Biotin, auch bekannt als Vitamin B7 oder Vitamin H, ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es ist Bestandteil einiger wichtiger Enzyme im Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Zusätzlich ist es beim Zellwachstum beteiligt und sorgt für ein gesundes Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln. Es ist auch für die richtige Funktion und die Aufrechterhaltung von Schleimhäuten, Talgdrüsen, Nervengewebe und Blutzellen wichtig.
In diesem Artikel erfahren Sie, ob Biotin wirklich gegen Haarausfall hilft und was Sie bei der Einnahme von Biotin-Präparaten beachten sollten.
Das Wort "Biotin" leitet sich von dem griechischen Wort "biotos" ab, was übersetzt "Leben" bedeutet. Das macht Sinn, denn Biotin spielt eine entscheidende Rolle bei den Körperprozessen, die uns am Leben erhalten.
Biotin wirkt als essentieller Cofaktor für Carboxylasen, die in kritischen Stoffwechselwegen involviert sind. Es unterstützt die Umwandlung von Pyruvat zu Oxalacetat (Gluconeogenese), die Synthese von Fettsäuren (Acetyl-CoA-Carboxylase) und den Abbau von Aminosäuren (Methylcrotonyl-CoA-Carboxylase). Biotin bindet an spezifische Enzyme über eine kovalente Bindung mit Lysinresten (Biotinylierung) und ermöglicht so die effiziente katalytische Funktion.
Biotin ist an der Herstellung von Keratin beteiligt - der wichtigsten Grundsubstanz der Haare. Zusätzlich ist es ein wichtiger Hilfsstoff im Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Biotin wirkt beim Zellwachstum und bei der Biosynthese von DNA und Proteinen mit. Ein Biotinmangel kann daher zu Haarausfall und vermindertem Haarwachstum führen - genau wie ein Vitaminmangel.
Viele Hersteller werben damit, dass Biotin-haltige Shampoos die Haare griffiger und geschmeidiger machen und das Haarwachstum verbessern und beschleunigen sollen. Ein wissenschaftlich nachgewiesener Effekt als Mittel gegen Haarausfall besteht jedoch nicht. Zudem dringt Biotin als wasserlösliche Substanz kaum in die Hornschicht der Haare oder durch die Kopfhaut ein.
Im Rahmen einer regenerativen Therapie beim Haarspezialisten kann Biotin zusammen mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen als Spritze in die Kopfhaut verabreicht werden. Ziel ist die Anregung der Selbstheilungskräfte, um Alterungsprozesse des Zellwachstums zu verlangsamen und eine Regeneration von Haarwurzeln zu ermöglichen. Lesen Sie mehr zur Infusionstherapie und zur Meso-Therapie.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat dazu auch zwei gesundheitsbezogene Werbeaussagen als bewiesen bewertet: "Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haut bei" und "Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei". Diese Health Claims wurden von der EU mit der Verordnung (EU) 432/2012 zugelassen.
Die Studienlage zu Haut- und Haargesundheit ist schwach und die Bedingungen sind teils fragwürdig. Biotin kann einen Beitrag zum Erhalt normaler Haut und Haare leisten. Die festigende Eigenschaft bei Nägeln bleibt wissenschaftlich unbelegt.
Normalerweise kommt Biotin an Proteine gebunden vor und nicht in freier Form. Es ist wasserlöslich und wird über die Niere ausgeschieden. Da Biotin in zahlreichen Stoffwechselwegen eine Rolle spielt, kann ein Biotinmangel viele verschiedene Auswirkungen haben.
Neben einer verminderten Aufnahme über die Nahrung kommen als Ursache für einen Biotinmangel auch Gendefekte im Bereich des Biotinstoffwechsels infrage.
