Beule zwischen den Augenbrauen: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Eine Beule zwischen den Augenbrauen kann verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Zysten bis hin zu entzündlichen Hauterkrankungen. Es ist wichtig, die Ursache zu identifizieren, um die richtige Behandlung zu wählen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über mögliche Ursachen, Diagnosemethoden und Behandlungsoptionen.

Schematische Darstellung einer Talgdrüse in der Haut.

Atherom (Grützbeutel)

Das Atherom, umgangssprachlich auch als Grützbeutel bezeichnet, ist eine gutartige Zyste, die meist in der Kopfhaut sitzt und sich halbkugelförmig vorwölbt. Als Atherom bezeichnen Ärzte eine mit einer Hautschicht umspannte "Beule", die hauptsächlich mit Hautzellen und Fett gefüllt ist. Umgangssprachlich wird das Atherom auch als Grützbeutel bezeichnet. Solche gefüllten Hohlräume im Unterhautzellgewebe, die sich aufgrund einer verstopften Drüse entwickeln, nennt man auch Retentionszysten - in diesem Fall handelt es sich um eine Trichilemmalzyste ("Haarwurzelscheiden-Zyste").

Atherome entstehen im Bereich einer Haarwurzel und demnach vermehrt an Körperstellen mit vielen Haaren. Zu 90 Prozent finden sie sich an der behaarten Kopfhaut, manchmal aber auch an anderen behaarten Stellen. Sie können aber auch an anderen Körperstellen auftreten, etwa an Nacken, Brust, Bauch oder im Intimbereich. Atherome haben einen Durchmesser von meist ein bis zwei Zentimetern. Sie können jedoch bis zur Größe eines Hühnereis anschwellen - in seltenen Fällen sogar bis zu Tennisballgröße.

Symptome

Ein Atherom ist eine von außen sichtbare Erhebung in der Haut. Sie ist prall gefüllt, aber eher elastisch als hart. Manche Atherome lassen sich unter der Haut verschieben. Nach einer Entzündung können sie aber auch fest auf der Kopfhaut sitzen. Normalerweise hat ein Atherom die Farbe der umgebenden Haut. Es fällt in erster Linie durch seine Vorwölbung auf. Sofern es sich nicht entzündet hat, ist es schmerzlos und verursacht kaum Beschwerden. Je nach Sitz und Größe empfinden es die Betroffenen aber als kosmetisch störend.

Im Fall einer Entzündung rötet sich die Haut im Bereich des Atheroms, es schwillt an, und Berührungen oder leichter Druck verursachen Schmerzen. Sammelt sich innerhalb der Atherom-Kapsel zusätzlich Eiter, handelt es sich um einen Abszess.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Atherom entwickelt sich meist in der Kopfhaut aus einer Haarwurzel (Follikel) - genauer gesagt aus dem schmalen Kanal, in dem der Bereich des Haares sitzt, der noch unter der Haut verborgen liegt. Bei jedem Haar mündet eine kleine Talgdrüse in diesen Kanal. Sie sorgt dafür, dass das Haar mit einem Film aus öliger Flüssigkeit (Talg) ummantelt wird. Sind die Talgdrüsen sehr aktiv, werden die Haare schnell fettig.

Der Ausführungsgang der Talgdrüse kann in einem bestimmten Bereich, dem sogenannten Isthmus, verstopft sein, beispielsweise durch kleine Fettkristalle oder Hautzellen. Der Talg kann dann nicht mehr ungehindert abfließen, die Drüse allerdings produziert ihn immer weiter. Nach und nach staut sich der Talg, und die Haarwurzel wird zu einer runden "Blase" aufgepumpt - es entsteht ein Atherom.

Diagnose

Die Diagnose Atherom stellt in der Regel ein Allgemeinmediziner oder ein Hautarzt (Dermatologe). Im Erstgespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) fragt er den Betroffenen zum Beispiel, seit wann die Zyste besteht, ob sie ihm Schmerzen bereitet und ob es noch weitere "Knubbel" gibt oder gab.

Bei der körperliche Untersuchung schaut sich der Arzt die "Beule" genauer an - meist kann er recht schnell beurteilen, ob es sich um ein Atherom handeln könnte. Er prüft dazu auch, wie die Zyste auf Druck reagiert und ob sie sich verschieben lässt.

