Ein Abszess am Kopf ist eine lokalisierte Eiteransammlung, die durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Die Ursachen, Symptome und Behandlungen können je nach Art und Lokalisation des Abszesses variieren.
Ein Hautabszess am Bein. Abszesse können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, einschließlich des Kopfes.
Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung in einer neu gebildeten Gewebshöhle. Ausgelöst werden Abszesse meist durch Bakterien, die in das Gewebe gelangen. Der Körper reagiert mit einer Abwehrreaktion, die dazu führt, dass sich das Gewebe rund um die Entzündung herum abkapselt. Innerhalb der Kapsel werden Zellen eingeschmolzen, wodurch es zur Entstehung von Eiter kommt.
Ein Abszess im Gehirn ist eine örtlich umschriebene (lokale) Entzündungsreaktion im Gehirn. Durch das Eindringen von Krankheitserregern in das Gehirn kommt es zunächst zu einer Entzündung im Gewebe (fokale Enzephalitis). Im weiteren Verlauf kann die Entzündung zu einer Eiteransammlung in einer durch Bindegewebe gebildeten Kapsel führen. Diese neu entstandenen, eitergefüllten Hohlräume werden als Abszesse bezeichnet.
Ein Hirnabszess ist eine lebensbedrohliche, abgekapselte Eiteransammlung im Gehirn. Sie ist die Folge der Infektion eines kleinen Hirnareals durch Bakterien, selten auch Pilze.
Die Ursachen für Abszesse am Kopf sind sehr vielfältig. Abszesse der Kopfhaut können aufgrund vorbestehender Furunkel entstehen. Diese entstehen häufig ohne besondere Ursache. Jedoch können kleine Wunden oder Verletzungen den Eintritt von Erregern in die Haut begünstigen.
Abszesse, die tiefergelegen sind, sind spezielle Krankheitsbilder. Diese entstehen meist auf dem Boden einer anderen Entzündung. So entsteht ein Abszess der Mandeln beispielsweise aufgrund einer bakteriellen Entzündung. Diese wird begünstigt durch Rauchen und eine schlechte Mundhygiene, kann jedoch auch nach einer Mandeloperation entstehen.
Hirnabszesse entstehen auf verschiedenen Wegen. Dabei können Erreger einer Mittelohrentzündung, einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Zahninfektion, direkt aufgrund der räumlichen Enge ins Gehirn gelangen und dort einen Abszess verursachen. Weiterhin können Erreger durch das Blut in das Gehirn geleitet werden. Das kann im Rahmen einer Sepsis, beispielsweise bei einer Herzklappenentzündung oder einer Lungenentzündung, passieren.
Meist geschieht dies über den Blutweg oder von nahegelegenen Infektionesherden (Nachbarschaftsprozesse). Das heißt, im Körper liegt eine Entzündung an einer anderen Stelle vor, die Krankheitserreger werden mit der Blutbahn weiter verteilt und dringen dann über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn ein.
Streptokokken verursachen normalerweise eher Infektionen, die das Ohr oder die oberen Atemwege betreffen. Zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media). Die anderen Keime können ebenfalls den Atemtrakt befallen. Auch eine bakteriell bedingte Entzündung im Bereich der Zahnwurzeln kommt als Ursprungsort infrage.
Noch seltener dringen Bakterien direkt durch eine Kopfverletzung (offenes Schädel-Hirn-Trauma) oder im Rahmen einer Operation ins Gehirn ein.
Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können auch andere Erreger wie Pilze (z. B. Aspergillus) sowie Parasiten wie die Erreger der Toxoplasmose einen Hirnabszess verursachen. Bei vielen Hirnabszessen kommen mehrere unterschiedliche Erreger vor.
Ein erhöhtes Risiko für einen Hirnabszess haben Diabetiker, Menschen mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.
Ein akuter Hirnabszess breitet sich schnell aus, ebenso die Schwellung, die ihn umgibt.
Wenn vermutet wird, dass die Bakterien aus einem anderen Infektionsherd im Körper stammen, muss dieser schnellstmöglich gefunden und beseitigt werden. Wichtig ist auch die Identifizierung von Risikofaktoren für einen Hirnabszess.
