Haare sind wichtig, da sie unseren Kopf vor Überhitzung und Kälte schützen und unsere Persönlichkeit unterstreichen. Damit sie diesen Zweck erfüllen, wachsen sie, werden länger - und fallen irgendwann aus, um neuen Haaren Platz zu machen.
Doch auch Frauen kämpfen damit. Insbesondere bei Frauen gelten Haare als Zeichen von Attraktivität, Jugend und Fortpflanzungsfähigkeit. Deshalb empfinden sie einen ungewollten Haarverlust häufig als besonders belastend. Viele Betroffene entwickeln Depressionen und ein vermindertes Selbstwertgefühl. Aber auch Männer nehmen schwindendes Haar oft nicht gelassen hin - vor allem, wenn es schon in jungen Jahren damit los geht. Bei ihnen wird volles Haar meist mit Stärke, Erfolg und sexueller Potenz assoziiert. Studien haben herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Männer mit deutlichem Haarverlust unter Angststörungen und beruflichen Einschränkungen leidet.
Im Folgenden werden die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall und blauen Flecken erläutert.
Jeder Mensch verliert natürlicherweise Haare. Jedes Haar hat nur eine begrenzte Lebensdauer: Es hört irgendwann auf zu wachsen, fällt aus und ein neues wächst nach.
Pro Tag gehen üblicherweise bis zu 100 Haare verloren. Es ist also normal, wenn man vereinzelt Haare auf dem Kopfkissen entdeckt, im Waschbecken oder in der Haarbürste.
Von Haarausfall sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn:
Haarausfall kann zur Haarlosigkeit führen. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von Alopezie oder Alopecia.
Je nach Form des Haarausfalls kann der Haarverlust nur vorübergehend sein oder dauerhaft bestehen. Medizinerinnen und Mediziner benutzen oft die Begriffe nicht vernarbend und vernarbend, um die Wachstumsfähigkeit zu beschreiben.
Ist Haarausfall vernarbend, bedeutet das, dass die Haare nicht nachwachsen können.
Der Haarzyklus kann sowohl in der Wachstumsphase als auch in der Ruhephase gestört werden. Die Bandbreite der dadurch ausgelösten Alopezien ist vielfältig, wobei drei Formen dominieren. In den meisten Fällen handelt es sich um eine androgenetische Alopezie.
Etwa 10 bis 15% der Betroffenen haben einen diffusen Haarausfall, die übrigen leiden unter dem eher seltenen kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) oder unter einer (noch selteneren) vernarbenden Alopezie.
Der Haarzyklus
85-90% der Haare befinden sich in der Wachstumsphase (Anagenphase). Sie dauert zwei bis acht Jahre und ist dadurch gekennzeichnet, dass das Haar aktiv wächst. In der folgenden zwei- bis vierwöchigen Übergangsphase (Katagenphase) stoppt das Wachstum, der Haarfollikel (das „Nest“ für die Haarwurzel in der Kopfhaut) wird zurückgebildet. In diesem Stadium befinden sich etwa 1-2% der Haare. Die anschließende Ruhephase (Telogenphase) dauert zwei bis vier Monate. Der Haarfollikel schrumpft, das Haar ist nicht mehr stoffwechselaktiv und fällt schließlich aus. Der Anteil der „ruhenden“ Haare auf dem Kopf beträgt etwa 10 bis 15 %.
Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die sich in ihren Ursachen und Erscheinungsbildern unterscheiden:
Diese Form ist genetisch bedingt und entsteht durch den Einfluss männlicher Geschlechtshormone. Sie betrifft rund 80 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen über 70 Jahre.
Je nach Geschlecht, fallen die Haare in charakteristischer Weise aus. Bei Männern bilden sich „Geheimratsecken“ und eine Stirnglatze; bei Frauen lichtet sich das Haar verstärkt entlang des Scheitels.
Auslöser der androgenetischen Alopezie ist der Testosteron-Abkömmling Dihydrotestosteron (DHT). Er bindet in der Wachstumsphase an die Androgenrezeptoren der Haarfollikel. Durch seine anlagebedingt verstärkte Wirkung werden die Haare dünner und fallen vermehrt aus. Gleichzeitig wird das Nachwachsen erschwert, bis schließlich gar keine neuen Haare mehr gebildet werden.
Es gibt Medikamente, die den Haarausfall stoppen können.
Hier bilden sich runde kahle Stellen im Kopfhaar, die wie ausgestanzt wirken. Solch ein Haarausfall betrifft manchmal auch den Bart, die Augenbrauen oder die Körperbehaarung.
Kreisrunder Haarausfall kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft bereits im Kindes- und jungen Erwachsenenalter.
