Warum rasieren Radfahrer ihre Beine? – Vorteile, Tipps und Mythen

Die Radsaison steht vor der Tür und das bedeutet für viele: Der Pelz muss ab! Die Beinrasur ist für zahlreiche Radsportler nicht nur ein ästhetisches Statement, sondern auch ein wichtiger Bestandteil ihrer Routine. Doch warum genau rasieren sich Radfahrer die Beine? Und wie gelingt die perfekte Rasur ohne Hautirritationen? In diesem Artikel räumen wir mit Mythen auf, liefern wir fundiertes Hintergrundwissen und präsentieren wir dir unschlagbare Tipps, damit deine Beine radsporttauglich glatt werden. Entdecke, warum die Rasur weit mehr als nur Kosmetik ist und wie sie deine Performance auf dem Rad verbessern kann.

Die Gretchenfrage: Beinbehaarung im Radsport

"Sag mal, wie hältst du es mit der Beinbehaarung?" - Das ist die Gretchenfrage für viele Hobby-Rennradfahrer und höchst umstritten. Für die einen sind glattrasierte Beine die Voraussetzung für die endgültige Aufnahme in die Riege derjenigen, die ihren Sport ernsthaft betreiben. Für die anderen ist die Beinrasur überflüssiger Schnickschnack eitler Gockel in Lycra-Hosen, die mit ihren Waden angeben müssen, wenn sie es nicht mit ihrer Leistung schaffen. Doch geht es nur darum, gut auszusehen oder hat eine ordentliche Beinrasur noch andere Gründe? Wir klären auf.

5 + 1 Gründe, warum eine Beinrasur sinnvoll ist

Viele Triathleten tun es trotzdem. Denn es hat vor allem Vorteile beim Radfahren. Aber nicht nur. Hier die wichtigsten Gründe für die sportliche Beinrasur:

  1. Hygiene: Wer Radsport betreibt, kennt es: Dreck, Staub und Schweiß haben nach einer Tour an den Beinen eine unschöne Patina hinterlassen, kleine Insekten sich in den Beinhaaren verfangen. Wer seine Beine rasiert hat, kann diese "Schicht" wesentlich leichter abwaschen. Während der Fahrt schwitzt der Sportler nicht nur. Staub, Fliegen, Ketten-Öl - alles landet irgendwie am Schienenbein. In Beinhaaren verklebt das Zeug, auf glatter Haut kann man es dagegen mit einem feuchten Tuch leicht nach dem Training einfach abwischen.
  2. Wundheilung: Schon mal ein auf Beinhaaren geklebtes Pflaster abgezogen? Autsch. Mit rasierten Beinen hat man dieses Problem weniger. Aber das Wichtigste: bei einem Sturz fallen Hautschäden wesentlich geringer aus. Dazu lassen sich Wunden besser reinigen, der Heilungsprozess verläuft zügiger. Wenn man eine Schürfwunde säubert, stören Haare nur. Im blödesten Fall verkleben sie sogar mit der Wunde - sehr unangenehm. Ohne Haare kann man die Wunde besser auswaschen und pflegen. Und aus eigener Erfahrung: Auf glatter Haut halten Pflaster besser und gehen auch schmerzfreier wieder herunter.
  3. Kühlung: Gerade im Sommer wird im Radsport geschwitzt, was die Poren hergeben. Je nach Beinpelz kann sich die Hitze deutlicher stauen. Bei rasierten Waden verdunstet der Schweiß auf der Haut dagegen schneller, der Fahrtwind kann die Beine besser kühlen und somit zu einem besseren Fahrgefühl beitragen. Steige ich aus dem Wasser oder habe ich viel geschwitzt, reicht es auch mit einem Handtuch darüber zu fahren - oder ich lasse es im Wettkampf nach dem Schwimmen durch den Fahrtwind trocknen.
  4. Massage: Es machen nicht nur die Profis, auch ambitionierte Radsportler geben sich gerne einmal der Massage der Waden hin, um Verspannungen nach einem Radmarathon zu lösen. Mit Haaren an den Beinen kann dies unangenehmer sein und schlimmer noch, zu Haarwurzelentzündungen führen. Physio-Therapeuten gehen meist mit Öl an die Beine. Bei der Massage würden die Haare und das Öl dann verkleben. Zudem fühlt sich die Massage auf glatter Haut einfach viel besser an. Viel angenehmer: die Massage nach dem Radmarathon ohne störende Haare. Außerdem werden Haarwurzelentzündungen so effektiv vermieden.
  5. Ästhetik: Dieser Punkt ist tatsächlich nicht ganz unwichtig. Bei nackten Waden zeichnet sich die Beinmuskulatur deutlicher ab, was für die meisten Radsportler als ästhetisch angesehen wird. Ok, ich will es nicht verschweigen: Die Muskeln zeichnen sich einfach deutlicher ab ohne Haare. Psychologisch nicht ganz unwichtig, denn wenn du mit einem guten Selbstwertgefühl/ Selbstvertrauen startest, kann sich das unbewusst auch auf dein Leistungsvermögen auswirken.
  6. Aerodynamik: Einst heiß diskutiert, nachdem Specialized vor Jahren einmal rasierte und unrasierte Waden in den Windkanal schickte, um herauszufinden, was eine Rasur ausmachen kann. Das damalige Ergebnis: bei einem simulierten Zeitfahren über 40 Kilometern lag die durchschnittliche Ersparnis bei sagenhaften 50 Sekunden, oder anders ausgedrückt: bis zu 15 Watt! Ob das wirklich so in der Realität übertragbar ist, sei dahingestellt.Ästhetik oder Sportleistungsproblem? Sicherlich haben Sie mehr als einmal gehört, dass der Grund warum Radfahrer rasieren ihre Beine, weil sie den aerodynamischen Widerstand reduzieren und es schaffen, schneller zu rollengenauso wie Schwimmer passieren, wenn sie sich in den Pool werfen. Um den Zweifel zu lösen, das die spezialisierte Marke Mitte 2014 gemacht hat Ein merkwürdiges Experiment in seinem Windkanal. Er nahm 6 Radfahrer und ließ sie in zwei Chargen 40 Kilometer über dem Fahrrad schießen: eines mit Beinen auf den Beinen und einer, nachdem er sich rasiert hatte. Die analysierten Ergebnisse zeigten, dass während der Tests ohne Haare an den Beinen die Radfahrer durchschnittlich 70 Sekunden weniger dauerten, um die 40 Kilometer zu vervollständigen. Dieser Unterschied wurde im extremsten Fall 82 Sekunden und 50 Sekunden im geringsten. "Es ist ein immenser Unterschied", sagte die spezialisierten Tests im Windkanal.

