Für rund 230 Euro liefert Braun mit dem 9290cc einen elektrischen Rasierer der Premiumklasse, der in der Praxis kaum Wünsche offen lassen dürfte. In Braun Series 9 findet man aktuell 5 verschiedene Modelle und der 9290cc liegt dabei nominell zwar nur im Mittelfeld, für uns ist es im Moment aber trotzdem das Topmodell von Braun.
Mit den Geräten der Series 7 hat Braun im Herbst 2008 versucht die besten und modernsten Elektrorasierer zu verkaufen. Die Testergebnisse haben seitdem immer wieder gezeigt, dass das durchaus gelungen ist. Auch heute überzeugen die Series 7 Rasierapparate noch mit einer hautschonenden und dabei gründlichen Rasur. Trotzdem ist es jetzt Zeit für eine Wachablösung, jedenfalls wenn es nach Braun geht. Fast 6 Jahre später wurde mit der Series 9 eine neue Modellreihe vorgestellt und wie die höhere Zahl im Namen vermuten lässt, soll diese besser und schöner sein als die Series 7.
Die neue Series 9 umfasst 4 Elektrorasierer, die sich in erster Linie in der Ausstattung unterscheiden. Der hier getestete 9090cc ist ein reiner Trockenrasierer und wird mit einer Reinigungs- und Ladestation geliefert. In der Ausführung wird vom Hersteller eine unverbindliche Preisempfehlung von 439,99 Euro angegeben. Typischerweise gibt es den Braun 9090cc mittlerweile wesentlich günstiger, mit etwas mehr als 300 Euro müssen Sie aber rechnen.
Das Design des Braun 9290cc gefällt uns richtig gut und auch die Verarbeitungsqualität bietet keinen Anlass zu Kritik. Lediglich die Wahl der Materialien ist angesichts des hohen Preises jenseits der 200-Euro-Marke und des Premium-Anspruchs von Brauns Series 9 etwas enttäuschend. Bei einem Gerät mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von fast 500 Euro erwartet man hier vielleicht auch einfach das gewisse Extra. Trotzdem muss man ausdrücklich betonen, dass der 9290cc fantastisch verarbeitet ist und auch der gewählte Kunststoff sehr hochwertig wirkt. Entsprechend leicht und gut liegt er dann auch dank der gummierten Griffoberfläche in der Hand.
Das Gehäuse des Series 9 9290cc wirkt im ersten Moment wie aus einem matten oder gebürsteten Metall geformt, entpuppt sich aber schnell zum größten Teil als Kunststoff. Ein einfacher Langhaarschneider sitzt, wie bei Braun gewohnt, an der Rückseite des Griffs und kann hier sehr einfach mit dem Daumen aktiviert werden.
Neben dem Rasierer an sich befinden sich beim 9290cc ein Etui, eine Reinigungsstation samt Kartusche sowie das Ladekabel und ein kleiner Reinigungspinsel im Paket. Die Reinigungsstation kann dabei natürlich auch als Ladestation oder einfach zur Aufbewahrung benutzt werden. Der 9290cc ist außerdem ein sogenannter Wet&Dry Elektrorasierer und kann somit neben der normalen Trockenrasur auch zur Nassrasur mit Schaum oder Rasiergel verwendet werden.
Wie schon erwähnt ist das Innenleben bei allen Series 9 Rasierern identisch und so verfügt auch der 9290cc über 5 spezielle Rasierelemente, die jeweils andere Haararten besonders gut erfassen sollen. Die SyncroSonic-Technologie soll mit ca. 10.000 Mikrovibrationen außerdem dabei helfen, möglichst alle Haare schon beim ersten Zug zu erwischen. Zusätzlich wird der Bart vom Rasierer analysiert und die Motorleistung entsprechend angepasst. Eine Technik die wir bereits in der Vergangenheit getestet haben, deren Wirksamkeit wir bisher aber nicht wirklich nachvollziehen oder belegen konnten.
Alles was die Geräte der Series 7 gut und teuer gemacht hat, steckt im Endeffekt auch im 9090cc. Dazu kommen aber auch noch eine Reihe Neuentwicklungen, die die Series 9 exklusiv hat. So sind im neuen, etwas größeren Scherkopf, jetzt 4 Scherelemente vorhanden. Die sind voll beweglich und sorgen zusammen mit der bekannten Mikro-Vibrationstechnik für bis zu 40.000 Scherbewegungen pro Minute. Der Scherkopf wurde zusätzlich im Bereich der Konturanpassung optimiert und die bereits von den 7er Geräten bekannte Scherfolie OptiFoil soll dafür sorgen, dass auch wirklich alle Haare und Stoppeln erfasst werden.
