Die Frage, ob Männer lange Haare tragen dürfen, ist ein Thema, das seit Jahrhunderten diskutiert wird. Die Bibel äußert sich nicht meinungsbildend oder vorschreibend zur Haartracht; langes Haar bei Männern war üblich in allen Teilen der antiken Welt, wenn sich auch bei der urbanen Bevölkerung kurzer Haarschnitt bei Männern durchsetzte. Es gibt einige Textstellen in der Bibel, die "Haar" zum Gegenstand haben, die meisten beziehen sich auf die Speisevorschriften bzw. den Umgang mit Tieren, die "Schäden" haben, da findet man besonders viel im 3. Buch Mose, Kap.
Im Allgemeinen war es in der Antike üblich, sich einmal im Jahr das Haar komplett zu scheren, und dann wieder wachsen zu lassen, das hatte aber nur praktische Gründe (Sam 2,25-27). Ebenso war es Usus, das Haar als Ausdruck der Trauer zu schneiden. Auch in Fällen von Krankheit gab es Empfehlungen (nicht Vorschriften!), so z.B. bei.
Im Folgenden werden wir uns mit verschiedenen Aspekten dieses Themas auseinandersetzen, um ein umfassendes Bild zu erhalten.
Es ist nur in Grundzügen möglich, die Haar- und Barttracht des antiken Griechenlands mit seinen Poleis, des hellenistischen Kulturkreises und des römischen Reiches zu beschreiben. Einerseits liegt dies an der zeitlichen und kulturellen Bedingtheit und Wandelbarkeit von Haartrachten, andererseits auch an dem großen geografischen, multiethnischen, -kulturellen und -religiösen Raum, den die hellenistische Welt und das römische Imperium umspannen. Im Folgenden müssen einige wenige, allgemeine Linien genügen, die sich v. a. auf das 1. und 2. Jh. n. Chr. konzentrieren.
Grundsätzlich gilt: Die Haartracht kann Altersstufen, sozialen Rang und soziale Einstellungen anzeigen, und zwar innerhalb einer religiösen oder ethnischen Einheit. Langes, volles Haar ebenso wie der Vollbart galt in der Antike als Zeichen von Kraft und auch der Göttlichkeit. Haarpracht konnte man mit Vitalität assoziieren. Ein Mangel an Haaren, sei es durch Zwangsschur oder -rasur oder aufgrund von Alter und Krankheit, wurde nicht gern gesehen. Männer trugen ihr Haar meist kurz und einfach frisiert. Trugen sie stattdessen aufwändige Frisuren, galten sie mitunter als effeminiert oder homosexuell.
In der Öffentlichkeit zeigten sich (freie) Männer meist unbedeckt, auch wenn die phrygische Mütze eine weit verbreitete Kopfbedeckung in Kleinasien und darüber hinaus war. Die Kopfbedeckung bei Männern war freiwillig, sie konnte aber auch einen Sklaven oder einen Mann von inferiorer Stellung anzeigen. Römer und Griechen waren zumeist rasiert. Der Bart galt insbesondere als Zeichen der Philosophen, was jedoch weniger den „Beruf“ darstellte, sondern der sichtbare Ausdruck einer Distanz zum Lebensstil des Durchschnitts war. Der Bart war in diesem Falle ein klares Statement.
Frauen trugen das Haar lang, teils einfach, teils aufwändig frisiert. Zum Schmuck dienten Nadeln und Haarbänder oder -reife. Eingeflochtene Haarteile oder Perücken modifizierten das körpereigene Kopfhaar und erlaubten voluminösere Frisuren. Kurzhaarigkeit war bei Frauen verpönt und kurzhaarigen Frauen wurde mitunter eine homosexuelle Neigung nachgesagt.
In der Öffentlichkeit traten Frauen im griechisch-römischen Kulturkreis und im Judentum verhüllt auf. Hierbei ist aber nur sehr selten an einen Gesichtsschleier zu denken, vielmehr mit einem Überwurf des Gewandes oder einer Stola, um das Haupthaar zu bedecken. Jedoch muss man in diesem Falle auch Unterschiede hinsichtlich des Standes und des Alters der Frau berücksichtigen: Mädchen und junge unverheiratete Frauen verhüllten nicht oder kaum das Haupthaar. Mit der Ehe änderte sich dies und von nun an bedeckten sie ihr Haupt in der Öffentlichkeit und die Frisuren wurden strenger.
