Braun Rasierer Series 5 Akku Wechsel Anleitung

Viele schätzen die Vorteile eines Akku-Rasierers, der Komfort, Präzision und Effizienz in der täglichen Rasur bietet. Mit seiner kabellosen Funktionalität ermöglicht der Akku-Rasierer eine schnelle und bequeme Rasur, ohne an eine Steckdose gebunden zu sein und ohne, dass ein lästiges Kabel im Weg steht. Doch was tun, wenn der Akku schwächelt oder seinen Geist aufgibt? Müssen Sie gleich in einen neuen Elektro-Rasierer investieren?

Bevor wir uns dem Akkutausch widmen, hier noch ein Tipp für Reisende:

Gute Nachrichten für alle, die viel auf Reisen sind: Der Akku-Rasierer darf mit ins Flugzeug, ob Handgepäck oder Aufgabegepäck. Elektrische Rasierapparate und Akku-Rasierer, die eine Klinge in einer Plastikumrahmung haben, sind im Handgepäck erlaubt. Einen Nassrasierer, bei dem die Klingen frei zugänglich sind, dürfen Sie nicht mit an Bord nehmen, da die Klingen als Waffen gebraucht werden könnten. Rasierklingen, Rasiermesser und Einwegrasierer sind im Handgepäck aus Sicherheitsgründen grundsätzlich verboten, sie gehören ins Aufgabegepäck. Somit steht einem gepflegten Äußeren auch auf Reisen nichts im Wege!

Doch zurück zum Problem eines defekten Akkus.

Erste Schritte bei einem defekten Akku

Günstige Akku-Rasierer kosten um die 50 Euro, hochwertige Modelle können um die 200 bis 400 Euro kosten. Ein stolzer Preis. Nein, überprüfen Sie zunächst Ihre Garantie. Innerhalb der Garantiezeit können Sie sich an den Händler oder Hersteller wenden.

Wer auf der Suche nach einem passenden Ersatz-Akku für seinen Akku-Rasierer ist, ist gut beraten, sich vorab zu informieren. Wichtig: Stellen Sie sicher, dass Sie den richtigen Ersatz-Akku für Ihren spezifischen Rasierer erhalten. Recherchieren Sie die passende Modellnummer, um den passenden Akku zu bestellen.

Um die Lebensdauer des Akku-Rasierers zu verlängern, können Sie einiges tun. Beispielsweise sollten Sie den Akku-Rasierer nicht vollständig entladen, sondern regelmäßig nachladen. Auch extreme Temperaturen gilt es zu vermeiden, da diese die Kapazität des Akkus beeinträchtigen können.

Akkutausch beim Braun Rasierer Series 5

Bei den meisten modernen Akku-Rasierern ist der Akku fest verbaut. Der Austausch des Akkus erfordert spezielles Werkzeug und Geschick. Exemplarisch geben wir Ihnen eine Anleitung zum Akkutausch für den Braun Rasierer Series 9. Der Aufbau anderer Rasierer von Braun ist sehr ähnlich, so dass die Anleitung zum Akkutausch auch bei anderen Braun-Rasierern helfen kann. Wichtig zu beachten ist, dass der Austausch des Akkus für Akku-Rasierer anderer Marken unterschiedlich sein kann.

🔋 Akku-Wechsel beim Braun Syncro 7630, 7765 & 7785 Rasierer – Schritt-für-Schritt Anleitung ✂️

Benötigtes Werkzeug

  • Torx-Schraubendreher
  • Hebelwerkzeug

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Schritt 1 - Die untere Abdeckung entfernen: Entfernen Sie das Bodenstück mit dem Torx-Schraubendreher.
  2. Schritt 2 - Entfernen der Seitenabdeckungen: Entfernen Sie die zwei Wangen unterhalb des Scherkopfes mit dem Hebelwerkzeug und entfernen Sie bei Bedarf die Haare.
  3. Schritt 3 - Schrauben entfernen: Heben Sie die Schale an und schieben Sie sie nach unten weg. Entfernen Sie die vier Schrauben.
  4. Schritt 4 - Elektronik lösen: Heben Sie die Schale ab und achten Sie auf den Verriegelungsmechanismus für den Scherkopf. Heben Sie die Elektronik heraus, fassen Sie am unteren Ende an.

