Vernarbender Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Vernarbende Alopezie ist ein kniffliges Thema, das viele Menschen betrifft, aber oft im Verborgenen bleibt. Was passiert da eigentlich? Nun, bei dieser Form des Haarausfalls geht es um mehr als nur ein paar verlorene Haare. Es ist eine ernsthafte Angelegenheit, bei der die Haarfollikel durch verschiedene Faktoren zerstört werden.

Und das Schlimmste? Diese Zerstörung ist dauerhaft. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Ursachen ein, die von Entzündungen bis hin zu genetischen Faktoren reichen. Es ist wichtig, diese Auslöser zu verstehen, um die richtigen Schritte zur Vorbeugung und Behandlung zu ergreifen.

Ursachen des vernarbenden Haarausfalls

Vernarbender Haarausfall (auch Alopecia cicatricalis oder vernarbende Alopezie genannt) tritt in der Regel als Begleiterscheinung von Erkrankungen oder Entzündungen der Kopfhaut auf. In diesem Artikel informieren wir über Ursachen, typische Symptome und Therapien der vernarbenden Alopezie. Um den Haarausfall zu bekämpfen, muss die Ursprungskrankheit behandelt werden.

1. Entzündungserkrankungen

Entzündungserkrankungen spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von vernarbender Alopezie. Sie sind wie die unsichtbaren Übeltäter, die still und heimlich die Haarfollikel angreifen. Diese Erkrankungen verursachen eine Entzündungsreaktion, die letztlich zur Vernarbung führt. Doch welche Krankheiten sind hier die Hauptverdächtigen?

Zu den häufigsten gehören Lichen planus und Lupus erythematodes. Diese Krankheiten sind nicht nur für ihre unangenehmen Symptome bekannt, sondern auch dafür, dass sie das Immunsystem dazu bringen, die eigenen Haarfollikel anzugreifen. Die Entzündungen können zu Rötungen, Juckreiz und sogar Schmerzen führen. Und das ist erst der Anfang.

Mit der Zeit hinterlassen sie eine glänzende, haarlose Haut, die an die Oberfläche tritt. Es ist wichtig, diese Entzündungserkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um den Schaden zu begrenzen. Je schneller man handelt, desto besser sind die Chancen, den Fortschritt der Alopezie zu verlangsamen.

2. Infektionen

Infektionen sind oft die stillen Mitspieler, wenn es um vernarbende Alopezie geht. Sie sind wie die ungebetenen Gäste, die plötzlich auftauchen und Chaos anrichten. Nun, bakterielle Infektionen, Hautpilze und sogar Viren wie die, die Gürtelrose verursachen, können die Kopfhaut angreifen.

Diese Eindringlinge lösen Entzündungsreaktionen aus, die, wenn sie nicht behandelt werden, zu einer dauerhaften Schädigung der Haarfollikel führen können. Ein weiteres Problem ist, dass Infektionen oft unbemerkt bleiben, bis der Schaden bereits angerichtet ist. Symptome wie Abszesse, Pusteln oder oberflächliche Wunden können auftreten, aber manchmal sind sie subtil und leicht zu übersehen.

Die gute Nachricht? Mit der richtigen Behandlung, wie Antibiotika oder Antimykotika, können viele dieser Infektionen erfolgreich bekämpft werden. Doch der Schlüssel liegt in der Früherkennung und der schnellen Reaktion.

3. Physische Verletzungen

Physische Verletzungen sind ein weiterer Faktor, der zur vernarbenden Alopezie beitragen kann. Manchmal reicht ein unglücklicher Unfall, um dauerhafte Schäden an den Haarfollikeln zu verursachen. Verletzungen wie Verbrennungen, Verätzungen oder sogar Strahlenbelastung können die empfindliche Struktur der Kopfhaut und der darunter liegenden Follikel zerstören.

Diese Art von Schäden führt oft zu einer sofortigen Reaktion des Körpers, die in einer Narbenbildung resultiert. Interessanterweise können auch alltägliche Traumata, wie zu festes Zöpfe binden oder aggressive Haarbehandlungen, im Laufe der Zeit ähnliche Schäden verursachen. Um solche Verletzungen zu vermeiden, ist es wichtig, auf die Pflege der Kopfhaut zu achten und aggressive Behandlungen zu vermeiden.

