Die richtige Haarfarbe des Babys steht meist bei der Geburt noch nicht endgültig fest: Babyhaar ändert die Farbe sehr häufig.
Man mag behaupten, dass sich viele Babys ähnlich sehen, aber ihr Babyhaar ist oft sehr verschieden. Einige kommen mit Babylocken auf die Welt und manche mit langen, glatten Haaren. Andere haben kurze Haare oder (fast) gar keine. Auch die Haarfarbe - egal ob sie am Anfang rot, schwarz, hellblond oder bräunlich ist - kann sich in vielen Fällen noch verändern. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum Babyhaar die Farbe ändert.
Auch auf andere Fragen wird eingegangen, z. B. warum in den ersten Monaten des Lebens viele Haare ausfallen, warum sich bei vielen Babys eine kahle Stelle am Hinterkopf bildet und ob man das Wachstum und die Veränderung des Babyhaars beeinflussen kann.
Die Entwicklung der Haare beginnt schon lange vor der Geburt deines kleinen Sonnenscheins - nämlich bereits zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche. Das heißt aber noch lange nicht, dass dein süßer Spatz deshalb mit vielen Haaren auf die Welt kommen wird!
Noch im Mutterleib wächst das sogenannte Lanugohaar. Diese Flaumbehaarung bewahrt die zarte Haut davor, durch das Fruchtwasser aufzuweichen. Sie fällt gegen Ende der Schwangerschaft aus, Reste davon sind aber häufig noch nach der Geburt zu sehen, vor allem an den Augenbrauen und auf den Schultern.
Die ersten echten Haare der Körperbehaarung heißen Vellushaare oder Wollhaare. Sie haben noch kein Mark, sind sehr fein und kaum pigmentiert. Deshalb dunkelt eine blasse Haarfarbe, wenn die Pigmente hinzukommen, meist mir der Zeit nach.
In der Pubertät sorgen Hormone dafür, dass aus dem Vellushaar das "erwachsene", kräftige und vollständig pigmentierte Terminalhaar wird.
Jedes Haar fällt irgendwann aus. Seine Wachstumsphase hält durchschnittlich vier Jahre an. In der folgenden Übergangs- oder Rückbildungsphase wird das Wachstum langsam gestoppt und in der Ruhephase fällt es aus. Dann beginnt der Kreislauf von Neuem. Bei Babys muss sich dieser Wachstumszyklus der Haare erst einpendeln. Auch Hormone spielen dabei eine Rolle.
In der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel der Mutter erhöht, was die Haare länger in der Wachstumsphase hält. Nach der Geburt fällt der Wert deutlich ab - auch beim Baby. Auf einen Schwung kommen also viel mehr Haare als üblich in die Ruhephase.
Meistens verlieren Babys ihre ersten Haare ab dem dritten Monat ihres Lebens. Das sogenannte Neugeborenenhaar ist also nicht endgültig. Eine Veränderung der Haare durch hormonelle Schwankungen kennt auch fast jede Mutter. Die Haare wachsen zunächst alle relativ gleichzeitig und gleich schnell; dann fallen Sie fast alle gleichzeitig aus.
Manchmal kommt es vor, dass die ersten Haare schon ausfallen, bevor das Kind geboren wird.
Dann fallen schonmal deutlich mehr Haare aus, als gerade nachwachsen und bei einem dunkleren Haarschopf können kahle Stellen sichtbar werden. Auch bei Kindern mit hellem Haar kommt es ein paar Monate nach der Geburt zu diesem Haarausfall, nur ist er bei ihnen unauffälliger, weil die Haare so fein und flaumig sind.
Beim Baby kommt noch der Schädelwachstum hinzu: Im dritten Monat nimmt der Kopfumfang um 1 bis 2 cm pro Woche zu. Die Dehnung der Kopfhaut kann auch zu vermehrtem Haarausfall führen.
Viele Eltern zeigen sich besorgt, wenn sie bei Ihrem Baby im hinteren Kopfbereich eine kahl werdende Stelle entdecken. Die kahle Stelle am hinteren Kopf kann durch das häufige Liegen auf dieser Stelle verursacht werden.
Dies kommt daher, dass durch das Liegen Druck und Reibung entstehen. Dafür sind Haare empfindlich. Dazu kommt es aber nur dann, wenn die Haare sich gerade in der dritten Phase des Ausfallens befinden. Wahrscheinlich hat das Babyhaar am Hinterkopf einen zeitlichen Vorsprung im Unterschied zum vorderen Bereich des Kopfes.
