Minoxidil ist ein stark wirksamer Vasodilatator aus der Klasse der Piperidinopyrimidine.
Viele Menschen nutzen Minoxidil, um ihren Haarausfall zu stoppen. Dabei hilft der Wirkstoff meistens nur bei einer bestimmten Art von Haarausfall. Kaum ein Wirkstoff gegen Haarausfall ist derzeit so präsent auf Social Media wie Minoxidil. Scharenweise Influencer, Stars und Sternchen schwören auf den Wirkstoff, der Haarausfall nicht nur stoppen, sondern auch das Haarwachstum beschleunigen soll.
Doch wie sinnvoll ist die Anwendung von Minoxidil wirklich? Und wo kann man das Arzneimittel überhaupt bekommen? Eine Dermatologin erklärt hier, wann und wem sie Minoxidil empfehlen würde.
Minoxidil wurde erstmals in den 1970er Jahren als orales Medikament zur Behandlung von schwerem Bluthochdruck eingeführt.
Zufälligerweise beobachteten Ärzte bei Patienten, die gleichzeitig unter Haarausfall litten verstärkten Haarwuchs und eine generalisierte Hypertrichose, was schließlich zur Entwicklung einer topischen Minoxidil-Formulierung zur Behandlung von androgenetischer Alopezie führte - zuerst für männliche und schließlich auch für weibliche Patienten.
Die 2-prozentige Minoxidil-Lösung wurde erstmals 1986 auf den Markt gebracht, gefolgt von der 5-prozentigen Lösung im Jahr 1993.
Bei der Behandlung der Hypertonie soll der Wirkstoff nur dann eingesetzt werden, wenn maximale therapeutische Dosen anderer Antihypertonika auch in Kombination (Kombination aus Betablocker, Diuretikum und Vasodilatator oder vergleichbare Dreifachkombinationen) keinen ausreichenden Erfolg gezeigt haben (therapieresistente Hypertonie).
Man geht davon aus, dass Minoxidil das Überleben menschlicher dermaler Papillarzellen (DPCs) oder Haarzellen fördert, da es sowohl die extrazelluläre signalregulierte Kinase (ERK) als auch Akt aktiviert und den Zelltod verhindert, indem es das Verhältnis von BCl-2/Bax erhöht.
Minoxidil kann das Wachstum menschlicher Haare stimulieren, indem es durch diese proliferativen und antiapoptotischen Wirkungen auf DPCs die Anagenzeit verlängert.
Seine vasodilatatorische Wirkung beruht darauf, dass Minoxidil Adenosintriphosphat-sensitive Kaliumkanäle in glatten Gefäßmuskelzellen öffnet. Diese Vasodilatation kann auch die Lebensfähigkeit von Haarzellen oder Haarfollikeln verbessern.
Nach oraler Gabe beträgt die Resorptionsrate von Minoxidil über 90 %.
Erste Plasmakonzentrationen sind bereits 30 Minuten nach Einnahme messbar, die maximale Konzentration wird nach etwa 60 Minuten erreicht.
Minoxidil bindet nicht an Plasmaproteine.
Ein Übertritt über die Blut-Hirn-Schranke erfolgt nicht.
Minoxidil wird zu mindestens 90 % in der Leber verstoffwechselt.
Der Hauptmetabolit ist Minoxidil-O-Glucuronid; zusätzlich entstehen weitere polare Stoffwechselprodukte.
Die Metaboliten zeigen eine deutlich geringere blutdrucksenkende Wirkung als der Ausgangsstoff.
Trotz einer mittleren Plasmahalbwertszeit von 4 Stunden kann die antihypertensive Wirkung mehrere Tage anhalten.
Minoxidil und seine Metaboliten sind dialysierbar.
Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich renal über glomeruläre Filtration.
Weder die glomeruläre Filtrationsrate noch der renale Plasmafluss werden durch Minoxidil wesentlich beeinflusst.
Eine Kumulation bei chronischer Einnahme wurde nicht beobachtet.
Bei der Behandlung von Bluthochdruck beträgt die empfohlene Initialdosis 5 mg Minoxidil täglich.
Falls erforderlich, kann die Dosis in Schritten von 5 bis 10 mg Minoxidil pro Tag in Abständen von 3 oder mehr Tagen gesteigert werden.
Wenn eine Dosis von 50 mg Minoxidil erreicht ist, kann die Steigerungsrate 25 mg Minoxidil pro Tag betragen, bis die maximale Dosis von 100 mg pro Tag erreicht ist.
Zur Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls wird Minoxidil zweimal täglich lokal auf die Kopfhaut aufgetragen.