Man kann hierin einen Ausdruck der Kontrolle über die Sexualität der Frau erkennen. Das offene, ungeordnete lange Frauenhaar hatte eine stark sexuelle Bedeutung und zeigt auch Unterwerfung und Verfügbarkeit an, mithin einen Kontrollverlust der Frau über sich selbst. Körperhaare wurden abrasiert oder abgesengt, auch Cremes und Salben konnten zum Einsatz kommen. Die Haarschur galt meist für beide Geschlechter als entehrend, sehr kurze oder geschorene Haare konnten auch das Zeichen von Sklaven sein. Die Kahlschur war eine Strafe für Ehebrecherinnen.
Im Rahmen von Haaropfern und -weihen war die Schur hingegen positiv konnotiert. Dies geschah etwa bei Gelübden, der Erreichung bestimmter Lebensalter (z.B. bei Geschlechtsreife; der erste Bart konnte abrasiert und geweiht werden) oder Trauerriten. Trauernde Männer schnitten sich die Haare, Frauen derangierten ihre Frisuren.
Während des ersten Jahrhunderts wandelte sich die weibliche Haarmode häufig. Modisch stilbildend waren Frisuren und Kopfbedeckungen der Frauen der Kaiserfamilie, deren Portraits auf Münzen oder Statuen die Öffentlichkeit des Reiches zu Gesicht bekam. Die ersten auf römischen Münzen abgebildeten Frauen waren Livia, die Mutter des Augustus, und Octavia, dessen Schwester. Beide Frauen tragen auf den Münzprägungen den sogenannten nodus (Abb. 1 und Abb. 2). Hierbei wird der vordere Teil des Haupthaares zu einem flachen Knoten aufgerollt, die restlichen Haare sind nach hinten gekämmt und bilden im Nacken einen Haarknoten. Teils ist das Haar gescheitelt, sodass auch der nodus an der Frontseite geteilt wird. Die Schlichtheit dieser Frisur bringt das Anliegen des moralischen Restaurationsprogramms der augusteischen Zeit zum Ausdruck.
Die Herrenfrisur bleibt zur Zeit der julisch-claudischen Dynastie typisch römisch: Die Haare sind kurzgeschnitten und am Vorderkopf geordnet in die Stirn gekämmt. Augustus lässt sich so abbilden. Typisch ist für Augustus-Abbildungen die gabelzangenartige Frisur der in die Stirn gekämmten Haare. Statuen zeigen ihn häufig in priesterlicher Funktion und kehren damit seine pietas gegenüber den Göttern hervor, womit ebenfalls das augusteische Restaurationsprogramm propagiert wird. Auf diesen Statuen und Abbildungen bedeckt Augustus mit einem Teil seiner Toga seinen Hinterkopf (capite velato), wie es Römer taten, wenn sie Kulthandlungen vornahmen (Abb. 3 und 4).
Die Frauenfrisuren in der Zeit der flavischen Dynastie sind deutlich aufwändiger und opulenter als zuvor. Das beste Beispiel ist der sogenannte orbis comarum (Abb. 5). Ein Teil der Haare ist nach vorne gekämmt, wird zu zahlreichen kleinen Locken gedreht, die geordnet aufeinandergeschichtet einen aufgetürmten Haarkranz auf der Stirn bilden. Der restliche Teil der Haare ist nach hinten gekämmt und im Nacken zu einem kunstvollen Knoten gewunden. Da für diese Frisur eine Unmenge an Haaren nötig ist, wurden mitunter Fremdhaarteile - tierische wie menschliche - eingeflochten.
Mit Beginn des 2. Jh. n. Chr. vereinfachen sich die Frauenfrisuren. Mehrere geflochtene, in Variationen um den Kopf gelegte Zöpfe bestimmen die Mode, ebenfalls wie onduliertes Haar. Die Herrenfrisuren der Kaiser bestimmen nun Locken oder mehrere Löckchen in der Stirn (Abb. 2.