Wer ein eingeschränktes Immunsystem hat, trägt ein höheres Risiko an einem Hirnabszess zu erkranken. Die körpereigene Abwehr ist beispielsweise beeinträchtigt, wenn jemand Medikamente einnehmen muss, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva) oder bei Menschen mit AIDS.
Hervorgerufen werden Furunkel und Karbunkel durch Bakterien. Meist handelt es sich dabei um das Bakterium Staphylococcus aureus. Viele Menschen haben dieses Bakterium vorübergehend, einige sogar dauerhaft auf der Haut oder der Nasenschleimhaut, ohne dass sie gesundheitliche Probleme haben.
Das Risiko für Furunkel steigt, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Häufiger kommt es bei Menschen mit einem gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetis mellitus), chronischen Infektionen, oder Krebserkrankungen, zu Furunkeln.
Die Symptome eines Abszesses am Kopf können sich je nach Art des Abszesses stark unterscheiden. Im Allgemeinen führen Abszesse zu Fieber, Schmerzen und einer allgemeinen Abgeschlagenheit. Je nach Lokalisation jedoch, kommen spezielle Symptome hinzu, die durch den Druck auf umliegendes Gewebe verursacht werden.
Weiterhin führt ein Mandelabszess zu einer charakteristischen, kloßigen Sprache.
Abszesse im Hirn hingegen äußern sich durch ganz andere Symptome. Meist entwickeln sich Symptome bei einem Hirnabszess eher über einen längeren Zeitraum hinweg. Dazu gehören Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, epileptische Anfälle, Fieber und Lähmungserscheinungen, sowie Schläfrigkeit.
Ein Abszess der Nasennebenhöhle kann beispielsweise zu Druck auf die Augenhöhle und damit zu Sehstörungen und Doppelbildern führen. Oberflächliche Abszesse der Kopfhaut hingegen führen zu lokalen Schmerzen, Rötungen und prallen Schwellungen der Kopfhaut.
Die Symptome, die auf einen Abszess im Gehirn hinweisen, sind eher unspezifisch: Je nachdem, welche Hirnareale betroffen sind, können Krampfanfälle (epileptische Anfälle) oder Empfindungsstörungen auftreten. Auch über Gedächtnisprobleme und Konzentrationsschwäche berichten Patienten. Im Verlauf können weitere neurologische Beschwerden hinzukommen, wie halbseitige Lähmungen. Mediziner sprechen dabei von sogenannten "neurologischen Herdsymptomen".
Erst später, wenn der Abszess größer ist und mehr Raum beansprucht, kommt es vielfach zu Kopfschmerzen, die auch länger anhalten und zunehmen. Dazu treten oft Übelkeit und Erbrechen auf. Diese Beschwerden gelten als sogenannte "Hirndruckzeichen".
Anzeichen, die deutlicher für eine Entzündung sprechen, sind zum Beispiel Fieber oder ein steifer Nacken.
Ein Hirnabszess wird häufig durch einen Entzündungsherd außerhalb des Gehirns ausgelöst. Kommt es beispielsweise in Folge einer Nasennebenhöhlen-, einer Mittelohrentzündung oder einer entzündeten Zahnwurzel zu obigen Symptomen, sollten Betroffene dies unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Dies gilt umso mehr für Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr. Ein Eiterherd im Gehirn kann lebensgefährlich werden.
Ein Furunkel ähnelt einem großen Pickel, liegt aber tiefer in der Haut und ist schmerzhafter. Je größer das Furunkel wird, desto schmerzhafter ist es. Ein Furunkel kann so groß wie ein Kirschkern sein, und bis zur Größe einer Walnuss reichen.
Die entzündete Stelle fühlt sich warm an und ist gerötet. Der Eiter kann gelblich unter der Haut erkennbar sein. Bei einem Karbunkel sind zusätzlich Fieber, Mattigkeit und Abgeschlagenheit möglich.
Die Diagnose eines Abszesses am Kopf kann mithilfe verschiedener diagnostischer Mittel gestellt werden. Zum einen bildet die Anamnese, also das Patientengespräch, eine wichtige Grundlage für das Stellen der Diagnose. Die typischen Beschwerden eines Abszesses, wie Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit, Schmerzen, sowie eine Schwellung und Rötung sind beispielsweise wegweisend in der Diagnostik.