Häufig wachsen die Haare mit der Zeit von allein nach. Manchmal fallen sie erneut aus. Selten passiert es, dass die Haare vollständig und dauerhaft ausfallen.
Medikamente können den Haarausfall mildern.
Davon spricht man, wenn über den Kopf verteilt mehr Haare als gewöhnlich ausfallen. Die Haare dünnen dabei aus, sodass die Kopfhaut stärker durchschimmert. Kahle Stellen entstehen nicht.
Häufig gibt es einen Auslöser für den Haarausfall.
Das bedeutet, dass die ausgefallenen Haare nicht mehr nachwachsen. Der Haarverlust ist also dauerhaft.
Dazu zählen Lichen planopilaris (LPP) und die frontal fibrosierende Alopezie (FFA). Hier entwickelt sich eine Knötchenflechte im Bereich der Haarfollikel. Diese entzünden sich und verhornen, was zu bleibendem Haarausfall führt.
Ebenfalls mit vernarbendem Haarausfall einhergehen können eitrige Entzündungen der Haarfollikel (Folliculitis decalvans), Pilzinfektionen der Kopfhaut (Tinea capitis), Hauterkrankungen wie der chronisch-diskoide Lupus erythematodes oder schwere Akne.
Die möglichen Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Sie reichen von Fehlern bei der Haarpflege, über bestimmte Erkrankungen bis hin zur Einnahme von Medikamenten und manchen Krebstherapien.
Nährstoffmangel, Stress, Vererbung und Hormone spielen bei Haarausfall ebenfalls eine Rolle.
Manchmal kann es sein, dass sich keine Ursache für den Haarausfall finden lässt.
Zu viel oder falsche Pflege strapazieren und schädigen die Haare. Intensives heißes Fönen, häufiges Bleichen oder Dauerwellen setzen den Haaren zu. All das kann dazu führen, dass das Haar spröde aussieht oder verstärkt abbricht.
Es gibt verschiedene Erkrankungen, die mit Haarausfall in Verbindung stehen, zum Beispiel:
Manchmal tritt diffuser Haarausfall als Nebenwirkung von Medikamenten auf. Besteht der Verdacht, ist es wichtig, dies ärztlich abklären zu lassen. Die Ärztin oder der Arzt prüft dann, ob es ein geeignetes alternatives Präparat gibt. Auf keinen Fall sollte man das Medikament eigenmächtig absetzen.
Krebsbehandlungen können ebenfalls mit Haarausfall einhergehen, insbesondere Chemotherapien. Neben dem Kopfhaar betrifft dies meist auch Wimpern, Augenbrauen und Schambehaarung.
Mitunter führt ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder Zink zu Haarausfall. Ist dieser zum Beispiel bedingt durch eine Diät, ist es sinnvoll, auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
Veränderungen im Hormonhaushalt können Haarausfall begünstigen. So lösen zum Beispiel Ereignisse wie Geburt, Wechseljahre oder das Absetzen hormoneller Verhütungsmittel diffusen Haarausfall aus.
Der anlagebedingte Haarausfall ist genetisch bedingt und wird häufig vererbt.
Akute Stress-Situationen werden ebenfalls als Auslöser angesehen. So können zum Beispiel Verletzungen, Operationen und emotionale Belastungen zu diffusem Haarausfall führen.
Bei Haarverlust ist eine umfangreiche Befragung der Betroffenen wichtig. Dabei erkundigt sich die Ärzt*in nicht nur nach der Art und Stärke des Haarausfalls. Eine familiäre Belastung - also der frühe oder ausgeprägte Haarverlust bei Eltern und Großeltern - gibt Hinweise auf die erblich bedingte Form.
Bei Frauen ist es wichtig, die hormonelle Situation zu erfassen, also ob der Zyklus regelmäßig ist, die Anti-Babypille eingenommen oder abgesetzt wurde oder die der Menopause bereits begonnen hat. Bei Verdacht auf einen diffusen Haarausfall fragt die Ärzt*in nach vorangegangenen Stressoren und nach eingenommenen Medikamenten.
Danach inspiziert die Ärzt*in Haare und Kopfhaut. Geheimratsecken, Tonsur, breiter Scheitel oder kreisrunde Bereiche sind auf den ersten Blick zu erkennen. Zur genaueren Untersuchung wird zusätzlich eine gute Lupe oder ein Dermatoskop eingesetzt. Damit können die Haare und Haarfollikel im Einzelnen betrachtet werden.
Hinweis: Die bei Haarausfall manchmal angebotenen Verfahren wie Auradiagnostik, Chakrenanalyse oder Bioresonanzanalysen kann man sich sparen. Diese Methoden sind nicht in der Lage, die Ursache eines Haarausfalls aufzuspüren.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall zu behandeln. Wichtig: In vielen Fällen muss man die Behandlung selber bezahlen. Lassen Sie sich gut über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Therapie und die anfallenden Kosten beraten.
