Haarausfall Ursachen: Die Rolle der Blutwerte und Mikronährstoffe

Schönes, gesundes und volles Haar spielt in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle, doch leider kann sich nicht jeder Mensch von Natur aus darüber freuen. Viele Männer und auch immer mehr Frauen leiden unter diffusem Haarausfall. Damit bezeichnet man den Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag. Um den Haarausfall wirksam behandeln zu lassen, ist es wichtig, dass Sie dessen Ursachen kennen. Wenn es um die Verbindung zwischen Blutwerte und Haarausfall geht, suchen viele Betroffene nach der Ursache, wenn die Haare dünner werden oder sich lichte Stellen bilden. Ein Blutbild ist dabei ein essenzieller Schritt.

Haarausfall kann beunruhigend sein und hat oft tiefer liegende Gründe. Ihre Haarfollikel benötigen eine konstante Versorgung mit Nährstoffen, um gesundes Haar zu produzieren. Ein Mangel kann das Haarwachstum stören, ebenso wie unzureichende Blutwerte, die zu Haarausfall führen können.

Über die Wichtigkeit von richtigen Blutwerten spricht unser Experte Dr. Denis Alekseev in diesem Video.

Wie wichtig ist Ernährung und das Blutbild bei Haarausfall - KÖ-HAIR

Häufige Ursachen für Haarausfall

Unter Haarausfall versteht man den Verlust von mehr Haaren, als es dem natürlichen Zyklus entspricht. Ein täglicher Verlust von 70 bis 100 Haaren gilt als normal, da jedes Haar einen Wachstums- und Ruhezyklus durchläuft. Von krankhaftem Haarausfall (Alopezie) spricht man dann, wenn deutlich mehr Haare ausfallen, sich lichte Stellen oder kahle Areale entwickeln oder das Haar sichtbar an Dichte verliert.

Haarausfall betrifft nicht nur Männer. Auch Frauen sind in erheblichem Maße betroffen: Schätzungen zufolge erlebt jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens eine Phase verstärkten Haarausfalls. Besonders häufig tritt er in Zeiten hormoneller Veränderungen auf - etwa nach einer Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder unter bestimmten medikamentösen Therapien. Auch Nährstoffmängel, Stress oder genetische Veranlagungen können den Haarverlust verstärken.

Für viele Betroffene stellt Haarausfall mehr als ein kosmetisches Problem dar. Das Haar gilt als Symbol für Weiblichkeit, Jugendlichkeit und Attraktivität. Dünner werdendes Haar oder kahle Stellen können daher zu einer erheblichen psychischen Belastung führen, das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und sozialen Rückzug begünstigen.

Mögliche Ursachen im Überblick:

  • Androgenetische Alopezie (Female Pattern Hair Loss): genetisch und hormonell bedingt, häufigste Form des dauerhaften Haarverlustes.
  • Telogenes Effluvium: vermehrter Übergang der Haare in die Ruhephase nach akuten Belastungen wie Infekten, Operationen, Stress oder Geburt.
  • Diffuser Haarausfall durch Mangelzustände: insbesondere Eisenmangel, Vitamin D-Defizit, Zinkmangel oder andere Mikronährstoffdefizite.
  • Schilddrüsenerkrankungen: sowohl Unter- als auch Überfunktion können den Haarzyklus stören.
  • Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall): autoimmunbedingter, meist plötzlich auftretender Haarverlust in klar begrenzten Arealen.
  • Medikamente: z. B. Zytostatika, Antidepressiva, Betablocker, Antikoagulanzien oder bestimmte hormonelle Präparate.
  • Hormonelle Veränderungen: Schwangerschaft, Stillzeit, Absetzen hormoneller Verhütungsmittel, Wechseljahre.
  • Chronische Erkrankungen: entzündliche Darmerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, schwere Infektionen.
  • Mechanische oder chemische Belastung: z. B. straffe Frisuren, häufiges Färben, Dauerwellen, exzessives Styling.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Haarausfall bei Frauen ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen ist. Besonders häufig ist der hormonell-genetische Typ, bei dem die Haarfollikel empfindlich auf Androgene reagieren und dadurch feiner und kürzer wachsen. Ebenso verbreitet ist das telogene Effluvium, das als Reaktion auf akute Belastungen oder systemische Veränderungen entsteht und typischerweise nach einigen Monaten wieder rückläufig sein kann. Mangelzustände, vor allem Eisen- und Vitaminmangel, spielen bei Frauen im gebärfähigen Alter eine bedeutende Rolle. Auch endokrine Störungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion oder hormonelle Schwankungen im Lebenszyklus sind klassische Auslöser.