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4. Genetische und Autoimmunfaktoren

Genetische und Autoimmunfaktoren sind oft die unsichtbaren Fäden, die das Schicksal der Haarfollikel bestimmen. Bei vernarbender Alopezie spielen sie eine nicht zu unterschätzende Rolle. Beginnen wir mit den genetischen Faktoren. Manche Menschen tragen bestimmte Gene in sich, die sie anfälliger für diese Art von Haarausfall machen. Es ist ein bisschen wie ein genetisches Erbe, das man sich nicht aussuchen kann.

Und dann sind da noch die Autoimmunfaktoren. Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Zellen an. Im Fall der vernarbenden Alopezie sind es die Haarfollikel, die ins Visier geraten. Diese Fehlreaktion führt zu einer Entzündung und letztlich zur Vernarbung. Obwohl man seine Gene nicht ändern kann, gibt es Möglichkeiten, das Risiko zu minimieren. Eine gesunde Lebensweise und regelmäßige ärztliche Kontrollen können helfen, die Auswirkungen dieser Faktoren zu mildern.

5. Medikamente

Medikamente sind oft lebensrettend, aber sie können auch unerwartete Nebenwirkungen haben. Bei vernarbender Alopezie können bestimmte Arzneimittel den Haarausfall verstärken oder sogar auslösen. Einige Medikamente können das Immunsystem beeinflussen oder Entzündungsreaktionen hervorrufen, die die Haarfollikel schädigen. Dazu gehören bestimmte Chemotherapeutika, die nicht nur Krebszellen, sondern auch schnell teilende Zellen wie Haarfollikel angreifen.

Es ist wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein, insbesondere wenn man bereits anfällig für Haarausfall ist. Dennoch, nicht alle Medikamente führen zu solchen Problemen, und oft überwiegen die Vorteile die Risiken.

6. Gürtelrose

Ein konkretes Beispiel für vernarbende Alopezie, das häufig übersehen wird, ist der Haarausfall nach einer Gürtelrose-Infektion. Stellen Sie sich vor, Sie erholen sich gerade von einer Gürtelrose, und plötzlich bemerken Sie kahle Stellen auf Ihrer Kopfhaut. Was ist da passiert? Nun, das Virus kann die Haarfollikel direkt angreifen und eine heftige Entzündungsreaktion auslösen.

Ein solches Szenario ist nicht nur physisch belastend, sondern kann auch emotional herausfordernd sein. Es ist wichtig, bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose, insbesondere wenn sie die Kopfhaut betrifft, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Symptome des vernarbenden Haarausfalls

Die Symptome des vernarbenden Haarausfalls variieren je nach Krankheitsursache. Gemein ist ihnen allen der Haarverlust und die daraus entstehenden Narben; auch Juckreiz und Schmerzen an der Kopfhaut können auftreten. Manche der von Bakterien oder Pilzen ausgelösten Entzündungen gehen mit Abszessen, Pusteln und oberflächlichen Wunden einher.

Bei einem vernarbenden Haarausfall entstehen kahle Stellen und Narbengewebe am Kopf. Diese sind oft an mehreren Stellen der Kopfhaut vorhanden und zunächst klein und klar abgegrenzt. Später können die kahlen Stellen konfluieren, vor allem, wenn die Krankheit nicht behandelt wird. Typisch ist, dass die kahlen Stellen oft sehr glatt und glänzend erscheinen und man keine Austrittsstellen der Haare mehr erkennen kann. Die kahle Haut ist oft blass, kann aber auch gerötet sein. Zusätzlich können Schuppen vorkommen. Manche der Betroffenen leiden unter Juckreiz oder Schmerzen auf der Kopfhaut.

Der Haarausfall kann zu deutlichen ästhetischen Einschränkungen führen, sodass Betroffene häufig psychisch sehr belastet sind. Die Krankheit kommt bei Männern und Frauen verschiedener Altersgruppen vor.