Schrittweise Anleitung zum Akkuwechsel (Beispielbild)

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass das Öffnen des Elektrorasierers und der Austausch des Akkus Risiken birgt. Falls Sie sich unsicher sind oder keine Erfahrung mit solchen Reparaturen haben, empfehlen wir Ihnen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Allgemeine Tipps zum Akku-Austausch bei Braun Rasierern

Nachfolgend ist exemplarisch am Modell 5520 beschrieben, wie man die Nickelmetallhydridakkus (NiMH-Akkus) bei Rasierapparaten der Marke Braun selbst austauschen kann. Andere Modelle sind ganz ähnlich aufgebaut, sodaß die Vorgehensweise beim Akkuaustausch sich nicht wesentlich von der beschriebenen unterscheidet.

Voraussetzungen

Voraussetzung für eine erfolgreiche Reparatur sind etwas handwerkliches Geschick, ein Lötkolben, eine Entlötpumpe und Kenntnisse über den Umgang mit diesem. Wer von Elektronik keine Ahnung und noch nie ein elektronisches Gerät erfolgreich repariert hat, sollte sich nicht unbedingt gerade jetzt einen Lötkolben kaufen und Ihren Rasierapparat als Erprobungsobjekt verwenden, um löten zu lernen. Die Folge wären mit Sicherheit nicht nur überhitzte und damit defekte Akkumulatoren, die man ja noch durch neue ersetzen könnte, sondern auch abgelöste Leiterbahnen, was einem Totalschaden der Leiterplatte und damit des Rasieres gleichkäme.

Kauf von Ersatzakkus

Bevor Sie mit der Reparatur des Geräts beginnen können, benötigen Sie geeignete Ersatzakkus. Original verbaut sind im Modell 5520 NiMH-Akkus in der Bauform Mignon (auch als AA bezeichnet). Wichtig ist, daß Sie Akkus mit angeschweißten Lötstreifen kaufen.

Mignonakku mit Lötfahnen

Diese können Sie normalerweise nicht im nächsten Baumarkt o.ä. kaufen, aber im örtlichen Elektronikhandel oder im Versandhandel werden Sie fündig. Die Kapazität ist dabei nicht sonderlich wichtig, denn bei den heute erhältlichen Zellen ist die Nennkapazität ohnehin deutlich größer als bei den alten original verbauten. Die Betriebsdauer mit einer Ladung wird sich daher ohnehin verlängern. Wählen Sie als Ersatz möglichst Zellen von bekannten Markenherstellern. Bei absoluten Billigzellen kann es oft vorkommen, daß Sie einen relativ hohen Innenwiderstand besitzen und damit der Rasierer nur lustlos brummt, daß es große Unterschiede zwischen 2 Zellen gibt und daß die Lebensdauer gering ist. Maximal 1 € Preisunterschied pro Zelle sind den möglichen Ärger einfach nicht wert!

Absolut empfehlenswert sind NiMH-Akkus mit niedriger Selbstentladung wie z.B. Sanyo eneloop, Panasonic Infinium oder GP Recyko+, die man von auf Akkus spezialisierten Firmen auch mit angeschweißten Lötstreifen beziehen kann.

Warnen möchte ich ausdrücklich davor, Akkus ohne angeschweißte Lötstreifen zu verwenden. Der Grund ist der, daß Akkus eine hohe Wärmekapazität besitzen, wodurch man die Pole kräftig erhitzen muß, um eine elektrische Verbindung anlöten zu können. Tut man dies, überhitzt man den Akku heftig, wodurch er vorgeschädigt wird, was beim langen Rumbraten bis zum sofortigen Totalschaden führen kann. Die Lötstreifen werden hingegen vom Hersteller mittels Punktschweißung angebracht. Durch die ultrakurze Schweißdauer bleibt die Wärmeentwicklung weitgehend auf die Schweißstelle beschränkt, wodurch der Akku unbeschädigt bleibt.

Öffnen und Demontage

Rasierapparate von Braun sind erfreulicherweise recht reparaturfreundlich (zumindest die älteren), d.h. man kann sie ohne Spezialwerkzeuge relativ leicht auseinander- und vor allem auch wieder zusammenbauen. Wahrscheinlich um absolute Anfänger ein wenig abzuschrecken, hat Braun die Schrauben zum Öffnen unter zwei Abdeckungen versteckt. Diese beiden Abdeckungen befinden sich links und rechts neben der 230-V-Anschlußbuchse.