Der Ultraschall stellt das Mittel der Wahl bei den bildgebende Untersuchungen dar, um den Abszess, beispielsweise im Kiefer oder Hals, zu identifizieren. Weiterhin kann auch ein CT oder MRT dabei helfen, einen Abszess zu sichtbar zu machen.
Das wichtigste Verfahren zum Nachweis eines Gehirnabszesses stellt die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) des Schädels dar. Auch durch eine Computertomographie des Schädels (cCT) können Abszesse nachgewiesen werden.
Bei unklaren Befunden kann bei beiden bildgebenden Verfahren die Gabe von Kontrastmittel in eine Vene sinnvoll sein, um eine genauere Differenzierung der Befunde zu ermöglichen. Durch diese Diagnosemethode (cMRT) mit Kontrastmittel kann der Arzt sogar Rückschlüsse auf das Abzessstadium ziehen. Allerdings lässt sich ein Abszess in seltenen Fällen nur schwer von einem Hirntumor abgrenzen, insbesondere dem Glioblastom.
Ergänzend erfolgen Blutuntersuchungen. Hierbei können Entzündungsparameter, wie beispielsweise das sogenannte C-reaktive Protein (CRP), bestimmt werden. In 60 bis 90 Prozent der Fälle findet sich eine Erhöhung dieses Wertes.
Prinzipiell lässt sich auch der Krankheitserreger nachweisen. Die Erregeridentifikation geschieht durch eine Blutkultur oder eine direkte Entnahme von Abszessinhalt. Beide Nachweismethoden liefern jedoch kein hundertprozentig sicheres Ergebnis - weder wenn sie "positiv" noch "negativ" ausfallen.
Eine ausführliche körperliche Untersuchung ist ebenfalls wichtig. Hierbei wird auch auf mögliche Infektionsquellen geachtet, wodurch ergänzende Untersuchungen der Zähne, der Hals- und Rachenregion und der Gehörgänge erfolgen.
Konnte kein entzündlicher Prozess in der Nachbarschaf festgestellt werden, muss die Diagnostik auch weiter entfernte Ursprungsquellen wie Lunge, Herz, Haut oder Knochen abklären.
Die Fokussuche (Ursprungsherd) sollte vor einem neurochirurgischen Eingriff erfolgen, damit die Abszesse und gegebenenfalls auch gleich die Infektursache in einem behoben werden können. Auch müssen Risikofaktoren für eine Immunschwäche, wie HIV (Humanes Immunschwäche-Virus) oder Diabetes mellitus abgeklärt werden.
Bei klinischem Verdacht auf einen Hirnabszess ist der wichtigste diagnostische Schritt die kraniale/zerebrale Bildgebung. CT oder MRT mit und ohne Kontrastmittel sind die diagnostischen Methoden der Wahl.
Es sollte möglichst versucht werden, die Erreger kulturell zu isolieren und damit ein Antibiogramm zu erhalten. Die stereotaktische Aspiration von Abszessen ist mittlerweile eine diagnostische Standardprozedur. Bei entsprechend günstiger Lokalisation kann auch eine offene neurochirurgische Evakuation des Abszesses in Erwägung gezogen werden.
Beim leisesten Verdacht auf eine Endokarditis sind mehrfache Blutkulturen bakteriologisch zielführend.
Ein Abszess sollte nicht punktiert werden, da so die Gefahr besteht, dass er durchbricht.
Die Behandlung eines Abszesses am Kopf richtet sich nach der Art des Abszesses. Ein oberflächlicher Hautabszess wird meist mit einer Stichinzision eröffnet und entleert. Bei ausgeprägten Symptomen, wie Fieber und Übelkeit, kann auch ein Antibiotikum von Nöten sein.
Abszesse, die jedoch tiefergelegen sind, benötigen eine spezielle chirurgische und antibiotische Therapie. Dazu gehören beispielsweise Rachenabszesse. Diese müssen stets operiert werden und zusätzlich antibiotisch behandelt werden.