Ob wirklich ein "echtes" Atherom (Trichilemmalzyste) oder aber eine Epidermoidzyste vorliegt, lässt sich aber manchmal erst sicher feststellen, nachdem die "Beule" operativ entfernt und im Labor feingeweblich (histologisch) untersucht wurde. Eine histologische Untersuchung ist auch wichtig, um abzuklären, ob es sich nicht vielleicht um eine bösartige Wucherung handelt.

Krankheitsverlauf und Prognose

Wie schnell ein Atherom wächst, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Einige Atherome wachsen auch nur bis zu einer bestimmten Größe und stagnieren dann. Prinzipiell kann nach der chirurgischen Entfernung eines Atheroms an der gleichen Stelle wieder ein Atherom entstehen. Wenn aber der Eingriff fachgemäß durchgeführt wurde, ist das Risiko dafür gering.

Ist das Atherom klein, wächst nicht weiter oder stört nicht, ist manchmal keine Behandlung notwendig. Kommt es zu Spannungsgefühlen, ist das Atherom infiziert oder ist es unklar, ob bösartige Zellen beteiligt sein können, sollte das Atherom chirurgisch entfernt werden. Da Atherome sehr störend und entstellend sein können, wünschen viele Betroffene auch eine Entfernung aus kosmetischen Gründen.

Ein Atherom sollten Sie auf keinen Fall selbst entfernen, indem Sie etwa versuchen, den Inhalt auszudrücken - sonst riskieren Sie eine Infektion.

Follikulitis (Haarbalgentzündung)

Sie haben unangenehme, eitrige Bläschen auf der Kopfhaut, im Bartbereich oder an den Armen? Dann leiden Sie eventuell an Follikulitis. Die Follikulitis wird auch als Haarbalgentzündung bezeichnet und kann grundsätzlich bei jedem Menschen auftreten. Bei einer Follikulitis sind ein oder mehrere Haarfollikel entzündet.

Symptome

Im Verlauf einer Follikulitis bilden sich stecknadelkopfgroße, meist mit Eiter gefüllte Bläschen auf der Haut, die von einem Haar durchbohrt sind. Sie entwickeln sich unter anderem auf der Kopfhaut oder im Gesicht. In Erscheinung tritt Follikulitis besonders häufig auf der behaarten Kopfhaut, im Gesicht und am Rumpf. Bei Männern entsteht die Haarfollikelentzündung möglicherweise an den Barthaaren. Begleitend kann es zu drückenden Schmerzen, Juckreiz und Rötungen kommen.

Neben dem typischen Erscheinungsbild mit kleinen, eitrigen Bläschen lassen sich gegebenenfalls Begleitsymptome feststellen:

  • unangenehmes Druckgefühl
  • Juckreiz
  • gerötete Haut im entzündeten Bereich

Achtung: Versuchen Sie nicht, die Pusteln eigenhändig zu entfernen oder auszudrücken. Die Bakterien können sich so weiter verbreiten. Außerdem besteht das Risiko, eine Blutvergiftung zu bekommen, wenn die Erreger in die Blutbahn gelangen.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Follikulitis entsteht in der Regel durch eine Infektion mit Bakterien, aber auch Pilze und Viren kommen als Erreger infrage. Die häufigste Ursache für eine Follikulitis ist der Erreger Staphylococcus aureus. Das Bakterium kann über Hautkontakt oder die Berührung von kontaminierten Gegenständen übertragen werden.

Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass sich eine Follikulitis entwickelt. Dazu gehören:

  • feuchte Haut (z.B. Schweiß in den Achseln)
  • Rasur (z.B. von Bart, Achseln, Beinen und Intimbereich)
  • Reibung oder Reizung an Haut- oder Haarpartien
  • ungenügende Körperhygiene
  • Verwendung von fetthaltigen bzw. öligen Salben, die die Poren verstopfen

Gut zu wissen: Bei einem starken Immunsystem und einer intakten Hautbarriere ist das Risiko recht niedrig, eine Follikulitis zu entwickeln. Trotzdem sollten Sie gewissenhaft auf entsprechende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen achten.

Auch andere Erreger können eine Follikulitis verursachen:

  • Pilze (Mykose)
  • Haarbalg-Milben
  • Viren

Medikamente lösen möglicherweise ebenfalls eine Haarbalgentzündung aus. Dazu gehören etwa bromhaltige Präparate und Tyrosinkinase-Inhibitoren, die für die Krebsbehandlung eingesetzt werden.