Vermeiden Sie, mit einem kleinen Schraubendreher diese Abdeckungen aufzuhebeln; sowas machen nur Dilettanten. Ohne häßliche Spuren zu hinterlassen, geht es mit einem kleinen Messer mit dünner Klinge; in der Küche sollte sich ein passendes Messer finden. Auch ein Teppichmesser läßt sich außer für Flugzeugentführungen ebenfalls hierfür zweckendfremden. Wenn Sie die Klinge vorsichtig jeweils in den Spalt der beiden Abdeckungen drücken und dann das Messer um wenige Winkelgrade drehen, springen diese von selbst weg.

Durch das Entfernen der beiden Abdeckungen werden 2 Kreuzschlitzschrauben sichtbar. Entfernen Sie diese beiden Schrauben und ziehen Sie die U-förmige Plastikabdeckung nach unten weg. Nun können Sie das Alugehäuse wegziehen. Manchmal hakt es ein wenig am Übergang zum Scherkopf. In diesem Fall hilft Ihnen ebenfalls das kleine Messer, dessen Klinge Sie in den dortigen Spalt drücken. Wenn Sie das geschafft haben, können Sie den Rasierer umdrehen und sich der schwarzen Plastikabdeckung widmen. Diese ist ringsherum eingeclipst. Das Entclipsen der äußeren Befestigung ist sehr einfach zu bewerkstelligen, sodaß Sie die Plastikabdeckung komplett nach oben wegziehen könnten, wenn sie nicht noch zusätzlich innen mit verclipst wäre. Die schwarze Abdeckung besitzt jedoch zwei Öffnungen, durch die hindurch mit einem kleinen Schraubendreher eine Entriegelung möglich ist. Wenn alle Clips entriegelt sind, können Sie die Abdeckung nahzu ohne Kraftaufwand entfernen.

Nun können Sie die Leiterplatte mit den beiden Akkus sehen. Diese Leiterplatte ist per Wurfmontage lediglich eingelegt und nicht verschraubt. Sie können Sie leicht entnehmen, indem Sie sie am in der Nähe des Scherkopfs befindlichen Ende greifen, dort anheben und eine Drehbewegung um die Netzbuchse durchführen (dort verhindern Kontakte, daß Sie die Leiterplatte nach oben herausziehen können). Sobald ein Winkel von ca. 45° erreicht ist, können Sie sie schräg nach oben bzw. in Richtung Scherblatt herausziehen.

Austausch der Akkus

Auf die Leiterplatte sind 2 Akkus aufgelötet und zusätzlich mit doppelseitig klebendem Moosgummi befestigt, damit die Lötstellen mechanisch möglichst wenig belastet werden. Markieren Sie zuerst auf der Leiterplatte die Polarität der Akkus. Sie ist auf dem Akku zwar nicht aufgedruckt, aber Sie erkennen sie anhand der mechanischen Ausgestaltung der Pole.

Anstatt die defekten Akkus auszulöten, empfehle ich, mit einem kleinen Schraubendreher die Anschlußstreifen möglichst dicht an der Schweißstelle der Akkupole vom Akku etwas wegzudrücken (einfach dazwischen drücken) und dann mit einem kleinen Seitenschneider abzuschneiden. Sodann kann man mit Hilfe eines kleinen Messers die Verklebung lösen und die Akkus dann leicht entfernen.

Vorsicht: Auch wenn die Akkus altersschwach sind, sind sie wenigstens teilweise geladen und können im Kurzschlußfall recht große Energiemengen freisetzen.

Als Ersatzakkus benötigen Sie unbedingt Akkus mit angeschweißten Lötfahnen.

Sehr wichtig ist jedoch, daß beide den gleichen Ladestand besitzen, d.h. entweder beide voll oder beide leer sind.