Es wird immer eine kombinierte antibiotische Therapie aus drei Antibiotika, meist Penicillin, Gentamicin und Clindamycin, eingesetzt, um ein breites Spektrum an Erregern abzudecken. Ein Abszess der Mandeln kann in komplikationslosen Fällen häufig nur mit Antibiotika behandelt werden, wobei sogenannte Aminopenicilline mit Penicillinasehemmern eingesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel Amoxicillin mit Clavulansäure.
Hirnabszesse erfordern stets eine antibiotische und chirurgische Therapie. Die antibiotische Therapie bei einem Hirnabszess dauert zwischen 4 und 8 Wochen. Zunächst wird stets eine Kombination aus einem Cephalosporin-Antibiotikum, wie Ceftriaxon, mit Metronidazol und Vancomycin eingesetzt. Nach Erregerbestimmung und Testung auf Resistenzen wird dann die antibiotische Therapie angepasst.
Für die chirurgische Behandlung stehen je nach Lage des Abszesses und allgemeinem Zustand des Betroffenen verschiedene chirurgische Verfahren zur Verfügung.
Man kann die Reifung mit drei- bis viermal täglichen warmen Umschlägen oder mit einer Zugsalbe beschleunigen. Sind Furunkel groß und sehr schmerzhaft, kehren wieder oder tritt Fieber auf, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen. Auch wenn Furunkel zu einem Karbunkel verschmelzen, sollten sie ärztlich behandelt werden.
Steht fest, dass es sich um einen Gehirnabszess handelt, bekommt der Patient im Normalfall über mehrere Wochen (in der Regel vier bis acht Wochen) Antibiotika verabreicht, die den auslösenden Krankheitserreger abtöten sollen. Die Behandlung erfolgt zunächst immer im Krankenhaus (stationäre Aufnahme). Zusätzlich erfolgt meist ein neurochirurgischer Eingriff, am häufigsten die sogenannte Abszess-Aspiration. Der Operateur saugt dabei durch eine Öffnung in der Schädeldecke die Eiterflüssigkeit ab.
Dieser Eingriff ist auch dann von besonderer Bedeutung, wenn der behandelnde Arzt vorher nicht endgültig klären konnte, ob es sich um einen Abszess oder einen Tumor handelt.
Je nachdem, wo sich die Entzündung befindet und wie groß der Abszess ist, wird manchmal auch ein größerer Eingriff nötig.
Daneben kommen - je nach Bedarf - Medikamente zum Einsatz, die gegen die Krampfanfälle helfen (Antikonvulsiva) oder eine übermäßige Schwellung im Gehirn (Hirnödem) eindämmen (Kortisonpräparate).
Unter allen Umständen sollte die antibiotische Therapie entsprechend dem Erreger geplant und eingeleitet werden. Bei unbekanntem Erreger bzw. in der Initialphase (bis zum Eintreffen des Kulturergebnisses und des Antibiogramms) kann mit einer Kombinationstherapie - Cephalosporin der 3. Generation und staphylokokkenwirksames Antibiotikum (Oxacillin, Fosfomycin, Rifampicin) und anaerob wirksames Antibiotikum (Metronidazol) - begonnen werden.
Nach Vorliegen des Kulturbefundes und des Antibiogramms kann auf eine Monotherapie mit dem bestmöglichen Antibiotikum bezüglich der antimikrobiellen Kompetenz und der Penetrationsfähigkeit der Blut-Hirn-Schranke gewechselt werden.
Bei klinischen Zeichen einer intrakraniellen Drucksteigerung muss ein entsprechendes intensivmedizinisches Management mit artifizieller Ventilation und Osmotherapie (z. B. Mannit) initiiert werden.
Der routinemäßige Einsatz einer Kortikosteroidtherapie bei Hirnabszessen ist nicht durch kontrollierte Studien abgesichert.
Günstig gelegene supra- oder infratentorielle Abszesse sollten durch Trepanation und Exzision des Abszesses mit der Kapsel im Sinne einer Totalexstirpation behandelt werden. Eine prä- und postoperative Antibiotikagabe ist unumgänglich.