Das Neue Testament erwähnt Haare und Haartracht nur an wenigen Stellen. Bärte erwähnt es nicht. Frauenhaar wird weitaus häufiger und eingehender besprochen als Männerhaar. Insbesondere die neutestamentliche Briefliteratur bespricht das Frauenhaar im Rahmen von Anweisungen für den Gottesdienst (1Kor 11,2-16) und in Texten, die der Haustafeltradition nahestehen (1Tim 2,9; 1Petr 3,3). Es bestand offenbar eine größere Notwendigkeit, die Aufmachung und den Umgang mit Frauenhaaren zu reglementieren.
Johannes der Täufer trägt in der Darstellung des NT (Mk 1,6; Mt 3,4) ein Gewand aus Kamelhaaren. Diese Bedeckung über und über mit Haaren ist ein Kennzeichen des Typus eines sogenannten „wilden Mannes“, der in Distanz zur Zivilisation lebt oder sich von dieser bewusst distanziert. Letzteres ist beim Täufer der Fall. Seine reservierte Haltung wird auch an seinem Wirkungsort, der Wüste beim Jordan, kenntlich. Kamelhaargewand und Ledergürtel des Täufers spielen auf die anscheinend typische Tracht des Propheten Elija in 2Kön 1,8 an. Dieser wird als „Haaresmann“ bezeichnet (אִישׁ בַּעַל שֵׂעָר îš baʿal śeʿār) bezeichnet, der einen Lendenschurz trägt.
In Lk 7,36-50 liegt Jesus bei einem Symposion eines Pharisäers zu Tisch (Abb. 8). Von hinten tritt eine Sünderin (ἁμαρτωλός harmatōlos) an ihn weinend heran, ihre Tränen benetzen seine Füße, die sie mit ihrem Haar trocknet (Lk 7,38). Hierzu muss die sündige Frau ihr Haar geöffnet tragen oder lösen. Vielleicht öffnet sie ihr Haar spontan, um die unbeabsichtigt mit den Tränen benetzten Füße Jesu zu trocknen, da sie nichts anders zur Hand hat.
Offenes Frauenhaar ist stark erotisch konnotiert. Zudem küsst sie Jesu Füße. Sollte sie eine stadtbekannte Prostituierte gewesen sein (was unklar ist), ist der erotische Zug zusätzlich verstärkt. In Lk 7,47 deutet Jesus das Handeln der Frau an ihm: Sie habe viel geliebt (ἠγάπησεν πολύ ēgapēsan poly). Diese Deutung Jesu hat in der erzählten Welt und für die Leserinnen und Leser autoritative Geltung.
Offenes, unfrisiertes Haar war für eine Frau unschicklich. Das gelöste Haar der Frau macht ihre soziale Stellung als Sünderin für alle Beteiligten sichtbar. Sie berührt Jesus mit diesem Zeichen ihrer inferioren, ausgegrenzten sozialen Stellung.
Dass sie ihr langes Haar, das selbstverständlich damals zu einer Frau gehörte, als Tuch verwendet, um ihre Tränen von Jesu Füßen zu wischen, betont die Selbstdemütigung. Jesus liegt mit bereits gewaschenen Füßen zu Tisch (dies muss man im Kontext antiker Symposien annehmen), sodass der Dienst der Frau alles andere als notwendig ist, sondern sich als inszenierte Ehrerbietung zu erkennen gibt. Das Küssen der Füße ist auch als Ehrfurchtsgestus bekannt. Offenes Haar tragen Frauen auch im Rahmen von Bußhandlungen, so etwa auch Aseneth im Roman Joseph und Aseneth (10,14-17). Das Lösen der Haare kann im Kontext der Erzählung auch als Zeichen der selbstdemütigenden, eherfürchtigen Buße verstanden werden.
Die Salbung in Betanien in Joh 12,1-8 ist mit der vorangehenden Erweckung des Lazarus (Joh 11) eng verzahnt. Bereits der Beginn der Erweckungsperikope in Joh 11,2 verweist auf das Kommende: Maria, die Schwester des Lazarus, war die, die Jesu Füße salbte und mit ihrem Haar trocknete. Auch die Hauptprotagonisten beider Perikopen sind dieselben. Was Joh 11,2 vorausnahm, erzählt Joh 12,3. Die Salbung und das Trocknen mit den Haaren bildet einen Rahmen um beide Perikopen.