In der Regel kann das für den Körper notwendige Biotin problemlos über die Nahrung aufgenommen werden. Ein Mangel ist äußerst selten und kommt nur bei bestimmten Risikogruppen vor. Dazu gehören Menschen mit bestimmten Darmerkrankungen, die das Vitamin nicht in ausreichender Menge resorbieren können. Eine langfristige Mangel- oder Fehlernährung kann ebenso zu einem Biotinmangel führen wie die langfristige parenterale Ernährung eines Patienten. Auch einige Medikamente können einen Biotinmangel zur Folge haben. Weiterhin verursachen bestimmte Gewohnheiten einen erhöhten Bedarf an Biotin.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Erwachsene die tägliche Aufnahme von 30 bis 60 Mikrogramm Biotin. Säuglinge benötigen etwa fünf bis zehn Mikrogramm pro Tag. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf nicht erhöht.
Der überwiegende Teil des Biotins wird über die Nahrung aufgenommen. Aber auch die Bakterien der Darmflora können Biotin herstellen, was vermutlich in gewisser Menge vom Körper verwertet wird.
Trotzdem ist es in der Regel kein Problem, ausreichend Biotin aufzunehmen, da es andererseits in sehr vielen Nahrungsmitteln vorkommt. Die wichtigsten Biotin-Lieferanten sind Pfifferlinge, Steinpilze und Rinderleber.
Auch folgende Lebensmittel enthalten Biotin:
Bei einem nachgewiesenen Biotinmangel oder genetischen Defekten im Biotinstoffwechsel kann es notwendig sein, Biotin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Es gibt Hersteller, die Biotin-Präparate auch bei gesunden Menschen als nützlich für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln bewerben.
Wichtig zu wissen ist, dass Biotin-Präparate aus chemischen Gründen bei der Blutentnahme bestimmte Laborparameter verfälschen können. Das betrifft sehr wichtige Laborwerte: Zum Beispiel können dadurch Werte, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, falsch gemessen werden oder die Medikamentenspiegel von Immunsuppressiva nicht korrekt sein. Auch Spiegel von Vitamin D oder Folsäure können verfälscht sein. Mit Schilddrüsenwerten kann die Einnahme ebenfalls interferieren. Es ist daher wichtig, dass das Labor über die Einnahme des Präparats informiert wird, um zum Beispiel den richtigen Zeitpunkt für die Blutentnahme zu bestimmen oder in Notfällen die Probe gesondert aufzuarbeiten.
Neben Biotin gibt es zahlreiche weitere Substanzen, die für das gesunde Haarwachstum essenziell sind. Auch zahlreiche Spurenelemente sind wichtig. Für eine schöne Haarpracht ist es wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten, die dem Körper alle wichtigen Stoffe zuführt.
Da Biotin wasserlöslich ist, kann es vom Körper relativ einfach ausgeschieden werden. Die therapeutische Breite ist sehr groß. Bisher sind bei Menschen keine schädlichen Wirkungen hoher Biotin-Dosierungen beobachtet worden. Es gibt nur wenige Studien an Tieren, die die negativen Effekte von Biotin untersucht haben. Hier zeigte sich, dass selbst das 10.000-fache der empfohlenen Tagesdosis keine messbaren Schäden anrichtete. Eine Überdosierung ist daher nach bisherigen Erfahrungen selbst bei der Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel nahezu unmöglich.
Nach Angaben des NIH gibt es keine Hinweise darauf, dass Biotin in hohen Konzentrationen toxisch ist. Bei einigen kann es jedoch während der Einnahme von Biotin Tabletten zu Magenverstimmungen oder Hautausschlägen kommen, obwohl diese Nebenwirkung selten auftritt. In der EU gibt es keine Grenzen dafür, wie viel Vitamin B7 in Biotin Tabletten enthalten sein darf, da in klinischen Studien keine ernsthaften Nebenwirkungen nachgewiesen wurden.
Folgende Wechselwirkungen sind für Biotin beschrieben:
Biotin ist ein wichtiges Vitamin für viele Stoffwechselprozesse im Körper und kann zur Erhaltung normaler Haut und Haare beitragen. Ein Biotinmangel ist jedoch selten und in den meisten Fällen kann der Bedarf über eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden. Bei einem nachgewiesenen Mangel oder bestimmten Risikogruppen kann die Einnahme von Biotin-Präparaten sinnvoll sein. Es ist jedoch wichtig, die Einnahme mit einem Arzt abzusprechen, da Biotin Laborwerte verfälschen kann.
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