Beruf Friseur: Ausbildung, Fähigkeiten und Karrierechancen

Der Beruf des Friseurs ist mehr als nur Haare schneiden - er ist eine Plattform für Kreativität und ein Weg zur Selbstverwirklichung. Diese Ausbildung verlangt nicht nur handwerkliches Geschick, sondern bietet auch Raum für deine persönliche Entfaltung. Die meiste Zeit wird sich alles rund um Haarschnitte, Haarpflege und Styling drehen. Doch bevor wir jemanden mit Schere, Rasierer und Farbpinsel an unsere Haare lassen, wollen wir uns sicher sein, dass unsere Vorstellungen richtig verstanden wurden.

Als Friseur musst du nicht nur professionell den Föhn schwingen können, sondern vor allem auch ein einfühlsamer Berater deiner Kunden sein. Deine Aufgabe ist es also die Wünsche der Kunden zu verstehen und kreativ umzusetzen, damit am Ende alle zufrieden sind. Doch was genau macht ein Friseur eigentlich? Hier eine detaillierte Übersicht:

Die Aufgaben eines Friseurs

Die Ausbildung zum Friseur umfasst ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Wissen, das für die professionelle Haar- und Schönheitspflege erforderlich ist.

Kundenberatung

Kundenberatung ist der allererste und wichtigste Schritt. Bevor du irgendetwas mit den Haaren machst, musst du wissen, was der Kunde sich wünscht. Du hörst zu, wenn er erzählt, welche Vorstellungen er hat - z.B. einen neuen Haarschnitt oder eine Farbe. Oft wissen Kunden aber nicht genau, was ihnen steht oder was überhaupt möglich ist. Hier kommst du ins Spiel: Du gibst Vorschläge und erklärst, warum bestimmte Frisuren oder Farben gut zu seiner/ihrer Gesichtsform, Haarstruktur oder Hautfarbe passen. Du hilfst auch bei der Entscheidung, welche Pflegeprodukte für zu Hause wichtig sind.

Haare schneiden und stylen

Sobald alles besprochen ist, fängt der praktische Teil an. Zuerst wäschst du die Haare, damit sie sauber und leichter zu schneiden sind. Danach schneidest du die Haare, entweder nach einem Bild, das der Kunde mitgebracht hat, oder nach den Vorstellungen, die ihr besprochen habt. Styling ist auch ein großer Teil deiner Arbeit: Du föhnst die Haare, glättest sie oder machst Locken.

Manche Kunden wollen etwas Außergewöhnliches wie eine knallige Haarfarbe oder eine besondere Hochsteckfrisur - auch das gehört dazu. Ziel ist es, dass der Kunde mit seinem Look rundum glücklich ist.

Haare färben

Haare färben ist oft ein aufregender Teil deines Jobs. Zuerst berätst du den Kunden: Möchte er eine ganz neue Haarfarbe, Strähnen, einen Ombre-Effekt oder vielleicht nur einen Ansatz nachfärben? Danach analysierst du die Haarstruktur - gesunde, gepflegte Haare nehmen Farbe anders an als strapazierte. Du mischst die Farbe sorgfältig und trägst sie gleichmäßig auf, damit das Ergebnis perfekt wird. Dabei achtest du darauf, dass keine Flecken entstehen und die Kopfhaut geschützt ist. Nach dem Einwirken spülst du die Farbe aus, pflegst die Haare mit Conditioner oder Masken und zeigst dem Kunden, wie er die Farbe zu Hause am besten erhält.

Beauty-Extras

Ein Friseur kümmert sich nicht immer nur um Haare. Manchmal wirst du den Kunden helfen, einen kompletten Look zu gestalten. Dazu gehört z.B. das Zupfen oder Färben von Augenbrauen, weil diese den Gesichtsausdruck stark beeinflussen. In manchen Salons bietest du auch Make-up an, z.B. für besondere Anlässe wie Hochzeiten. Nagelpflege ist manchmal auch Teil des Jobs, wenn der Salon ein größeres Beauty-Angebot hat. Du sorgst also dafür, dass der Kunde nicht nur mit den Haaren, sondern mit seinem ganzen Aussehen zufrieden ist.

Organisieren und kassieren

Neben dem eigentlichen Stylen musst du dich auch um die Organisation kümmern. Du planst die Termine der Kunden, damit alle reibungslos nacheinander kommen können. Außerdem begrüßt du die Kunden freundlich, wenn sie den Salon betreten, und sorgst dafür, dass sie sich wohlfühlen. Nach dem Termin kassierst du den Preis für deine Arbeit. Hier ist es wichtig, höflich zu sein und einen Überblick über die Einnahmen zu behalten. Wenn jemand Produkte kauft, rechnest du das dazu. Ein gut geplanter Tag sorgt dafür, dass der Salon effizient läuft.

