Schuppen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Entgegen der allgemeinen Annahme sind Männer aber nicht häufiger betroffen als Frauen. Sie sind meist harmlos, aber leider lästig. Ursache sind meist Probleme mit der Kopfhaut. Schuppen sind also seltener Zeichen einer Krankheit, sondern oft ein lokales kosmetisches Problem. Jedoch eines, das man gerne schnell wieder loswerden möchte.
Neben dem klassischen Anti-Schuppen-Shampoo gibt es eine Menge Hausmittelchen, von denen allerdings manche sogar schaden können. Zahlreiche Anti-Schuppen-Shampoos sollen dabei helfen. Die meisten halten, was sie versprechen. Anders bei Hausmitteln. Mit ihnen lassen sich Schuppen kaum dauerhaft bekämpfen. Wie wird man Schuppen also am besten los?
Die Bildung von Schuppen ist ein ganz normaler Prozess, denn: Die Haut erneuert sich ständig selbst, auch die Kopfhaut. Dabei wandern neue Hautzellen innerhalb eines Monats aus tieferen Hautschichten bis an die Hautoberfläche. Dort verhornen sie und werden - für das bloße Auge nicht wahrnehmbar - abgestoßen. Ist dieser Prozess gestört, entstehen sichtbare Schuppen auf der Haut.
Aber: Schuppen sind nicht gleich Schuppen. Johanna Kubek, niedergelassene Hautärztin, erklärt:
Die trockene Schuppung sieht so aus, dass es kleinere Schuppen sind, und dass diese Schuppen locker sitzen und häufig durch die Austrocknung der Kopfhaut entstehen.
Ursache ist meist eine trockene Kopfhaut. Sie entsteht, weil die Kopfhaut zu wenig Talg produziert oder zu wenig Feuchtigkeit speichert. Die weiß-silbrigen, feinen Hautschüppchen "rieseln" dann regelrecht vom Kopf und landen gut sichtbar im Schulterbereich auf der Kleidung.
Häufiges Haarewaschen, zu heißes Föhnen, aggressive Pflege- und Stylingprodukte, aber auch Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte und trockene Heizungsluft tragen dazu bei, dass die Kopfhaut austrocknet. Anders bei fettigen Schuppen. Sie entstehen meist durch eine übermäßige Talgproduktion der Kopfhaut.
Das kann man selbst unterscheiden, indem man ein paar Schuppen nimmt und diese zwischen den Fingern reibt. Wenn sich das ölig anfühlt, dann ist das eine fettige Kopfschuppung.
Vor allem junge Menschen leiden häufig an fettiger Kopfhaut. In der Pubertät verändert sich der Hormonspiegel. Der Körper produziert vermehrt Talg, was zu fettigen Haaren und einer erhöhten Schuppenbildung führt. Ursache für fettige Schuppen ist eine erhöhte Talgproduktion der Kopfhaut. Fettige Schuppen sind häufig etwas größer und haften als gelbliche Flocken an Kopfhaut und Haaren.
Hinzu kommt, dass sich ein bestimmter Hefepilz (Malassezia furfur) übermäßig vermehren kann. Der Pilz gehört zur natürlichen Hautflora. Fettige Kopfhaut bereitet ihm einen guten Nährboden. Dadurch kann er sich ungehindert ausbreiten, was zu starkem Juckreiz führt. Die Neigung zu fettiger Kopfhaut ist genetisch bedingt.
Es gibt einige Hausmittel, die insbesondere bei trockener Kopfhaut die Schuppenbildung verringern sollen. Die Anwendung ist aber oft umständlich oder aufwändig. Zudem gibt es keine Nachweise, dass sie dauerhaft wirken. Es existieren meist nur Erfahrungswerte. Beliebt sind vor allem Oliven- oder Kokosöl, Aloe Vera, Apfelessig, Naturjoghurt und Backpulver.
Hautärztin Kubek hält von Hausmitteln wenig:
Aus dermatologischer Sicht kann man so etwas nicht empfehlen. Die Dosierung dieser Stoffe ist überhaupt nicht standardisiert.