Natürliche Hilfe bei einer Haarwurzelentzündung

Diagnose

Um sich Klarheit über die Beschwerden zu verschaffen, können Sie zu Ihrem Hausarzt oder Hautarzt (Dermatologen) gehen. Bei der Diagnose von Follikulitis wird der Arzt zunächst die betroffenen Stellen genau betrachten. Meistens kann er schon anhand des Erscheinungsbildes erkennen, ob es sich um eine Follikulitis handelt.

Bei einem Arzttermin stellt der Mediziner außerdem einige Fragen zum Auftreten der Follikulitis, wie etwa:

  • Wie lange haben Sie die Beschwerden schon?
  • Welche Körperregionen sind betroffen?
  • Welche Begleiterscheinungen haben Sie?
  • Leiden Sie an Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Vorerkrankungen der Haut?
  • Haben Sie ein geschwächtes Immunsystem durch andere Krankheiten oder Einnahme von Immunsuppressiva?

Um die Art des Erregers genau bestimmen zu können, entnimmt der Arzt möglicherweise einen Abstrich aus dem entzündeten Gewebe. Handelt es sich um Bakterien, untersucht er anhand der Probe, welches Antibiotikum für die Behandlung infrage kommt. Der Grund: Verschiedene Arten von Bakterien werden mit unterschiedlichen Wirkstoffen bekämpft.

Behandlung

Welche Behandlung der Arzt einleitet, hängt von der Art des Erregers und der Schwere der Symptome ab. Meistens verläuft eine solche Entzündung harmlos und verschwindet von alleine wieder. In manchen Fällen verschreibt der Arzt desinfizierende Salben oder Gels, die die Bakterien abtöten. Bei einer Follikulitis durch eine Pilzinfektion werden ebenfalls Salben angewendet. Sogenannte topische Antimykotika sind Cremes, die die Pilze direkt auf der Haut bekämpfen, indem sie die Zellwände der Erreger angreifen.

Bei besonders schweren Fällen mit Komplikationen wird der Arzt gegebenenfalls systemische Antibiotika einsetzen. Diese nimmt der Patient als Tabletten für 7-10 Tage ein.

Als freiverkäufliche Arzneimittel eignen sich Zugsalben oder desinfizierende, jodhaltige Salben.

Behandlungsmethode Beschreibung
Desinfizierende Salben/Gels Abtötung von Bakterien bei bakterieller Follikulitis
Topische Antimykotika Bekämpfung von Pilzen bei Pilzinfektion
Systemische Antibiotika Einsatz bei schweren Fällen mit Komplikationen
Zugsalben/Jodhaltige Salben Freiverkäufliche Alternativen zur Unterstützung der Heilung

Weitere mögliche Ursachen

Neben Atheromen und Follikulitis gibt es noch weitere mögliche Ursachen für eine Beule zwischen den Augenbrauen:

  • Lipom: Ein Lipom an der Stirn zeigt sich als eine meist ein bis zwei cm große Vorwölbung unter der Haut. Der Knoten unter der Haut ist meist prall-elastisch und ein wenig verschiebbar. Lipome an der Stirn können oft schmerzen, da sie direkt auf die empfindliche Knochenhaut drücken.
  • Seborrhoisches Ekzem: Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind schuppige Flecken im Gesicht und am Kopf. Der Hautausschlag ist nicht ansteckend, tritt bei Erwachsenen aber immer wieder auf. Cremes und Shampoos können die Beschwerden lindern.
  • Angioödem: Angioödeme sind plötzlich auftretende Schwellungen im Gesicht oder auch an den Atemwegen. Bei sogenannten hereditären Angioödemen liegen genetische Veränderungen zugrunde, die Schwellungen treten immer wieder auf. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann dies lebensbedrohlich sein.
  • Milien: Milien, die auch Hautgrieß oder Grießkörner genannt werden, sind kleine weiße Zysten, die vor allem im Gesicht, aber auch am gesamten Körper, beispielsweise im Intimbereich auftreten können. Sie fühlen sich meistens hart an und sind in der Regel weiß, wenn sie an die Hautoberfläche treten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Beule zwischen den Augenbrauen:

  • Schmerzen verursacht
  • sich entzündet
  • schnell wächst
  • sich in ihrer Beschaffenheit verändert
  • von weiteren Symptomen wie Fieber begleitet wird

Ein Arzt kann die Ursache der Beule diagnostizieren und die geeignete Behandlung empfehlen.

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