Lotionen ziehen besser ein und sie bilden dabei wiederum keine Röllchen. Wer seine Beine also mal mit diversen Mittelchen pflegt, den stören Haare nur.

Streitfrage Beinhaare - Haarig wie ein Bär oder glatt wie ein Babypopo? | GCN auf Deutsch Show 91

Die 10 Top-Tipps zur perfekten Beinrasur

Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Beine richtig rasieren können:

  1. Spezielle Körperrasierer verwenden: "Normale" Herren-Rasierer sind für das Gesicht ausgelegt, wo die Haut dicker und weniger empfindlich als an den Beinen ist. Für die Beine sollten Männer daher spezielle Körperrasierer verwenden, die es immer mehr auch für Männer gibt (z.B. Gilette Body). Aber auch Frauen-Rasierer (wie der Gilette Venus oder der Wilkinson Sword Silk) erfüllen ihren Zweck und sind mitunter sogar noch sanfter zur Haut, allerdings tendenziell auch etwas teurer. Ebenso gibt es Elektrorasierer, die sogar wasserfest sind und mit unter die Dusche genommen werden können, wie der Braun Series 5 Bodygroomer oder der Philips Bodygroom.
  2. Beim Nassrasieren Rasierschaum oder -gel verwenden: Damit die Nassrasur auch zuverlässig funktioniert, solltest du Rasierschaum oder -gel verwenden (z.B. Nivea Men Sensitive). Den Schaum nach dem Auftragen kurz einwirken lassen und dann mit der Rasur beginnen. Wer das erste Mal seine Beine rasiert, sollte die Haare allerdings zunächst mit einem Haarschneider o.ä. stutzen. Sonst verstopft der Nassrasierer zu schnell, außerdem erfasst er lange Haare nicht so gut.
  3. Klingen regelmäßig wechseln: Werden die Klingen stumpf, können sie Hautirritationen hervorrufen. Außerdem lagern sich mit der Zeit Keime an den Klingen an, was Entzündungen verursachen kann. Deshalb auch Rasierer nie untereinander tauschen. Tipp: Wer schon einen Nassrasierer fürs Gesicht hat, kann sich für die Beinrasur einfach die Body-Klingen bestellen.
  4. Beine vorher mit warmem Wasser abduschen: Die Haut sollte vor der Rasur sauber und frei von Schmutz und Fett sein. Eingeweichte Haare lassen sich außerdem besser rasieren, und auch die Haut ist dann weicher. So verringert sich die Gefahr, sich zu schneiden und es bilden sich weniger Pickel.
  5. Gegen den Strich rasieren: Also die Klinge von unten nach oben ziehen, so werden die Härchen besser und weiter unten erwischt. Je mehr Klingen der Rasierer hat, desto weniger Züge sind notwendig, um wirklich alle Haare zu erwischen!
  6. Rasierer anwärmen: Kein Witz: Leg den Rasierer vor der Rasur in warmes Wasser und spüle zwischendurch den Schaum immer wieder unter warmem Wasser ab. Die warmen Klingen schneiden besser als kalte.
  7. Wenig Druck und lockerlassen: Die Klingen müssen über das Bein gleiten. Sind sie scharf genug, erledigen Sie ihren Job auch ohne starken Anpressdruck. Mit zu hohem Druck steigt die Gefahr, sich zu schneiden. Muskulöse Radfahrerbeine lassen sich leichter rasieren, wenn die Muskeln nicht angespannt sind, so ergeben sich glattere Flächen und der Rasierer kann besser über die Haut gleiten.
  8. Gefahrenzonen beachten und Zeit lassen: Besonders an Knien und Knöcheln ist Gefahr groß, sich zu schneiden. Knie deshalb am besten anwinkeln und besonders vorsichtig und mit wenig Druck rasieren. Besondere Vorsicht auch bei Narben, vorstehenden Muttermalen oder anderen Unebenheiten. Außerdem solltest du möglichst nicht unter Zeitdruck rasieren, sondern geduldig sein. Zu schnell hat man sich sonst in der Eile geschnitten. Daher beispielsweise bei Rennen eher zwei Tage und nicht erst am Abend vorher rasieren. Blutige Beine am Start sind kein Ruhmesblatt.
  9. Kalt abspülen: Nach der Rasur die Haut und übrigen Schaum mit kaltem Wasser abspülen, das schließt die Poren und verhindert, dass sich kleine Verletzungen entzünden.
  10. Feuchtigkeits-Lotion auftragen: Nach dem Rasieren benötigen die Beine etwas Feuchtigkeit, trockene Haut kann jucken. Die Lotion (z. B. von Neutrogena oder Mixa) sollte möglichst keine Duftstoffe enthalten, diese können die frisch rasierte Haut reizen. Gleiches gilt für Aftershaves mit Alkohol.