Neben dem Braun Series 9 9090cc Elektrorasierer selbst und der eben erwähnten Reinigungsstation, sind auch eine Reinigungsbürste, ein recht stabiles Reiseetui, sowie das obligatorische Ladekabel im Lieferumfang enthalten. Auch eine Reinigungskartusche für die Clean&Charge Station ist bereits dabei, weitere müssten dann aber bei Bedarf nachgekauft werden. Der voll bewegliche Scherkopf lässt sich erfreulicherweise auch in 5 Positionen arretieren, was die Rasur an einigen schwierigen Stellen erleichtern kann. Auf der Rückseite des 9090cc ist ein kleiner Präzisionstrimmer angebracht, der sich herausschieben lässt und so zum Bartstyling oder Kürzen der Koteletten genutzt werden kann. Ein schickes LED Display gibt Auskunft über die Restlaufzeit des Akkus und eben dieser ist dank einer Schnellladefunktion schon nach rund 5 Minuten bereit für zumindest eine Rasur.
Die Rasierer der Series 9 werden laut Braun komplett in Deutschland entwickelt und auch produziert. Schwer zu sagen, ob es daran liegt, aber die Verarbeitungs- und Materialqualität überzeugt uns vollkommen. Zwar ist es im ersten Moment etwas enttäuschend, wenn man bemerkt, dass der silberne Metall-Look eben doch nur ein Designkniff ist und das Gehäuse fast komplett aus Plastik besteht, aber das ist verschmerzbar.
Der Lithium-Ionen-Akku ist nach einer knappen Stunde in der Ladestation bereits vollständig geladen und erlaubte in unserem Test einen Dauerbetrieb von fast 56 Minuten. Ein sehr guter Wert und vermutlich auch für den zweiwöchigen Strandurlaub absolut ausreichend. Das Display im Griff ist im Vergleich zu den günstigeren Series 9 Modellen etwas elaborierter und zeigt den Akkustand zunächst mit 5 Balken, gegen Ende aber auch mit einem Minuten-Countdown an.
Während einen die Akkustandsanzeige also weitgehend in Ruhe lässt, macht sich die Reinigungsanzeige umso öfter bemerkbar. Das tägliche Reinigen in der Station ist dabei aber gar nicht unbedingt nötig, ginge bei einem Preis von rund 4 Euro für die Kartuschen auch ziemlich ins Geld. Die müssen nämlich zumindest alle 1-2 Monate ausgetauscht werden. Unserer Erfahrung nach ist es absolut ausreichend den Rasierer im Alltag manuell unter dem Wasserhahn zu reinigen, was ebenfalls sehr schnell erledigt ist. Ein- bis zweimal die Woche kann der Rasierer dann zur optimalen Pflege des Scherkopfs das Programm in der Reinigungsstation durchlaufen.
Was direkt beim ersten Einschalten auffällt, der Braun Series 9 ist angenehm leise. Nicht nur der Rasierapparat lässt es im Vergleich zum Vorgänger etwas ruhiger angehen, auch die Reinigungsstation hält sich akustisch zurück. Generell wurde die Clean&Charge Station sichtbar überarbeitet und wirkt nun noch einen Zacken wertiger und kompakter. Die Bedienung ist denkbar einfach, sobald der Rasierapparat im Display darauf hinweist, dass eine Reinigung nötig wäre, legt man diesen in die Station ein und startet den automatischen Reinigungsvorgang. Dabei wird der Scherkopf des 9090cc hygienisch gereinigt und vor allem auch optimal gepflegt. Im Anschluss duftet der Rasierer frisch, was auch bei der Rasur am nächsten Tag noch angenehm auffällt.
Ein kleiner Tipp für alle, die sich nicht täglich rasieren und den Rasierer seltener reinigen: Wird der Flüssigkeitsbehälter nach Gebrauch wieder herausgenommen und mit dem Plastikdeckel verschlossen, verflüchtigt sich der Alkohol langsamer - die Kartusche hält länger. Das lohnt sich vor allem bei gelegentlicher Nutzung.