Sauberkeit und Hygiene

Ein Friseursalon muss immer sauber und ordentlich sein - das gehört zur Professionalität dazu. Nach jedem Kunden sammelst du abgeschnittene Haare ein und kehrst den Boden sauber. Die Arbeitsgeräte wie Scheren, Kämme und Bürsten musst du regelmäßig desinfizieren, damit alles hygienisch bleibt. Auch die Waschbecken, Stühle und Arbeitsflächen solltest du sauber halten, damit sich die Kunden wohlfühlen und gerne wiederkommen. Eine saubere Umgebung zeigt außerdem, dass du dein Handwerk ernst nimmst.

Pflegeprodukte empfehlen

Viele Kunden haben zu Hause Schwierigkeiten, ihre Haare richtig zu pflegen. Du bist der Experte, der ihnen helfen kann: Du erklärst, welche Produkte - wie Shampoo, Conditioner oder Haarmasken - zu ihrer Haarstruktur passen. Manche Leute haben zum Beispiel trockenes oder fettiges Haar, und du kannst sie beraten, welche Pflege sie brauchen. Auch bei speziellen Problemen wie Schuppen oder empfindlicher Kopfhaut hast du Tipps parat.

Wo kann man als Friseur arbeiten?

Du fragst dich, wo man als Friseur:in Schere, Pinsel und Föhn schwingen kann? Tja, der Job ist alles andere als eintönig!

  • Friseursalons: Hier kommen Kunden, um ihre Haare schneiden, färben und stylen zu lassen.
  • Kosmetiksalons: Hier kümmerst du dich auch um Make-up, Hautpflege oder das Formen und Färben von Augenbrauen.
  • Theater und Filmproduktionen: Hier stylst du Darsteller für ihre Rollen.
  • Hotels (z.B. Wellnesshotels): Hier arbeitest du im Beauty- und Spa-Bereich.
  • Kreuzfahrtschiffe: Hier kümmerst du dich um die Frisuren und Styles der Passagiere.
  • Fotostudios: Hier stylst du Modelle oder andere Personen für professionelle Aufnahmen.
  • Selbständigkeit (eigener Salon): Hier bestimmst du selbst, wie dein Salon aussieht.
  • Mobile Friseure (Hausbesuche): Hier bietest du deine Dienstleistungen direkt bei den Kunden zu Hause an.
  • Messen und Events: Hier präsentierst du neue Produkte oder bietest Besuchern kostenlose Stylings an.
  • Hairstyling in der Modebranche: Hier stylst du Models für Modenschauen, Fotoshootings oder Videodrehs.

Friseur - Ausbildung, Aufgaben, Gehalt

Checkliste: Passt der Beruf Friseur zu dir?

Klingt der Beruf Friseur spannend für dich? Dann lass uns mal genauer anschauen, welche Eigenschaften und Fähigkeiten dir helfen können, in diesem kreativen Beruf richtig durchzustarten. Wenn du einige dieser Stärken schon mitbringst, wird dir die Ausbildung leichter fallen.

Um herauszufinden, ob der Job als Friseurin wirklich zu dir passt, haben wir eine Checkliste für dich erstellt. So kannst du einfach prüfen, ob deine Interessen und Talente gut zu den Anforderungen des Berufs passen. Wenn du dich in vielen Punkten wiedererkennst, könnte dieser Beruf gut zu dir passen.

  • Bist du gerne kreativ?
  • Magst du es, mit Menschen zu reden?
  • Arbeitest du gerne mit deinen Händen?
  • Hast du Geduld?
  • Arbeitest du gerne im Team?
  • Kannst du flexibel sein?
  • Interessierst du dich für Pflege und Schönheit?
  • Hast du genug Energie für den Tag?
  • Bleibst du freundlich, wenn’s stressig wird?

Wichtige Fähigkeiten für Friseure

Neben den persönlichen Interessen sind bestimmte Fähigkeiten entscheidend für den Erfolg im Friseurberuf. Hier eine Übersicht:

Fähigkeit Warum es wichtig ist Wie du es üben kannst
Ein ruhiges Händchen Präzise Handbewegungen sind wichtig, um die Haare genau zu schneiden, stylen und pflegen. Übe Feinmotorik beim Basteln, Malen oder Modellbau.
Gutes Zuhören und Kommunizieren Verstehen der Kundenwünsche und klare Kommunikation sind entscheidend für die Kundenzufriedenheit. Führe Gespräche mit Freunden und versuche, ihre Wünsche genau zu verstehen.
Teamplayer Zusammenarbeit im Salon ist wichtig für einen reibungslosen Ablauf. Arbeite in Gruppenprojekten in der Schule und schätze die Ideen anderer.
Hygiene Sauberkeit ist unerlässlich, um die Gesundheit von Kunden und Friseuren zu schützen. Achte auf Sauberkeit zu Hause und bei Praktika.
Flexibel sein Der Arbeitsalltag kann unvorhersehbar sein, daher ist Anpassungsfähigkeit wichtig. Sei offen für spontane Änderungen in Plänen.