Sehr häufig (≥ 1/100, < 1/10) kann es bei oraler Anwendung von Minoxidil zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
Mögliche Minoxidil-Nebenwirkungen bei innerlicher Anwendung als Blutdrucksenker sind vor allem Veränderungen im EKG (etwa in Form von Herzrasen), Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikarderguss), Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) und Hypertrichose.
Letzteres beschreibt ein vermehrtes Wachstum von Körperhaaren, etwa im Gesicht, am Rücken und an den Armen, teilweise mit Farbveränderung der Haare.
Diese für Minoxidil typische Nebenwirkung, die übrigens auch Auslöser für die lokale Anwendung im Kopfbereich zur Förderung des Haarwachstums war, tritt in der Regel drei bis sechs Wochen nach Beginn der Einnahme auf.
Sobald die Minoxidil-Tabletten abgesetzt werden, dauert es üblicherweise mehrere Monate bis das vermehrte Haarwachstum wieder abklingt.
Im Zuge der Blutdruckerniedrigung kann es bei zu hoher Dosierung oder zu schneller Dosissteigerung auch zu Schwindel, Benommenheit und Schwächegefühl kommen, vor allem zu Therapiebeginn.
Da bei topischer Anwendung auf der Kopfhaut ein geringer Teil des Wirkstoffs in das Blut übergeht, gelten die genannten Nebenwirkungen in geringerem Umfang auch für Minoxidil-Schaum und -Lösung.
Zudem kann deren Anwendung Reizungen und Entzündungen der Haut hervorrufen.
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Minoxidil zu beachten:
Bei systemischer Anwendung bestehen für die Anwendung von Minoxidil folgende Kontraindikationen:
Der Einsatz von Minoxidil während der Schwangerschaft sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne zuverlässige Empfängnisverhütung wird nicht empfohlen.
Einzelfallberichte beschreiben eine vermehrte Körperbehaarung bei Neugeborenen nach intrauteriner Exposition.
Minoxidil kann in die Muttermilch übergehen.
Ein Risiko für das gestillte Kind lässt sich nicht sicher ausschließen.
Vor der Anwendung ist sorgfältig abzuwägen, ob auf das Stillen oder auf die Therapie mit Minoxidil verzichtet wird, wobei der Nutzen für die Mutter und das Kind berücksichtigt werden muss.
Untersuchungen zum Einfluss auf das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen liegen nicht vor.
Es ist jedoch möglich, dass die individuelle Verträglichkeit von Minoxidil die Fahrtauglichkeit oder die Fähigkeit zur Maschinenbedienung beeinträchtigt - insbesondere während der initialen Behandlungsphase.
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der oralen Anwendung von Minoxidil als Antihypertonikum zu beachten:
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der topischen Anwendung von Minoxidil als Haarwuchsmittel zu beachten:
Je nach Indikationsgebiet und patientenindividuellen Gegebenheiten kommen weitere Antihypertensiva in Frage.
Neben Hormonpräparaten für Frauen gibt es für beide Geschlechter Produkte mit den Wirkstoffen Finasterid und Minoxidil, um dem entgegenzuwirken.
Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren.
Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.
Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln.
Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.
Für Menschen, die unter Haarausfall durch Medikamente leiden, gibt es Alternativen.
Zum anderen kann man dem Körper helfen, den bereits entstandenen Schaden zu reparieren.
Hier empfehlen sich Haarpflegeprodukte, die besonders schonend für Haut & Haare sind.
Tabelle: Mögliche Alternativen und ergänzende Maßnahmen bei Haarausfall
| Alternative/Maßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Andere Antihypertensiva | Je nach medizinischer Notwendigkeit kann der Arzt andere blutdrucksenkende Medikamente verschreiben. |
| Finasterid | Wirkstoff, der die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron hemmt und somit Haarausfall entgegenwirken kann. |
| Alternative Schmerztherapien | Um potenziell schädliche Wirkstoffe zu vermeiden, können alternative Schmerztherapien in Betracht gezogen werden. |
| Coffein Shampoo | Pflegt Haare und Kopfhaut, fördert das Haarwachstum und schützt die Haarwurzeln. |
| Schonende Haarpflegeprodukte | Produkte ohne Sulfate, Parabene und Silikone können helfen, die Haare zu schonen und zu pflegen. |
| Ausgewogene Ernährung | Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Spurenelementen kann die Haargesundheit fördern. |
| Haartransplantation | Bei erblich bedingtem Haarausfall kann eine Haartransplantation eine dauerhafte Lösung zur Wiederherstellung der Haarfülle bieten. |
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