Tipp: In beiden Fällen wächst das Babyhaar später wahrscheinlich wieder nach.
Viele Eltern glauben, sie könnten bei ihrem Baby für ein kräftigeres Wachstum der Haare sorgen, indem sie diese häufig schneiden. Dabei hat dies auf das Wachstum der Haare keinerlei Wirkung. Haare sind im Prinzip totes Gewebes, das nicht mit Nährstoffen versorgt wird.
Es gibt Babys, die bei der Geburt sehr helle Haare haben, vor allem, wenn sie hellhäutig sind. Später kann das Babyhaar eine Veränderung der Farbe durchlaufen und dunkler werden. Häufig bei dunkleren Typen anzutreffen sind hellbraune Haare bei der Geburt, die dann später dunkelbraun werden.
Der Grund ist ganz einfach: Haare enthalten Farbpigmente, die dem Haar die Farbe verleihen. Der erste Satz Babyhaar hat nur eine geringe Pigmentierung, sodass das Haar insgesamt heller wirkt, als es im späteren Leben sein wird. Die erste Haarfarbe beim Baby kann also eine andere sein, als es die Erbanlagen des Babys festlegen.
Überhaupt können sich die Farbpigmente im Haar im Laufe des Lebens verändern. Dies fällt bei hellen Haaren optisch stärker ins Gewicht als bei dunklen. Der Wechsel von hellblond zu dunkelblond oder brünett kommt häufig vor, seltener werden Haare im Laufe des Lebens heller.
Tipp: Grundsätzlich kann man etwa ab dem vierten Monat nach der Geburt ermitteln, welche Haarfarbe das Baby später wahrscheinlich haben wird: blond, brünett, rötlich oder schwarz. Wenn Eltern dies feststellen, sind sie manchmal überrascht.
Die Färbung hängt von der Mischung der Melaninpigmente ab. Je größer der Anteil an Eumelanin, umso dunkler die Haarfarbe - je mehr Phänomelanin, desto rötlicher.
Jedes einzelne Haar besteht aus drei Komponenten: dem Mark, der Rinde und der Cuticula. Die Rinde ist die dickste Schicht, die aus Hornzellen und Melanosomen (das sind die Pigmentkörper) besteht. Die Zellen der Rinde und die Haarfarbe entstehen in der Haarwurzel.
Für die Färbung der Haare deines kleinen Lieblings ist der Pigmentstoff Melanin verantwortlich. Er kommt in den zwei Arten als Phäomelanin und Eumelanin vor. Beide Modifikationen sind jeweils für die unterschiedlichen Haarfarben verantwortlich.
Hat dein Baby eine blonde Haarfarbe und/oder rote oder rot-blonde Anteile, ist viel Phäomelanin im Spiel.
Nicht alle Babys haben etwa die Haarfarbe eines der beiden Elternteile oder eine Haarfarbe, die offensichtlich eine Mischung der beiden Elterntypen ist. Man weiß, dass ca. zehn Gene die Haarfarbe des Menschen determinieren. Und der Mensch hat jeweils ein Exemplar jedes Gens von der Mutter, eines vom Vater.
Dunkle Haare werden dominant vererbt, d. h. Blonde Haare werden nicht über ein einziges Gen vererbt. Auch dunkelhaarige Menschen können diese Haarfarbe in sich tragen und weiter vererben. Wenn beide Elternteile dieses Merkmal auf das Baby übertragen, ist das Babyhaar blond - dabei können die Eltern dunkelhaarig sein.
Manchmal werden Haarfarben über einen langen Zeitraum in einer Familie vererbt, ohne dass sie massiv zur Ausprägung gekommen wären.
Du und dein:e Partner:in tragen zwei unterschiedliche Vererbungsmerkmale in euch, die für die Ausprägung der Haarfarbe verantwortlich sind. Nur eins von beiden wird an euer Schätzchen weitergegeben. Es gilt: Die Eigenschaft von Haut- und Haarfarbe wird heterozygot, das bedeutet vermischt, vererbt.
Das Mendelsche Vererbungsgesetz (benannt nach seinem Entdecker Gregor Mendel) besagt, dass es sich um einen sogenannten dominant-rezessiven Erbgang handelt: Eine dunkle Haarfarbe ist dominant und setzt sich gegenüber der helleren (rezessiven) durch.