## Rasurergebnis und LeistungWie es schon der 9240s gezeigt hat, kann auch der 9290cc bei der Trockenrasur voll überzeugen. Es ziept und zwickt nichts, auch problematische Zonen werden gut rasiert und die Haut fühlt sich im Anschluss wirklich sehr glatt an. Dabei kommt es bei normaler Haut kaum zu Rasurbrand und so gut wie nie zu Irritationen. Noch einen Tick schonender gestaltet sich die Nassrasur mit etwas Rasierschaum, allerdings ist die Variante natürlich auch deutlich zeitaufwändiger. Im Alltag dürfte die tägliche Trockenrasur jedenfalls die meist genutzte Variante sein, denn die ist sehr sauber und schon nach etwa 2 Minuten erledigt.
Die Rasur mit dem Braun Series 9 9090cc gelingt makellos. Während man bei recht dicken Bartstoppeln und 3-Tagebartlänge durchaus einige Bewegungen an der gleichen Stelle brauchen kann, ist die tägliche Rasur ein echter Genuss. Die Haut ist ruckzuck glatt rasiert und wird dabei wirklich nur minimal strapaziert. An schwierigen Stellen, wie zum Beispiel unter der Nase, erweist sich lediglich der große Scherkopf manchmal als Problem. Hier muss man genau arbeiten, um auch wirklich alle Haare zu erwischen. Auch der Trimmer zeigt einige Schwächen im Test. Koteletten lassen sich damit problemlos kürzen, aber schwer erreichbare Stellen, beispielsweise am Ohr, sind definitiv nicht sein Metier.
Im Gegensatz zu den Wet&Dry Rasierern lässt sich der 9090cc übrigens auch direkt am Netzkabel betreiben. Spätestens wenn der Akku mal wieder im schlechtesten aller Zeitpunkte leer ist, ein echter Vorteil. Einige Rezensenten im Internet beklagen übrigens ein unangenehmes Geräusch, welches vom Netzteil ausgeht.
Bereits nach wenigen Tagen zeigte sich: Wer das Gerät regelmäßig einsetzt, erhält gute Ergebnisse - schnell, glatt, hautfreundlich. Den eingebauten Sensor, der laut Hersteller 300 Bartdichtemessungen pro Sekunde durchführt, spürt man im Alltag übrigens nicht. Das Gerät passt sich offenbar dezent an, ohne merkliche Leistungswechsel.
Wer auf die Reinigungsstation verzichten kann, sollte einen Blick auf den nahezu identischen 9240s werfen und kann hier eventuell ein paar Euro im Vergleich sparen.
Wenn Sie einen Trockenrasierer suchen und Qualität wichtiger ist als Geld, können Sie beim Braun Series 9 9090cc bedenkenlos zugreifen.
Hier ist eine vergleichende Tabelle der wichtigsten Konkurrenten auf dem Markt:
| Modell | Scherkopf-Typ | Akkulaufzeit | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|
| Braun Series 9 Pro+ | Folie | 60 Minuten | Reinigungsstation, Power Case |
| Philips Series 9000 S9987/55 | Rotation | 60 Minuten | SkinIQ-Technologie, OLED-Display |
| Panasonic ES-LV6U | Folie | 50 Minuten | Flexibler Scherkopf, Bartdichtesensor |
Es gibt zwei Arten von Elektrorasierern: Folien- und Rotationsrasierer. Am weitesten verbreitet sind Folienrasierer mit ihren länglichen Scherköpfen. Hier gibt es mindestens eine, häufig aber mehrere perforierte Scherfolien. Bei den Rotationsrasierern kommen dagegen drei Schereinheiten mit je einer runden Klinge zum Einsatz. Sie sind in einem Dreieck zueinander angeordnet und oft einzeln flexibel gelagert.
Die Flexibilität der Rotationsköpfe und die dreieckige Form des Scherkopfs bieten den Vorteil, dass sich die Schereinheiten besser an die Gesichtsform anschmiegen. Vor allem die kantigen Kinn- und Unterkieferbereiche lassen sich damit oft besser rasieren. Viele Nutzer heben zudem hervor, dass sie mit Rotationsrasierern schneller sind, weil sie großflächiger rasieren.
Folienrasierer wirken dagegen etwas kraftvoller, was sich auch durch lauteres Summen und stärkere Vibration ausdrückt. Sie sind vor allem für Konturen wie an den Koteletten und für kleinflächige Bereiche wie unter der Nase besser geeignet.
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