Bei ärztlich diagnostiziertem Haarausfall reichen die genannten Maßnahmen jedoch meist nicht aus. Dann kommen spezielle Therapien dazu.
Zur Behandlung des androgenetischen Haarausfalls gibt es einige Medikamente bzw. Maßnahmen, die den Haarausfall verlangsamen und das Haarwachstum fördern.
Alle Formen von Haarausfall lassen sich kosmetisch verbergen (kaschieren). Manche Menschen fühlen sich wohler, wenn sie eine Perücke oder ein Haarteil tragen.
Minoxidil. Dieser Wirkstoff wird als Lösung zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen. Minoxidil verbessert die Durchblutung der Kopfhaut, verkürzt die Ruhe- und verlängert die Wachstumsphase der Haare.
Finasterid ist nur für Männer zugelassen. Es wird als Tablette eingenommen oder als Spray bzw. Lösung aufgetragen. Der rezeptpflichtige Wirkstoff hemmt die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron.
Kortison. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) wird meist mit entzündungshemmend wirkendem Kortison behandelt.
Hinweis: Medikamente gegen Haarausfall gelten als Lifestyle-Medikamente, für die die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in den allermeisten Fällen nicht übernehmen. Die Betroffenen müssen diese also selbst bezahlen.
Schlussendlich kommen bei weit fortgeschrittener Erkrankung und starkem Leidensdruck auch Haartransplantationen zum Einsatz. Verwendet werden dafür die eigenen Haarfollikel der Patient*in. Voraussetzung ist, dass es noch Bereiche mit ausreichender Haardichte gibt.
Für manche Menschen ist Haarausfall ein einschneidendes Erlebnis, das emotional stark belastet. Mitunter entwickeln sie psychische Probleme wie Ängstlichkeit und Depressivität.
Blaue Flecken (Hämatome) sind oft ein Zeichen für eine Verletzung, können aber auch auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen. Ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit blauen Flecken ist die Immunthrombozytopenie (ITP).
Zu den häufigsten sichtbaren Symptomen der Immunthrombozytopenie (ITP) zählen vor allem stecknadelkopfgroße Einblutungen (Petechien) der Haut und Schleimhäute sowie blaue Flecken. Daneben können zahlreiche weitere Beschwerden auftreten.
Die typischen Blutungssymptome der ITP sind die Folge des Thrombozytenmangels im Blut. Neben Petechien, die sich vorwiegend an den Beinen und seltener an Rumpf und Armen zeigen, begünstigt die Thrombozytopenie auch Schleimhautblutungen in Mund und Nase.
Bereits nach kleinen Stößen bilden sich bei vielen Betroffenen blaue Flecken, und kleine Verletzungen bluten typischerweise ungewöhnlich lang.
Blaue Flecken (Hämatome)
Grund für die typischen Blutungssymptome der ITP sind zu wenig Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut. Bei Patientinnen und Patienten mit ITP fällt die Anzahl der Blutplättchen immer wieder oder auch dauerhaft unter 100.000 pro Mikroliter Blut ab.
In der Regel wird Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt Sie zunächst untersuchen und gegebenenfalls verschiedene Blutuntersuchungen veranlassen. Bei begründetem Verdacht auf eine Bluterkrankung werden Sie an eine spezialisierte Fachpraxis der Hämatologie überwiesen, um weitere Untersuchungen zu veranlassen.
Die ITP beeinflusst das ganze Leben - beruflich wie privat. Dabei wird das Ausmaß in vielen Fällen unterschätzt. Auch geringfügige Blutungen können gefährlich werden, wenn diese etwa innere Organe oder das Gehirn betreffen.
Es stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, um den Symptomen eines ITP-bedingten Thrombozytenmangels entgegenzuwirken.
Obwohl Haarausfall und blaue Flecken auf den ersten Blick unterschiedliche Symptome sind, können sie in einigen Fällen miteinander in Verbindung stehen. Beispielsweise können bestimmte Autoimmunerkrankungen sowohl Haarausfall (z.B. Alopecia areata) als auch eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken (z.B. durch Thrombozytopenie) verursachen.
Einige allgemeine Tipps zur Vorbeugung von Haarausfall und blauen Flecken:
Es ist wichtig, die bekannten Risikofaktoren zu meiden. Überflüssige Röntgenuntersuchungen sollten vermieden werden. Sie selbst können dazu beitragen, Ihre Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten: Führen Sie einen Röntgenpass, in den jede Röntgenuntersuchung eingetragen wird.
Wichtig: Bei unerklärlichem Haarausfall oder einer erhöhten Neigung zu blauen Flecken sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
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