Diagnose des vernarbenden Haarausfalls

Der Haarausfall beginnt oft in kleinen, kahlen Arealen, die später konfluieren. Man unterscheidet primäre und sekundäre Formen der vernarbenden Alopezie. Bei der primären Variante handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, die sich gegen die Haarfollikel richten und diese zerstören. Der Verlauf einer vernarbenden Alopezie ist sehr unterschiedlich. Manchmal tritt die Erkrankung recht plötzlich auf, manchmal verläuft sie so langsam, dass man sie lange gar nicht bemerkt. Der Verlauf kann durch eine frühzeitige Behandlung oft günstig beeinflusst werden.

Das Typische eines vernarbenden Haarausfalls ist, dass die Haarfollikel irreversibel zerstört sind und die Haare daher nicht mehr nachwachsen. Wichtig zu wissen ist, dass eine vernarbende Alopezie nicht nur die Kopfhaut befallen, sondern auch an anderen Körperstellen auftreten kann.

Die Erkrankung ist nicht immer einfach zu diagnostizieren, da oft kein ganz typisches Bild wie bei anderen Arten des Haarausfalls auftritt. Zunächst muss die vernarbende Alopezie vom nicht-vernarbenden Haarausfall unterschieden werden. Um den Grund des Haarausfalls genau zu spezifizieren, sind verschiedene Untersuchungen möglich, je nach vermuteter Ursache.

Bei Autoimmunerkrankungen können teilweise spezifische Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Einige Erkrankungen können durch die Untersuchung von Haaren und Hautschüppchen festgestellt werden. Oft ist eine Kopfhautbiopsie zur sicheren Diagnose notwendig. Dabei wird mithilfe eines Skalpells ein kleines Stück Haut aus der Kopfhaut getrennt und dieses mikroskopisch untersucht.

Behandlungsmöglichkeiten bei vernarbender Alopezie

Vernarbender Haarausfall kann nur mit der Beseitigung der Ursprungskrankheit bekämpft werden. Regaine® und weitere Mittel, mit denen sich andere Haarausfallarten gut behandeln lassen, wirken in diesem Fall leider nicht. Da der Auslöser des vernarbenden Haarausfalls letztlich eine Entzündungsreaktion ist, ist es zusätzlich zur spezifischen Therapie der Grunderkrankung empfehlenswert, diese Entzündung zu bekämpfen.

Einen Beitrag dazu kann eine gesunde Ernährung leisten, die entzündungsfördernde Inhaltsstoffe minimiert. Empfehlenswert ist der Verzicht auf gesättigte Fette (zum Beispiel in frittierten Lebensmitteln), da diese entzündungsfördernd wirken. Ebenfalls vermeiden sollte man stark zuckerhaltige Lebensmittel, vor allem solche mit raffiniertem Zucker, der in verarbeiteten Lebensmitteln wie Softdrinks, Süßigkeiten oder Kuchen zu finden ist.

Gelegentlich kann zusätzlich zur Grunderkrankung ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorliegen, der den Haarausfall weiter verstärken kann. Dies kann ein Arzt mithilfe einer Blutuntersuchung herausfinden. Als Optionen kommen dann eine Ernährungsumstellung in Betracht oder eventuell eine Supplementierung mit Nahrungsergänzungsmitteln. Dies sollte zur Vermeidung einer Überdosierung jedoch nur mit ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Es gibt außerdem Shampoos, die entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten wie Rosmarin, Magnolienextrakt oder Aloe vera. In besonderen Fällen kann es hilfreich sein, Entzündungsmediatoren im Körper durch eine Blutwäsche zu bekämpfen. Bei der sogenannten Apherese wird das Blut von entzündungsfördernden Stoffen gereinigt, sodass diese den Körper nicht weiter belasten.

Ein essenzieller Bestandteil der Therapie ist es, die Grunderkrankung gezielt zu behandeln. Dazu kommen je nach Ursache verschiedene Wirkstoffe in Betracht. Besonders bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie Lichen ruber oder einem Hautbefall bei Lupus erythematodes werden Salben mit dem Inhaltsstoff Cortison lokal aufgetragen. Bei stärkeren Beschwerden können Kortikosteroide auch als Tablette gegeben werden. Außerdem kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem bremsen (Immunsuppressiva) und dadurch die Autoimmunreaktion reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel Tacrolimus, Methotrexat, Cyclosporin oder Hydroxychloroquin.