Die Salbung der Füße Jesu mit reinem, kostbarem Nardenöl (μύρου νάρδου πιστικῆς πολυτίμου myrou nardou pistikēs polytimou) und das Abtrocknen mit den Haaren ist erotisch aufgeladen. Davon zeugt das Hohelied, auf das das Johannes-Evangelium öfter Bezug nimmt. In Hld 1,12-14 preist die Geliebte den Geliebten und zieht hierbei insbesondere Vergleiche mit Düften heran. In Hld 1,12 spricht die Geliebte über ihren Geliebten: „Solange der König zu Tische liegt, verströmte meine Narde ihren Duft.“ Diese Stelle passt auffällig zur Szenerie in Joh 12,2-3.
Im sogenannten Gartenlied des Hohelieds charakterisiert der Geliebte die Geliebte in Hld 4,13-14 mit einem Garten, in dem neben anderen Gewürzkräutern die Narde wächst. Diesen erotischen, liebenden Kontext verstärkt das offene, lange Haar der Maria, mit dem sie die Füße Jesu abtrocknet. Auch im Hohelied wird das lange, offene Haar der Geliebten gepriesen (Hld 6,5). Die Salbung und das Aufwischen des Öls mit den Haaren ist Teil der sehr intimen Mahlszene, in der Jesus mit den drei Geschwistern beisammen ist. Maria wischt nicht spontan mit den Haaren die Füße Jesu ab, sondern dies ist Teil einer bewussten Performance. Ihre Haare sind nicht nur Tuch, sondern sie duften nach dem Abwischen ebenfalls nach Narde. Jesus und sie duften gleich, was ihre Zuordnung als Herr und als Gläubige zueinander unterstreicht.
Im Kontext rahmt der Duft der Haare (Joh 11,2; Joh 12,3) den Leichengestank des Lazarus (Joh 11,39). Der Duft bezeichnet auch das Atmen und Leben und ist das Gegenteil des Todes.
In 1Kor 11,2-16 thematisiert Paulus bestimmte Sitten im Gottesdienst in Korinth, die das Haupthaar betreffen.
Sollte es um Kopfbedeckungen im Gottesdienst gehen, würde dies bedeuten, dass Männer barhäuptig, Frauen mit bedecktem Kopf beten und prophezeien sollen. In Korinth scheinen zumindest Teile der Gemeinde das Gegenteil zu tun: Paulus würde kritisieren, dass Männer sich das Haupt nach Sitte der römischen Elite bedecken (capite velato) und Frauen ihre Kopfbedeckung im Gottesdienst ablegen.
Ginge es Paulus um die Haartracht, so würde er für Männer Kurzhaarfrisuren fordern. Was er für Frauen fordert, ist uneindeutig. Er könnte eine gepflegte Hochsteckfrisur verlangen. Der Apostel würde sich damit gegen Frauen wenden, die im Gottesdienst ihre Frisur auflösen und derangieren, was insbesondere in Zuständen der Ekstase zusätzlich provokant wäre. Offene Frauenhaare sind in einigen Kulten bekannt, die Korintherinnen würden also das nachahmen, was sie aus ihrer Umwelt kennen. Paulus könnte sich auch gegen kurzgeschnittenes Frauenhaar wenden. Langes Haar ist ein natürliches Kennzeichen der Frau, kurzes das der Männer.
1Petr 3,1-6 wenden sich an die christlichen Frauen, die mit einem Nichtchristen verheiratet ist. Wollen deren nicht-christliche Männer sich nicht zum Christentum bekehren, so sollen die Frauen durch einen tadellosen Lebenswandel als Ehefrau, den Unterordnung, Gottesfurcht und Reinheit kennzeichnen, den Ehemann auf passive Weise dem Christentum nahebringen. Aufwändige Haarmoden (1Petr 3,3 ὁ ἔξωθεν ἐμπλοκῆς τριχῶν […] κόσμος ho exōthen empoklēs trichōn kosmos) sowie goldener Schmuck oder prächtige Kleider sollen nicht die Attraktivität ausmachen. Stattdessen soll der verborgene Mensch des Herzens (ὁ κρυπτὸς τῆς καρδίας ἄνθρωπος ho kryptos tēs kardias anthrōpos) der Schmuck der Frauen sein, der sich durch einen sanftmütigen und stillen Geist auszeichnet.
