Bartol Drüsenzyste Behandlung: Ursachen, Symptome und Therapie

Die Bartholin-Drüsen spielen eine wichtige Rolle im weiblichen Intimbereich. Sie befeuchten die Scheide, besonders bei sexueller Erregung. Wenn der Ausgang dieser Drüsen verstopft, kann sich das Sekret stauen und Entzündungen verursachen. Typische Symptome sind schmerzhafte Schwellungen an den kleinen Schamlippen. Unbehandelt können sich Abszesse oder Zysten bilden.

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome und Behandlungen von Bartholin-Drüsenzysten und -entzündungen.

Anatomische Darstellung der Bartholin-Drüsen.

Wie kommt es zur Entzündung der Bartholin-Drüsen?

Probleme beginnen meist, wenn der Ausführungsgang einer Drüse verstopft. Das Sekret kann dann nicht mehr abfließen und staut sich an. Durch diesen Stau kann die Entstehung einer bakteriellen Entzündung begünstigt werden. Meistens sind dafür Bakterien aus dem Darm verantwortlich, zum Beispiel Colibakterien. Seltener verursachen andere Keime wie Gonokokken oder Staphylokokken die Entzündung.

Die Entzündung kann auf das umliegende Gewebe übergreifen. Manchmal entwickelt sich ein Abszess - das ist eine mit Eiter gefüllte Schwellung am verschlossenen Drüsenausgang.

Ein solcher Abszess kann von selbst aufplatzen. Das bringt zunächst Erleichterung, aber ohne richtige Behandlung kommt die Entzündung oft zurück oder wird chronisch. Dann können sich Zysten bilden - das sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume.

Sehr oft entsteht die Entzündung als Folge einer Bartholin-Zyste (Bartholinische Zyste). Umgekehrt kann die Bartholinitis aber auch die Ursache für eine solche Zyste sein. Infiziert sich die Zyste, entsteht ein Bartholin-Abszess.

Welche Beschwerden treten bei einer Bartholin-Drüsen-Entzündung auf?

Bei einer akuten Entzündung (Bartholinitis) spüren Betroffene eine schmerzhafte Schwellung an einer Seite der kleinen Schamlippen. Die Schwellung ist gerötet und fühlt sich prall-elastisch an. Ein Abszess kann erstaunlich groß werden, manchmal bis zur Größe eines Hühnereis. Wenn er aufplatzt, tritt Flüssigkeit oder Eiter aus.

Bartholin-Zysten hingegen verursachen keine Schmerzen. Sie sind als elastische Schwellung zu erkennen, deren Größe sich verändern kann.

Die Bartholinitis löst eine (meist einseitige) Rötung und Schwellung im unteren Drittel einer der kleinen und großen Schamlippen aus. Diese Schwellung kann die Größe eines Hühnereis oder sogar Tennisballs erreichen und ist sehr (druck-)schmerzhaft. Auch beim Sitzen oder Gehen klagen viele Patientinnen über Schmerzen.

Geschlechtsverkehr ist schmerzhaft oder aufgrund der Schmerzen nicht möglich. Manchmal tritt Fieber auf, und betroffene Frauen fühlen sich matt und abgeschlagen.

Meist entsteht eine Bartholinitis einseitig. Eine Bartholin-Zyste hingegen verursacht in der Regel keine Schmerzen an der Schamlippe. Auch eine Rötung bleibt meist aus.

Wie werden Probleme mit den Bartholin-Drüsen behandelt?

Bei Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob tatsächlich die Bartholin-Drüsen betroffen sind und welche Behandlung sinnvoll ist. Bei leichten Entzündungen helfen manchmal Sitzbäder mit desinfizierenden Zusätzen.

Wenn die Schmerzen stärker sind, werden oft Antibiotika und Medikamente gegen die Entzündung eingesetzt. Bei einem Abszess ist meist eine kleine Operation nötig. Der Arzt öffnet den Abszess und vernäht die Wände so mit der Umgebung, dass die Höhle offen bleibt und austrocknen kann. Diese Operation nennt man Marsupialisation.

Ursachen und Heilmittel für Bartholinitis

Je nach auslösendem Keim kann auch eine Behandlung des Partners mit Antibiotika sinnvoll sein. Wenn Zysten stören oder Infektionen immer wiederkehren, kann die vollständige Entfernung der betroffenen Zyste helfen. Solche Operationen führt der Arzt am besten durch, wenn gerade keine akute Entzündung vorliegt.

Konservative Behandlung

Stellt der Arzt fest, dass das Sekret aus der entzündeten Bartholindrüse abfließt, reicht im Allgemeinen eine konservative Behandlung (also ohne Operation) aus. Zum Einsatz kommen entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, zum Einnehmen und in Form von Salben.

Auch mit Sitzbädern, zum Beispiel mit Kamillenextrakt als Hausmittel, können Sie eine leichte Bartholinitis auf Anweisung Ihres Arztes zu Hause selbst behandeln. Manchmal ist auch Wärme (etwa Rotlicht-Bestrahlung) hilfreich: Sie führt dazu, dass sich der Entzündungsherd vom gesunden Gewebe abkapselt.

Eine Behandlung mit Antibiotika ist vor allem dann angezeigt, wenn die Bartholinitis durch Gonokokken - die Erreger der Geschlechtskrankheit Tripper (Gonorrhoe) - ausgelöst wurde.

Operative Behandlung

Eine chirurgische Behandlung ist notwendig bei einer Bartholinitis im fortgeschrittenen Stadium, also wenn die Entzündung zu einer Eiteransammlung (Bartholin-Abszess) oder einer Zyste geführt hat, die Beschwerden verursacht. In der Regel ist bei einer Bartholinitis eine OP erforderlich, wenn das Sekret, beziehungsweise der Eiter nicht abfließt.

Um eine Entleerung zu ermöglichen, schneidet der Arzt den Ausführungsgang auf. Damit der Eiter fortwährend abfließt, legt er einen Katheter ein. Dieser Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. In manchen Fällen führt der Arzt auch eine sogenannte Marsupialisation durch: Dabei eröffnet er den Ausführungsgang und vernäht die Gangwände mit den Hauträndern. So wird der Drüsengang offengehalten, und der Inhalt fließt ungehindert ab. Dieser Eingriff erfolgt unter Vollnarkose.

Wenn die Bartholinitis trotz Behandlung immer wiederkehrt, wird meist die gesamte Drüse entfernt (Exstirpation).

Behandlungsmethode Beschreibung
Sitzbäder Warme Sitzbäder mit desinfizierenden Zusätzen zur Linderung leichter Entzündungen.
Antibiotika Einsatz bei bakteriellen Infektionen, insbesondere durch Gonokokken oder Chlamydien.
Marsupialisation Operative Öffnung des Abszesses und Vernähen der Wände zur Aufrechterhaltung des Abflusses.
Exstirpation Vollständige Entfernung der Drüse bei wiederkehrenden Entzündungen.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei Schmerzen, Schwellungen oder ungewöhnlichen Ausflüssen im Intimbereich sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Nur er kann die richtige Diagnose stellen und eine passende Behandlung einleiten.

Um zu verhindern, dass die Entzündung der Bartholindrüse sich verschlimmert, ist es sinnvoll, bei Verdacht möglichst früh einen Arzt zu konsultieren. Durch eine angemessene Behandlung lässt sich außerdem das Risiko senken, dass die Bartholinitis erneut auftritt.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt tragen zudem dazu bei, eventuell unbemerkte Infektionen oder Erkrankungen festzustellen und frühzeitig zu behandeln.

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