Die Wechselwirkung zwischen Brille und Augenbrauen ist ein faszinierendes Thema, das sowohl ästhetische als auch psychologische Aspekte berührt. Eine Brille kann die Form und den Ausdruck der Augenbrauen betonen oder verändern, während die Augenbrauen selbst die Wirkung der Brille auf das Gesicht beeinflussen können.
Nur eine halbe Sekunde braucht ein Mensch, um das Gesicht eines Fremden wahrzunehmen. Dann kann der vormals Unbekannte sicher wiedererkannt werden, auch wenn sein Gesicht halb verborgen ist oder der ehemals vorhandene Vollbart fehlt. Ein Prozeß, der in unserem Gehirn so schnell abläuft, sollte ganz einfach organisiert, möglicherweise angeboren sein und automatisch ablaufen. Doch brauchen Kinder für die gleiche Erkennungsleistung noch deutlich länger als Erwachsene.
Wenn ein Gesicht ein markantes Merkmal trägt wie bei dem Schauspieler Gerard Depardieu eine große Nase oder bei dem Politiker Theo Waigel außergewöhnlich starke Augenbrauen, orientieren sich Kinder und oft auch noch Erwachsene bei der Wiedererkennung häufig nur an dieser Auffälligkeit. Jüngere Kinder lassen sich auch stark von Utensilien wie einem Haarband, Brille oder Hut ablenken und achten dann kaum auf die Merkmale des Gesichtes. Erwachsene können von solchen veränderbaren Zusätzen leichter abstrahieren.
Wurde früher bei Kindern eine ganzheitliche oder holistische Wahrnehmung angenommen, so deuteten die neueren Ergebnisse auf das Gegenteil hin. "Es stellte sich heraus, daß bereits Kinder mit fünf bis sechs Jahren gute Analytiker sind, die einzelne Merkmale zum Beispiel in Gesichtern bei der Wahrnehmung nutzen. Bei Kindern ab etwa zehn Jahren geht die Gesichterwahrnehmung zur holistischen Strategie über, wie sie auch Erwachsene meistens nutzen", erklärt Schwarzer. Dabei werden zwar auch Einzelmerkmale wahrgenommen, aber blitzschnell in ein Gesamtbild eines Gesichtes integriert.
Medialer Wandel und gesellschaftlicher Wandel gehen Hand in Hand und beeinflussen sich wechselseitig: Neue Medien werden auf neuartige, vielfältige und unterschiedliche Art und Weise im Alltag von Menschen genutzt. Gleichzeitig verändern sich Medien und werden (permanent) weiterentwickelt. Was ist über diese Entwicklungen und Zusammenhänge von Menschen und Medien bekannt? Wie können solche Zusammenhänge wissenschaftlich untersucht werden? Wie können zum Beispiel Potenziale, Herausforderungen oder Risiken wissenschaftlich analysiert und beurteilt werden?
Bei einer solchen Analyse kommen wissenschaftlichen Fachbegriffen wie Medienkompetenz und Medienbildung eine zentrale Bedeutung zu (weitere Begriffe sind z. B. Medienerziehung, Mediensozialisation und Mediendidaktik), die wie Geräte und wie Hilfsmittel verwendet werden. Unterschiedliche optische Geräte - wie beispielsweise Mikroskop oder Fernglas - stellen dabei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung und erfüllen unterschiedliche Zwecke und Funktionen.
Mit dem Konzept von Medienkompetenz ist ein konkretes Ziel verbunden: medienkompetente Nutzende. Dieses Ziel wird auch in der Formulierung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) deutlich: „Kreativ und kritisch mit Medien leben“. Im Zentrum stehen dabei die Entwicklung von (individuellen) Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Teilhabe an der Gesellschaft.
Ein Blick auf Online-Netzwerke durch die Brille der Medienbildung stellt die Frage der Bildung in den Mittelpunkt. Und bezogen auf das Ausgangsbeispiel: Wie verändert sich durch die Nutzung von Online-Netzwerken die Art und Weise, wie Nutzende die Dinge der Welt, andere Menschen und sich selbst sehen? Wie verändert sich das Selbst- und Weltbild? Wie verändert sich das Selbstbild vor dem Hintergrund von (impliziten und expliziten) Schönheitsidealen?
Lechner sagt, dass der Schönheitsdruck ansteige, weil immer neue Möglichkeiten der Visualisierung, Selbstdarstellung und Vernetzung über soziale Medien dazukämen. Die Schönheitsindustrie erfinde außerdem neue Makel und werbe beispielsweise für Jawliner gegen die falschen Kieferknochen oder Cremes gegen sogenannte Pralinentaschen bei den Achseln. Einige der neuen Eingriffe setzen genau hier an.
85 Prozent der Chirurg*innen sind der Meinung, dass bearbeitete Selfies die Ansprüche von Patient*innen an den eigenen Körper verändern. Aus vielen Studien weiß man: Schöne Menschen haben es im Leben leichter. Sie gelten als erfolgreicher, bekommen Jobs eher sowie Partner*innen, gelten schneller als sympathischer und geselliger. Das zeigen unzählige Studien, das Phänomen nennt sich Lookismus. Der Begriff meint die Bewertung und Diskriminierung von schönen und hässlichen Körpern.
„Frauen stehen unter einem viel größeren Druck mit ihrem Aussehen der Norm zu entsprechen, weil wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben, in der über unerreichbare Anforderungen an die Optik von Frauen und queeren Menschen Kontrolle ausgeübt wird“, sagt auch Lechner. Frauen entscheiden sich sechsmal häufiger für einen ästhetischen Eingriff als Männer. Selbst ohne das Aufkommen von Social Media, Selfies und Filtern würden Schönheitsideale die Gesellschaft und das Selbstbild bestimmen. Denn solange diese nicht endgültig aufgebrochen werden, beeinflussen sie unsere Leben.
Der Effekt ist besonders stark im nasalen augenseitigen Bereich zu sehen. Gerade bei Menschen mit sehr festen, dicken Brauenhaaren und die eventuell zusätzlichen noch geschnitten werden, kann es in diesem Bereich problematisch sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wechselwirkung zwischen Brille und Augenbrauen ein komplexes Zusammenspiel von Wahrnehmung, Schönheitsidealen und sozialem Druck ist. Medienkompetenz und Medienbildung spielen eine entscheidende Rolle, um ein kritisches Bewusstsein für diese Einflüsse zu entwickeln und ein positives Selbstbild zu fördern.
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