Mikronährstoffmängel als Ursache

Eine häufige Ursache des Haarausfalls sind Mikronährstoffmängel. Der Zusammenhang zwischen einem Mikronährstoffmangel und diffusem Haarausfall ist wissenschaftlich belegt. Studien haben gezeigt, dass Haarfollikel häufig sensibel auf einen Mangel an für die Keratin-Synthese notwendigen Proteine, Fettsäuren und Spurenelemente reagieren können. Selten ist nur ein einzelner Nährstoff bzw. dessen Mangel verantwortlich für den Haarausfall; in der Regel lassen sich mehrere Defizite nachweisen.

Die Haarbildung ist ein aktiver Stoffwechselprozess, der jederzeit eine ausreichende Verfügbarkeit aller notwendigen Mikronährstoffe wie Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe erfordert. Bei Haarausfall sollte grundsätzlich eine Überprüfung der Vitalstoffe erfolgen. Häufige Defizite betreffen Eisen, Zink, Kupfer, Vitamin D, Biotin sowie diverse Aminosäuren.

Gerade bei Frauen findet sich häufig ein diffuser Haarausfall bei noch ausreichend erscheinender Ferritinkonzentration. Der „diffuse Haarausfall“ ist daran zu erkennen, dass die Haare auf dem gesamten Kopf dünner werden. Dies kann verschiedene Ursachen haben wie z.B.

Wichtige Nährstoffe und ihre Rolle

  • Eisen (Ferritin): Eisen ist unerlässlich für den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln.
  • Zink: Dieses Spurenelement ist wichtig für die Zellregeneration und die Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil unserer Haare.
  • Vitamine (B12, D, Biotin): Ein Mangel an diesen wichtigen Vitaminen kann sich ebenfalls in Form von Haarausfall zeigen.

Hormonelle Einflüsse

Hormone steuern viele Körperfunktionen, so auch das Haarwachstum. Ein Ungleichgewicht kann zu verschiedenen Formen der Alopezie führen. Wichtig hierbei sind die Blutwerte, die helfen, schädliche hormonelle Veränderungen zu erkennen.

  • Schilddrüsenhormone (TSH, T3, T4): Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann zu diffusem Haarausfall führen.
  • Androgene (Sexualhormone): Bei Frauen kann eine androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) durch erhöhte Spiegel von männlichen Hormonen, den Androgenen, verursacht werden.

Diagnose von Haarausfall

Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.

Haarausfall Diagnose: Verschiedene Tests beim Dermatologen

Für die Diagnose durch Ihren Arzt kommen je nach Ausprägung des Haarausfalls verschiedene Verfahren infrage.

