Die Mutter der gepflegten Gesichtsbehaarung wird oft als Modeerscheinung verschrien, dabei überzeugt der Schnurrbart seit Jahrhunderten als das natürlichste Accessoire für den Mann von Welt. Auch auf der Leinwand konnte das gewisse Etwas zwischen Nasenflügel und Oberlippe so einige popkulturelle Meilensteine setzen.
Schnauzer, Rotzbremse und Pornobalken: Für die schönsten Schnurrbärte der Film- und Fernsehgeschichte einfach weiterscrollen.
Schnurrbart Schwarz-Weiß: Charlie Chaplin im Film-Klassiker Modern Times. Tipp der Redaktion: Bitte nicht nachmachen!
Mit diesem Scheibenwischer auf der Oberlippe brennt aber auch gar nichts an. Zündet trotzdem ordentlich: Dennis Hopper in Easy Rider
Der Name ist Programm: Tom Selleck als Magnum und dem wohl größten Schnauzer der Film- und Fernsehgeschichte
Dezent, aber äußerst effektiv: Marlon Brando in Der Pate
Aus heutiger Sicht ist Borat etwas drüber. Doch dieses Prachtexemplar von Pornobalken, das Sasha Baron Cohen hier heranzüchtete, geht definitiv positiv in die Geschichtsbücher ein. Wir finden: very nice!
Mit diesem Stacheldrahtzaun von Oberlippenbart katapultiert sich Sam Eliott in The Big Lebowski schnurstracks in den Schnauzer-Olymp.
Dieser Schnauzer schaffte es sogar in die Nachrichten: Will Ferrell als Ron Burgundy in Anchorman
Hommage an den musikalischsten Schnauzer aller Zeiten: Rami Malek als Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody
Heilige Maria! Dieser Schnauzer ist ein Werk Gottes: Ned Flanders in Die Simpsons
Wir sind uns nicht sicher, was gefährlicher ist - Machete oder Moustache? Danny Trejo in Machete
Ehren-Award: Mel Brooks als Präsident Skroob/Joghurt in 'Spaceballs'
Dieses Sahnehäubchen von Schnurrbart sitzt so weit von der Oberlippe entfernt und steht damit außer Konkurrenz.
Das wir gegenwärtig dennoch in der Lage sind, uns derartige Bärte in natura anzusehen, ist der organisierten Bartbewegung zu verdanken.
Das sind Männer meist mittleren Alters, die sich der Pflege und der Verherrlichung des sekundären männlichen Geschlechtsmerkmals verschrieben, als Sport, wenn man so will, als Bartsport. Die organisierte Bartbewegung beschränkt sich nicht auf Deutschland (obwohl sie hier stark ist), sie ist weltweit organisiert, die Akteure in Bartvereinen zusammengefasst.
Sie treffen sich jedes Jahr zu nationalen und internationalen Meisterschaften. Am Wochenende findet in Leinfelden-Echterdingen, einer 35.000-Seelen-Gemeinde im Schwäbischen, die bereits elfte Bartweltmeisterschaft statt, mit Teilnehmern aus 19 Nationen.
Angetreten wird in drei Hauptkategorien: 1. Schnurr-, Schnauz- oder Oberlippenbart; 2. Kinn- und Backenbart; 3. Vollbart. Jede Hauptkategorie ist in genau definierte Unterkategorien aufgeteilt. Die Beschaffenheit eines jeglichen Bartes ist genauestens definiert.
Wo und wie lang darf der Bart angewachsen sein? Wie genau hat er auszusehen? Welche Hilfsmittel sind erlaubt (z. B. Draht, Bartlack, Haarspray). Da gibt es den Kaiserliche Schnauzbart, den Schnauzbart Naturale, den Schnauzbart Ungarisch, den Schnauzbart Englisch. Und es gibt einen Schnauzbart namens Dali.
In seiner Autobiografie postuliert Salvatore Dali, dass er „sogar im Schnurrbart Nietzsche übertreffen will! Mein Bart soll nicht deprimierend, katastrophisch, erdrückt von Wagner-Musik und Nebel sein. - Nein! Er soll dünn, imperialistisch und ultrarationalistisch sein und in den Himmel zeigen wie der vertikale Mystizismus.“
Wie nun solch vertikaler Mystizismus zu erlangen sei, steht genauestens in den Vorschriften der Bartbewegung: „Schmal, lange Spitzen im Bogen oder steil nach oben gerichtet. Die Haare dürfen nur bis zum Ende der Oberlippe angewachsen sein. Hilfsmittel sind erlaubt.“
Weitere Kategorien sind - politisch ganz unkorrekt - der Chinese (gerne auch Dschingis-Khan- oder Fu-Manchu-Bart genannt), der Musketier, der Kaiserliche Backenbart, der Vollbart Naturale, der Vollbart mit gestyltem Oberlippenbart, der Garibaldi und der Verdi.