Wenn allerdings sowohl du als auch dein:e Partner:in dunkle Haare habt, kann es trotzdem vorkommen, dass euer Baby eine blonde Haarfarbe trägt!
Die Haarfarbe bei Geburt ist nämlich noch nicht besonders aussagekräftig. Und gerade helle Haare dunkeln sehr oft nach. So gehen zum Beispiel auch bräunliche Haare mit zunehmendem Alter immer mal wieder ins Schwarze über.
Suche doch mal alte Kinderfotos von dir raus und vergleiche deine Haarfarbe von damals mit Babys Haarfarbe bei deinem süßen Nachwuchs.
Jedes kleine Lebenswunder ist ganz einzigartig und genauso unterschiedlich sind auch die Haare! Das betrifft nicht nur Babys Haarfarbe, sondern auch Struktur und Beschaffenheit. Vielleicht stehen deinem kleinen Schatz dadurch die Haare wortwörtlich zu Berge, oder er oder sie hat eine ganz feine und glatte Haarstruktur.
Auch, ob dein Liebling glatte Haare oder wilde Locken haben wird, ist genetisch bestimmt. Babys Haarfarbe und die Form werden unabhängig voneinander vererbt. Kräuseln und locken sich die Haare deines Schätzchens, ist ein ganz bestimmtes Enzym am Werk. Es ist in der Haarwurzel aktiv und beeinflusst dort die Form des Wachstums. Man vermutet deshalb im Umkehrschluss, dass eine verminderte Aktivität dieses Enzyms für glatte Haare sorgt.
Eine Überraschung erleben viele Eltern, die beide keine Locken haben, denn viele Babys haben bei der Geburt feine Löckchen. Dies ist aber meist nicht dauerhaft und das Babyhaar werden später glatt. Babylöckchen sind typisch für das erste Haar, das wieder ausfällt.
Der Grund für diese Babylöckchen ist ganz einfach: Viele Babys haben bei der Geburt sehr feines und dünnes Haar, das sich aufgrund dieser Haarstruktur leichter windet und kräuselt. Später werden Haare dicker, schwerer und stärker, sodass sie sich nicht mehr so leicht in Locken legen, sondern glatt herunterfallen.
Die kleinen Rabauk:innen spielen mit Essen, Knete und sicher auch mal mit Dreck. All das bleibt nicht nur an den Händen kleben, sondern findet auch ab und zu einen Weg ins feine Babyhaar. Daher kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem du deinem kleinen Schatz zum ersten Mal die Haare wäschst.
In den ersten Lebensmonaten reicht es vollkommen aus, die Haare deines Kleinen mit warmem Wasser und einem Schwamm zu waschen. Später kommt es darauf an, wie viele Haare dein süßer Spatz hat. Verwende ein mildes Baby-Shampoo. Shampooniere die Haare erst am Ende des Bades.
Lege beim Ausspülen die Hände über die Stirn deines Sonnenschein. Ein kleiner Tipp: Nicht alle kleinen Energiebündel lassen sich gern die Haare waschen. Nimm dir deshalb genügend Zeit für die Haarpflege und massiere das Köpfchen deines Lieblings vorsichtig, während du das Shampoo aufträgst. So signalisierst du deinem süßen Spatz, das Haarewaschen ein echter Genuss sein kann.
Hast du einen kleinen Lockenkopf zu Hause? Dann ist es sicher manchmal gar nicht so einfach, die wilde Mähne unter Kontrolle zu bringen! Verwende zum Haarewaschen am besten einen Conditioner mit hohen pflanzlichen Anteil (zum Beispiel Minze, Zitronengras oder Rosmarin).
Ganz wichtig: Achte auch immer darauf, nur babygerechte Produkte zu verwenden. Wenn du die Haare deines Sprösslings schneidest, solltest du es immer im trockenen Zustand zu tun. Denn nur dann kannst du den natürlichen Wirbel der Locken erkennen.
Nimm am besten eine Lockensträhne zwischen Daumen-, Zeige- und Mittelfinger und schneide ganz vorsichtig die Spitzen ab. Das machst du dann genauso weiter, Strähne für Strähne.
Die Haarfarbe von Babys kann sich im Laufe der Zeit ändern, beeinflusst durch genetische Faktoren, Melaninproduktion und hormonelle Veränderungen. Die ersten Haare sind oft heller und können dunkler werden, wenn die Pigmentierung zunimmt. Die richtige Pflege und Geduld sind wichtig, um die natürliche Entwicklung des Babyhaars zu unterstützen.
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