  • Kopfhaut-Biopsie: Biopsie ist der Fachbegriff für die Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus einem lebenden Organismus. Im Falle von Haarausfall entnimmt der Arzt ein ca. 4 mm großes Stück der Kopfhaut inklusive Haarwurzeln. Die Entnahme wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Das Stückchen Kopfhaut wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird auch die Anzahl der aktiven Haarfollikel festgestellt. Insbesondere bei Kopfhauterkrankungen ungeklärter Ursache sowie bei vernarbender Alopezie kann die Biopsie sinnvoll sein, um weitere Informationen über die Erkrankung zu erhalten.
  • Kopfhautinspektion/ Haarscheitelung: Der Arzt untersucht Ihre Haare meist unter einer hellen Lampe. Dabei prüft er genau die Haarstruktur, die Kopfhaut und die Haardichte.
  • Zupf- oder Epilationstest: Der Arzt greift in Ihre Haare und versucht, diese mit einem sanften Ruck herauszuziehen. Dieser Versuch wird an mehreren Stellen der Kopfhaut durchgeführt, um festzustellen, wie leicht sich die Haare aus der Kopfhaut lösen.
  • Durchstreifung der Haare: Mit dem Durchstreifen der Haare lassen sich vermehrte lose „Telogenhaare“ nachweisen, also solche Haare, die sich in der Ruhephase befinden und am Ende dieser Phase ausfallen.
  • Haarreibetest: Der Arzt nimmt einige Haare zwischen seine Finger und zerreibt diese. Damit stellt er fest, ob eine erhöhte Brüchigkeit der Haare vorliegt und somit möglicherweise Haarstrukturschäden vorhanden sind.
  • Haarausfall: Blutuntersuchung: Medikamente, bestimmte Krankheiten oder Mangelzustände können Ursachen von diffusem Haarausfall sein. Daher nimmt der Arzt Blut ab, um z. B. Schilddrüsen- oder Eisenwerte sowie weitere relevante Nährstoffe (Zink) und Vitamine (u. a. Biotin, Thiamin und Folsäure) zu überprüfen. Nach Vorliegen des Befunds können solche Krankheiten oder Mängel gezielt behandelt werden.

Haarausfall erkennen und spezifizieren: Mikroskopische Untersuchungsmethoden

Wenn einer oder mehrere obenstehende Tests auffällig sind, kann Ihr Arzt mithilfe verschiedener mikroskopischer Untersuchungen den Haarausfall genauer diagnostizieren bzw. bestimmen, um welche Art Haarausfall es sich handelt.

  • Haarausfall erkennen mittels Trichometrie/TrichoScan: Das TrichoScan-Verfahren ist ein modernes, computergestütztes Analyseverfahren zur Bestimmung der Haardichte und des Haarwurzelstatus.
  • Trichogramm - lichtmikroskopische Haaranalyse: Eine heutzutage nicht mehr ganz übliche Methode zur Diagnose von Haarausfall ist das Trichogramm. Damit bezeichnet man die lichtmikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln.

Die zehn wichtigsten Biomarker bei Haarausfall

Haarausfall ist oft ein sichtbares Zeichen für tief liegende, unsichtbare Mängel oder hormonelle Störungen im Körper. Wenn Haare dünner werden oder ausfallen, gerät die Haarwurzel in einen Mangelzustand, der durch eine einfache, oberflächliche Behandlung oft nicht behoben werden kann.

Das Hair-Balance Profil ist ein gezielter Labortest, der die zehn wichtigsten Blutwerte und Biomarker analysiert, die unmittelbar mit dem Haarwachstum, der Kopfhautgesundheit und der Nährstoffversorgung der Follikel in Verbindung stehen. Finden Sie die internen Ursachen Ihres Haarausfalls und schaffen Sie die Grundlage für volles, gesundes Haar.