Neben den beschriebenen Unterkategorien gibt es jeweils noch eine für transfinite Mannigfaltigkeiten (vulgo: Freistil), in der alle von diesen vorgegebenen Kategorien abweichenden Bärte bewertet werden. Zudem gibt es eine neue Kategorie, die des Trend-Bartes, ein Umstand, der zweifelsfrei dem Wiedererstarken des Bartgedankens in der Jugend geschuldet ist.
Die Geschichte des Schnurrbarts ist eng mit gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen verbunden. In den 1980er Jahren erlebte der Schnurrbart eine Blütezeit, verkörpert durch Persönlichkeiten wie Tom Selleck und Freddie Mercury. Heute, im Jahr 2024, feiert der Schnurrbart ein Revival, insbesondere bei jungen Männern und Popstars.
Auch junge Männer stehen auf den Schnäuzer, wie Eurovision-Song-Contest-Favoriten Joost Klein aus den Niederlanden. Junge Kerle lassen sich 2024 gern Oberlippenflaum stehen, auch Popstars fallen damit auf, etwa der 21-jährige amerikanische Nummer-eins-Hit-Popsänger Benson Boone ("Beautiful Things") und die wilden Twens und Eurovision-Song-Contest-Favoriten Joost Klein aus den Niederlanden ("Europapa") und Baby Lasagna aus Kroatien ("Rim Tim Tagi Dim").
Der Hype um den Hipster-Vollbart dauerte lang genug - oder? "Ich finde, dass ein Bart oft attraktiver aussieht als ein ganz glattes Gesicht, insbesondere bei sonst eher weichen Konturen wie bei mir", sagt der Mittvierziger Jan aus Hamburg. "Andere Bartformen als ein Moustache funktionieren bei mir aber nicht", meint er. "Die sehen bei meinem sehr spärlichen Wuchs albern aus."
Lächerlich statt lässig auszusehen, ist eine weitverbreitete Angst im Kontext vom Schnäuzer, der manchmal verächtlich auch Rotzbremse, Pornobalken oder Schenkelbürste genannt wird. In jüngeren Generationen gilt der sogenannte Schnurri jedoch keineswegs als cringe, sondern als sexy - egal, ob man Männer oder Frauen, Heteros oder Homos fragt. Beliebt ist auch der Stubble Moustache (Stoppelbart/Dreitagebart mit Schnäuzer).
Der Schnurrbart ist maskulin, aber auch verspielt - in einer Welt, die es ohnehin mag, mit Gender-Styles zu spielen.
In der Mode erleben wir gerade mal wieder ein wenig die 80er - frisurentechnisch, klamottenmäßig - etwa mit Schulterpolstern oder locker sitzenden Bundfaltenhosen. Und da gehört der Oberlippenbart einfach mit dazu." Mode-Trends werden meist von jungen Leuten zum Leben erweckt. "Und in der Jugend trägt man halt diesen Oberlippenbart, weil das der erste Bartwuchs ist, den man bekommt", sagt Friseurmeister Weinitschke in Aachen. "Dann geht's vielleicht mit Mühe und Not ein bisschen am Kinn weiter." Dennoch machten auch Ältere die aktuelle Entwicklung mit, weil sie "in der Trendwelle mitschwimmen" wollten.
Die Geschichte ist voll von Männern mit markanten Bärten. Hier eine kleine Auswahl:
Es gibt übrigens eine exotische Verhaltensstörung mit dem Namen Pogonophobie. Darunter versteht man die Angst vor Bärten, Bartträgern oder sogar dem eigenen Bartwuchs.
Seit dem Kinoerfolg von "Top Gun Maverick" wird wieder Schnauzer getragen. Die einen freut's, die anderen fühlen sich ästhetisch provoziert.
| Name | Bekannt für | Bartstil |
|---|---|---|
| Tom Selleck | Magnum P.I. | Chevron |
| Freddie Mercury | Queen | Schnurrbart |
| Salvador Dalí | Künstler | Exzentrischer Schnurrbart |
| Charlie Chaplin | Komiker und Schauspieler | Zahnbürstenbart |
| Abraham Lincoln | US-Präsident | Kinnbart |
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