Um eine gute Lötverbindung zu gewährleisten, werden nun die Enden der Lötfahnen mit einem heißen Lötkolben (bei Lötstation Einstellung 450°C) verzinnt. Durch die hohe Temperatur verzundert die Lötspitze zwar sehr schnell, aber die Zeit zum Verzinnen reduziert sich dadurch drastisch. Es ist deutlich besser, ca. 2 Sekunden mit 450°C zu verzinnen als 10 Sekunden mit 300°C, da die Anschlüsse bei hoher Temperatur schnell und zuverlässig sowie mit geringem Wärmeeintrag auf den Akku verzinnt werden. Vermindern kann man den Wärmeeintrag, indem man die Lötfahne auf halber Strecke mit einer Flachzange auf ganzer Breite greift und so für Wärmeabfuhr sorgt. Die Anschlußreste der alten Akkus verzinnen Sie danach ebenfalls.

Die Lötfahnen sollten Sie nicht kürzen sondern nun derart zickzackförmig biegen, daß die Enden mit den in der Leiterplatte verbliebenen Anschlußresten der alten Akkus eine Überlappung bilden. Nun kommen bei jedem Akku je zwei Kleckse eines üblichen Haushaltsuniversalklebers auf die Leiterplatte, um den neuen Akku mechanisch zu stabilisieren. Dann wird er mit hoher Temperatur und damit einhergehender möglichst kurzer Lötdauer mit richtiger Polung eingelötet. Auch hier ist es ratsam, zum Akku hin mit einer kleinen Flachzange für eine Wärmeabfuhr am Lötstreifen zu sorgen. Hat man den ersten Pol angelötet, wird mit einem breiten Schraubendreher o.ä. der zickzackgefaltete Anschlußstreifen zusammengepreßt, damit der Akku samt Anschlüssen paßt. Dann lötet man den zweiten Pol fest und komprimiert ebenfalls den zickzackgefalteten Anschlußstreifen. Gleiches macht man mit dem zweiten Akku unter Beachtung der Polung.

Zusammenbau

Der Zusammenbau erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge wie beim Auseinanderbauen. Zuerst wird die Leiterplatte in den Rasierer eingelegt. Dazu legt man im ca. 45°-Winkel die Leiterplatte so in den Rasierer ein, daß die 230-V-Kontakte der Leiterplatte auf den Anschlußstiften des Rasierers zu liegen kommen. Dann vermindert man den Winkel vorsichtig auf 0°. Danach klipst man vorsichtig die schwarze Plastikabdeckung ein.

Nun kann man probeweise den teilmontierten Rasierer kurz einschalten, um die Funktion zu testen. Selbst bei nicht aufgeladenen Akkus muß er wenigstens ein schwaches Lebenszeichen geben. Ist das nicht der Fall, haben Sie offensichtlich etwas falsch gemacht und wissen nun, warum ich davor gewarnt hatte, ohne ausreichende Kenntnisse eine Reparatur durchzuführen; jetzt brauchen Sie jemanden, der den Fehler finden kann (Falsche Polung? Schlechte Lötverbindungen? Akku überhitzt? Leiterbahnen abgekokelt?).

Wenn hingegen alles funktioniert, brauchen Sie nur noch das Alugehäuse und dann die U-förmige Plastikabdeckung aufzuschieben, die beiden Schrauben wieder einzudrehen und die beiden Plastikabdeckungen aufzuklipsen.

Jetzt folgt der letzte Test: Schließen Sie den Rasierer an 230 V an. Nun muß die grüne Ladelampe aufleuchten. Sofern Sie die Akkus vor dem Einbau aufgeladen hatten, entfernen Sie das Netzkabel und legen den Rasierer zurück an seinen gewohnten Ort. Ansonsten lassen Sie ihn am Netz und laden Sie die Akkus vollständig auf. Leuchtet die Lampe hingegen nicht auf, kommt als Fehlerquelle eine fehlende Verbindung zwischen den Stiften des Netzanschlusses zu den Kontakten der Leiterplatte in Betracht.

Fazit

Mit ein wenig handwerklichem Geschick in Kombination mit elektronischen Grundkenntnissen kann man einem schlappen Akkurasierer sehr preisgünstig neues Leben einhauchen, denn zwei Ersatzakkus kosten nur größenordnungsmäßig 5 €. Wenngleich die Beschreibung im Detail strenggenommen nur für den Typ 5520 zutreffend ist, sind viele Rasierapparate von Braun sehr ähnlich aufgebaut und können ebenso einfach instandgesetzt werden.

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