Bei massiver Hirndruckerhöhung kann eine Aspirationsbehandlung vorausgehen und die Exstirpation erst in einem sekundären Schritt erfolgen.
Gekammerte Abszesse und Fremdkörper (oder Knochenfragmente) in der Abszesshöhle machen stets die Totalexstirpation erforderlich.
Bei ungünstiger Abszesslokalisation ist bei progredientem neurologischem Defizit die wiederholte stereotaktische Punktion mit Aspiration des Eiters in Abständen von wenigen Tagen zu empfehlen.
Grundsätzlich sollen Abszesse mit einem Durchmesser von mehr als 1-2 cm operativ saniert werden.
Eine möglichst rasche Sanierung der primären Infektionsquelle ist unter allen Umständen anzustreben.
Breite, interdisziplinäre Kooperation (HNO, Kieferchirurgie, Pulmologie, Thoraxchirurgie, Kardiologie, Allgemeinchirurgie) ist essenziell.
Ein Abszess am Kopf kann unterschiedlich lange dauern. Das hängt unter anderem von der Lokalisation des Abszesses, sowie der Behandlung ab. Abszesse entwickeln sich meist akut bis subakut innerhalb weniger Tage. Diese Behandlung führt zu einer sofortigen Beseitigung des Abszesses, jedoch kann es in manchen Fällen schwierig sein, eine sofortige Ausheilung zu erreichen.
Die moderne Bildgebung, verbesserte neurochirurgische Techniken und die Erweiterung der empirischen antibiotischen Therapie gegen Anaerobier haben die Prognose des Hirnabszesses deutlich verbessert.
Leichtgradige neurologische Langzeitfolgen treten bei 30-55 % auf, etwa ein Sechstel der Patienten bleibt permanent stark behindert.
Wenn es durch Antibiotika und die Operation gelingt, den Hirnabszess vollständig zu entfernen, bleiben keine Schäden zurück. Gelingt dies nicht, können beispielsweise epileptische Anfälle als Folgeschäden auftreten.
Nach einem erfolgreich behandelten Hirnabszess ist die Lebenserwartung nicht reduziert.
Mit einer sorgfältigen Pflege der Haut lässt sich das Risiko für diese schmerzhaften Infektionen erheblich reduzieren.
Bei einer Rasur kommt es häufig zu kleinen Verletzungen, durch die Bakterien leichter eindringen können. Deswegen ist es sinnvoll, die entsprechende Hautpartie nach dem Rasieren zu desinfizieren.
Tragen Sie locker sitzende Kleidung. Sehr eng sitzende Unterwäsche kann durch die Reibung die Wahrscheinlichkeit für ein Furunkel vergrößern. Außerdem kann dadurch ein warmes, feuchtes Milieu entstehen, das ein Bakterienwachstum begünstigt.
Sie können sich bei anderen Menschen mit dem Bakterium Staphylokokkus aureus anstecken. Daher sollten Sie die Handtücher von Personen, die ein Furunkel haben, nicht mitbenutzen.
Stärken Sie außerdem ihr Immunsystem. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht, keine längeren Stress-Phasen und regelmäßige Bewegung.
Die folgende Tabelle zeigt das Erregerspektrum und die Lokalisation von Hirnabszessen in Abhängigkeit von prädisponierenden Grunderkrankungen:
| Lokalisation | Prädisponierende Grunderkrankung | Zu erwartender Erreger |
|---|---|---|
| Temporallappen | Otitis media, Mastoiditis | Anaerobe oder aerobe Streptokokken, Bacteroides fragilis, Enterobacteriaceae |
| Frontallappen | Sinusitis frontalis, Sinusitis ethmoidalis | Hauptsächlich Streptokokken, Bacterioides, Enterebacteriaceae, Haemophilus spp., Staphylococcus aureus |
| Frontal- oder Temporallappen | Sinusitis sphenoidalis | Siehe oben |
| Frontallappen | Dentogener Focus | Fusobakterien, Bacteroides, Streptokokken |
| Entsprechend der Lokalisation | Penetrierendes Schädel-Hirn-Trauma bzw. |
Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie immer einen Arzt, wenn Sie gesundheitliche Bedenken haben.
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