Die Folge: Je nach Menge und Anwendung können die Hausmittel die Kopfhaut weiter austrocknen oder die Schutzbarriere der Haut schädigen. Das wiederum kann die Schuppenbildung verstärken.
Auch Backpulver hat unerwartete Superkräfte im Hinblick auf eine schuppige und juckende Kopfhaut. Genau wie Apfelessig unterstützt es das natürliche pH-Gleichgewicht der Kopfhaut, was für weniger Pilzbefall sorgt. Zusätzlich wirkt Backpulver gleich einem feinen Peeling, das die Haut von abgestorbenen Zellen befreit. Außerdem absorbiert das feine Pulver überschüssiges Öl.
Das kann die Kopfhaut kurzzeitig austrocknen, doch keine Sorge. Nach ein paar Anwendungen beginnt diese, die natürliche Öl-Produktion zu regulieren, die Haut wird wieder mit genügend Feuchtigkeit versorgt. Für die Anwendung des Hausmittels, die Haare etwas befeuchten und circa eine Handvoll Backpulver in die Kopfhaut einmassieren.
Es kommt auch gegen trockene Schuppen zum Einsatz. Hier wirkt es wie ein Peeling und hilft, abgestorbene Hautschuppen zu entfernen. Nach dem Haarewaschen geben Sie eine Handvoll Backpulver auf Ihre Kopfhaut. Massieren Sie es gut ein und spülen Sie es mit lauwarmen Wasser wieder aus Ihren Haaren.
Backpulver gilt als natürliches Peeling. Es soll Hautschuppen lösen und gleichzeitig entfettend und pilzhemmend wirken. So geht’s: Massieren Sie einen Teelöffel Pulver nach der Haarwäsche in die feuchte Kopfhaut ein. Kurz einwirken lassen und dann gründlich ausspülen.
Viele greifen schnell zum Klassiker, dem Anti-Schuppen-Shampoo. Ob teuer oder billig: Die meisten wirken gut und pflegen das Haar. Je nach Produkt variieren die Inhaltsstoffe. Manche Hersteller setzen auf natürliche Wirkstoffe wie Weizenkeimöl. Andere verwenden chemische Wirkstoffe wie Pirocton-Olamin und Zink-Pyrithion.
Sie bekämpfen bestimmte Mikroorganismen auf der Kopfhaut, etwa den Hefepilz Malassezia furfur. Hat sich dieser stark ausgebreitet, hilft ein Anti-Schuppen-Shampoo aus der Apotheke mit dem Wirkstoff Ketoconazol. Das Shampoo sollte über vier Wochen angewandt werden.
Bei Produkten aus der Apotheke reichen bis zu zwei Anwendungen pro Woche. Kommt es zu einer Besserung, kann es hin und wieder verwendet werden. Eine dauerhafte Anwendung zur Vorbeugung braucht man aber nicht.
Wann sollte man wegen Schuppen zum Arzt gehen?
Johanna Kubek sagt:
Sind noch andere Beschwerden da wie Juckreiz, Brennen, Nässen, muss man den Arzt aufsuchen.
Mit Maßnahmen wie Shampoo oder Hausmitteln werde man in dem Fall überhaupt keinen Effekt erreichen. "Das muss behandelt werden", rät die Dermatologin.
| Hausmittel | Anwendung | Wirkung |
|---|---|---|
| Backpulver | Nach dem Waschen in die Kopfhaut einmassieren, kurz einwirken lassen und ausspülen | Peeling, entfernt Hautschuppen, absorbiert Öl, pilzhemmend |
| Naturjoghurt | Großzügig auf die Kopfhaut auftragen, einmassieren, 15 Minuten einwirken lassen und ausspülen | Beruhigend, feuchtigkeitsspendend |
| Olivenöl | Wenige Tropfen auf die Kopfhaut geben, über Nacht einwirken lassen und morgens auswaschen | Spendet Feuchtigkeit, macht die Kopfhaut geschmeidig |
| Apfelessig | Mit Wasser mischen, auf die Kopfhaut auftragen, 30 Minuten einwirken lassen und ausspülen | Reinigt die Kopfhaut, stabilisiert den pH-Wert |
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