzessive körperliche Belastung sollten vermieden werden.
Trotz ihrer geringen Größe braucht sie artgerechte Beschäftigung, regelmäßige Spaziergänge und viel Nähe zu ihren Menschen. Sie will und kann unser ganzes Leben schöner machen, uns Tag für Tag erfreuen und sie selbst kann mit uns ebenso glücklich sein.
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