Drei Alternativen zum Beine rasieren

Dauerhaft glatte Beine, ohne ständig rasieren zu müssen, das wollen viele Radsportler und Radsportlerinnen. Aber bei nahezu allen Möglichkeiten der Haarentfernung gibt es den einen oder anderen Haken - und jede Haut reagiert individuell.

Methode Vorteile Nachteile
Waxing/Sugaring hält mehrere Wochen kann schmerzhaft sein, Haare benötigen eine gewisse Länge, Schwitzen vermeiden
Epiliergerät hält bis zu vier Wochen, vor Anwendung zu Hause möglich recht schmerzhaft, Kosten für das Gerät, Haare benötigen gewisse Länge
IPL-/Laser-Behandlung dauerhaft teuer

Waxing/Sugaring

Beim Waxing/Wachsen oder beim Sugaring wird warmes Wachs oder eine Zuckerpaste auf die Beine aufgetragen. Anschließend wird die Wachsschicht ruckartig, bei der Zuckerpaste etwas weniger ruckartig, mitsamt der Behaarung von der Haut abgezogen.

Das sagt die Kosmetikerin Ingrid Brill dazu: "Bei meinen Rennrad-Kunden habe ich die besten Erfahrungen mit Warmwachs gemacht. Dabei wird das Wachs erwärmt und auf die Beine aufgetragen. Anschließend werden die Haare inklusive Haarwurzel aus der Haut gezogen. Das kann anfangs etwas schmerzhaft sein, hält dafür aber deutlich länger - und die Beine bleiben mehrere Wochen glatt. Damit das Wachs gut greifen kann, müssen die Haare aber eine gewisse Länge aufweisen, mindestens 5 mm."

Von der Wachsbehandlung zu Hause rät die Kosmetikerin aber ab. "Es gibt zwar auch Warmwachs-Anwendungen für zu Hause, aber es ist von Vorteil, ins Kosmetikstudio zu gehen. Dank der Übung der Experten geht es dort schneller und das Wachs hat die optimale Temperatur", so Brill.

Außerdem ist eine gute Hautpflege sowohl vor als auch nach dem Waxing notwendig. "Zumindest am Tag danach sollte man auf Sport verzichten, weil Schweiß die Haut zusätzlich reizt, auch Chlorwasser sollte man meiden", rät Ingrid Brill.

Epiliergerät

Das Epilieren ist eine weitere Methode, die sich gut zu Hause durchführen lässt. Ein Epiliergerät ähnelt von außen einem klassischen Elektro-Rasierer. Aber statt Klingen gibt es hier eine Rolle aus Metallscheiben. Die Scheiben greifen die Haare und ziehen sie wie viele kleine Pinzetten heraus. Das kann unter Umständen ganz schön wehtun. Bis die Haare nachwachsen hat man erst mal Ruhe. Danach müssen sie aber wieder eine gewisse Länge erreichen bevor erneut epiliert werden kann.

IPL-/Laser-Behandlung

"Dauerhafter, aber auch teurer, sind Behandlungen per IPL, also mit Licht, oder gar mit Laser", sagt Brill.

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