Blind durch Haarfarbemittel: Ursachen und Warnhinweise

Haarfärbemittel können schwere allergische Reaktionen hervorrufen, die im schlimmsten Fall zu vorübergehender oder sogar dauerhafter Blindheit führen können. Es ist daher wichtig, die Risiken zu kennen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Fallbeispiele und Erfahrungen

Ein erschreckendes Beispiel ist der Fall von Jessie Sullivan (43) aus Beckenham bei London. Sie wollte sich wie immer die Haare färben, griff aber versehentlich zu einer abgelaufenen Farbe von Schwarzkopf. Die Farbe soll seit 2021 abgelaufen gewesen sein. Nach dem Auftragen der Farbe erlitt sie einen anaphylaktischen Schock und erblindete kurzzeitig.

Jessie erinnert sich:

„Erst kam der Juckreiz, dann die Schwellung und meine Zunge fühlte sich komisch an. Am nächsten Tag wachte ich auf und konnte meine Augen nicht öffnen. Als ich in den Spiegel sah, war ich am Boden zerstört.“

Sie wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht und litt noch Tage später an starken Schwellungen im Gesicht und an Verkrustungen an Kopf und Hals.

Ein weiterer Fall ist Steph O'Dell, eine 24-jährige Britin, die bereits wusste, dass sie auf PPD allergisch reagiert. Trotzdem erlitt sie nach einem Friseurbesuch, bei dem ihr versichert wurde, dass der Farbstoff organisch sei und ihre Kopfhaut nicht berühren würde, eine schwere allergische Reaktion. Ihr Gesicht schwoll um das Dreifache an, sie hatte unglaubliche Schmerzen und konnte nichts mehr sehen.

Steph O'Dell erinnert sich:

„Ich dachte, ich würde sterben und hatte eine Panikattacke.“

Sie musste ihre Reise abbrechen und wurde im Krankenhaus mit Steroiden behandelt.

Diese Fälle zeigen, wie wichtig es ist, die Risiken von Haarfärbemitteln ernst zu nehmen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Ursachen für allergische Reaktionen und Blindheit

Die häufigste Ursache für allergische Reaktionen auf Haarfärbemittel ist der Inhaltsstoff Phenylendiamin (PPD). PPD ist eine Substanz, die wegen seiner färbenden Eigenschaften in Haarfarbe verwendet wird.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Abgelaufene Haarfarbe: Die chemische Zusammensetzung kann sich verändern und zu unerwarteten Reaktionen führen.
  • Unverträglichkeit gegenüber anderen Inhaltsstoffen: Auch wenn man PPD verträgt, können andere Inhaltsstoffe allergische Reaktionen auslösen.
  • Fehlende oder falsche Anwendung: Wenn die Farbe auf die Haut gelangt oder zu lange einwirkt, kann dies zu Reizungen und allergischen Reaktionen führen.

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Wichtige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Um das Risiko von allergischen Reaktionen und Blindheit zu minimieren, sollten Sie folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  1. Lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig durch: Beachten Sie alle Warnhinweise und Anweisungen des Herstellers.
  2. Führen Sie einen Allergietest durch: Tragen Sie 48 Stunden vor der Anwendung eine kleine Menge der Farbe auf eine unauffällige Hautstelle auf (z.B. in der Armbeuge). Wenn keine Reaktion auftritt, können Sie die Farbe verwenden.
  3. Verwenden Sie keine abgelaufene Haarfarbe: Achten Sie auf das Verfallsdatum und entsorgen Sie abgelaufene Produkte.
  4. Vermeiden Sie Kontakt mit den Augen: Spülen Sie die Augen sofort gründlich mit Wasser aus, wenn Farbe hineingelangt. Suchen Sie bei Reizungen oder Sehstörungen einen Arzt auf.
  5. Tragen Sie Handschuhe: Schützen Sie Ihre Hände vor dem direkten Kontakt mit der Farbe.
  6. Verwenden Sie die Farbe nicht, wenn Ihre Kopfhaut gereizt oder verletzt ist: Warten Sie, bis die Haut vollständig verheilt ist.
  7. Seien Sie vorsichtig bei Friseurbesuchen: Informieren Sie Ihren Friseur über bekannte Allergien und bestehen Sie auf einem Allergietest, auch wenn Ihnen versichert wird, dass die Produkte unbedenklich sind.

Hinweis: Temporäre Tätowierungen mit „schwarzem Henna“ können das Allergierisiko erhöhen. Vermeiden Sie diese Tätowierungen, wenn Sie planen, Ihre Haare zu färben.

Erste Hilfe bei Kontakt mit den Augen

Wenn Sie versehentlich Haarfarbe in die Augen bekommen haben, spülen Sie diese sofort gründlich mit Wasser aus. Es ist wichtig, die Augen so lange zu spülen, bis keine Farbspuren mehr vorhanden sind. Wenn die Augen danach gerötet sind oder brennen, sollten Sie einen Arzt oder Apotheker aufsuchen.

Einige Betroffene haben auch positive Erfahrungen mit dem Spülen der Augen mit schwarzem Tee gemacht. Dies ist jedoch kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung.

Alternative: Grau werden lassen

Viele Frauen entscheiden sich heutzutage bewusst dafür, ihre grauen Haare nicht mehr zu färben. Dies ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch ein Statement für mehr Ehrlichkeit und Natürlichkeit. Es gibt viele Möglichkeiten, graue Haare stilvoll zu präsentieren und das Beste aus dem natürlichen Farbton herauszuholen.

Silja, Gründerin von Glücksplanet, hat sich beispielsweise dazu entschieden, ihre grauen Haare nicht mehr zu färben:

„Ich bin 47 Jahre alt geworden in diesem Jahr und irgendwie denke ich, es wird Zeit ehrlicher zu werden. Ich mag mein blondes Haar, aber eigentlich bin das nicht ganz ich. Ich bin grau. Seit Jahren schon. Warum also nicht grau werden und mein wahres Ich noch mehr nach draußen lassen? Also auch optisch?“

Ob man sich für das Färben oder das Grauwerden entscheidet, ist eine persönliche Entscheidung. Wichtig ist, die Risiken zu kennen und die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Gesundheit der Haare und Augen zu schützen.

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