  1. Der Hormonelle Taktgeber und die Speicher: Ein optimaler Stoffwechsel ist fundamental, um Haare wachsen zu lassen. Diese Biomarker sind entscheidend:
    • TSH (Basalwert): Das wichtigste Hormon zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion, dem Taktgeber des Stoffwechsels. Eine Unterfunktion ist eine häufige Ursache für diffusen Haarausfall.
    • Ferritin: Der Eisenspeicher-Blutwert. Niedrige Speicher sind die häufigste Nährstoffursache für Haarausfall, da Eisen für die Zellteilung der Haarwurzeln benötigt wird.
    • Großes Blutbild: Zeigt den allgemeinen Versorgungszustand und schließt Blutarmut (Anämie) als Ursache aus.
  2. Vitamine: Die Bausteine der Haarzelle: Vitamine sind essenzielle Kofaktoren für die Keratinbildung und das Zellwachstum. Wir prüfen die wichtigsten Schlüssel-Vitamine:
    • Vitamin D (25-OH): Dieses Hormon-ähnliche Vitamin ist essenziell für den Haarzyklus. Ein Mangel wird mit verschiedenen Arten von Haarausfall in Verbindung gebracht.
    • Vitamin B12 & Folsäure (B9): Unverzichtbar für die Zellteilung und die Blutbildung. Ein Mangel führt oft zu diffusem Haarausfall.
    • Biotin: Dieses B-Vitamin ist ein klassischer Baustein für die Keratin-Struktur und Haarqualität.
  3. Die Spurenelemente für die Haarstruktur: Spurenelemente sind in der Haarstruktur eingelagert und stabilisieren das Haar. Ein Mangel beeinträchtigt oft die Qualität und Dichte:
    • Zink (im Serum): Wichtig für das Immunsystem der Kopfhaut und die Hormonregulation.

Behandlung von Haarausfall

Haarausfall kann viele Ursachen haben, doch mit gezielten Bluttests und der richtigen Therapie lässt sich das Haarwachstum unterstützen und der Haarausfall reduzieren. Indem Sie Ihre Ferritin-, Schilddrüsen-, Zink- und Biotinwerte überprüfen lassen, erhalten Sie wertvolle Hinweise darauf, welche Nährstoffe Ihrem Körper fehlen.

Eine Infusionstherapie kann bei Haarausfall sehr hilfreich sein, besonders nach einem Bluttest, der spezifische Mängel aufzeigt. Da die Mikronährstoffe bei einer Infusion direkt in den Blutkreislauf gelangen, umgehen sie den Verdauungstrakt und stehen dem Körper sofort zur Verfügung. So können hohe Dosen an Eisen und anderen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen zugeführt werden, die das Haarwachstum unterstützen.

Hormonkosmetik

Da die Ursachen so vielfältig sind, ist eine rein äußerliche Betrachtung selten ausreichend. Die Labordiagnostik liefert entscheidende Hinweise auf behandelbare Auslöser wie Eisenmangel, hormonelle Dysbalancen oder Autoimmunprozesse. Im Rahmen einer sorgfältigen Anamnese und unter Berücksichtigung des erhobenen Hormonstatus kann bei bestimmten Formen des Haarausfalls eine individuell verordnete Hormonkosmetik sinnvoll sein. Dabei handelt es sich um äußerlich anzuwendende Präparate, die hormonähnliche Wirkstoffe enthalten und gezielt an den Haarfollikeln wirken.

Besonders bei der androgenetischen Alopezie - der hormonell-erblich bedingten Form des Haarausfalls - können solche Präparate eine Rolle spielen. Die Haarwurzeln reagieren hier empfindlich auf männliche Hormone (Androgene), was zu einer schrittweisen Miniaturisierung der Haare führt. Hormonhaltige oder hormonmodulierende Kosmetika zielen darauf ab, diesen Prozess zu bremsen und das Haarwachstum zu stabilisieren.

Ein entscheidender Vorteil liegt in der lokalen Anwendung: Die Wirkstoffe werden direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und entfalten ihre Wirkung unmittelbar am Ort des Geschehens. Dadurch lassen sich systemische Nebenwirkungen, wie sie bei einer innerlichen Einnahme hormoneller Medikamente auftreten könnten, deutlich reduzieren.

Hormonkosmetika sind in der Regel als ergänzende Option zu verstehen. Sie können insbesondere bei beginnendem Haarausfall oder in Kombination mit anderen Therapieansätzen eingesetzt werden. Die wissenschaftliche Datenlage zeigt positive Tendenzen, ist jedoch nicht in allen Bereichen abschließend gesichert.

Wichtig bleibt: Eine Hormonkosmetik sollte stets im Rahmen einer ärztlichen Betreuung und nach exakter Diagnostik eingesetzt werden.

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