Ist Akne die Ursache des vernarbenden Haarausfalls, kann man versuchen, die Erkrankung mit antibiotikahaltigen Salben einzudämmen. Wenn der vernarbende Haarausfall eine infektiöse Ursache hat, werden Antibiotika oder Antimykotika (Anti-Pilz-Medikamente) eingesetzt.

Bioregenerative Therapien

Eine vernarbende Alopezie hinterlässt kahle Stellen, an denen das Haarwachstum irreversibel geschädigt ist. Da der Haarfollikel zerstört ist, ist ein erneutes Haarwachstum nicht mehr möglich. Eine Heilung bei vernarbender Alopezie existiert deshalb nicht. In der Frühphase der Erkrankung, in der die Haarfollikel noch vital sind, gibt es jedoch die Möglichkeit, bioregenerative Therapien durchzuführen. Diese nutzen die Selbstheilungskräfte des Körpers, um das Haarwachstum zu stimulieren und die Haare zu kräftigen.

  • PRP-Therapie: PRP steht für Platelet Rich Plasma oder plättchenreiches Plasma. Es handelt sich dabei um eine Eigenbluttherapie, bei der dem Betroffenen Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren aufbereitet wird. Dadurch werden Blutbestandteile separiert, die hohe Konzentrationen an Zytokinen, Wachstumsfaktoren und Mikronährstoffen enthalten. Die entstehende Lösung wird in die Kopfhaut gespritzt.
  • Stammzellentherapie: Die Stammzellentherapie wird gerne als Booster zusammen mit anderen regenerativen Therapien eingesetzt. Dazu werden Stammzellen aus dem Unterhautfettgewebe oder - seltener - aus Haarfollikeln gewonnen und aufbereitet.
  • Mesotherapie: Die Mesotherapie ist eine Methode aus der Alternativmedizin, um die Haarwurzeln zu revitalisieren.
  • Blutwäsche: Entzündungen und Giftstoffe im Körper können Haarausfall verursachen. Eine Blutwäsche, auch Apherese genannt, entfernt schädliche Substanzen wie Autoantikörper und Umweltgifte aus dem Blut.
  • Lasertherapie (LLLT): Die Low-Level-Laser-Therapie setzen wir seit mehr als 10 Jahren zur Behandlung von Haarausfall ein. Bei dieser Methode wird niederenergetisches Laserlicht eingesetzt, das entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd wirkt. In Kombination mit anderen Therapien wie PRP und Mesotherapie kann die Wirksamkeit gesteigert werden.

Haartransplantation

Dort, wo die Haarfollikel abgestorben sind, kann eine Haartransplantation sinnvoll sein, um die Lücken zu schließen. Zu beachten ist, dass bei einigen Hauterkrankungen zunächst eine Probetransplantation durchgeführt werden sollte. Bei einem Lichen ruber zum Beispiel kann die Transplantation nämlich einen Krankheitsschub auslösen. Eine persönliche Beratung durch einen Haarexperten ist empfehlenswert, um die individuell beste Therapie bei vernarbender Alopezie durchführen zu können.

Vernarbende Alopezie ist eine komplexe und oft herausfordernde Erkrankung, die durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden kann. Von Entzündungen über Infektionen bis hin zu genetischen und autoimmunen Einflüssen - die Ursachen sind vielfältig und erfordern eine genaue Betrachtung.

Prävention ist hier das Zauberwort. Obwohl vernarbende Alopezie nicht immer vollständig verhindert werden kann, bieten diese Strategien einen Ansatz, um das Risiko zu verringern und die Gesundheit der Kopfhaut zu fördern.

Und denken Sie daran, bei Bedarf Unterstützung von Experten wie Hairsystems Heydecke in Betracht zu ziehen, die mit Haarteilen und Haarsystemen ästhetische Lösungen bieten können.

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