Die Kritik an aufwändiger Kleidung, Schmuck und Frisuren ist ein sehr allgemeiner Topos. Rückschlüsse auf die Sozialstruktur der ersten christlichen Gemeinden sind nicht leicht. Auch die Gegenüberstellung von äußerem Schmuck und verborgenem Menschen - seines Zeichens ebenfalls ein allgemeiner und verbreiteter Topos - spricht eher für einen rhetorisch aufgebauten Kontrast, der auf ein bestimmtes, ethisch erwünschtes Verhalten zielt und kaum eine bestimmte soziale Schicht in den Gemeinden vor Augen hat.
Der Verzicht auf aufwändige Frisuren ist Teil der missionarischen Aufgabe der Frau in einer Ehe mit einem nicht-christlichen Mann. In 1Tim 2,9 sollen sich die Frauen im Gottesdienst nicht mit ausgefallenen Frisuren (πλέγμα plegma) oder Goldschmuck, Perlen oder kostbarer Kleidung auf sich aufmerksam machen, sondern Würde, Schamgefühl und Besonnenheit sollen ihr Schmuck sein.
1Tim 2,9 greift wie 1Petr 3,3 allgemeine ethische Topoi auf, kein spezifisch christliches Ethos. Auch in 1Tim 2,9 kann man nicht ohne Weiteres auf die Sozialstruktur der Gemeinden schließen, allerdings scheint der Gottesdienst als öffentlicher Ort wahrgenommen worden zu sein, an dem man sich auch präsentieren konnte.
Welche Frisur in 1Petr 3,3 gemeint ist, ist unklar. Martin (2019) votiert für den orbis comarum, der insbesondere in der Zeit der Flavier prominent war. Für ihn bezeichnet ἐμπλοκῆς τριχῶν empoklēs trichōn eine aufwändige Flechtfrisur, in die auch Haarteile eingeflochten sein können (Martin 2019, 301-303). Laut Martin bezieht sich auch die Kritik in 1Tim 2,9 an bestimmten Frisuren auf den orbis comarum (Martin 2019, 308-311). An beiden Stellen ist das Vokabular verschieden (1Petr 3,3 ὁ ἔξωθεν ἐμπλοκῆς τριχῶν […] κόσμος ho exōthen empoklēs trichōn kosmos; 1Tim 2,9 πλέγμα plegma), sodass unklar ist, ob damit dieselbe Frisur oder ein sehr ähnlicher Frisurentyp gemeint ist.
In der Bibel, hier AT, steht Einiges zu langem bzw. kurzem Haar bei Männern. Die "schönste" Erzählung ist die von Simson, dem im Schlaf sieben Locken abgeschnitten werden (Buch der Richter 16, 19ff), so dass er gefangen genommen werden kann.
Weitere Stellen: Num 6, 1-11; Ijob 1, 20; Ez. 44, 20.
Männern, die das Nasiräergelübde ablegen, darf das Haar nicht geschoren werden. Ijob schert sich das Haar aus Trauer bzw. Buße (ritueller Aspekt). Priester sollen sich das Haupt nicht scheren, aber auch nicht zu lange Haare tragen.
Im Neuen Testament gibt es eine merkwürdige Stelle im 1. Brief des Paulus an die Korinther (1. Kor 11,16), die sich auf die Kleidung im Gottesdienst bezieht. Dort wird langes Haar bei Männern als unnatürlich dargestellt. Diese Stelle ist übrigens die einzige in ihrer Direktheit, an der man den Unterschied zwischen Juden und Christen festmachen kann, wie man sich im Gottesdienst zu kleiden habe. Für männliche Juden war eine Kopfbedeckung (Kipa) vorgeschrieben, Paulus lehnt sie ausdrücklich ab, und fortan war war Barhäuptigkeit in christlichen Gottesdiensten üblich.
In diesem Abschnitt verwendet Paulus die Doppelsinnigkeit des griech. Wortes "kephale" (= "Haupt" im eigentlichen Sinn von "Kopf" und im übertragenen Sinn von "Oberhaupt") als Wortspiel. Seine Argumentation ist stark von den Sitten und Gebräuchen siner Zeit abhängig, an die er gewöhnt ist, was seine Schlussfolgerungen relativiert.
1 Korinther 11, Verse 2-16:
tags: #Bibel #lange #Haare #Männer
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