Die Ausbildung zum Friseur

Die Ausbildung zum Friseur ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, du bist im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Ausbildungsbetrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Friseur und übernimmst konkrete Aufgaben. Der theoretische Teil der Ausbildung findet in der Berufsschule statt.

Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Im zweiten Ausbildungsjahr legst du den ersten Teil deiner Gesellenprüfung ab. Am Ende der Ausbildung wartet Teil 2 der Gesellenprüfung auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Friseur bzw. Friseurin.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Friseurin bzw. Friseur kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Ungefähr drei Viertel der Azubis starten mit Hauptschulabschluss in die Friseur-Ausbildung, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelt hat.

Besonders gute Chancen auf eine freie Stelle hast du mit guten Noten in den Fächern Deutsch, Kunst und Chemie. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du die passenden Stärken mitbringst. Angehende Friseure sollten kreativ sein und gestalterische Fähigkeiten haben. Genauso wichtig ist es, dass du deine Arbeit zielstrebig durchführst, auch wenn sie mal beschwerlich ist.

Inhalte der Ausbildung

Im ersten Abschnitt der dualen Ausbildung - also dem ersten bis 18. Monat - lernen die Auszubildenden im praktischen Teil vor allem das Kundenmanagement und die klassischen Friseurdienstleistungen kennen. Dabei setzen sie das theoretische Wissen aus der Berufsschule direkt in die Praxis um. Außerdem erhalten sie bereits erste Einblicke in die Organisation des Betriebes.

Der zweite Ausbildungsabschnitt dient dazu, die Kenntnisse und Abläufe aus dem ersten Ausbildungsjahr zu vertiefen und zu festigen. Außerdem erfährst du etwas über das Marketing - wie du den Friseursalon am besten nach außen präsentierst und besonders viele Kunden anlockst.

Hinzu kommen die Inhalte der gewählten Spezialisierung, wie zum Beispiel die Nagelmodellage oder die Kosmetik.

Der Friseurberuf ist sehr vielseitig, deshalb lernen Auszubildende in der Berufsschule das grundlegende Know-how für die kreative Arbeit im Friseurhandwerk - von Haar- und Kopfhautpflege über Stilberatung bis hin zur betrieblichen Organisation.

Spezialisierung und Weiterbildung

Es gibt verschiedene Arten, dich während oder nach der Ausbildung zu spezialisieren: zum Beispiel als Stylist, Colorist, Hair Dresser oder Artist. Damit kannst du besonders gut bei Film, Fernsehen und Theater arbeiten, da das Styling in diesem Bereich oft spezieller oder ausgefallener ist als bei Alltagsfrisuren.

Nach Abschluss deiner Ausbildung zur Friseurin hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Friseurmeister oder Fachwirt für Kosmetik und Wellness. Eine Aufstiegsfortbildung hilft dir dabei, Karriere zu machen und beruflich aufzusteigen.

Möglich ist hier die Meisterweiterbildung zum Friseurmeister. Eine weitere Möglichkeit ist der Weg über ein Studium.

Gehalt während und nach der Ausbildung

Während der Ausbildung zum Friseur variiert das Gehalt je nach Lehrjahr. Im ersten Ausbildungsjahr verdient man bis zu 665 €, im zweiten Jahr steigt das Einkommen auf bis zu 785 € und im dritten Jahr auf bis zu 900 €.

Nach Abschluss der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt eines Friseurs bei mindestens 1.680 € brutto monatlich. Im Durchschnitt kann man jedoch mit einem Verdienst von etwa 2.052 € rechnen. Mit Berufserfahrung und je nach Arbeitgeber oder Standort kann das Gehalt weiter ansteigen, sodass ein Maximaleinkommen von bis zu 2.296 € brutto im Monat möglich ist.

Faktoren wie die Größe des Salons, die regionale Lage oder zusätzliche Qualifikationen können das Gehalt zusätzlich beeinflussen.

Zukunftsaussichten im Friseurhandwerk

Ganz so düster steht es um die Zukunft des Friseurhandwerks in Rheinland-Pfalz allerdings nicht. Immerhin entscheiden sich seit 2024 wieder etwas mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Friseurberuf als in den Jahren davor.

Friseurinnen sind nicht nur in klassischen Friseursalons anzutreffen, sondern arbeiten auch oft in kosmetischen Abteilungen von Hotels oder bei Film- und Theaterproduktionen - es gibt also verschiedenste Einsatzorte und dementsprechend gute Aussichten, eine Stelle zu finden.

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